Test: Acer H7550ST Kurzdistanz-Beamer mit Chromecast-, FullHD-, DTS- und 3D-Unterstützung

Acer_H7550ST_AufmacherMit dem H7550ST Projektor erweitert Acer nicht nur sein Sortiment um einen weiteren Kurzdistanz-Beamer mit Full-HD und 3D-Unterstützung, sondern integriert gleich ein paar interessante Features, die längst überfällig waren. Hierzu zählen DTS-Sound, MHL und eine zusätzliche dritte HDMI-Buchse, die sich im Inneren des Beamers befindet.

Mit dieser Buchse lässt sich zum Beispiel ein Google Chromecast- oder WLAN-Dongle nutzen. Den Kurzdistanz-Beamer habe ich für Euch wieder auf Herz und Nieren getestet.

Acer_H7550ST_5Die technischen Daten vom Acer H7550ST Kurzdistanz-Beamer hören sich nicht schlecht an: 3.000 ANSI-Lumen mit einem Kontrast von 16.000 : 1 und das bei einer Full-HD-Auflösung mit 3D-Unterstützung. Das Projektionssystem besteht aus einer Lampe mit 210 Watt, einem DLP-Chip (DLP BrilliantColor 0.65″ DarkChip 3) und einem Farbrad mit 6 Segmenten. Das Leuchtmittel von Osram besitzt im Normal-Modus einen Lebenszyklus von 4000 Stunden. Im Eco-Modus sind es laut Acer 6000 Stunden und im Extreme-Eco-Modus sogar 8000 Stunden.

Der Beamer kann schon bei geringem Abstand zur Projektionsfläche ein großes Bild darstellen. Bei 90 cm Abstand soll eine Bilddiagonale von 137 cm möglich sein. Das Maximum liegt bei über 7,5 Meter, wobei der Beamer einen Abstand von 460 cm benötigt.

Anschlüsse und Bedienelemente am Beamer

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Rückseite Anschlüsse

Die meisten Anschlüsse für Audio- und Video-Signale befinden sich beim Acer H7550ST auf der Rückseite. Hier bietet der Beamer zwei HDMI-Buchsen an, eine weitere befindet sich im Inneren des Gerätes. Diese ist für einen WLAN- oder Chromecast-Adapter ausgelegt. Hierzu mehr im Absatz >>Chromecast<<.

Auf der Rückseite findet Ihr auch Anschlussbuchsen für VGA in/out, Composite/S-Video und zwei Cinch-Buchsen für Audio. Die microUSB-Buchse dient lediglich Servicetätigkeiten. Es gibt auch noch eine weitere USB-Buchse (Typ A), die jedoch nur eine 5V-Stromversorgung liefert. Der Beamer unterstützt auch Bluetooth, jedoch nur für die Weiterleitung der Audiosignale.

Auf der Oberseite des Acer H7550ST sind einige Tasten vorhanden, über dem sich der Beamer auch ohne Fernbedienung bedienen lässt.

Chromecast-Support

ChromecastDie innere HDMI-Buchse ist für einen WLAN-Adapter oder einen Chromecast-Dongle ausgelegt. Diese müsst Ihr jedoch separat erwerben. Der Chromecast-Adapter kostet rund 35 Euro.

Der Einbau ist recht simple: Auf der Rückseite müsst Ihr drei Schrauben lösen, erst danach lässt sich der Deckel des Beamers lösen. In der oberen linken Ecke kommt die dritte HDMI-Buchse zum Vorschein. Für die Stromversorgung des Chromecast-Dongles ist ein microUSB-Stecker vorhanden, der den Dongle mit 5V versorgt. Gehalten wird der Dongle lediglich durch den HDMI-Stecker. Nach dem Einbau lässt sich der Chromecast-Dongle per Smartphone oder Tablet einrichten und bedienen. Bei jeder App, die zu Chromecast kompatibel ist, erscheint im Display vom Handy ein neues Symbol, das Euch zeigt, dass die App auch über Chromecast laufen kann. Die Ausgabe erfolgt dann über diesen Dongle beziehungsweise dann auch über den Beamer.

Fernbedienung

Fernbedienung_0Die beiliegende Fernbedienung lässt hoffen, dass Acer die Funktionen und Tasten etwas „aufgepäppelt“ hat, denn die bisherigen brachten mich immer zum Verzweifeln.

Mit der neuen Fernbedienung kam ich sofort klar, denn die Tasten ergeben jetzt Sinn. Recht praktisch sind die Short-Cut-Tasten, die wichtige Einstellfunktionen sofort aufrufen. Leider sind die Tasten nicht beleuchtet.

3D-Brillen inklusive

Für das Betrachten von Filmen, Fotos oder bei Spielen in der dritten Dimension, unterstützt der Acer H7550ST alle gängigen 3D-Formate. Zum Lieferumfang des Beamers gehören zwei Shutterbrillen.

Acer_H7550ST_Brillen

gehörten zum Lieferumfang

Weitere 3D-Brillen für den Kurzdistanz-Beamer könnt Ihr hier nachkaufen.

Testumfeld

Die Testbedingungen wurden, wie bei meinen anderen Beamertests, im heimischen Wohnzimmer nachgestellt. Das heißt, als Projektionsfläche diente mir wieder die Leinwand von Medium mit 180 cm Breite. Eine breitere Leinwand würde nur schwer bei mir rein passen, ohne die Möbel umzustellen. Den Abstand zur Leinwand wurde so gewählt, dass das Bild die Projektionsfläche in der Breite ausfüllte. Der Kurzdistanz-Beamer von Acer brauchte hierbei einen Abstand von nur 140 cm. Das Bild hat so eine Diagonale von rund 240 cm, was umgerechnet 94 Zoll entspricht.

Acer_H7550BD_testumfeld

Testaufbau Nachmittags um 14:00 Uhr

Als Video-Quellen dienten mir HD-Aufnahmen vom IPTV-Receiver der Deutschen Telekom. Die ersten Tests mit dem Acer H7550ST Kurzdistanz-Beamer wurden am Nachmittag gegen 14:00 Uhr gemacht, wobei draußen die Sonne schien (siehe Bild Testaufbau). Die Tests am Abend standen gegen 21:00 Uhr auf dem Programm. Hier war es draußen dunkel.

Normal vs. ECO-Modus

Schon am Nachmittag war das Videobild vom Acer H7550ST beeindruckend, nur die Schwarzwerte litten unter den hellen Lichtverhältnissen. Große Unterschiede zwischen dem Normal- und ECO-Modus konnte ich keine feststellen. Das Bild war bei beiden Einstellungen etwas verwaschen.

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Normal vs. ECO-Modus am Nachmittag

In kompletter Dunkelheit waren die Qualität der Farben und Kontraste deutlich besser. Das Umstellen auf ECO brachten nur wenige Verschlechterungen, was Farbqualität angeht. Der Grauschleier vom Nachmittag war verschwunden und der Beamer konnte sein ganzes Potenzial zeigen.

Normal vs. ECO-Modus am Abend

Normal vs. ECO-Modus am Abend

Settings

Der Beamer von Acer lässt sich über verschiedene Menüs jede Licht- und Raumverhältnissen anpassen. Die Settings sind übersichtlich angeordnet und wirken nicht „überladen“. Über die Fernbedienung lassen sich einige Menüpunkte direkt anspringen.

DTS Soundsystem

Bisher hatte ich bei allen meinen Beamertests das bescheidene Soundsystem bemängelt. Anderes so beim Acer H7550ST. Im Inneren hat der Hersteller zwei 10-Watt-Lautsprecher mit DTS-Sound integriert. Der Sound klingt deutlich besser, als dass, was ich bisher bei Projektoren gewohnt war. Jedoch bleiben Bässe bei dieser Lösung auf der Strecke. Für alle die Besseres gewohnt sind, können den Sound vom Beamer auch über Bluetooth mit einer HiFi-Anlage, Soundbar oder einem Bluetooth-Kopfhörer koppeln.

Messungen am Beamer

Bei den Hitzemessungen am Beamer, wobei dieser über 2 Stunden lief, zeigte mein ThermoTrace von DeltaTRAK eine Temperatur von 76 Grad Celsius. Aber nur vorne am Gerät, dort wo die Restwärme den Beamer verlässt. Sonst blieb der Projektor angenehm kühl. Die Strommessung ergab einen Verbrauch von 203 Watt, was auch akzeptabel ist. Den Lüfter hört man nur in unmittelbarer Nähe zum Beamer.

Austausch der Lampe

Acer_H7550ST_7Die eingebaute Osram-Lampe hat eine Lebensdauer von rund 4000 Stunden, das heißt, nach dieser Zeit wird das Bild immer schwacher/dunkler. Der Austausch ist beim Acer H7550ST recht simple. Der Gehäusedeckel muss hierfür entfernt werden – wie beim Einbau des Chromecast-Dongles. Die Lampeneinheit wird ihrerseits mit einer Schraube am Gehäuse gehalten. Diese ebenfalls lösen und die Einheit kann entnommen werden. Nach dem Wechsel solltet Ihr den Stundenzähler der Lampe zurücksetzten.

Fazit

Der Acer H7550ST Kurzdistanz-Beamer ist einer der ersten Projektoren, der eine dritte HDMI-Buchse im Inneren besitzt. Mir ist derzeit nur der H7550BD von Acer bekannt, der ebenfalls mit solch einer HDMI-Buchse ausgestattet ist. Über diese Buchse lässt sich ein externer WLAN- oder Chromecast-Dongle verwenden, ohne dass dieser extern am Gerät hängt. Ich finde, das ist eine gute Idee, jedoch stellt sich bei mir die Frage: Warum baut Acer nicht gleich einen Chromecast-Dongle oder ein WLAN mit Miracast-Unterstützung fest ein? Dieses würde den Beamer nur um wenige Euros verteuern.

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Acer Beamer mit Chromecast Support ( App-Beispiele)

Der H7550ST Beamer von Acer überzeugte mich auch im Test. Der Kurzdistanz-Beamer brauchte bei mir zu Hause einen Projektionsabstand von nur 140 cm, um die 1,8 Meter breite Leinwand voll auszufüllen. Ein normaler Beamer braucht fast das Doppelte. Tagsüber ist das Bild vom 3000 ANSI Lumen starken Beamer etwas verwaschen und die Brillanz der Farben bleiben etwas auf der Strecke. Das Bild ist jedoch akzeptabel. In abgedunkelten Räumen kann der Kurzdistanz-Beamer sein ganzes Potenzial zeigen.

Was mich beim Acer H7550ST besonders begeisterte, ist der DTS-Sound. Dieser klingt im Vergleich zu anderen Tests deutlich besser. Jedoch hat Acer nicht an die Bässe gedacht, diese gehen komplett unter. Aber: Ein echter Heimkino-Enthusiast nutzt sowieso eine HiFi-Anlage oder eine Soundbar. Diese könnt Ihr beim H7550ST direkt über Bluetooth ansprechen.

Preislich liegt der Kurzdistanz-Beamer H7550ST von Acer bei rund 850 Euro, wobei er jeden Cent wert ist. Gutes Bild, guter Sound und das auch bei Tageslicht.

Technischen Daten vom Acer H7550ST DLP-Beamer (Herstellerangaben)

Projektionssystem DLP® BrilliantColor™ 0.65″ DarkChip™ 3
Lampe
  • 210 Watt
  • Typ P-VIP
  • OSRAM
  • 4.000 Stunden Lebensdauer
  • 8.000 Stunden Lebensdauer (im Sparmodus)
Natürliche Auflösung 1080p, nativ Full-HD (1920 x 1080)
Helligkeit 3000 ANSI Lumen
Kontrastverhältnis 16.000:1
Seitenverhältnis wählbar 4:3, 16:9
Anzeigegröße 137 cm – 762 cm
Schnittstelle
  • USB 2.0 Type B (Service Only)
  • Composite-/S-Video-Eingang
  • Cinch-Audioeingang
  • HDMI 1.4 (2x) + 1x innen
  • VGA in / VGA Out
  • Audio 3,5mm Mini-Klinke
  • RS232
  • 5V Power Out
Abmessungen (B x H x T) 357 x 98 x 241 mm
Betriebsgeräusch 30/ 33 dBA (Normal-Modus / ECO-Modus)
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Über Siggy

Ich arbeite seit rund zwei Jahrzehnten als Journalist. Ich war unter anderem Redakteur bei PC Direkt und Tom´s Hardware. In meiner Freizeit klappere ich Flohmärkte ab und werfe in Science-Fiction-Serien einen Blick in die Zukunft.
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