Test: Aktivlautsprecher Sonos Play:5 mit Raumklangkorrektur

DSC07238Der Sonos Play:5 ist auf den ersten Blick ein normaler Aktivlautsprecher mit Netzwerkanbindung. Angesteuert wird er über Smartphone, Tablet, PC oder Mac. Die Musik überträgt man per WLAN oder Ethernet. So weit, so normal. Etwas Besonderes ist jedoch Trueplay: Damit kann der Lautsprecher sein Klangbild der Raumakustik anpassen, um Schallüberlagerungen zu vermeiden.

DSC07243Unser weißes Testmodell des Sonos Play:5 mit schwarzer Blende an der Vorderseite ist für einen WLAN-Speaker ein ziemlicher Brocken. Mit einer Gehäusebreite von 37 cm und 20 cm Höhe passt er gerade so in ein Buchregal. Das Gehäuse ist frei von unschönen Spaltmaßen, die Kanten sind abgerundet, die Haptik sehr wertig. Nette Details wie ein weißes Stromkabel, dessen Stecker an der Rückseite bündig mit dem Gehäuse abschließt und Touch-Tasten runden das gelungene Design ab. Wer im Besitz mehrerer Sonos-Lautsprecher ist, kann sie zu einem Verbund für eine synchronisierte Musikwiedergabe auch in unterschiedlichen Räumen koppeln oder erstellt ein Stereo-System. Den Sonos Play:5 kann man außerdem hochkant aufstellen. Dafür verfügt er über Gummifüße an den Gehäuseseiten.

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Der Lautsprecher Sonos Play:5 ist schnell in Betrieb genommen. Das zwei Meter lange Stromkabel, ein Ethernet-Kabel und ein Klinkenkabel finden Anschluss an der Rückseite des Geräts. Wer die Musik lieber drahtlos übertragen möchte, kann den Speaker über WLAN b/g ins Netzwerk integrieren. Angesteuert wird er über die App Sonos Controller, die für Apple iOS, Google Android, Microsoft Windows und Mac OS X kostenfrei zum Download zur Verfügung steht und Schritt für Schritt bei der Netzwerkeinbindung unterstützt.

Über die App Sonos Connect bespielt man den Sonos Play:5 mit Musik, egal ob lokal gespeichert oder als Stream von einem Musikdienst. Bei keinem anderen bisher von uns getesteten Netzwerk-Lautsprecher konnten wir so viele Musik-Streaming-Dienste benutzen. Zum Testzeitpunkt standen um die 40 Musikdienste von Internetradiodistributoren wie TuneIn, über Bandcamp, Soundcloud bis zu den klassischen Streamingdiensten wie Spotify, Apple Music Deezer und Google Play Music zur Verfügung. Auch High-Res-Streams in CD-Qualität von Tidal und Qobuz lassen sich mit dem Sonos Play:5 wiedergeben. Für die meisten Musikdienste benötigt man einen Premium-Account, um sie in das Sonos-System integrieren zu können. Außerdem kann man lokal gespeicherte Musik von einem NAS-System, PC, Mac oder Smartphone auf dem Sonos Play:5 abspielen. Der Import sowie das Erstellen von Playlisten sind ebenfalls möglich. Die Bedienung der Apps ist simpel und selbsterklärend.

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Zur Steuerung der Wiedergabeliste muss man nicht immer zum Smartphone greifen oder den PC aufsuchen. Pausiert man die Wiedergabe über die sensitive Play/Pause-Taste an der Oberseite des Lautsprechers, läuft sie nahtlos bei der nächsten Betätigung weiter. Voraussetzung ist, dass der Sonos Play:5 weiterhin Zugriff auf die Musikquelle hat, was bei Streamingdiensten, Internetradio oder auf einem NAS-System gespeicherter Musik kein Problem darstellt. Ist die Musik auf einem PC oder Smartphone gespeichert, muss man dafür die App starten. Neben dem Play/Pause-Button befinden sich zwei weitere Touch-Tasten an dem Lautsprecher, die bei Betätigung die Lautstärke anpassen. Streicht man mit einem Finger über die drei Touch-Felder von links nach rechts, springt die Wiedergabe zum nächsten Titel, analog von rechts nach links kann man zuvor abgespielte Songs erneut hören.

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Sound und Trueplay

Der Sonos Play:5 legt ohne Anpassung des Raumklangs mittels Trueplay ordentlich los: Seine akkurate und nicht übertriebene Wiedergabe des Bassbereichs zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht, auch wenn er sich im mittleren Frequenzbereich bei wilder, abwechslungsreicher Musik häufiger verschluckt und etwas an Genauigkeit vermissen lässt. Die Höhen sind für unseren Geschmack etwas zu leise. Wahrscheinlich ist das die Ursache für den eher unaufgeregten Klangcharakter des Sonos Play:5. Trotzdem spielt er mit vielen gleich teuren Regallautsprechern in einer Liga, auch wenn der Play:5 aufgrund seiner Bauform ein nur eingeschränkten Stereo-Effekt bieten kann. Für eine größere Stereo-Bühne lässt sich der Sonos-Speaker mit einem weiteren Play:5 koppeln, was aber die Anschaffungskosten explodieren lässt.

Zum Einrichten der Raumklanganpassung Trueplay benötigt man ein Apple iPhone oder ein iPad mit der App Sonos Connect. Die Initialisierung über die App ist innerhalb weniger Minuten erledigt. Währenddessen spielt der Lautsprecher Testsounds ab, die vom Mikrofon des iPhones eingefangen werden, während man sich damit langsam durch den Raum bewegt. Das System gleicht die aufgezeichneten Klänge mit den Originaltönen ab und korrigiert die Ausgabe des Lautsprechers entsprechend, um Einflüsse des Raumklangs möglichst gering zu halten.

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Die Klangänderungen durch Trueplay sind abhängig vom Raum beinahe unhörbar bis deutlich vernehmbar. Bei all unseren Testszenarien in verschiedenen Zimmern haben wir im Grunde identische Anpassungen vernommen: Die extrem tiefen Bässe werden zurückgefahren, die Mitten werden knackiger ausgegeben und die Höhen hervorgehoben. In unseren Büroräumen ohne Diffusor und mit einem Teppich als einzigen Absorber leistet Trueplay am Sonos Play:5 vor allem bei lauter Musik gute Arbeit und unterdrückte beispielsweise den dröhnenden Bass. Allerdings ist eine originalgetreue Wiedergabe mit diesem Kniff nicht möglich. Bestimmte Frequenzen werden herausgefiltert, um ihre störenden Reflexionen im Raum zu minimieren. Dennoch entsteht ein Klangbild, das beim passiven Musikhören durchaus ansprechend ist. Der Sonos Play:5 mit aktivem Trueplay klingt klarer und nicht mehr so matt.

Sollten die Sound-Änderungen durch Trueplay keinen Gefallen finden, kann man die Funktion in der App deaktivieren oder man richtet die Klanganpassung neu ein, während man mit dem Smartphone andere Bereiche des Zimmers abläuft. Auch wenn man den Play:5 an einem anderen Ort aufstellt, sollte man Trueplay neu initialisieren.

Fazit

Der Netzwerklautsprecher Sonos Play:5 mit seinem stimmigen Design ist wertig verarbeitet und mit praktischen Detaillösungen wie den Standfüßen an den Gehäuseseiten ausgestattet. Die Musik schickt man über die App Sonos Connect von iPhone, iPad, Android-Gerät, Windows-Rechner oder Mac über das Netzwerk an den Lautsprecher. Die Apps lassen sich intuitiv bedienen, arbeiten reaktionsschnell und ermöglichen die Benutzung zahlreicher Musikdienste. Auch der Sound des Sonos Play:5 überzeugt mit einer guten Basswiedergabe und akzeptabler Abbildung. Der Trumpf des Lautsprechers ist die Anpassung des Sounds an den Raumklang mittels Trueplay, die bei schwieriger Raumakustik störende Überlagerungen herausfiltert. Der Effekt fällt je nach Raumakustik mehr oder weniger stark aus, sorgt aber für einen brillanteren Sound und hat in unserem Büro das Bassdröhnen reduziert. Vor allem bei lauter Musikwiedergabe ist Trueplay hilfreich.

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Zum Testzeitpunkt kostet der Lautsprecher Sonos Play:5 in weißer und schwarzer Ausführung je 549 Euro bei notebooksbilliger.de.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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