Test Cardboard Camera: 3D-Panoramen kostenlos mit dem Android Smartphone aufnehmen und ansehen

Cardboard Camera

Jedes halbwegs aktuelle Android Smartphone erlaubt das Aufnehmen von Panoramafotos. Die sehen nicht nur toll aus, sondern geben häufig auch die Atmosphäre bei der Aufnahme besser wieder als Fotos im 4:3-Format. Mit der kostenfreien Android App Cardboard Camera von Google nimmt man ein Panorama in 3D inklusive Ton auf. Mit einer Cardboard-Pappbrille erlebt man das Panorama immersiv.

3D-Panorama statt 360°-Video

Wie viel Spaß 360°-YouTube-Videos mit einer Cardboard- oder einer Plastik-VR-Brille machen, hatten wir schon in einem anderen Beitrag beschrieben. Um solche 360°-Rundum-Videos anzufertigen, benötigt man allerdings eine aufwendige Kameraausstattung mit mindestens zwei Kameras mit speziellem Objektiv oder mehreren Kameras, die in einem Cluster zusammengeschaltet sind. Beides ist nicht gerade billig und sprengt häufig das Budget. Außerdem schleppt man eine solche Ausrüstung nicht dauernd mit sich herum. Alternativ kann man ein 3D-Panorama erstellen.

Cardboard Camera Panoramaaufnahme

Zur Aufnahme von 3D-Panoramen reicht ein Smartphone mit guter Kamera und die Cardboard Camera.

Das gelingt mit einem Android Smartphone mit guter Kamera und der App Cardboard Camera, die man sich im Google PlayStore kostenfrei herunterladen kann. Die App dient dabei nicht nur zur Aufnahme der 3D-Panoramen, sondern auch zur Bildberechnung und zur Anzeige. Im Test haben wir ein Samsung Galaxy Note 5 mit einem 2560 x 1440 Pixel auflösenden Display und eine modifizierte Durovis Dive Brille verwendet. Wer keine 50 Euro für die Durovis Dive ausgeben will, greift auf eine der vielen Cardboard-Pappbrillen zurück. Die gibt es schon ab knapp 3 Euro. Die darin verwendeten Linsen der Optik sind allerdings nicht ganz so gut wie bei der Durovis Dive, was sich auf die 3D-Wahrnehmung auswirkt. Bei der Cardboard-Brille sollte man deshalb nicht sparen, wenn man Spaß damit haben will.

3D-Aufnahme mit der Cardboard Camera App

Die Aufnahme eines Panormas mit der Cardboard Camera App erfolgt im Hochformat. Vor der Aufnahme bietet es sich an, die Belichtung der Kamera in den App-Einstellungen zu fixieren, damit es nicht zu Helligkeitsunterschieden bei der Aufnahme kommt. Außerdem lässt sich die Tonaufnahme an- oder abschalten.

Cardboard Camera Einstellungen

Bei der Aufnahme hält man das Smartphone konstant im gleichen Winkel auf gleicher Höhe. Gleichzeitig dreht man sich langsam und gleichmäßig um die eigene Achse. Die App zeigt an, ob man sich zu schnell oder zu langsam bewegt und wann die Aufnahme im Kasten ist. Danach erfolgt automatisch die Berechnung des Panoramas. Das dauert je nach Leistung des Smartphones zwischen 30 Sekunden und ein paar Minuten. Erst danach sieht man, ob die Aufnahme auch etwas geworden ist. Im Test traten mitunter Fehler auf, sodass nur ein Teil des Panoramas berechnet wurde. Diese Fotos sind dann unbrauchbar, sodass man die Aufnahme wiederholen muss.

Cardboard Camera Aufnahme

Anzeige der Panoramen mit einer Cardboard-Brille

Das aufgezeichnete Panorama landet in der Fotoübersicht der App. Eigene Foto- oder besser Panorama-Alben kann man nicht erstellen. Die Panoramen werden auch nicht in der Fotogalerie des Smartphones abgelegt, sondern können nur über die Cardboard Camera App angesehen werden. Dazu wählt man das gewünschte Panorama aus und schaltet in den Cardboard-Modus, der auf dem Smartphone-Bildschirm eine geteilte Ansicht für das linke und rechte Auge ausgibt. Mit unserem Galaxy Note 5 in der Durovis Dive Brille ergibt sich ein sehr schöner 3D-Eindruck. Dabei hilf auch die hohe Auflösung des Displays. Dreht man sich im Raum oder bewegt den Kopf, so bewegt sich auch die Ansicht entsprechend. Eine Rundum-Aufnahme wie bei 360°-Videos darf man allerdings nicht erwarten, denn das aufgenommene Panorama umfasst nur einen schmalen Streifen, da die Kamera nicht den Bereich über und unter dem Fotografen aufzeichnet. Trotzdem ergibt sich zusammen mit dem aufgezeichneten Sound ein hervorragender immersiver Eindruck.

Cardboard Camera zweigeteilt

In einer Cardboard-Brille ergibt sich ein 3D-Effekt.

Fazit

Möchte man nicht nur auf vorgefertigte Fotos oder Videos für Cardboard- oder andere VR-Brillen zurückgreifen, dann bietet die Cardboard Camera App zusammen mit einem Android Smartphone oder Phablet eine kostengünstige Lösung zur Erstellung von 3D-Panoramen. Die Aufnahme funktioniert einfach, die Ergebnisse sind einfach toll. Die Tonwiedergabe ist ein nettes Gimmick, das einem noch mehr in die Situation bei der Aufnahme des Panoramas eintauchen lässt.

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Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
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