Test Asus ZenFone Max – Großzügiges Phablet mit fettem Akku

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Nach dem Asus ZenFone2 Deluxe knöpfen wir uns das Mittelklasse-Phablet Asus ZenFone Max vor. Wie der Name schon andeutet, ist hier die Größe Trumpf, denn das ZenFone beherbergt ein 5,5 Zoll Display. Zur Ausstattung des günstigen Phablets gehören ein Dual-SIM-Slot und ein riesiger Akku, der für eine extrem lange Laufzeit sorgt.

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Design und Haptik

Grundsolide mit typischen Asus-Zen-Elementen: So lässt sich das Design des Asus ZenFone Max recht gut charakterisieren. Wie schon beim ZenFone2 Deluxe setzt der Rand unter den Menü-Buttons die Formensprache der Asus Zen-Notebooks fort: Der Schliff der metallisch wirkenden Oberfläche changiert effektheischend. Hinzu kommt eine ebenfalls metallisch wirkende, kupferfarbene Rahmenkante. Damit erscheint das ZenFone Max nicht nur dezenter, sondern sogar etwas hochwertiger als der Luxus-Bruder. Den Eindruck setzt die Rückseite nur bedingt fort. Sie zeigt einen Leder-Look, der allerdings nicht besonders echt wirkt. Spätestens die Haptik verrät endgültig, dass es sich um schnöden Kunststoff handelt. Durch die Struktur fasst sich das Smartphone etwas griffiger, was bei der Größe nicht zu unterschätzen ist. Allerdings neigt die Rückseite dazu, bei festerem Griff oder beim Ablegen auf dem Tisch Knarzgeräusche von sich zu geben.

Asus_ZenFone_Max_leder

Das mit rund 200 g etwas gewichtige Asus ZenFone Max beherbergt in seinem 78 x 156 x 11 mm großen Gehäuse ein 5,5 Zoll Display, das mit einer HD-Auflösung von 1200 x 720 Pixeln und einer Pixeldichte von 267 ppi auskommen muss. Der Schärfeeindruck ist allerdings in Ordnung, nur wenn man das Display in sehr geringem Abstand betrachtet, wirkt die Anzeige pixelig. Vor Kratzern wird der Bildschirm von Corning Gorilla Glass 4 geschützt.

Asus_ZenFone_Max_obere_kante

Der gute Eindruck des Bildschirms wird von den Messwerten weitgehend bestätigt: Das Bild ist mit durchschnittlich 380 cd/m² auch bei hellem Umgebungslicht meist sehr gut ablesbar. Nicht ganz so gut ist es um den Schwarzwert bestellt, der mit 0,4 recht hoch ist. Es reicht dennoch für einen guten Kontrast von 1:950. Keinen Grund zur Klage gibt die Blickwinkelstabilität, aus spitzen Winkeln betrachtet bleiben die Farben stabil. Lediglich der Helligkeitseindruck nimmt etwas ab.

Schnapp, der Drache und Marshmallow

Der Rechenknecht im Asus ZenFone Max ist standesgemäß das Mittelklasse-SoC Snapdragon 410 MSM8916 von Qualcomm, das vier 64-Bit-Kerne mit 1,2 GHz betreibt. Die Grafikeinheit besteht aus einem Adreno 306. Etwas angestaubt ist der Snapdragon 410, er wurde bereits im Dezember 2013 vorgestellt. Entsprechend bieder fällt die Leistung bei den Benchmarks aus.

Der subjektive Eindruck: Android läuft auf dem ZenFone Max trotz des schwächeren SoCs und des kleineren Arbeitsspeichers von 2 GB flüssiger als auf dem Deluxe-Modell von Asus, das auf einen Atom-Prozessor und 4 GB zurückgreifen kann. Ein Grund dafür könnte auch die neuere Android-Version sein: Im Gegensatz zum ZenFone2 Deluxe steht für das Max ein Update auf Android 6 Marshmallow bereit.

Kamera läuft

Asus_ZenFone_Max_hinten

13 Megapixel für die Hauptkamera sind heute Standard in der Mittelklasse, das Asus ZenFone Max macht da keine Ausnahme. Die Software ist identisch zu der des Asus ZenFone2 Deluxe und bietet damit überdurchschnittlich viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten wie Belichtung und ISO. Selbst die Rauschverminderung, Kontrast und Schärfe lassen sich einstellen, sodass man den Automatismen ein Schnippchen schlagen kann. Denn die sind sehr aggressiv eingestellt und jagen beispielsweise in dunkleren Umgebungen die ISO so hoch, dass das Ergebnis nur noch wenig mit den tatsächlichen Lichtverhältnissen zu tun hat. Nicht so geübte Anwender werden durch Hinweise unterstützt. Beispielsweise rät die Software bei zu dunklen Bildern, den HDR-Modus oder die intelligente Bildhelligkeit einzuschalten.

Der Autofokus arbeitet zügiger als beim Deluxe-Modell von Asus. Ein Pumpen konnten wir beim ZenFone Max nicht feststellen. Die Geschwindigkeit reicht in der Regel für schnelle Schnappschüsse aus, die Rasanz des Fokus in High-End-Smartphones wird hingegen nicht erreicht. Auch von der Bildqualität darf man keine Wunder erwarten, sie liegt aber für den Mittelklassebereich insgesamt im positiven Bereich.

Die vordere Kamera darf man mit 5 Megapixeln getrost eine Selfie-Kamera nennen. Die kleinste Bildgröße beginnt übrigens bei 2 Megapixeln, da hört es bei anderen Frontkameras schon auf. Asus unterstützt die Selfie-Macher mit zahlreichen Funktionen, mit denen sich beispielsweise der Hautton leicht anpassen oder das Gesicht weichzeichnen lässt. Mit an Bord ist auch die ungewöhnlichere Wangen-Verschlankung. Die kann man übertreiben, sodass sich fast surreale Verfremdungseffekte ergeben.

Unterm Rücken: Slots und Akku

Wie schon beim Asus ZenFone2 Deluxe beherbergt auch das Asus ZenFone Max einiges unter seiner Kunststoffhaube, nämlich zwei SIM-Karten-Slots und zusätzlich einen microSD-Karten-Slot, der Speicherkarten bis zu 256 GB aufnimmt. Eine microSD-Karte könnte trotz der 16 GB Flash-Speicher schneller notwendig sein, als einem lieb ist, denn Asus schaufelt das Smartphone mit Apps voll. Zwar befindet sich darunter wenig Bloatware, jedoch bleiben am Ende nur knapp 10 GB für eigene Daten übrig.

Asus_ZenFone_Max_offen

Wenn man die Rückseite abnimmt, hat man auch einen freien Blick auf den Akku, der nach Wechselakku aussieht, aber tatsächlich fest verbaut ist. Warum Asus diese Lösung wählt, ist nicht nachvollziehbar. Mit satten 5000 mAh sollte der Energiespeicher zumindest eine hohe Laufzeit garantieren, was unserer Laufzeittest bestätigt: Über 15 Stunden spielte das Asus ZenFone Max ein Video bei angepasster Bildschirmhelligkeit in Dauerrotation ab, bevor das Phablet wieder ans Netz musste. Andere Smartphones und Phablets in unseren Tests schafften meist um die zehn Stunden.

Lautsprecher

Der Klang des Mono-Lautsprechers fällt leicht scheppernd aus und die Höhen stressen. Der Bassbereich ist wie bei den meisten Smartphones üblich so gut wie nicht vorhanden. Etwas komplexere Arrangements werden nicht mehr sauber aufgelöst. Musik sollte man lieber über Kopfhörer oder externe Lautsprecher genießen.

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Fazit

Das Asus ZenFone Max erweitert die Riege solider und erschwinglicher Android-Smartphones oder Phablets. Die Stärken des Max liegen im großen und guten Bildschirm, der Dual-SIM-Fähigkeit sowie der extrem langen Akkulaufzeit. Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn der Stromspeicher austauschbar wäre. Der microSD-Kartenslot kompensiert den etwas knappen Flash-Speicher von 16 GB. Die Verfügbarkeit von Marshmallow ist ebenfalls ein Pluspunkt, den man nicht unterschätzen sollte: In der Klasse des Asus ZenFone Max erhält man zwar zu einem ähnlichen Preis ähnlich ausgestattete Hardware, muss aber (zu) oft auf Updates jenseits von Lollipop verzichten.

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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