Surface Studio im Kurztest – Die 5000 Euro Kreativmaschine

Das Surface Studio von Microsoft hat uns in einem kurzen Hands-On schwer begeistert. Also haben wir uns ein Exemplar besorgt, um herauszufinden, wie sich der 5000 Euro AIO im Alltag schlägt.

Das Surface Studio ist in erster Linie für diejenigen gedacht, die viel mit Grafik-, Foto- und Bildbearbeitung zu tun haben. Also habe ich es auch in diesem Bereich versucht, an seine Grenzen zu bringen. Aber bevor es richtig los geht, schnell noch die technischen Daten unseres Testmodells:

  • 28“ Display mit 4500×3000 Pixel, 10 Bit Farbtiefe, 10-Punkt-Multitouch
  • Intel Core i7-6820HQ mit 2,7 Ghz
  • 32 GB RAM
  • 2 TB Hybrid-Speicher
  • NVIDIA GeForce GTX 980M 4GB GDDR5
  • Ports: 4x USB 3.0, Mini DisplayPort, Gigabit Ethernet, SD-Kartenleser, 3,5mm Klinke
  • Kameras: IR-Kamera für Windows Hello, 5MP Webcam mit 1080p Full HD-Video

Erster Eindruck

Andy hatte das Surface Studio ja schon beim Surface Event in Berlin am Wickel und war begeistert. Als das gute Stück bei mir dann auf dem Schreibtisch stand, konnte ich das sehr gut nachvollziehen. Für ein paar Minuten wechselten sich stille Begeisterung und begeistertes Kichern ab. 😉 Aber im Ernst: Das Surface Studio wirkt trotz seiner Größe zierlich, was auch daran liegt, dass das Display lediglich 12,5mm dick ist. Es ist schlichte Eleganz. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Nichts klappert, nichts wackelt. Aber das muss bei einem 5000 Euro Rechner auch so sein. Das ganze Design wirkt sehr durchdacht, der Klappmechanismus für das Display sitzt fest, ist aber gleichzeitig so leichtgängig, dass sich das Display mit einem Finger ohne Anstrengung bewegen lässt.

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Kabellose Maus und Tastatur sind auch mit dabei. Die Tastatur hat ein angenehmes Gewicht und wird durch kleine Gummiflächen auf der Unterseite daran gehindert, über den Tisch zu rutschen. Mehr gibt es über beide nicht zu sagen. Sie machen tadellos das, was sie machen sollen.

Display

Das Display bietet 4,5k Auflösung mit 192 PPI. Die nackten Zahlen können sind schon beeindruckend. Und der Eindruck hält sich, wenn man es live und in Farbe vor sich hat. Es ist alles gestochen scharf und die Farben sind wirklich satt, ohne übertrieben zu wirken. Für Kreative interessant: ihr könnt mit einem Mausklick zwischen dem sRGB und dem DCI-P3 Farbraum wechseln. Die Darstellung ist auch bei extrem seitlichen Blickwinkeln stabil und dunkelt sich nur unmerklich ab.

Etwas nervig ist nur die recht stark spiegelnde Oberfläche, in sehr hellen Umgebungen kann das durchaus stören.

 

Arbeiten mit dem Surface Studio

Durch das riesige Display habt ihr immer alles im Blick, was ihr für eure Arbeit braucht. Ist es aufgestellt. dann unterscheidet es sich in der Arbeitsweise nicht von anderen Desktop-Rechnern. Ob man jetzt das Touchdisplay in dieser Position nutzt, ist Geschmackssache. Ich persönlich finde es sehr ungewohnt und auch nicht angenehm. Ist das Display gekippt oder liegt auf dem Schreibtisch, dann ist es ein sehr angenehmes Arbeiten. Denn der Bildschirm spricht schnell und präzise auf die Berührungen an. Wer gerne zwischendurch im Stehen arbeitet, wird die liegende Position des Surface Studio schätzen. Der größte Vorteil ist dabei, dass man den Surface Dial ohne Probleme nutzen kann. Aber dazu später mehr.

Smooth. Das beschreibt das Arbeiten ziemlich genau. Die Programme öffnen sehr schnell und auch das gleichzeitige Nutzen mehrerer Programme entlockt dem Studio nur ein müdes Lächeln. Ich konnte ohne Probleme in Premiere ein Video rendern und gleichzeitig Fotos aus Lightroom exportieren und die Wartezeit mit ruckelfreiem Surfen überbrücken. Nur bei einer Sache wurde der Studio etwas langsamer: Neben dem Rendern und Exportieren habe ich noch in Photoshop angefangen ein Bild zu bearbeiten. Er wurde etwas langsamer und es dauerte, bis die Ergebnisse in Photoshop angezeigt wurden. Aber der Anwendungsfall mit allen drei Programmen gleichzeitig dürfte eher selten sein.

Etwas Jammern auf hohem Niveau muss auch sein. Der Lüfter ist permanent im Einsatz. Allerdings ist sein Geräusch leise. Bereits normale Bürogeräusche übertönen ihn. Nur wenn ihr in absoluter Stille arbeitet, dürfte der Lüfter mit der Zeit auf die Nerven gehen.

Surface Dial

Um ihn zu nutzen braucht ihr lediglich das Creators Update und eine Bluetooth-Verbindung. Dann setzt ihr den Surface Dial einfach auf das Display. Nach einem langen Druck erscheint das Menü und ihr könnt aus den einzelnen Optionen auswählen, was ihr machen wollt.

Er ist gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich einmal eingefuchst hat, macht er wirklich viel Spaß. Ihr könnt den Dial mit eigenen Shortcuts ganz nach euren Bedürfnissen belegen. So könnt ihr euch dann zum Beispiel Lightroom-Befehle anlegen und im Anschluss nur mit Stift und dem Dial sehr schnell durch die einzelnen Filter und Einstellungen in Lightroom bewegen, ohne dass ihr eure Arbeit unterbrechen müsst, um mit der Maus oder dem Finger das jeweilige Menü zu öffnen.

Mit dem Dial habe ich allerdings nicht wirklich viel arbeiten können. Das liegt aber schlicht und ergreifend daran, dass die meisten Programme ihn noch nicht implementiert haben. Der Ansatz überzeugt aber und hat eine Menge Potential.

Benchmarks

Die Benchmarks dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Als Speichermedium kommt ein Hybridsystem aus einer 2TB Seagate HDD mit SSD-Cache zum Einsatz, der in der Praxis sehr gut funktioniert.

Fazit

Das Surface Studio ist ein richtig gut durchdachtes Gerät. Es ist groß, sieht trotz der Größe zierlich aus, hat ein phänomenales Display und macht das Arbeiten sehr angenehm und spaßig. Allerdings ist es kein Gerät, dass man sich mal eben so zu Hause hinstellt. Die Zielgruppe ist ganz klar der professionelle Anwender.

Und was kostet der Spaß jetzt? Eine Menge. Um genau zu sein: Unser Testmodell kostet 5000 Euro. Die günstigste Version (Core i5, 2 GB Grafikkarte) kostet 3549 Euro. Das ist wirklich viel Geld. Aber nichts desto trotz ist es für die Leistung, die das Studio bietet ein günstiges Gerät. Denn allein das Display ist einen vierstelligen Betrag wert.

Es ist ein Gerät, das einen großen Haben-Wollen-Faktor hat. Wenn ihr es euch ansehen und ausprobieren könnt, dann macht es.

Und ich versuche jetzt, Microsoft davon zu überzeugen, dass sie das Testgerät nicht zurückhaben wollen. 😉

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Über Eike

Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.
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1 Kommentar auf "Surface Studio im Kurztest – Die 5000 Euro Kreativmaschine"

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Einfach zu teuer!

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