Telekom übernimmt gegen Bezahlung Störerhaftung von Geschäftskunden

Nach aktueller Rechtslage haften Inhaber eines Internetverbindung für illegale Aktivitäten über diesen Anschluss. Das stellt Geschäftsinhaber vor ein Problem, die risikofrei ihren Kunden einen Internetzugang zur Verfügung stellen wollen. Nun bietet die Telekom mit „HotSpot Plug’n’Play“ eine Dienstleistung an, mit der Geschäftsinhaber ohne großen Verwaltungsaufwand Internet anbieten können.

Es gibt bereits Dienstleister, die Lösungen anbieten, mit denen Unternehmen von der Störerhaftung befreit sind. Doch diese fallen vor allem durch ihre umständliche Bedienung und restriktiven Auflagen negativ auf. Man kennt es beispielsweise von Cafés: Pro Zimmer darf häufig nur ein Client mit dem WLAN verbunden werden. Ist der Login personifiziert, muss bei jeder Einwahl der Code im Browser neu eingegeben werden. Möglich ist auch eine gedeckelte Datenrate oder sogar limitiertes Datenvolumen, was nur für begrenzten Surfspaß sorgt. Um über das WLAN des neuen „HotSpot Plug’n’Play“ der Telekom surfen zu können, benötigt man nur noch die Passphrase für den WLAN-Login, falls das WLAN verschlüsselt ist. Weitere Eingaben sind nicht notwendig.


Auch Geschäftsinhaber sollen laut der Telekom mit der Installation von „HotSpot Plug’n’Play“ keine großen Hürden überwinden müssen. Man benötigt nur einen Router, den die Telekom für 149 Euro netto stellt und stöpselt ein Ethernet-Kabel sowie das Stromkabel an. Die Konfiguration erfolgt automatisch. Kunden, die sich für „HotSpot Plug’n’Play“ entscheiden, zahlen dafür 19,95 Euro netto pro Monat. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Als Werbemaßnahme bekommt man einen „HotSpot-Aufkleber“ geschenkt, den man sich an den Geschäftseingang kleben kann.

Technisch läuft „HotSpot Plug’n’Play“ über einen schon bestehenden Internetanschluss als Zusatzpaket. Die Internetanbindung muss eine Bandbreite mit mindestens 16 Mbit/s gewährleisten, die Telekom empfiehlt sogar 50 Mbit/s. Mit der Buchung von „HotSpot Plug’n’Play“ steigt nicht die zur Verfügung stehende Bandbreite, sondern wird geteilt. Trotzdem laufen beide Internetanbindungen getrennt voneinander und erhalten unterschiedliche Internetadressen. Die IP-Adresse des „HotSpot Plug’n’Play“ gehört der Telekom, die das Haftungsrisiko trägt.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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4 Antworten auf Telekom übernimmt gegen Bezahlung Störerhaftung von Geschäftskunden

  1. avatar Markus sagt:

    Ich finde das krankhaft. Könnte mir vorstellen das unsere Störerhaftung auch noch existent ist dank der Lobbyarbeit der Telekom. Nun kann man damit auch noch extra Geld verdienen.

  2. avatar Stephan sagt:

    TNG macht das im Kieler Umland Kostenlos für Geschäfte.

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