Test Elektro-Einrad AirWheel Marsrover X3: Auf einem Rad kann man nicht stehen

Test AirWheel Marsrover X3

Auch die Fortbewegung kann man auf das Wesentliche reduzieren: ein Rad. Elektrisch geht das ebenfalls – mit dem AirWheel Marsrover X3 bis zu 16 Stundenkilometer schnell. Wir haben unsere anfängliche Skepsis überwunden und den Balance-Akt auch bei Vollgas gewagt.

Äußerlichkeiten

Das AirWheel Marsrover X3 ist mit Abmessungen von 45 x 39,5 x 16 cm recht kompakt, fällt aber mit einem Gewicht von 9,8 kg schwer aus. Den Transport erleichtert ein Handgriff am weißen Kunststoffgehäuse. Mitunter ist man versucht, das X3 zusätzlich am Rad festzuhalten, wenn man es beispielsweise auf die Seite legen will. Dabei bewegt sich das leichtgängige Rad aber, sodass die Finger im Kunststoffgehäuse eingeklemmt werden, was zu Verletzungen führen kann. Finger weg vom Rad ist also angesagt.

AirWheel Marsrover X3 seitlich

Das Kunststoffgehäuse fällt stabil aus, Kratzer lassen sich aber kaum vermeiden, denn so sehr man sich auch bemüht: Bei den ersten Fahrübungen wird der Marsrover auch mal auf der Seite liegen und Bekanntschaft mit dem rauen Asphalt machen. Im gesamten Testzeitraum kam es allerdings nicht zum Gehäusebruch.

Im X3 befindet sich neben der Elektronik zur Stabilisierung und zur Steuerung der Geschwindigkeit ein Elektro-Motor mit einer Leistung von 400 Watt. Dabei handelt es sich um einen Felgenmotor, der ohne Getriebe auskommt. Nur so ist eine derart kompakte Bauweise überhaupt möglich. Der Motor treibt ein 14-Zoll-Rad an. Über ein herkömmliches Autoventil lässt sich die Härte des Reifens über den Luftdruck anpassen. Für die ersten Versuche sollte man den Reifen nicht zu hart aufpumpen, da sonst jede Bodenunebenheit den Fahrer durchschüttelt, was die Steuerung und Balance beeinflusst.

AirWheel Marsrover X3 Rad und Felgenmotor

Der Fahrer steht auf zwei Trittbrettern aus Aluminium, die sich zum Transport einklappen lassen. Die Unterschenkel presst man an das Gehäuse und sorgt so für eine stabile Verbindung zum Marsrover. Damit die Unterschenkel nicht direkt auf das harte Kunststoff drücken, sind dort links und rechts zwei orangefarbene Hartgummis angebracht, die für etwas mehr Komfort sorgen.

AirWheel Marsrover X3 Bedienelemente

Der Marsrover X3 besitzt eine Power-Taste sowie vier LEDs, die den Betriebs- und Akkustand anzeigen. Sie befinden sich an der Oberseite des Elektro-Einrads, sodass man die Zustände auch während der Fahrt gut im Blick behalten kann. Die Ladebuchse ist mit einer Silikon-Kappe als Spritzschutz versehen. Der Schutz springt allerdings ständig ab. Von dem Spritzschutz sollte man sich ohnehin nicht täuschen lassen, denn das AirWheel ist nicht für den Einsatz bei Nässe gedacht und kann durch eindringendes Wasser Schaden nehmen. Mit einem Einrad auf nasser Fahrbahn zu fahren, ist sowieso keine besonders gut Idee, denn dann ist die Rutschgefahr hoch.

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Startvorbereitungen

Neben dem Aufladen des Akkus und dem Aufpumpen des Reifens je nach Gewicht des Anwenders (bis 120 kg), muss man keine weiteren Vorbereitungen treffen. Helm- und Schutzkleidung sind sowieso Pflicht. Als Anfänger sollte man die beiliegenden Stützräder anschrauben. Sie bestehen aus kugelgelagerten Rollerblade-Rollen, die an Aluträgern befestigt sind.

AirWheel Marsrover X3 Stuetzraeder

Die Rollen mussten wir im Test nachjustieren: eine Rolle war zu locker, die andere zu fest. Passendes Werkzeug dafür liegt dem Marsrover nicht bei. Die Stützräder helfen Anfängern dabei, das Aufsteigen und die Balance bei niedrigen Geschwindigkeiten zu erlernen. Denn um Fahrstabilität zu erreichen, muss sich das Einrad in Bewegung befinden.

AirWheel Marsrover X3 Stuetzraedermontage

Fahrleistungen

Mit montierten Stützrollen ist das Erlernen des Fahrens ein Kinderspiel. Zu Beginn sollte man sich eine genügend große, ebene, glatte Asphaltfläche aussuchen. Beim Einschalten des X3 richtet man das Einrad so aus, dass das Gehäuse senkrecht zum Boden steht und nicht seitlich gekippt ist. Die Elektronik registriert diese Ausgangsposition dann für die Stabilisierung. Das Aufsteigen bei montierten Stützrädern ist sehr einfach: Es reicht aus, sich mit beiden Füßen nacheinander auf die Trittbretter zu stellen. Der Körper bleibt dabei senkrecht zum Boden, die Unterschenkel klemmen den Marsrover ein. Wem das zu unsicher erscheint, der wickelt einen mitgelieferten Gurt um den Griff des X3 und hält sich daran fest. Im Test wurde das aber als wenig hilfreich empfunden. Seitliches Umkippen ist durch die Stützräder nicht möglich, nach vorne und hinten stabilisiert die Elektronik das Elektro-Einrad. Durch Körperneigung nach vorne steuert man die Geschwindigkeit, seitliches Kippen des X3 leitet Kurvenfahrten ein. Mit Stützrollen ergibt sich so ein recht großer Wendekreis, weil der Kippwinkel deutlich eingeschränkt ist. Anfänger sollten trotzdem erstmal die Räder anschrauben, um sich mit dem Fahrverhalten anzufreunden.

Besonders das Aufsteigen sollte man üben und sicher beherrschen. Ohne stabilisierende Rollen benötigt der Marsrover eine gewisse Anfangsgeschwindigkeit, die man durch Anschwung erreicht. Im Test hat sich das Aufsetzen eines Fußes auf die Raste bei gleichzeitigen Festhalten des Griffes als gute Methode herausgestellt. Mit dem anderen Fuß gibt man dann etwas Schwung und setzt ihn auf die Raste. Dann richtet man den Körper sofort aus und neigt ihn leicht nach vorn.

AirWheel Marsrover X3 Aufsteigen

Einmal in Schwung gebracht, bringt das AirWheel X3 wenig aus den Tritt, sofern der Untergrund eben und glatt ist. Nach etwas Übung kann man es auch auf holprigeren Untergründen ausprobieren, sollte dann aber einen niedrigen Luftdruck wählen. Ansonsten übertragen sich Bodenunebenheiten noch direkter auf den Fahrer. Verändert er dadurch seine Körperhaltung, beeinflusst das die Fahrtrichtung und Geschwindigkeit, was einen aushebeln und vom Marsrover werfen kann.

AirWheel Marsrover X3 von vorne mit Fahrer

Auf ebener glatter Asphaltfläche erzielten wir eine Höchstgeschwindigkeit von 16,2 Stundenkilometer. Die Werksangabe von 18 km/h ließ sich nicht erreichen. Ab etwa 12 Stundenkilometer greift ohnehin die Elektronik ein und steuert dem Vorneigen des Körpers entgegen, um eine weitere Beschleunigung einzuschränken. Steigungen schafft der AirWheel Marsrover bis etwa 18 Grad, sofern der Fahrer mehr als 60 kg wiegt, ansonsten erreicht man nicht die benötigte Vorneigung, um eine solche Steigung hinauffahren zu können. Hier ist bei etwa 15 Grad Schluss. Ist man versierter im Umgang mit dem Elektro-Einrad, dann lassen sich sehr gut auch engere Kurven fahren. Dabei sollte man aber immer darauf achten, dass genügend Geschwindigkeit vorhanden ist, um ein seitliches Umkippen zu vermeiden. Klemmt man das X3 fest zwischen die Unterschenkel, dann lassen sich sogar kleinere Hindernisse wie Bordsteinkanten überwinden, man springt sie einfach hoch oder runter.

AirWheel Marsrover X3 in Fahrt von oben seitlich

Wie schon bei den bisher getesteten Elektro-Vehikeln Smart Balance Wheel, AirWheel Z3 und Yuneec E-GO 2 Cruiser gilt auch für den AirWheel Marsrover X3, dass er keine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr in Deutschland besitzt. Deshalb ist die Nutzung nur auf privatem Gelände mit Einverständnis des Grundbesitzers erlaubt.

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Akku und Reichweite

Ein Akku mit einer Leistung von 130 Wh sorgt für die Stromversorgung. Er ist in etwa 01:36 Stunden mit dem beiliegenden Ladegerät aufgeladen. Das Ladegerät besitzt eine LED, die von Rot auf Grün schaltet, sobald der Akku komplett aufgeladen ist.

AirWheel Marsrover X3 vor Aufsteigen

Im Test konnten wir mit einer Akkufüllung auf ebener Strecke etwa 13,4 Kilometer bei Halbgas und wenigen Kurvenfahrten zurücklegen. Bei flotterer Fahrweise und häufigerer Beschleunigung könnte der Akku weniger lange halten, eine höhere Reichweite als 15 Kilometer halten wir für unwahrscheinlich.

AirWheel Marsrover X3 beim Laden

Geht der Akku während der Fahrt zur Neige, warnen ab 15 Prozent Restkapazität alle vier LEDs durch Blinken. Dann sollte man die Fahrt beenden, um einen plötzlichen Ausfall des Antriebs und der Steuerelektronik zu vermeiden.

Fazit

Von allen bisher getesteten Fun-Elektro-Fahrzeugen macht der AirWheel Marsrover X3 am meisten Spaß. Er ist schnell, wendig und verfügt über eine ordentliche Reichweite. Um ihn sicher zu beherrschen, benötigt man aber etwas Übung. Darüber hinaus ist er ein Hingucker. Sooft wurde ich während eines E-Vehikel-Tests noch von keinen Leuten angesprochen, die neugierig waren und das Einrad auch gerne ausprobieren wollten.

AirWheel Marsrover X3 seitlich auf Weg

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Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
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