Test: Frischluft – Das MacBook Air 2015 mit 13 Zoll

MacBook Air

Das MacBook Air von Apple markierte einen Neubeginn im Notebook-Markt und diente Intels Ultrabook als Vorbild. Inzwischen markiert das MacBook Air Apples Einstiegssegment im Notebook-Bereich. Wir testen die Neuauflage. Lohnt sich der rüstige Renter noch?

Die Neuerungen des MacBook Air 2015 gegenüber seinem Vorgänger sind schnell abgehakt: Broadwell-Chipsatz von Intel, schnellere SSD und Thunderbolt 2. Das „riecht“ nach künstlicher Beschränkung oder nach Abschied: Während das MacBook Pro mit 13 Zoll das neue Trackpad mit Force Touch spendiert bekam, geht das MacBook Air in dieser Beziehung leer aus. Das ist schade, denn das neue Trackpad konnte uns überzeugen und stellt eine echte Verbesserung dar. Immerhin bleiben die Eingabegeräte des MacBook Air 13″ auf bekannt hohem Niveau.
Apple MacBook Air 13 Tastatur

Unibody: Apfel unter Druck

Die Verarbeitung des MacBook Airs gefällt: Das Aluminium-Gehäuse wirkt grundsolide und widersetzt sich standhaft Verwindungsversuchen. Das gilt generell auch für den Displaydeckel. Allerdings verursacht ein herzhafter Druck auf den leuchtenden Apfel auf der Rückseite Fehldarstellungen auf dem Display. Das ist offensichtlich der dünnen Bauweise geschuldet, denn beim etwas dickeren MacBook Pro tritt dieser Effekt nicht auf. Beim Transport sollte man dem MacBook Air also lieber eine Tasche gönnen.

Display: Das Bessere ist des Guten Feind

Als Display kommt erneut ein TN-Panel zum Einsatz, das mit 1440 x 900 Pixeln auflöst. Die Qualität des Bildschirms unterscheidet sich nur unwesentlich vom Vorgänger. Die Blickwinkel sind für ein TN-Panel hervorragend, auch wenn die Qualität eines IPS-Displays nicht erreicht wird. Das zeigt sich auch in allen anderen Messwerten: Die durchschnittliche Helligkeit von 235 cd/m² ist noch gut, reicht aber nicht, um Reflexionen auf dem spiegelnden Display zu überstrahlen.

Apple MacBook Air 13 Display

Die Ausleuchtung ist zwar insgesamt recht gleichmäßig, doch zeigt sich am unteren Bildschirmrand eine leichte Abschattung, die besonders bei der Darstellung von hellen Flächen auffällt. Das Vorgänger-Modell wies diese Abschattung ebenfalls auf. Der Kontrast von 1:590 überzeugt. Hier geht mit IPS-Displays einfach mehr, wie das MacBook Pro mit Retina-Bildschirm zeigt. Der Kontrast ist dort fast doppelt so hoch. Trotzdem: Das TN-Panel vom MacBook Air 13“ ist eines der besten in der Notebook-Welt.

Geschwindigkeit ist (k)eine Hexerei

In einer Disziplin liegen MacBook Air und MacBook Pro auf Augenhöhe: Die 128 GB große SSD im MacBook Air ist rasant schnell und liefert Traumwerte von über 650 MB beim Schreiben und rund 1350 MB beim Lesen. Hier gab es einen großen Geschwindigkeitsschub, denn die 256 GB große SSD im Vorgänger schaffte „nur“ 576 und 720 MB. Den Geschwindigkeitsschub erreicht das Notebook durch die Verdopplung der PCI-E-Lanes auf vier. In der Praxis macht sich die Geschwindigkeit bemerkbar, insgesamt fühlt sich das System sehr schnell an.

Apple MacBook Air 13 SSD Benchmark

Bühne frei für Broadwell

Als Prozessor kommt in unserem Testmodell ein Intel Core i5 5250U mit 1,6 GHz zum Einsatz und markiert den Einstiegsbereich. Per Turbo Boost taktet der Broadwell-Prozessor auf bis zu 2,7 GHz hoch. Optional kann man ein MacBook Air mit dem stärkeren Prozessor Core i7-5650U ordern, der mit 2,2 GHz taktet und mit Turbo Boost 3,1 GHz erreicht. Zum Einsatz kommt bei beiden Prozessoren die integrierte Grafik Intel HD Graphics 6000. Die ist zwar flotter als die meisten anderen Grafikeinheiten, die man in Ultrabooks findet, kommt aber an eine dedizierte Grafik nicht heran und zwackt sich zudem Arbeitsspeicher ab. Für das eine oder andere 3D-Spiel reicht die Performance aus, für aufwendigere Spiele, Berechnungen und Renderings ist das MacBook Air ohnehin nicht das richtige Gerät.

Apple MacBook Air 13 Rückseite
Ein Schwachpunkt der Apple-Notebooks wie dem Air ist der fest verlötete Arbeitsspeicher, was den Anwender dazu zwingt, vor der Anschaffung den Bedarf abzuschätzen. In der Grundkonfiguration muss man mit 4 GB auskommen, das Modell mit 8 GB kostet 100 Euro mehr. Wir empfehlen grundsätzlich die Version mit 8 GB, da eine spätere Aufrüstung nicht möglich ist und man vom Mehr an Speicher beispielsweise auch bei vielen geöffneten Tabs im Browser profitieren kann.

Schnittstellen: Donnerlüttchen zum Zweiten

Bei den Schnittstellen findet man den wohl wichtigsten Unterschied zum Vorgänger: Das MacBook Air bekommt die Thunderbolt-2-Schnittstelle und beherrscht damit DisplayPort 1.2. Zusammen mit der Intel HD Graphics 6000 lassen sich nun also 4K-Monitore mit flüssigen 60 Hz betreiben. Etwas Verwirrung gab es um zuerst falsche Angaben von Apple. Ansonsten findet man die altbekannten Schnittstellen wie zwei USB 3.0 Ports und SD-Kartenleser. Ethernet, HDMI und VGA muss man gegebenenfalls über Thunderbolt-Adapter nachrüsten. Wie beim MacBook Pro 13″ mit Retina Display hat sich Apple beim MacBook Air (noch?) gegen die USB-Type-C-Schnittstelle entschieden.

Apple MacBook Air 13 Schnittstellen links Apple MacBook Air 13 Schnittstellen lrechts

Laut-Sprecher

Die Stereolautsprecher bieten mit Abstrichen einen anständigen Sound. Bei hoher Laustärke fängt es an zu klirren, Höhen verzerren und beginnen, den Gehörgang mit Zischlauten zu malträtieren. Bleibt die Lautstärke moderat, fallen vor allem die schwachen Bässe auf. Ein Überflieger ist das Air also nach wie vor nicht, für eine dezente Musikbeschallung reicht es aber. Wenn nichts anderes zur Hand ist. Das Audio-System vom MacBook Pro würden wir leicht über dem Air ansiedeln, der „Star“ in der tragbaren Apple-Welt bleibt das MacBook Pro mit 15,6 Zoll.

Mobilität: Die Saftpresse

Seit jeher steht das MacBook Air für Mobilität, auch wenn inzwischen leichtere und dünnere Windows-Notebooks erhältlich sind. Das MacBook Air 13“ bringt lediglich 1,35 kg auf die Waage und ist zwischen 0,3 und 1,7 cm flach. Das MacBook Air punktet allerdings in einer anderen Disziplin: der Akkuleistung. Wir starteten unseren YouTube-Test, bei der das MacBook Air ein Video bei voller Displayhelligkeit wiedergibt. Beim Zwischencheck nach 25 Minuten zeigte die Akkuanzeige noch immer 100 Prozent. Etwas ungläubig kontrollierte ich, ob die Anzeige vielleicht festgefroren war oder etwas anderes nicht in Ordnung sein könnte. Den Test musste ich dann auf zwei Arbeitstage aufteilen, heraus kam eine Akkulaufzeit von rund 9 1/2 Stunden. Beim Vorgänger waren es unter gleichen Bedingungen noch ebenfalls hervorragende 8 Stunden. Allerdings leuchtete der Bildschirm beim älteren Gerät noch einen Tick heller. In der Praxis sind bei etwas abgedunkeltem Bildschirm noch längere Akkulaufzeiten beim neuen Air möglich und die von Apple angegebenen 12 Stunden drahtloses Surfen oder iTunes-Filme-Sehen realistisch.

Apple MacBook Air 13 geklappt

Für Anwender, die es ruhig mögen, ist das MacBook Air 13“ in der Regel das passende Gerät. Es gelang es uns kaum, dem Notebook ein Lüftergeräusch zu entlocken. Selbst unter 100 Prozent Last können wir lediglich ein leises Rauschen feststellen, in das sich allerdings etwas hochfrequentere Töne mischen. Wir gehen davon aus, dass schon wie beim MacBook Pro mit 13“ Retina Display Apple die Leistung der CPU sehr konservativ drosselt. Das leise Lüftchen lässt sich aber dann steigern, wenn die GPU richtig ackern muss, dann mutiert das Leichtgewicht zur Nervensäge.

Apple MacBook Air 13 und MacBook Pro 13 im Vergleich
Im Vergleich: Oben MacBook Air 13″, unten das MacBook Pro 13″ mit Retina Display

Fazit

Das MacBook Air bleibt, was es letztes Jahr schon war: Ein gut ausgestattetes und leichtes Notebook, das die meisten Anwendungen zügig ausführt und durch seine hervorragende Verarbeitung gefällt. Eine Wucht ist die Akkulaufzeit. Als größter Kritikpunkt bleibt das Display übrig. Es ist zwar für ein TN-Panel überdurchschnittlich, mehr Pixel, höhere Helligkeit und mehr Kontrast hätten es aber schon sein dürfen. Der Verzicht auf das neue Trackpad mit Force Touch, das man im MacBook und der Neuauflage des MacBook Pro 13“ mit Retina Display findet, legt den Verdacht nah, dass die Tage des Air-Modells schon bald gezählt sein könnten.

Kompromisslose Mobilität bietet das neue Retina-MacBook, mehr Leistung und Schnittstellen das MacBook Pro. Damit belegt das MacBook Air die silberne Mitte in Apples Notebook-Produktfolio. Wer bereit ist, ein paar mehr Gramm zu tragen und eine etwas kürzere Akkulaufzeit in Kauf nimmt, ist beim MacBook Pro 13“ mit Retina-Display für ein paar Euro mehr besser aufgehoben.

Du kannst das neue MacBook Air 13″ bei uns im Shop in verschiedenen Konfigurationen bestellen.

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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6 Antworten auf Test: Frischluft – Das MacBook Air 2015 mit 13 Zoll

  1. avatar Micha sagt:

    Will haben <3

  2. avatar Mirek Dymecki sagt:

    nehme Sehr GERNE eins 😀

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  6. avatar Nadine sagt:

    Können wir absolut zustimmen, wir haben mehrere MacBooks über Monate getestet, benutzen Macbooks seit Jahren und hatten fast nie Probleme. In 10 Jahren gab es genau einen Fall. Das ist schon eine sehr gute Quote http://www.macbook-test.de

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