Synology DS215+ im Test: Schnelles NAS-System für zwei Festplatten

Als zentraler Speicherort für Daten, Filme, Musik oder Backups bietet Synology das NAS-System DS215+ an. Die kompakte schwarze Box fasst zwei Festplatten, die in RAID-Systemen für Datensicherheit oder Performance betrieben werden können. Über zwei USB-3.0-Ports lässt sich der Speicherplatz vergrößern oder das NAS-System um Funktionen erweitern. Zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse und starke Hardware versprechen hohe Datentransferraten.

Das Aluminium-Gehäuse der DiskStation DS215+ ist mit den Abmessungen 23 x 11 x 15 cm kompakt gebaut. An der Vorderseite befinden sich der Power-Schalter und drei Status-LEDs. Neben einem Kensington-Schloss und dem Lüfter sitzen an der Rückseite die Anschlüsse: Ein eSATA-Port zum Anschluss eines externen Datenträgers, auf dem sich beispielsweise nach einem Zeitplan Backups speichern lassen. Zwei USB-3.0-Ports für weitere Datenträger oder einen WLAN-Dongle für die Netzwerkeinbindung via Funk. Zwei Gigabit-Ethernet-Buchsen lassen sich parallel für LinkAggregation verwenden, um schnelle Datentransfers zu erreichen. Kurze Ethernet-Kabel gehören zum Lieferumfang.

DSC00015Der Einbau von 3,5-Zoll-Festplatten gelingt ohne Werkzeug. Über die Vorderseite zugängliche Laufwerksschächte lassen sich mit Leichtigkeit aus dem Gehäuse nehmen und mit den Datenträgern bestücken. Kleinere Datenträger im 2,5-Zoll-Format müssen mit Schrauben fixiert werden. Die Laufwerksschächte kann man verriegeln.

Software

Als Software kommt der bewährte DiskStation Manager (DSM) zum Einsatz. Der Zugriff erfolgt über den Browser. Praktisch: Über den Befehl find.synology.com in der URL-Leiste steht einem der DSM zur Verfügung. Umständliches Suchen nach der exakten IP-Adresse im Router entfällt damit. Nach kurzer Einrichtung des Administrator-Kontos zeigt sich das intuitiv nutzbare Interface, das an ein Desktop-System angelehnt ist. Für fast jede Einstellung dient ein eigenes Programmfenster und eine Taskleiste bietet eine gute Übersicht. Zusätzlich lassen sich Widgets installieren, die Informationen über den Status des NAS-Systems anzeigen.

Systemeinstellungen des DiskStation Manager
Die Einstellungen sind vielfältig. Die Dateifreigabe für Windows, Mac und Linux ist schnell eingerichtet, so wie das Erstellen von Ordnern, Benutzer und Gruppen und deren Zugriffsrechte sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen, falls gewünscht. Zusätzlich kann man eine Firewall aktivieren, eine Synchronisation mit Cloud-Diensten einrichten, Zugriff über das Internet ermöglichen, die Diskstation zum Hosten einer Webseite konfigurieren oder die Kühlleistung des Lüfters anpassen und vieles mehr. Über das Paket-Zentrum kann man die Funktionen der Synology DS215+ erweitern. Beispielsweise lassen sich Antiviren-Pakete installieren, man kann die DS215+ als Cloud-Station und Mail-Server nutzen oder als Videospeicher für angebundene IP-Kameras. Für den Einsatz als Medienwiedergabegerät ist die DS215+ weniger geeignet. Dafür fehlt ihr die nötige Hardware, um beispielsweise hochauflösende Videos zu transkodieren. Wiedergabegeräte wie Smart-TV oder Tablet können die auf dem NAS-System gespeicherten Videos zwar im Original-Format per DLNA beziehen, müssen aber das Videoformat wiedergeben können.

Energiebedarf, Lautstärke und Performance

Für den Leistungstest haben wir die Synology DiskStation DS215+ mit zwei HDN724040ALE640 von HGST bestückt. Im Vergleich zu einer normalen Desktop-Festplatte arbeiten die NAS-Festplatten vibrationsärmer und sind für den Dauerbetrieb mit häufigen Standby-Phasen ausgelegt. Denn um Strom zu sparen, schaltet die DS215+ die HDDs während Inaktivität in den Ruhemodus. Dann verbraucht die DS215+ rund 13,5 W. Bei erneutem Zugriff aus dem Netzwerk stehen die HDDs via Wake on LAN wieder zur Verfügung. Im Idle zieht die DS215+ mit zwei HDDs um die 27,5 W, bei Auslastung etwa 30 W.


Ein weiterer Vorteil der Standby-Phasen ist, dass die Geräuschkulisse minimiert wird. Im Idle hört man ein stetiges Rauschen der sich drehenden Datenträger. Wären die Festplatten besser vom Gehäuse entkoppelt, wäre die Geräuschkulisse nicht ganz so laut. Alternativ verwendet man leiser arbeitende 2,5-Zoll-HDDs oder lautlose SSDs. Findet ein Datenzugriff statt, machen sich die Festplatten mit raumeinnehmenden Geräuschen bemerkbar.


Die Performance der Synology DS215+ ist sehr gut. Chrystal DiskMark bescheinigt dem System mit den eingesetzten Festplatten eine Lesegeschwindigkeit von 118,5 MB/s sowie eine Schreibgeschwindigkeit von 111,1 MB/s. Damit wird die Ethernet-Anbindung voll ausgenutzt. Die DiskStation unterstützt mit ihren beiden Ethernet-Ports Link Aggregation und damit eine theoretisch doppelt so schnelle Netzwerkanbindung. Das wirkt sich aber nur vorteilhaft aus, wenn ein Client ebenfalls Link Aggregation unterstützt oder mehrere Clients auf die NAS zugreifen.

Fazit

Mit der DiskStation DS215+ hat Synology ein NAS-System im Portfolio, das durch hohe Datentransferraten überzeugt und allerhand Einstellungen bietet. Die Bedienung erfolgt intuitiv durch den DiskStation Manager, der reaktionsschnell arbeitet und ein zuverlässiges Werkzeug für Profianwender und Laien darstellt. Durch die schnellen Datenübertagungen eignet sich die DiskStation vor allem für Anwender, die nicht nur viele Dateien auf der NAS speichern möchten, sondern auch regelmäßig abrufen oder sogar live bearbeiten wollen. Synology selbst empfiehlt die DiskStation DS215+ für Unternehmen. Privatanwendern könnte der fehlende Hardware-Video-Transkoder, wie ihn beispielsweise die DS216Play bietet, negativ aufstoßen. Auch durch die etwas zu lauten Betriebsgeräusche eignet sich die DS215+ weniger für Privaträume.

Link: Testbericht Synology DiskStation DS415+

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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Eine Antwort auf Synology DS215+ im Test: Schnelles NAS-System für zwei Festplatten

  1. Wären die Festplatten und deren ANSCHLÜSSE besser SPEZIFIZIERT, wäre die Einschätzung nicht so schwierig. – Wie ich vermute verwendet man hier ein SATA II – Interface mit max. 3 MBit/s und nicht wie erhofft Sata III mit bis zu 6 MBit/s, was den Einsatz von 6 MBit/s – Festplatten für gar nicht sinnvoll entlarven würde weil Datenraten durch die verwendete Hardware begrenzt würden! Aus dem gleichen Grund ist auch der Vorschlag „lautlose“ SSDs mit 520 MBit/s zu verwenden schon finanziell nicht ratsam, weil die SSD nur die Hälfte ihrer maximalen Datenrate entfalten könnten!

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