Test AirWheel Elektro-Scooter Z3: Elektro-Roller mit Smartphone-Tacho

Test AirWheel Elektro-Scooter Z3

Zu Fuß gehen kann mühsam sein, mit mehr Spaß kommt man von A nach B mit einem Elektro-Roller. Der AirWheel Elektro-Scooter Z3 verspricht eine flotte Reisegeschwindigkeit von 19 Stundenkilometern und eine hohe Reichweite von mehr als 20 Kilometern. Ein Android Smartphone oder Apple iPhone zeigt die Geschwindigkeit und weitere Statusinformationen des Z3 an. Wir wollten wissen, wie sich der zusammenklappbare Roller schlägt und sind mit ihm ausgiebig durch die Gegend gerollt.

Kompakter Elektro-Roller

Vor kurzem hatten wir das Smart Balance Wheel im Test. Für kurze Strecken und als Spaß-Gefährt eine tolle Sache. Der AirWheel Elektro-Scooter verlangt etwas weniger Körper- und Balance-Gefühl von seinem Fahrer, was dem einen oder der anderen entgegenkommen dürfte. Ganz einfach zu fahren, ist er trotzdem nicht.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Zusammengeklappt

Der AirWheel Elektro-Roller ist aufgebaut wie ein herkömmlicher Tretroller, nur deutlich stabiler. Das macht sich beim Gewicht bemerkbar. Rund 11,2 kg bringt der Z3 auf die Waage. Das ist aber immer noch leicht genug, um ihn über kurze Strecken tragen zu können, in öffentlichen Verkehrsmitteln mitzunehmen oder in den Kofferraum eines Autos zu befördern. Dazu lässt sich der Z3 mit wenigen Handgriffen auf eine kompakte Größe von etwa 85 x 50 x 23 cm zusammenklappen. In diesem Zustand wird er auch ausgeliefert.

Montage

Vor der ersten Fahrt müssen nur zwei umklappbare Trittbretter mit einem Seitenständer sowie ein Akku- und ein Smartphone-Halter montiert werden. Schrauben und passendes Werkzeug sind im Set enthalten. Der restliche Aufbau geht recht leicht von der Hand: Die Lenksäule wird nach oben gezogen bis sie einrastet. Danach sichert man sie mit einem Schnellspanner, wie man ihn von Fahrrädern kennt. Obwohl die Aluminium- und Magnesium-Teile des Scooters einen äußerst stabilen Eindruck machen, fiel die Lenksäule bei unserem Testmodell etwas wackelig aus. Sie hat trotz doppelter Sicherung ein wenig Spiel, was sich auf das Fahrverhalten auswirkt. Doch dazu später mehr.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Klappmechanismus

In der Lenksäule ist durch den Klappmechanismus etwas Spiel.

Der Lenker besteht aus zwei Teilen, die einfach eingesteckt und durch einen Steck- und zusätzlich einen Klemmverschluss arretiert werden. Auf der linken Seite des Lenkers sitzt ein herkömmlicher Bremshebel, der etwas labbrig ist und über einen Bowdenzug die verstellbare Hinterradbremse betätigt. Rechts am Lenker befindet sich ein Gashebel, den man mit dem Daumen bedient. Die Griffstücke aus Gummi fallen angenehm dick aus und besitzen eine Handgelenksstütze. Die Griffstücke sind aber nicht verklebt, sodass sie verdrehen können, was die Stützwirkung der Handgelenksstützen mindert.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Bremshebel

Der Bremshebel ist labbrig, die Griffstücke sind nicht verklebt.

Der Akku stammt von Samsung und leistet 162,8 Wh. Er ist in einem zylinderförmigen Aluminiumgehäuse untergebracht, in dem sich noch etwas Elektronik, ein Power-Button und ein Anschluss für den mitgelieferten Ladeadapter befindet. Das Ladegerät lädt den Akku in etwa 1:50 Stunden auf. Eine LED zeigt den Ladezustand an. Der Akku ist wie der gesamte Roller gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Man schiebt ihn in die Halterung an der Lenksäule. Gesichert wird er mit einem Silikonband. Über drei Steckanschlüsse findet er Anschluss an die Elektronik des Rollers. Durch seine hohe Position liegt auch der Schwerpunkt des Rollers recht hoch.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Akku

Die Lenksäule lässt sich in der Höhe in drei Stufen von etwa 80 bis 105 cm verstellen und mit einem Schnellspanner sichern. Die Kabel und der Bremszug sind in jeder Einstellung lang genug und behindern das Einlenken nicht. Insgesamt benötigt man für den Erstaufbau etwa 20 Minuten. Das Auf- und Zusammenklappen ist mit etwas Übung jeweils in etwa 20 Sekunden erledigt.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Lenker hoehenverstellbar

Der Lenker ist in drei Stufen höhenverstellbar und wird mit einem Schnellspanner gesichert.

Das Smartphone als Tacho

Bevor es auf große Fahrt geht, muss man noch das Android Smartphone oder ein Apple iPhone über Bluetooth mit dem Roller verbinden. Die passende AirWheel-App gibt es zum kostenfreien Download im Apple App Store, für Android Smartphones muss man sie sich von der Herstellerseite herunterladen, denn die App ist nicht im Google Play Store verfügbar.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Smartphone-Halter

Die Verbindung erfolgt über Bluetooth und Eingabe der Zugangskennung 111111. Die mitgelieferte Klemmhalterung hält das Smartphone fest. Ein quer zur Fahrtrichtung gespanntes Gummiband soll es zusätzlich sichern. Tatsächlich versperrt es nur den Blick auf das Display, ohne eine nennenswerte Haltefunktion zu haben.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 iPhone App

Fahrtest

Das erste Ausprobieren sollte man vorsichtig angehen, denn der Lenker lässt sich um etwa 100 Grad in jede Richtung einschlagen. Eine Anschlagsbegrenzung gibt es nicht, sodass das Vorderrad verkanten und einen Sturz provozieren kann. Man sollte die Lenkeinschläge deshalb dosieren und auf maximal 20 Grad beschränken. Gas gibt man mit dem Daumen über einen Hebel am rechten Lenkergriff. Dadurch, dass der Daumen nicht zum Festhalten des Lenkers benutzt werden kann, hat man den Lenker nicht vollständig unter Kontrolle.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Vorderrad

Das Vorderrad ist luftbefüllt, durch den großen Lenkeinschlag kann es leicht verkanten.

Zum Anfahren stellt man einen Fuß auf das passende Trittbrett und gibt Gas. Besonders feinfühlig reagiert der Gasregler beim Anfahren nicht. Im ersten Fünftel passiert nichts, erst dann bekommt der 300 Watt starke Radnaben-Motor genügend Strom. Der Regler arbeitet über den gesamten Breich ungleichmäßig, was genau dosiertes Gasgeben erschwert.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Gashebel

Die Beschleunigung ist beachtlich. Die Höchstgeschwindigkeit wird schon nach wenigen Metern erreicht, sofern der Fahrer nicht mehr als 100 kg wiegt. Wer zu viel Dampf drauf hat, benutzt die Bremse, die ausschließlich auf das Hinterrad wirkt und gut verzögert. Sie lässt sich in ihrer Wirkung über eine Verstellmutter einstellen. Längt sich der Bowdenzug mit der Zeit, dann ist ein Feintuning auch am Bremsgriff möglich. Eine weitere Bremse besitzt der Z3 Roller nicht. Die wackelige Lenksäule neigt sich bei jedem Beschleunigungsvorgang deutlich vor und zurück, was das Handling etwas erschwert.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Hinterradbremse

Im Hinterrad sitzen der Nabenmotor und die Bremse.

Die kleinen Räder mit einem Durchmesser von 19,5 cm sind recht hart. Der Hinterreifen besteht aus Vollgummi, im Vorderreifen befindet sich Luft. Über ein Autoventil kann der Luftdruck angepasst werden. Durch die kleinen Räder ergibt sich erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit eine gewisse Fahrstabilität. Bodenunebenheiten sind deutlich spürbar und bringen den Roller ins Wanken. Auf gepflasterten Wegen hat man jedoch nie das Gefühl eines Kontrollverlustes. An Bordsteinkanten muss man anhalten, absteigen und den Roller über die Kante bugsieren. Um die Kante mit einem Sprung zu nehmen, ist der Roller deutlich zu schwer. Längere Strecken auf glattem Asphalt lassen sich recht entspannt zurücklegen und leichte Steigungen meistert der AirWheel Roller ebenfalls mühelos.

Im Test zeigte unser Apple iPhone über die AirWheel-App eine maximale Geschwindigkeit von 16,4 km/h bei einem Fahrer mit einen Gewicht von 77 kg an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt damit etwas unterhalb der Herstellerangabe von 19 km/h. Die Akkuladung geht bei Vollgas stärker zurück. Bei gemäßigten 10 bis 12 km/h Reisegeschwindigkeit hält der Akku länger durch. Laut Herstellerangabe sollen 20 Kilometer Reichweite möglich sein, dürften aber nur bei optimalen Bedingungen mit einem leichtgewichtigen Fahrer und auf glattem Asphalt erreicht werden. Im Test kamen wir auf eine Reichweite von rund 15 Kilometer.

AirWheel Elektro-Scooter Z3 Akku aufladen

Der Akku lädt mit dem mitgelieferten Ladeadapter in knapp zwei Stunden auf.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Der AirWheel Elektro-Scooter besitzt keine Straßenzulassung. Wer ihn trotzdem im Straßenverkehr bewegt, riskiert seinen Führerschein, Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe. Außerdem haftet man für alle im Zusammenhang mit dem Betrieb des Rollers entstandenen Schäden. Das gilt auch für Eltern, die ihre Kinder damit fahren lassen. Deshalb sollte man den Elektro-Scooter nur auf Plätzen außerhalb der Gültigkeit der Straßenverkehrsordnung fahren. Außerdem empfiehlt sich das Tragen eines Kopfschutzes.

Technische Daten AirWheel Elektro-Scooter Z3

Höchstgeschwindigkeit ca. 19 km/h
Reichweite bis zu 20 km
Motorleistung 300 Watt
Akku Samsung Akku, 162,8 Wh
max. Zuladung 100 kg
max. Steigung 15 Grad
Abmessungen 97,4x 75,2 x 37,1 cm (85 x 50 x 23 cm (gefaltet))
Gewicht 11,2 kg

Fazit

Der AirWheel Elektro-Scooter Z3 ist ein Gefährt, das man gerne im normalen Straßenverkehr einsetzen würde, bringt er einen doch mühelos von A nach B. Die Reichweite und auch die Höchstgeschwindigkeit reichen dafür locker aus. Dagegen spricht aber die fehlende Zulassung für den Straßenverkehr, sodass der Elektro-Scooter nur als Spaßfahrzeug eingesetzt werden kann. Ein genügend großer Platz vorausgesetzt, macht das Fahren mit dem Z3 Roller sehr viel Freude. Wünschenswert sind eine stabilere Lenksäule, eine Begrenzung des Lenkeinschlags und ein genauer dosierbarer Geschwindigkeitsregler.

Der AirWheel Elektro-Scooter Z3 ist im Shop von notebooksbilliger.de erhältlich.

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Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
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