Test Huawei Honor 5C: Aller Ehren wert

Test Huawei Honor 5C

Ein Smartphone für weniger als 200 Euro? Kann das etwas taugen? Huawei bietet das Honor 5C mit einer Ausstattung an, die der eines Mittelklasse-Smartphones entspricht: 5,2 Zoll Display mit Full-HD-Auflösung, Octa-Core-SOC und LTE. Das Ganze packt Huawei in ein ansehnliches Metall-Gehäuse. Wir haben nachgeschaut, ob es irgendwo einen Haken gibt oder Huawei ein Mittelklasse-Smartphone zum Einstiegspreis gelungen ist.

Kompakt in Metall

Schon der erste Kontakt mit dem Huawei Honor 5C stimmt positiv: Das Gehäuse besteht aus gebürstetem Metall. Unser Modell entspricht der Farbvariante Grau, es ist außerdem in Silber und Gold erhältlich. Die Verarbeitung des Gehäuses ist makellos, nicht zu vergleichen mit vielen anderen günstigen Smartphones, die derzeit für vermeintlich wenig Geld auf den Markt geworfen werden. Mit seinen abgerundeten Kanten und einem Gewicht von 156 g liegt das Huawei Smartphone schwer, aber angenehm in der Hand. Durch die kompakten Abmessungen von 147,1 x 73,8 x 8,3 mm dürften auch Anwender mit kleinen Händen keine Probleme beim Halten haben. Das Gehäuse ist nicht wasserdicht, sollte aber ein paar Wasserspritzer vertragen können.

Huawei Honor 5C liegend

Der Power-Button und die Lautstärkewippe arbeiten fehlerfrei. Der Druckpunkt ist spürbar und gibt zusätzlich mit einem dezenten Knacken ein angenehmes akustisches Feedback. Ein Fingerabdruck-Sensor ist nicht verbaut. Den gibt es nur im 5C-Modell für den chinesischen Markt. Möglicherweise findet auch das Huawei GT3 seinen Weg nach Deutschland. Es ist ähnlich ausgestattet, besitzt einen Fingerabdruck-Scanner, kostet dann aber auch 50 Euro mehr.

Starkes Display

Das 5,2 Zoll große IPS-Display löst mit 1920 x 1080 Bildpunkte in Full HD bei einer scharfen Pixeldichte von 424 ppi auf und zeigt sich mit 456 cd/m2 leuchtstark. Die Helligkeitsverteilung ist recht homogen, Clouding trat bei unserem Testmodell nicht auf. Die Farbwiedergabe ist leicht übersaturiert, ohne dass die Farbdarstellung unnatürlich wirkt. Der Farbraum ist groß, der Schwarzwert fällt mit 0,54 cd/m2 allerdings unterdurchschnittlich aus. Das gilt auch für das Kontrastverhältnis von 844:1. Gut gefallen dagegen die Blickwinkel sowohl in der Vertikalen als auch der Horizontalen. Bei seitlicher Draufsicht kommt es zwar zu Helligkeitseinbußen, nicht aber zu Farbveränderungen. In der alltäglichen Anwendung treten beim Ablesen also keine Schwierigkeiten auf. Bestenfalls bei extremer Lichteinstrahlung oder spot-artigem Lichteinfall schafft es die Hintergrundbeleuchtung nicht, Spiegelungen zu überstrahlen.

Huawei Honor 5C Frontansicht Display an

Alltagstaugliche Leistung

Leistungstechnisch setzt Huawei beim Honor 5C auf den hauseigenen Octa-Core-SOC HiSilicon Kirin 650. Vier Cortex-A53 Kerne takten mit munteren 2 GHz, vier gedrosselte A53-Kerne mit 1,7 GHz. Zusammen mit der Mali-T880MP2 Grafik und 2 GB Arbeitsspeicher ergibt das ein recht leistungsfähiges Gesamtpaket, das nicht nur alle Standardaufgaben wie beispielsweise das schnelle Aufbauen von Webseiten im Browser bewältigt, sondern auch für ruckelfreies Spielen von aufwendigeren 3D-Games wie Real Racing 3 taugt. Bei den synthetischen Benchmarks positioniert sich das Huawei Honor im unteren Mittelfeld. Im normalen Betrieb wird das Huawei Honor 5C nur handwarm, bei hohem Leistungsabruf erhitzt sich die Rückseite spot-artig auf maximal 49,7 °C.

Android 6 Marschmallow und EMUI 4.1

Als Betriebssystem setzt Huawei auf Android 6.0, das mit der Bedienoberfläche EMUI 4.1 aufgehübscht wird. Auf Bloatware verzichtet Huawei. Es sind die bekannten Google Apps vorinstalliert. Dazu gesellen sich einige nützliche Apps wie beispielsweise eine Taschenlampe, ein FM-Radio, ein Datei-Editor und eine Wetter App. Zusätzlich sind Facebook, Twitter, Shazam, eine News-App und der Opera Browser vorinstalliert. Nicht jede dieser Apps lässt sich komplett entfernen. Von den ohnehin nicht üppigen 16 GB Speicher stehen dem Anwender deshalb gerade mal 10,5 GB zur Verfügung. Aber keine Angst: Per microSD lässt sich der Speicher um bis zu 256 GB erweitern, sodass dann genügend Platz für Fotos, Musik und Videos zur Verfügung steht. Die Speicherkarte blockiert allerdings den Slot für eine zweite Nano-SIM-Karte, sodass man auf die Dual-SIM-Funktion verzichten muss.

Huawei Honor 5C in Hand

Kamera für Schnappschüsse

Die Kameras gehören beim Smartphone zu den wichtigsten Komponenten, denn schließlich ersetzt die Hauptkamera vielfach eine Kompakt-Kamera. Besonders erfreulich beim Honor 5C: Die 13-Megapixel-Kamera (f/2,0) auf der Rückseite liefert gute Ergebnisse. Mit zweifach schnellem Druck auf die Leise-Taste ruft man die Kamera-App aus dem Standby auf. Das Foto ist dann 1,2 Sekunden später im Kasten. Das ist zwar weit von dem entfernt, was schnelle Autofokusse in High-End-Smartphones leisten, aber in der Preisklasse ein ordentlicher Wert.

Huawei Honor 5C Hauptkamera

Die Bilder mit einer Auflösung von maximal 4160 x 3120 Bildpunkten im 4:3-Format überzeugen vor allem bei guten Lichtverhältnissen. Die Farbdarstellung ist etwas kräftig, Rot wird überbetont dargestellt. Ansonsten bilden die Aufnahmen die Lichtverhältnisse und Farben aber weitgehend natürlich ab. Unter Kunstlicht hält sich das Bildrauschen in akzeptablen Grenzen. Sobald weniger Licht vorhanden ist, tritt verstärkt Bildrauschen auf. Aber auch das hält sich in akzeptablen Grenzen, sodass man sogar mit einem Stativ ordentliche Nachtaufnahmen anfertigen kann.

Videoaufnahmen in maximal 1080p bei 30 Frames pro Sekunde gelingen mit der Hauptkamera zwar in guter Bildqualität, bei den Aufzeichnungen scheint es aber gelegentlich zu Dropouts zu kommen. Bei schnellen Bewegungen treten Wischeffekte auf.

Die 8-Megapixel-Frontkamera nimmt Fotos mit 3264 x 2448 Bildpunkten auf. Sie zeigt sich recht lichtstark, sodass man auch bei weniger guten Lichtverhältnissen hübsche Selfies anfertigen kann. Huawei bietet zusätzlich einen Modus für das perfekte Selfie an. Dann werden Hautunreinheiten und Falten virtuell entfernt, zusätzlich läuft ein starker Weichzeichner darüber. Die Stärke der einzelnen Verbesserungen kann manuell nachgeregelt werden, meist erkennt man sich auf dem Bild aber selbst nicht wieder. Wer es nicht besonders nötig hat, verzichtet auf den Modus.

Huawei Honor 5C Frontkamera

Sound

Die Musikwiedergabe über interne Lautsprecher fällt dünn und verzerrt aus. Ein ordentlicher externer Bluetooth-Lautsprecher ist die bessere Wahl.

Über das mitgelieferte Headset ist die Tonqualität zwar besser, begeistert aber nicht besonders, denn der Klang fällt insgesamt undifferenziert und flach aus. Es fehlt an Bässen und Mitten. Selbst die Höhen klingen substanzlos. Ein besserer In-Ear-Kopfhörer schaffte im Test Abhilfe.

Weitere Ausstattung: Dual-SIM LTE, Bluetooth 4.1 und GPS

Das Huawei Honor 5C unterstützt als Dual-SIM-Smartphone die Verwendung von zwei Nano-SIM-Karten. Möchte man eine microSD-Karte als Speichererweiterung verwenden, dann ist ein SIM-Slot blockiert. Über LTE Cat4 mit einem Downstream von bis zu 150 Mbit/s geht es im mobilen Internet recht flott voran. Das gleiche gilt für WLAN-n in drahtlosen Netzwerken.

Huawei Honor 5C Dual SIM

Gut gefällt die Unterstützung von Bluetooth 4.1. Auf den Nahbereichsfunk NFC muss man verzichten. Das bieten aber nur hochpreisigere Mittelklassemodelle.

Auch auf die Verwendung des Mobiltelefons als Navi muss man nicht verzichten, denn das Huawei Honor 5C unterstützt A-GPS und GLONASS. Die Navigation klappte im Test zusammen mit Google Maps problemlos.

Akkulaufzeit und Ladedauer

Im Huawei Honor 5C ist ein Akku mit 3000 mAh eingebaut. Das reicht für eine Nutzung aus einem Mix von Surfen, Mailen, Chatten und Social-Media-Nutzung, gelegentliche Telefonate und Musikhören für etwa eineinhalb Tage. Unser Testvideo spielte das Smartphone in Dauerschleife etwa 10:14 Stunden ab. Danach geht es ans Ladegerät, das den Akku in wenig mehr als zwei Stunden wieder auflädt. Eine Schnellladefunktion gibt es nicht.

Fazit

Die Eingangsfrage lautete, ob ein Smartphone für 200 Euro etwas taugen kann. Beim Huawei Honor 5C lautet die Antwort eindeutig: Ja! Materialauswahl, Verarbeitung und Ausstattung passen genauso wie die Leistung. Das Android Smartphone bietet viel für wenig Geld und ist uneingeschränkt alltagstauglich und damit eine gute Alternative zu manch teurerem Mittelklassemodell.

Huawei Honor 5C Rueckseite

➦ Huawei Honor 5C bei notebooksbilliger.de

Das könnte dich auch interessieren:

avatar

Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Smartphone, Test abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Test Huawei Honor 5C: Aller Ehren wert

  1. avatar Patseeu sagt:

    NFC ist an Bord. In den Einstellungen gibt es jedenfalls die Möglichkeit NFC zu aktivieren.
    Gruss Pat

  2. avatar Tom sagt:

    Naja, Updates? Honor und Huawei bekleckern sich da nicht gerade mit Ruhm.
    Auch ist das Display deswegen mit Folie überzogen weil kein Gorillaglas, oder?
    Moto G 3 oder 4 haben alle Probleme beim Touchscreen.
    Da würde ich einfach 30 Euro drauflegen und mir ein Nexus 5X holen. Komplett besser außer Dual Sim bzw. keine SD Karte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.