Teil 2: ASUS Eee Pad Transformer Prime

Hier der zweite, beziehungsweise ja eigentlich dritte Teil zum Quad Core-Tablet aus dem Hause ASUS, dem Eee Pad Transformer Prime. Ich bestellte die Version inklusive Keyboard Dock. Einige Worte zum Gerät hatte ich ja schon im ersten Teil verloren, auch konntet ihr hier bereits die nackten Tatsachen in Sachen Benchmark lesen.

Verarbeitung, Qualität und Haptik

Wie ich im ersten Bericht bereits erwähnte: Aluminium, soweit das Auge reicht. Das sieht gut aus, das fasst sich gut an und ist für mich eine willkommene Abwechslung zum Plastik-Allerlei, den ich bei vielen Notebooks und Tablets vorfinde.  Ihr kennt das vielleicht selber – man schaut sich das Gerät auf Bildern im Internet an, denkt sich, wie schick das doch ist – letzten Endes ist man enttäuscht, denn das, was man bekommt, ist vielleicht nur Plastik, welches mit viel Augenzwinkerei als Aluminium-Attrappe zu bezeichnen ist.

Nicht so das ASUS Eee Pad Transformer Prime. Rückseitig wirkt es wie das bereits vorgestellte Ultrabook aus dem Hause ASUS, das UX31 – ASUS bleibt seiner eigenen Linie treu und verpasst den Referenzgeräten hochqualitative und vernünftig designte Materialien. Daumen hoch dafür. Der Design-Wandel zog sich auch durch die Tastatur Dock des ASUS Eee Pad Transformer Prime. Leichter, dünner und auch mit den besseren Materialien ausgerüstet. Aber: nicht kompatibel mit dem Vorgänger – aber so ist sie halt, die Technikwelt.

Das ASUS Eee Pad Transformer Prime lässt sich in Windeseile in die Tastatur eindocken, kleiner Profitipp vorab: die Gumminippel vorher aus dem Tablet entfernen, dies erleichtert den Vorgang des Eindockens sichtlich. Das Eindocken geht leicht von der Hand, das Gerät ist in Windeseile zum Netbook umgerüstet.

Display

10,1 Zoll und im Hochformat damit größer als das iPad. 1280 x 800 Pixel in der Auflösung bietet das ASUS Eee Pad Transformer Prime, welches mit Gorilla Glass daher kommt. ASUS hat dem Gerät eine angepasste Helligkeitssteuerung mitgegeben, so kann man nicht nur, wie bei Android üblich, die Helligkeit automatisch regeln lassen, es gibt auch spezielle  Modi, zum Beispiel für Outdoor, mit denen ihr das IPS-Panel des ASUS Eee Pad Transformer Prime einstellen lassen könnt.

Ich selber habe das ASUS Eee Pad Transformer Prime langfristig nur indoor getestet und kann sagen, dass ich für meinen Teil das Display nie auf die höchste Stufe einstellen würde, die Automatik ist ganz gut, im voll aufgedrehten Zustand ist es fast zuviel des Guten. Die Auflösung ist für meinen Geschmack ausreichend, klar, mehr geht immer – in der Display-Diagonale hat man aber typischerweise diese Auflösung. D

ie Farben sind, und hier muss man auf meine Augen vertrauen,  satt und warm. Schwarz wird von mir auch als solches erkannt, Testbilder im Vergleich Gerät <> Realität lassen mich zur Aussage kommen, dass das ASUS Eee Pad Transformer Prime über ein sehr gutes Display in Sachen Farbwiedergabe verfügt. Der Touchscreen als solches reagierte zu jeder Zeit so, wie ich es wollte. Allerdings wird das mitgelieferte Tuch euer ständiger Begleiter, Fettfinger sind, wie bei jedem Tablet, die Regel, allerdings hatte ich das Gefühl, vielleicht war es auch nur Einbildung, dass meine Griffel auf dem ASUS Eee Pad Transformer Prime besonders gut zu sehen waren.

Kamera

Ich bin kein Fotograf, von daher darf an nur auf absolut subjektive Meinung hören. Die geschossenen Fotos sind ok, aber nicht gut. Das iPhone macht da klar bessere Fotos, allerdings ist dies Jammern auf hohem Niveau, die Kamera des ASUS Eee Pad Transformer Prime macht bessere Fotos als die Meisten Tablets, die ich bislang in der Hand halten durfte. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung ließen sich gute Ergebnisse erzielen, lediglich die Farbwärme- und knackigkeit hätte für meinen Geschmack besser ausfallen können.

Akku, Leistung & Co

Das ASUS Eee Pad Transformer Prime verfügt über einen Quad Core-Prozessor, mein Gerät habe ich sofort auf das aktuelle Android Ice Cream Sandwich aktualisiert. Das ASUS Eee Pad Transformer Prime ist ein echter Renner, das schnellste Tablet, welches ich unter den Fingern hatte. Wer sich den Bildschirm mit Widgets zukleistert, der wird typische Mikroruckler nach längerer Laufzeit erleben, aber das kennt man schon als Tablet-Benutzer mit Android.

Es gab kein Spiel, welches nicht flüssig lief und auch die Anwendungen starteten in Windeseile. Gute Arbeit, ASUS. Gespielt habe ich übrigens, am Abend auf der Couch, gerne Sprinkle und auch Dinge wie GTA 3. Das Tablet taugt also nicht nur für die Berieselung mit Filmen, Musik, Internet und Co. Aktuelle Spiele sollten keine Herausforderung darstellen. Trotz alledem – und das muss ich hier leider so sagen – bei Android gibt es immer noch minimale Ruckler, die man von iOS eigentlich nicht kennt. Diese sind aber nicht wirklich störend, die Schuld liegt in den meisten Fällen sicherlich nicht bei den Herstellern, sondern an Android selber. Vermute ich.

Wer in Sachen Leistung und Akku das beste Ergebnis für sich erzielen will, der sollte auf die verschiedenen Leistungsmodi achten, die ASUS mitgeliefert hat. Dabei wird, abhängig von eurer Einstellung, das Gerät in Sachen Leistung hoch- beziehungsweise herunter getaktet. Wer sein Gerät im Dock hat – ASUS gibt die Laufzeit des ASUS Eee Pad Transformer Prime dann mit 18 Stunden an, der kommt locker über den ganzen Tag. Mindestens. Natürlich zehren Spiele, Filme und Co am Akku, bei normaler Benutzung bekommt ihr das Gerät aber nicht an einem Tag leer. Bei mir musste das Couch-Gerät auch erst nach 5 Tagen wieder an den Saft. Allerdings spielte ich abends nicht, sondern surfte. Die Stundenanzahl von ASUS ist realistisch, beschränkt sich aber auf normales Arbeiten, nicht auf Gaming. Akkuzeiten lassen sich immer schwer voraus sagen, diese hängen von der Benutzung ab.

Im Gebrauch

Das Prime bietet eigentlich so ziemlich alles, was man sich von einem Hybriden wünscht. Lange Akkulaufzeit, hervorragende Verarbeitung und eben die Möglichkeit, etwas produktiver mit dem eingedockten Tablet zu arbeiten. Dies wird derjenige schätzen, der mal längere Texte tippt. Es fühlt sich nicht einmal viel anders an, als die Nutzung eines Netbooks, lediglich die Möglichkeit, das Display zusätzlich als Touchscreen zu nutzen ist anders.

In Sachen Anschlussmöglichkeit findet man allerdings, wie beim Vorgänger auch, nur die Möglichkeit, das Gerät mittels eines eigenen Kabels mit dem Rechner zu verbinden. Einer dieser Anschlüsse befindet sich an der Tastatur Dock, der andere ist am Gerät. Während Smartphones mit micro-USB daherkommen, findet man bei Tablets immer einen eigenen Connector. Das ist schade, aber scheinbar nicht zu verhindern. Auf das Gerät können so via Kabel, WLAN oder dem micro-SD-Slot Daten übertragen werden. Des Weiteren findet man an der Tastatur Dock noch einen Anschluss für SD-Karten und einen USB-Anschluss vor.

Hier werden sich die freuen, die zum Beispiel USB-Sticks nutzen. Maus? Ja, funktioniert auch! Neben diesen Möglichkeiten findet ihr auch noch Bluetooth vor. UMTS fehlt, aber da wird man sicherlich unterwegs sein Android-Smartphone mit Tethering einsetzen können, oder man besorgt sich einen mobilen Hotspot.

Wie ihr seht: das ASUS Eee Pad Transformer Prime geizt nicht mit Möglichkeiten. Ob Tablet oder Netbook-Hybride – das Prime ist ein gutes Gerät. Ich hatte es ja in der Vergangenheit beschrieben: ich glaube, dass Tablets wie das ASUS Eee Pad Transformer Prime definitiv am Markt der Handhelds wie der Playstation Vita knabbern werden. Die Tablets sind zwar größer, die Möglichkeiten meistens größer und selbst die Spiele sind meines Wissens günstiger.

Software:

Zum Android-Betriebssystem muss ich hier wohl nicht mehr viele Worte verlieren, ich bin froh, dass es mittlerweile Android 4.0 Ice Cream Sandwich gibt, für mich eine wunderbare Angelegenheit und gefühlt um Lichtjahre besser als Android 3.x auf Tablets. Wie bekannt fügt sich das System wunderbar in eure bestehenden Google-Konten ein, Kalender, Mail & Co werden problemlos synchronisiert. ASUS bringt wie immer eigene Widgets und eine DLNA-App mit. Mit dieser kann man Medien streamen und empfangen.

Dies ist für Einsteiger eine tolle Sache, wer allerdings fortgeschritten Android benutzt, der wird sicherlich bessere Alternativen als die vorinstallierte Software finden. Für Vielschreiber ganz nett: man kann ja nicht nur Googles Online-Office Google Docs nutzen, auch ein Polaris Office steht zur Verfügung. Eine weitere Anwendung mit Mehrwert ist der AppLocker, er ermöglicht es euch, Programme mit einem frei definierbaren Passwort zu versehen. Auch ist Google Music vorhanden, wer seine Songs in Googles Cloud lagert, der kann direkt loslegen. Aber – das ist enttäuschend – siehe der nächste Punkt.

Lautsprecher:

Das wirklich edle Gerät hat von ASUS wirklich nur einen einzigen Lautsprecher spendiert bekommen. Mono-Technik! Das Schlimme ist auch: nutzt man das  ASUS Eee Pad Transformer Prime im Querformat, zum Beispiel beim Spielen oder der Videotelefonie (mit der Cam nach oben), dann hat man meistens noch die Hand auf dem Lautsprecher. Obwohl nur Mono gibt der Quäker allerdings einen vernünftigen Sound von sich, die Lautstärke ist auch im maximalen Zustand ok, nichts verzerrt, kein Grund zur Klage.

Meinung?

Mit dem ASUS Eee Pad Transformer Prime wurde vorgelegt. Quad Core, Spieletauglichkeit, schnelles Update auf Ice Cream Sandwich und vernünftige Akkulaufzeit. Dazu die Symbiose aus Design und Material. Wer schon mit dem Netbook produktiv arbeiten konnte, der findet mit dem ASUS Eee Pad Transformer Prime idealen Partner für die Arbeit.

Der Spaß kommt allerdings auch nicht zu kurz, Tausende Anwendungen stehen bereit, die man dazu nutzen kann, sich berieseln zu lassen. Denn auch als Gaming-Handheld macht das Tablet aus dem Hause ASUS einen sehr guten Eindruck. Obwohl mir persönlich die Abmessungen in Sachen Notebook zu klein sind und in Tablet-Maßen fast zu groß (ich habe halt andere Ansprüche an die Geräteklassen), kann ich das ASUS Eee Pad Transformer Prime jedem empfehlen. Bis auf die angesprochenen Schwächen wüsste ich nicht, was mich von einer Empfehlung abhalten könnte.

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10 Kommentare auf "Teil 2: ASUS Eee Pad Transformer Prime"

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[…] Netbook-Abmaßen anschaffen. Never ever würde ich mir dies noch einmal antun. Also, bei Interesse meinen Bericht zum ASUS Eee Pad Transformer Prime lesen. Sind nur schlanke 1542 Wörter geworden – liest man die Einleitung und die […]

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Tut mir leid dir ein wenig wiedersprechen zu müssen, aber das ist ein reines Spaßprodukt. Ich kann damit beim besten Willen nicht produktiv arbeiten. Texte schreiben wird schon zur qual, wenn die App kein Undo unterstützt. Android selbst hat so etwas nicht wie Strg + Z.
Ein klick und die ganze Arbeit kann weg sein.
Besonders enttäuscht bin ich von den Browsern. Hallo, da ist ein Quadcore drin, und das js wird total langsam verarbeitet. Mit jedem Netbook lässt sich besser surfen.

Habe noch einige machen gefunden, die mich tierisch annerven. http://www.passsy.de/asus-tran.....gsbericht/

Trotzallem liebe ich dieses Teil 😀 Ich habe so viel Spaß damit!

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Also ich persönlich sehe in dem Monolautsprecher keinen gravierenden Nachteil – eher umgekehrt. Mir ist ein Lautsprecher mit genügend Fläche lieber als zwei kleine Quäker.
Für guten Sound muss einfach Luft bewegt werden, das geht eben mit Fläche mal Hub bei einem größerem besser als mit zwei kleinen ..

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Schöner Testbericht, dem kann ich im großen und ganzen so zustimmen 🙂

Nur eine Frage: Wie hast du da GTA 3 draufgekriegt?
Bei meinem Prime steht immer, dass das Gerät nicht kompatibel ist oder das GTA 3 nicht in meinem Land verfügbar ist (DE)

Ich würde das gerne mal Testen, habe ein Micro-HDMI-Kabel + einen XBox-Controller gekauft, könnte also das Game richtig gemütlich über Gamepad und 50″ TV zocken – läuft auf dem Prime mit anderen Spielen wunderbar 🙂

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@Pascal
Es gibt durchaus Text Editoren die sowohl undo als auch strg-z unterstützen.

Ich habe mein prime nun auch erhalten und bin bisher super zufrieden – allerdings möchte ich mir nach wenigen Stunden noch kein großes Urteil erlauben.

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@Thomas

War bei mir auch ein gefrickel bis es mal drauf war. Du musst die englische Version aus dem Markte drauf machen. Dazu musst du aber den Browser auf dem Tablet benutzen (Nicht auf dem PC). Also im Browser auf Installieren klicken. https://market.android.com/details?id=com.rockstar.gta3&feature=search_result#?t=W251bGwsMSwxLDEsImNvbS5yb2Nrc3Rhci5ndGEzIl0.

Im Market selber sehe ich immer noch bei der Deutschen – „Nicht kompatibel“ – und beim Englischen – „Im Land deines Gerätes nicht verfügbar“ –

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Hallo, wir haben den Asus Transformer Prime wieder zurück geschickt. Warum? Aus folgenden Gründen: Neben dem schwachen WLAN – vermutlich hat das etwas mit dem unglücklich verbauten Gehäuse zu tun, siehe GPS – ist das Android Tablet höchstens ein reines Spaßteil. Eine der wesentlichen Funktionen die im Android OS bisher noch nicht realisiert worden ist, ist das Drucken. Drucken funktioniert, wenn überhaupt, auf Umwegen. Wie kann ich damit ein Familienmitglied motivieren, ein Android Tablet auch halbwegs produktiv zu nutzen?? Die Implementation von Google Mail ist nicht sauber implementiert: 1. Drucken aus der GMail App nicht möglich 2. Drucken Menü wird… Read more »
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CloudPrint ist das Stichwort – funktioniert ohne Probleme.

@Pascal Ich hatte vergessen den App Namen zu erwähnen. Schau dir mal JotterPad HD an. Dies unterstützt undo und einige andere Dinge.

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Was mich mal interessiern würde:
Gibt’s ein gutes Mindmapping-Tool, das im MM-Format speichert? Am liebsten wäre mir ja Freeplane 🙂

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„Ich bin kein Fotograf, von daher darf an nur auf absolut subjektive Meinung hören. Die geschossenen Fotos sind ok, aber nicht gut. Das iPhone macht da klar bessere Fotos…“

aha und was sagt uns das? was bringt ein vergleich zwischen einem tablet und einem smartphone? die meisten neuen smartphones mit guter kamera sind einem tablet überlegen.
viel interessanter wäre der vergleich mit dem tollen apple tablet statt mit dem tollen apple smartphone

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