T minus 4 Tage: Die Überfahrt zum Startpunkt Teil 2

Der heutige Tag fing wie immer mit dem Frühstück an. Aber hätte ich gewusst, was mich in dem Hotel als Frühstück erwartet, hätte ich wirklich meine Kamera mitgenommen. Statt Brot, Käse, Wurst und Rührei, gab es irgendwelche richtig deftigen Sachen, die man Mittags oder Abends isst. Ich habe nur von den Tortillas in Tomatensoße und von dem Rindfleisch probiert, der ebenfalls in einer nach Tomate schmeckende Soße war. Von beiden Sachen habe ich wirklich sehr, sehr wenig gegessen, weil ich sowas zum Frühstück nicht vertrage, aber gut, es war mal eine Erfahrung wert. Nach dem Frühstück sind wir wie jeden Morgen bis jetzt nach Huatulco aufgebrochen, allerdings mit einem 200 km langen Umweg über Salina Cruz. Salina Cruz ist eine Hafenstadt direkt am Pazifik.


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Den Umweg haben wir nur gemacht, damit wir die Strecke mal abfahren, die am ersten Tag abgefahren wird. Wir sind ungefähr 200 km der 260 km von Oaxaca nach Salina Cruz über die einspurige Bundesstraße 190 gefahren, die an den Hängen der zahlreichen Berge herführte. Es folgte einer Kurve sofort die nächste, eine perfekte Rallyestrecke also. Je näher wir Salina Cruz und damit dem Pazifik kamen, desto wärmer und schwüler wurde es wieder, genau wie auf dem Weg am zweiten Tag von Mexiko City nach Veracruz.

Heute Morgen hatten wir noch frische 15 °C in Oaxaca gehabt und in Salina Cruz waren es auf einmal 32 °C und dann kommt da ja noch die hohe Luftfeuchtigkeit dazu.
Das Highlight des Tages war für mich zweifelsohne, die halbstündige Fahrt in dem 911er Porsche des Schweizer Teams und zwar nicht in Normal-PKW-Konvoi-Geschwindigkeit, sondern so richtig bei Rennspeed, um die Autos zu testen.

Der Sound, die Beschleunigungskräfte und das Adrenalin waren alles der Oberhammer! Hans, der Fahrer, ist wirklich bis ans Limit gegangen, man hat richtig gespürt wie das Heck in den Kurven ausbrechen wollte und bei manchen Kurven war ich mir gar nicht sicher, ob wir da wieder heil raus kommen. Es ist aber nochmal alles gut gegangen und nach der Fahrt, wäre ich am liebsten direkt noch einmal eingestiegen, wenn es nicht so heiß im Auto gewesen wäre:

Zuerst sind wir dem blauen Mustang hinterher gefahren oder haben ihn besser gesagt gejagt. Doch plötzlich geht der blaue Mustang voll in die Eisen (leider nicht mehr auf dem Video drauf), weil hier in Mexiko vor jeder Dorf Ein- & Ausfahrt künstliche Hügel aus Asphalt sind, damit die Autos nicht durch die Dörfer rasen.

Oft sind diese Hügel mit einem gelben Schild markiert, aber manchmal halt auch nicht und dann übersieht man sie mal sehr schnell. Jedenfalls hat der Hans sehr gut & schnell reagiert und hat auch eine Vollbremsung hingelegt und dabei sehr souverän nach rechts ausgewichen, sonst wäre wir dem Mustang nämlich so richtig ins Heck rein gefahren.

Videos hochladen ist immer so eine Sache hier, wenn man fünf Minuten etwas in 720p-Qualität aufnimmt, kommen ganz schnell mal über 400 MB zusammen. Obwohl ich hier im Hotel 12 Dollar für 24 Stunden Internet hinblättern muss, bekommt man als Gegenleistung eine Internetleitung, die noch nicht mal 1 MBit/s im Download hergibt, vom Upload möchte ich erst gar nicht anfangen.

Die Landschaft heute war wieder Atemberaubend schön, am liebsten würde ich eine 360°-Kamera auf das Autodach schnallen und alles aufnehmen und dann direkt live ins Internet streamen. Ich gebe mir aber größtmögliche Mühe, um gute Bilder zu machen und dabei hilft mir unser Reiseleiter Harald enorm.

Ich fahre jetzt heute zum zweiten Mal mit ihm alleine im Auto und wir sind meistens das führende Auto im Konvoi. Jedenfalls kommt er immer wieder von ganz alleine auf die verrücktesten Ideen, damit ich gute Bilder machen kann. Manchmal muss ich ihn sogar etwas bremsen, damit er es nicht zu sehr übertreibt. Gestern habe ich nur einmal kurz laut nachgedacht, wie es dann wäre, wenn ich durch das Schiebedach Fotos machen könnte und zack fängt er mitten auf der Fahrt an, die Mittelkonsole zu räumen und klappt es dann zu. Leider kam ich nicht richtig durch, weil es noch einen Gepäckträger auf dem Dach gibt. Harald hat aber bereits gestern angekündigt, den Gepäckträger heute entfernen zu wollen. Alle Versuche ihn davon abzubringen sind sinnlos. Mit ihm habe ich wirklich den perfekten Fahrer für meine Mission erwischt. Sowieso ist er für seine 68 Jahre echt eine coole Socke! Die coolste Sau in Mexiko, auch weil er sich immer so ins Zeug wirft, damit alle glücklich & zufrieden sind.

Wenn wir irgendwo was essen gehen, darf man beispielsweise niemals auf seine Frage, ob es denn geschmeckt hat mit „Nein“ antworten, außer man will, dass der Koch sich persönlich bei einem entschuldigt und danach seinen Job verliert, wie es unser Mechaniker Olli mal treffend formuliert hat.

Endlich habe ich mal die Kakteen in Ruhe aus der Nähe fotografieren können und das nur, weil Harald extra dafür kurz den ganzen Konvoi zum Stehen gebracht hat.

Weitere Bilder von gestern lade ich nachher in unsere Galerie hoch, die von vorgestern sind soeben hochgeladen worden.

(Alle Fotos mit einer Nikon Coolpix P7100 aufgenommen)

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Über Cihan Boz

Hallo, ich bin seit 2011 Community Manager bei notebooksbilliger.de. Ich liebe Technik und lebe in Berlin. Finden könnt Ihr mich natürlich auch auf Twitter, Facebook, Instagram und natürlich Google+.
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4 Kommentare auf "T minus 4 Tage: Die Überfahrt zum Startpunkt Teil 2"

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Hallo Cihan, danke für deine tolle Berichtserstattung! Die Landschaft ist wirklich sehr schön in Mexiko, anders als ich sie mir vorgestellt habe. So eine Reise könnte mir auch Spaß machen – mit solchen Autos natürlich noch viel mehr. Erzähl doch noch etwas zu den Mustangs. Der Weiße sollte ja ein Fastback aus dem Jahre 65 und der schwarze ein 65er oder 66er Coupe sein, oder? Sind da die orginal Motoren verbaut? Auf jeden Fall wünsch ich euch viel Spaß und Erfolg weiterhin. So ein Abenteuer würde ich auch gerne mal erleben. Hättest du das gedacht, als du bei notebooksbilliger angefangen… Read more »
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Gast

Hallo Cihan,
habt ihr keine Angst vor Speedtraps…? 🙂

Andy

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