Test: HP OMEN 870 – wie gut kann ein Komplett-PC sein?

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HP hatte sich bei Gaming-PCs in der Vergangenheit recht bedeckt gehalten, erst mit der letzten Generation Nvidia Grafikkarten meldete man sich mit der OMEN 870 Serie zurück. Dieser Serie hat man nun ein Refresh verpasst und so kommen die aktuellen Modelle mit Intels 6. Generation Core i Prozessoren und Nvidias GTX 10 Serie daher. Grund genug, mir das mal genauer anzusehen.

Zum Testen habe ich mir den HP OMEN 870-058ng geschnappt, eines der Einstiegsmodelle in die OMEN Serie. Dennoch basiert das System auf einem Intel Core i5-6600K Prozessor samt Nvidia GeForce GTX 1070 Grafik. Obendrein setzt man bei HP auch auf den Z170 Chipsatz – hier sparen leider viele andere Hersteller. Dazu kommt jedes Modell mit einer SSD mit mindestens 128GB, die auch in meinem Testgerät steckt. Teurere Modelle kommen dann auch mit bis zu 512GB großen SSDs daher. In meinem Testgerät stecken obendrein noch 16GB DDR4 RAM, es gibt aber auch andere Modelle mit 8 oder gar 32GB RAM.

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Hier einmal die kompletten Technischen Daten der OMEN 870 Serie:

  • Intel Core i7-6700K 4x 4,00GHz (bis zu 4,20GHz mit Intel Turbo-Boost 2.0), 8MB Cache, 4 Kerne/8 Threads, oder Intel Core i5-6600K 4x 3,50GHz (bis zu 3,90GHz mit Intel Turbo-Boost 2.0), 6MB Cache, 4 Kerne/4 Threads
  • 8 bis 32GB DDR4-2133 (max. 32GB)
  • NVIDIA GeForce GTX 1080 (8GB GDDR5X) oder NVIDIA GeForce GTX 1070 (8GB GDDR5)
  • Intel Z170 Chipsatz
  • 128GB bis 512GB SSD + 1TB bis 3TB HDD
  • SuperMulti DVD Brenner
  • 7-in-1 Kartenlesegerät
  • Gigabit LAN + Wlan 802.11 a/b/g/n/ac + Bluetooth 4.0
  • 4x USB 3.0, 6x USB 2.0, 1x DVI, 1x HDMI, 3x DisplayPort
  • Einige Modelle: Wasserkühlung
  • Front Kopfhörer- und Mikrofonanschluss
  • 500W Netzteil
  • Maus + Tastatur im Lieferumfang enthalten
  • Windows 10 Home 64bit

Es sollte also so ziemlich für jeden etwas dabei sein, bis hin zum High-End-Fan.

Optisch schlicht und funktional

Das Gehäuse ist recht einfach gehalten, mit zwei an der Front verlaufenden LED-Streifen, deren Farbe und Effekte per OMEN Control Software gesteuert werden kann. Die Frontanschlüsse für USB, Card-Reader und Headset sitzen auf der Oberseite an einem eigenen Panel, sodass angeschlossene Geräte auch direkt auf dem Gehäuse abgelegt werden können. An der Rückseite geht es dafür recht spartanisch zu: Neben den Anschlüssen der GeForce GTX 1070 (1x HDMI, 3x Displayport, 1x DVI-D) finden sich noch ein Kopfhöreranschluss nebst Mikrofon-Eingang und Line-In und darunter vier USB 2.0 und zwei USB 3.0 Anschlüsse sowie der Gigabit LAN-Port.

Schönes Detail am Gehäuse: Während andere Hersteller die Seitendeckel verschrauben und mit Garantie-Labeln zukleben, macht HP es den Kunden einfach auf das Innenleben zuzugreifen. Eine einfache Rädelschraube sorgt für werkzeuglosen Zugriff, im Innern ist das Gehäuse zudem recht aufgeräumt – wenn man vom wild durch die Mitte verlaufenden Kabelstrang absieht. Auf der Innenseite des Seitendeckels gibt es zudem eine Anleitung, wie eine HDD eingesetzt oder entfernt werden kann.

Die RAM-Slots, Festplattenkäfige und PCI-Steckplätze sind einfach zu erreichen, späteres Auf- oder Umrüsten ist damit kein Problem. Die Grafikkarte ist außerdem extra durch eine zusätzliche Halterung für den Versand stabilisiert worden. Nicht so gut zu erreichen sind dagegen die SATA-Ports auf dem Mainboard. Ohne die Grafikkarte zu entfernen wird es schwierig dort ein SATA Kabel anzustecken.

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Der Aufbau des Kühlsystems ist ebenfalls sehr einfach gehalten: Über ein großes Seitenpanel können die Komponenten Frischluft ansaugen, während Grafik- und CPU-Kühler die warme Abluft über die Rückseite entsorgen. Um den recht kleinen CPU-Kühler zu unterstützten sitzt direkt dahinter noch ein 80mm Gehäuselüfter, der die Abluft direkt nach draußen befördert. Wie gut das Ganze letztlich funktioniert sehen wir dann später im Test.

Beim ersten Eindruck macht der HP OMEN 870 damit schon mal eine sehr gute Figur, einzig die mit 128GB recht kleine SSD ist einen Minuspunkt wert. Die kann man zwar recht einfach aufrüsten oder austauschen, bei einem PC der Oberklasse sollten 256GB aber mindestens Standard sein.

„Okayes“ Zubehör

Dem PC liegt eine Tastatur nebst Maus bei. Beides recht einfach und für eine Gratis Beigabe ok, aber eben nichts Besonderes.

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Das beste an der Tastatur ist noch ihre kompakte Bauform. Der Druckpunkt ist mir allerdings etwas zu weich und undefiniert. Die Maus zieht mit ihrer Hochglanz-Oberfläche Fingerabdrücke magisch an und sieht schon nach kurzer Nutzung gar nicht mehr so schön aus.

Wer nichts hat wird sich freuen, wer schon z.B. eine mechanische Tastatur besitzt, wird diese nicht für die beiliegende Tastatur aufgeben.

Power!

Ok, ab geht’s zur Performance, das interessiert euch sicher auch am meisten. Und hier kleckert man nicht, sondern man klotzt. Die Kombination aus Intel Core i5-6600K und GeForce GTX1070 liefert ordentlich ab, egal ob in Benchmarks oder Tests unter Realbedingungen. Nichts konnte das System aus der Ruhe bringen, aber ich will nicht zu weit vorgreifen.

SSD

Die SSD muss sich natürlich auch beweisen, schließlich entscheidet sie zu einem nicht unerheblichen Teil darüber, wie schnell das System am Ende läuft. Verbaut ist in meinem Testgerät übrigens eine SanDisk X300 SSD.

Die Performance ist in Ordnung, allerdings gibt es teils heftige Einbrüche in der Leseleistung. Im Alltag merkt man hiervon allerdings nichts.

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Cinebench

Eher für die Grafiker als die Gamer interessant ist Cinebench, das die CPU- und Open-CL Leistung misst. Wenig überraschend liegt der Core i5 im Mittelfeld, während die GTX 1070 im Open-CL Test ganze Arbeitet leistet.

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Der Klassiker unter den Benchmarks. Die Ergebnisse liegen allesamt im oberen Mittelfeld – klar, mit den hochgezüchteten Overclocker-Maschinen kann der HP natürlich nicht mithalten.

Mit rund 4000 Punkten im Fire Strike Ultra und glatten 5000 Punkten im neuen Time Spy Benchmark ist das System auf jeden Fall VR-Ready und auch für kommende Titel gerüstet.

Gaming Performance

Schauen wir uns die reale Performance in Spielen an. Getestet habe ich die Titel allesamt in 2k – also 2560×1440 Pixel Auflösung. Da sie hierbei alle flüssig liefen, erübrigt sich die Reduzierung auf Full HD Auflösung. Auch liefen alle Titel in maximal möglichen Details, eine Reduzierung war nicht nötig. Zum Test standen sehr beliebte Titel wie World of Warcraft mit Legion Pre-Patch, aber auch technisch aufwendige Titel wie Crysis 3 oder Rise of the Tomb Raider an.

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Auffällig ist bei den Ergebnissen vor allem, dass sehr CPU-intensive Titel wie WoW und Risen 3 das volle Potenzial der GeForce GTX 1070 nicht ausschöpfen konnten, während grafikintensive Titel wie Crysis 3 problemlos selbst bei maximalen Details stets deutlich über dem Minimum von 30 FPS bleiben.

Wie sie hören, hören sie nichts

Viel Leistung muss gekühlt werden, das ist klar. Die mittlerweile sehr effizienten Bauteile gepaart mit einem guten Kühlkonzept erlauben aber mittlerweile sehr ruhige Systeme. Der HP Omen 870 ist hier keine Ausnahme. Im Idle hört man bis auf ein minimales Lüfterrauschen gar nichts. Schon das Tippgeräusch meiner Tastatur oder Mausklicks übertönen den HP mühelos.

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Selbst während Benchmarks wie dem Firestrike Ultra bleibt der HP OMEN 870 ruhig und ist kaum hörbar. Das zieht sich dann auch durch alle weiteren Anwendungen und Spiele. Im absoluten Stresstest aus Prime95 und Furmark wird es minimal lauter – viel mehr als ein Lüfterrauschen entsteht dennoch nicht.

Stresstest

Die Temperaturen lagen selbst unter Extrembedingungen mit maximal 84°C (GPU) und 77°C (CPU) bei 25°C Raumtemperatur im normalen Bereich – gerade hinsichtlich der Geräuschentwicklung ein sehr guter Wert. Mit einer aggressiveren Lüftersteuerung dürfte also noch genug Luft für Overclocking sein, auch ohne Änderungen am Kühlsystem selbst.

Noch mehr Power?

Wer einen Core i5-6600K wählt, der will in der Regel auch Übertakten. Die K-Reihe der Intel Core i Serie steht für einen offenen Multiplikator, womit Overclocking deutlich besser und einfacher möglich ist.

Ein großes Herz für Übertakter beweist HP dennoch nicht. Das BIOS bietet dafür nur rudimentäre Einstellungen. Immerhin kann der Multiplikator manuell gesetzt werden, das war‘s aber auch schon.

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Fazit

Das Fazit zu ziehen fällt ausnahmsweise mal ziemlich leicht. Wer auf der Suche nach einem fertig konfigurierten PC ist, macht mit einem HP OMEN 870 nichts falsch. Die Leistung passt definitiv, die Zusammenstellung ist durchdacht, der Preis ist in Ordnung. Auch die Aufrüstfreundlichkeit seitens HP ist positiv hervorzuheben. Wer besonders CPU-lastige Titel spielen will, sollte sich allerdings ein Upgrade auf den Core i7 6700K überlegen.

Wer allerdings vor allem aufs Übertakten aus ist, ist beim HP OMEN 870 falsch. Zudem könnte die SSD im Basismodell größer ausfallen. 128GB sind in dieser Preisklasse nicht mehr angebracht und auch generell nicht mehr zeitgemäß.

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