T minus 5 Tage: Die Überfahrt zum Startpunkt Teil 1

Den gestrigen Tag kann man wohl so am besten beschreiben: Sehr viel gesehen, aber wenig erlebt 🙂 Aber ich fange mal ganz von vorne an:

Da ich mich vorgestern wegen Kopfschmerzen und Übelkeit kurz vor neun schlafen gelegt habe, war ich heute Morgen um bereits gegen fünf Uhr hellwach. Habe um die drei Stunden bis zum Frühstück zu überbrücken, meinen Blogbeitrag zuende geschrieben und mit Fotos beschmückt. Ich habe aber einige tolle Videos gemacht, beispielsweise unsere Fahrt mit dem Mustang vom Containerhafen zur Tankstelle. Mangels schneller Internetleitungen kann ich die Videos aber (ich hoffe noch) nicht hochladen.

Pünktlich um acht Uhr haben wir uns in der Hotellobby zum Frühstück getroffen. Zur meiner Überraschung sind wir nicht im Hotel frühstücken gegangen, obwohl ein Frühstückbuffet im Preis inbegriffen war, sondern sind in ein Restaurantcafe ganz in der Nähe des Hotels gegangen. Außer unseren beiden Mustang, gehören ja noch der babyblaue Mustang der Familie Ott (Albert und seine Frau Ute), der 911er Porsche unserer Freunde aus der Schweiz und der kleine gelbe Ford Escort zur Bande der Deutschsprachigen. Unser Reiseleiter, der Harald (gestern noch Herr Hess, aber mittlerweile sind wir schon per du :)), hatte das vorgeschlagen und Albert hat uns alle eingeladen. Wir haben uns also alle ganz brav hingesetzt und Harald hat wie immer das Essen und Trinken für uns organisiert. In der Zeitspanne nach dem Bestellen und dem geliefert bekommen der Getränke, habe ich immer wieder ein Geräusch wahrgenommen, dass mich ehrlich gesagt hat, etwas verwirrt hat.

Ständig habe ich irgendwelche einheimischen Gäste mit dem Löffel in ihrem Glas mit Espresso herumgeschlagen gehört, die damit ein Bimmelgeräusch erzeugt haben. Als wir unsere schwarzen Kaffes geliefert bekommen haben, hat Harald ebenso angefangen mit dem Löttel gegen das Glas zu schlagen, plötzlich kommt ein Junge mit zwei Kannen in der Hand um die Ecke und beginnt den das Glas mit dem schwarzen Kaffe mit heißer Milch aus großer Höhe aufzufüllen:

Der Jungen mit den Kannen in der Hand. In der linken Hand ist die heiße Milch, in der anderen der Kaffee. Dieses rötliche "Zeug" waren frisch gepresste Apfelsinen. Sehr lecker!

Das war wirklich ganz großes Kino. Wie uns dann Harald kurz darauf aufgeklärt hat, macht man dieses Geräusch nicht wie ich ursprünglich dachte in ganz Mexiko so, sondern es ist eine Spezialität des Hauses, das eine große lange Geschichte hat. Wir haben den Besitzer getroffen, der führt den Laden bereits seit 53 Jahren und ist selbst 76 Jahre alt. Ursprünglich lag das Restaurant an einer Bahnstrecke in Veracruz und dort hat ein Lokführer bereits aus großer Entfernung gebimmelt, um zu signalisieren, dass er kommt und die Bediensten ihm seinen Kaffee fertig machen. Als man den Laden woanders hin verlegen musste, vermisste man einfach dieses Bimmeln, weshalb der Besitzer daraufhin dieses Bimmeln als kleinen „Gag“ eingeführt hat. Zum Essen habe ich mir auf Anraten von Harald dieses, diplomatisch ausgedrückt, außergewöhnlich aussehende Zeug bestellt. Zum Glück gab es auf der Karte kein Bild davon, sonst hätte ich mir garantiert nicht gegönnt. Die Hauptbestandteile waren, da kommt ihr bestimmt nie drauf, Ei und pürierte Bohnen. Aber: Es hat wirklich viel besser geschmeckt, als es aussieht, aber das könnte mir auch nur so vorgekommen sein, weil ich sehr großen Hunger hatte 😀

Rührei mit pürierten Bohnen. Sieht komisch aus, schmeckt aber gut!

Nach dem Frühstück haben wir alle schnell noch unsere Sachen aus den Zimmern geholt und die Autos aus dem Parkhaus geholt. Zum Glück waren alle Autos noch da! Danach sind Albert, Hjalmar, Andy und ich mit unserem lieben Reiseleiter Harald in den nächsten Telcel-Shop gegangen, um uns endlich mit Prepaid-Karten und Handys zu versorgen. Vor der Fahrt war ich mir sicher, dass ich in wenigen Minuten endlich mobiles Internet hätte, aber falsch gedacht. Die mexikanische Bürokratie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber nach gefühlten drei Stunden in diesem Shop (zum Glück war es klimatisiert) hatte ich meine SIM-Karte in meinem Smartphone und  650 Peso (~36 Euro) weniger im Portmonee. Die Karte hat nur 150 Peso gekostet, allerdings habe ich mir direkt noch 500 Peso Guthaben aufladen lassen, weil ich bereits in Deutschland recherchiert hatte, dass 3GB für 30 Tage so viel kosten würden. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich mich besser mit den Tarifen auskenne, als unsere Betreuerin. Wenn ich mal nach Mexiko auswandern sollte, weiß ich jetzt wo ich vermutlich sofort anfangen könnte! Um kurz nach 11 Uhr konnten wir dann Richtung Oaxaca de Juárez aufbrechen, die anderen schienen schon von der Warterei vor dem Hotel sehr genervt.

Aber vorher noch schnell die Route besprechen. Wie es sich später zeigte, war das eine verdammt gute Idee!

Es gab bei der Fahrt zum Glück nur ein besonderes Vorkommnis: Und zwar haben wir an der Autobahnauffahrt unseren schwarzen Mustang verloren und mit ihm den Fahrer & Mechaniker Olli. Hjalmar hat sich entschieden, dass er Olli suchen geht. Harald und ich sind bisschen durch die Gegend gefahren und haben die beiden gesucht, aber dann gemerkt, dass die Suche keinen Sinn hat, weil die beiden hätten überall sein können! Deshalb sind wir nach Rücksprache mit den anderen weitergefahren. Wir hatten uns zwar sechs Mobiltelefone gekauft, allerdings waren die alle noch bei mir im Auto, weil die Telefonnummern der anderen noch eingespeichert werden mussten. Das habe ich dann während der Fahrt bei sieben Handys, sieben Mal eine Nummer eingespeichert. Als ich fertig war, hatte ich leichte Tennisarm-Symptome, aber das ging dann zum Glück schnell wieder weg 🙂

Naja deshalb jedenfalls hatten wir jedenfalls keine Möglichkeiten die beiden zu kontaktieren und sie uns auch nicht, weil sie keine einzige Telefonnummer von uns hatten. Außerdem sprechen die beiden kaum spanisch und waren auch zum ersten Mal in Mexiko. Aus diesem Grund habe ich mich ehrlich gesagt dagegen ausgesprochen, dass wir jetzt einfach weiterfahren, aber man hat mir versichert,  dass Hjalmar eine Karte dabei hat und den Weg kennt. Die anderen sollten dann zum Glück recht behalten:

Während wir nach 200km getankt...

...und eine Kleinigkeit zu Essen & Trinken bei "The Italian Company" (sowas wie Starbucks, gibt es hier an so gut wie jeder Autobahnraststätte) zu uns genommen haben...

...tauchten die beiden Jungs plötzlich auch auf und die Erleichterung war bei allen zu spüren! Hjalmar habe ich dann als erstes sofort sein Handy in die Hand gedrückt, damit sowas nicht passieren kann.

...tauchten die beiden vermissten plötzlich an der Raststätte auf! Die Erleichterung war bei allen sehr groß! Hjalmar habe ich dann als erstes sofort sein Handy in die Hand gedrückt, damit sowas nicht passieren kann.

Nachdem die beiden verlorenen Söhne wieder da waren, konnte wir alle beruhigt die Fahrt nach Oaxaca fortsetzen. So sieht das dann aus, wenn sich unser Konvoi bewegt.

Bei der Fahrt sind wir erst einen Stück der Strecke von gestern zurück gefahren. Es ging deshalb wieder hoch hinaus in die Berge und die Luft kühlte sich von 28 auf bis zu 11 Grad ab!

Es gab wieder eine wirklich grandiose Landschaft zu bewundern...

...und endlich auch mal nach fast drei Tagen Kakteen. Jeder dieser Striche stellt einen Kaktus dar! Sie waren plötzlich überall, aber waren dann genauso plötzlich wieder weg.

Kurz nach 18 Uhr sind wir endlich am Hotel Victoria in Oaxaca angekommen und wurden mit dieser Aussicht belohnt.

Gleich nach dem Frühstück geht es Richtung Huatulco weiter. Von dort aus wird am 21. die La Carrera Panamericana starten. Der Rest des Teams (inkl. Jochen Mass & Tim Mälzer) werden für morgen dort erwartet.

P.S. Unsere Landingpage für die La Carerra Panamericana ist jetzt online und dort in der Galerie gibt es weitere Bilder: http://www.notebooksbilliger.de/panamericana/ 

Wenn wir in Huatulco angekommen sind, werde ich mehr Bilder von gestern & heute hochladen, aber jetzt muss ich zum Frühstück!

(Alle Fotos mit einer Nikon Coolpix P7100 aufgenommen)

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1 Kommentar auf "T minus 5 Tage: Die Überfahrt zum Startpunkt Teil 1"

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Gast
Andy

Ein super Bericht, einfach klasse!
MfG Andy

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