T minus 6 Tage: Mission Autos abholen

Wie ich bereits gestern Morgen (früh euch in Deutschland gestern Mittag :)) schrieb, lautet die gestrige Mission, die Autos aus dem Hafen in Veracruz abzuholen. So haben wir uns kurz nach neun Uhr Ortszeit auf den Weg von Mexiko City nach Veracruz gemacht. Dazu hatte uns der Organisator des Mexikoparts der ganzen Reise, Herr Hess, vier Transporter gemietet. Leider musste der arme Mann dafür, wie er uns heute im Auto erzählt hat, gestern fünf Stunden vor dem Autovermieter schlange stehen und dass obwohl er die Transporter schon Wochen vorher reserviert hatte! Tja, aber genauso läuft das hier in Mexiko. Herr Hess ist ein älterer Herr, dessen Vater ein deutscher war. Er selbst hat auch 20 Jahre seines Lebens in Deutschland verbracht, lebt aber seit längerem wieder in Mexiko. Er spricht akzentfrei deutsch und spanisch, weshalb wir ohne ihn hier komplett aufgeschmissen wären.

Dafür spricht auch folge Geschichte von heute Morgen: Wir waren keine zwanzig Minuten auf den vollen Straßen Mexiko Citys, schon wurde ein Auto aus unserer Kolonne durch einen Streifenwagen der Polizei „raus gezogen“. Und mit voll meine ich, wirklich voll! Mexiko City (also der Kern) ist flächenmäßig so groß wie Hamburg, hat aber statt 1,7 Millionen, rund 11 Millionen Einwohner und statt 400.000, rund 4 Millionen zugelassene Fahrzeuge. Da kann man sich die Einwohner- und Verkehrdichte vielleicht etwas besser vorstellen.

Naja zurück den Polizisten: Der Grund für das Anhalten war angeblich, dass man auf der Spur, auf der wir fuhren, nur mit normalen PKW fahren darf. Die Polizisten drohten damit, den Transporter abschleppen zu lassen und auch gleich für mindestens drei Tage einzukassieren. Ziel der Drohung war es laut dem Herrn Hess nur etwas Bestechungsgeld herauszukitzeln. Herr Hess hat die Situation aber irgendwie gelöst, ohne dass wir was zahlen mussten und konnten unsere Fahrt fortsetzen.

Wie stellt ihr euch eigentlich Mexiko so vor? Ich jedenfalls hatte das ein Bild einer kargen Wüstenlandschaft vor Augen, wenn ich an Mexiko gedacht habe. Das hat sich aber seit unserem 400km-Trip von Mexiko City nach Veracruz komplett geändert. Wir sind erst durch eine grandiose grüne Landschaft gefahren, die mich eher an die Schweiz erinnert, als an Mexiko und je näher wir an Verakruz kamen, desto tropischer wurde auch die Landschaft. Aber seht selbst:

Grüne Berglandschaft

Der erlosche Vulkan Iztaccíhuatl. Er besitzt drei Gipfel, die von der Bevölkerung mit Kopf, Brust und Füßen einer schlafenden Frau assoziiert werden.

Der kleine Bruder vom Iztaccíhuatl

Auch den Gipfel des höchsten Berg in Mexiko haben wir gesehen. Normalerweise ist er immer von Wolken verdeckt.

Hier haben wir eine kurze Pause eingelegt. Links kann man einen unserer Miettransporter sehen.

Die mexikanische Autobahn. Je näher wir Veracruz kamen, desto wärmer wurde es und auch die Vegetation veränderte sich

Die Strandpromenade von Veracruz: Nach sechsstündiger Fahrt, haben wir zum ersten Mal den Golf von Mexiko bewundern können

Nachdem wir im Hotel angekommen sind und kurz eingecheckt haben, wollten wir eigentlich direkt zu den Autos an den Containerhafen fahren. Leider wurden diese Pläne von den örtlichen Ordnungshüter durchkreuzt:

Am Hotel angekommen, haben wir die Autos keine 15 Minuten aus den Augen gelassen und schon hatte eines unserer Transporter eine Parkkralle dran. Der Strafzettel fiel mit 130 Peso (rund 7€) für deutsche Verhältnisse noch relativ günstig aus.

Ein mexikanischer Mittelsmann, der die ganzen Zollangelegenheiten für uns erledigt hat, hat uns am Hotel abgeholt und zum Standort der Container gebracht. Alle waren schon total darauf gespannt, ob alle Autos die lange Fahrt gut überstanden haben. Dort angekommen und nach kurzer Suche, konnten wir endlich die Autos in dem Container bewundern:

Der Mustang von Jochen Mass im Container

Bevor wir die Autos aus dem Container holen konnten, mussten sie erst von ihrer Befestigungen befreit werden. Die Autos wurden nämlich vor der Überfahrt, mit dicken Holzbalken am Boden, gegen das Verrutschen bei Wellengang befestigt (rechts unten im Bild). Aber danach war es dann endlich soweit:

Unsere Mechaniker Olli und Hjalmar inspirieren gespannt den Tank im Kofferraum

Auch der zweite Mustang hat die Fahrt gut überstanden

Olli und Hjalmar freuen sich schon, dass sie endlich wieder was zum Schrauben haben

Unser erstes Ziel nachdem raus fahren war zunächst eine Tankstelle, auf dem Weg dorthin waren die Autos die Shootingstars schlechthin für die heimische Bevölkerung. Dort haben wir die beiden Autos vollgetankt. Das Ergebnis: 139 Liter für 1380 Peso (ca. 10 Peso/Liter bzw. 0,55 €), von solchen Preisen träumt der deutsche Autofahrer.

Gegenüber unseres Hotels gibt es ein großes Parkhaus, wo wir die Autos für die Nacht abgestellt haben:

Kurz vor der Einfahrt ins Parkhaus. Die Lenkräder der Autos haben wir sicherheitshalber mit ins Zimmer genommen.

So, das war es dann vorerst aus Veracruz. Nach diesem anstrengenden Tag (wir hatten noch nicht mal Zeit für ein Mittagsessen) hatte ich gestern Abend mit etwas Kopfschmerzen und leichter Übelkeit zu kämpfen, so dass ich leider noch nicht mal mein bereits bestelltes Rindersteak im Restaurant essen konnte und mich relativ früh ins Bett verabschiedet habe. Der Plan für heute sieht folgendermaßen aus: In einer Stunde treffen wir uns zum Frühstück und machen uns danach auf den Weg nach Oaxaca. Das sind wieder über 400 km, aber die Fahrt soll diesmal über sieben Stunden dauern, weil wir durch kurvenreiche Gebirgstraßen müssen. Wer sich die Strecke mal bei Google Maps anschauen möchte: http://g.co/maps/xk9fq

P.S. Ich hoffe mal, dass wir heute Zeit finden werden, um uns Prepaid-Karten für die Handys zu besorgen, damit ich auch unterwegs twittern kann.

(Alle Fotos mit einer Nikon Coolpix P7100 aufgenommen)

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7 Kommentare auf "T minus 6 Tage: Mission Autos abholen"

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Ramón

Na das klingt ja nach Abenteuer. Viel Erfolg!

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Carsten Knobloch

Meganeid!!!!!!

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Andy

Wirklich absolut schöne Bilder – traumhaft!!!!

Darf man denn einfach so mit deutschen Fahrzeugen und deutschen Kennzeichen auf den Straßen Mexikos fahren?

Mir wäre es zu heiß gewesen, die Schmuckstücke einfach so unbeaufsichtigt im Parkhaus zu lassen… trotz fehlendem Lenkrad 😉

Viele Grüße,
Andy

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Cihan

@Andy Ja, man darf ohne irgendeine Erlaubnis mit deutschem Kennzeichen und deutschem Führerschein hier in Mexiko rumfahren! Das Parkhaus war rund um die Uhr bewacht!

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Carsten Lammert

he he heeee total geile Aktion, have fun!

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Arnd

Super Bericht cihan!

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Iris

Schöne Fotos und ein sehr lebendiger Bericht.
Manchmal sehe ich Hjalmar auf einem Foto und das freut mich sehr.
Liebe Grüße aus Deutschland
Iris

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