Test Huawei Y5: Einfach-Smartphone für kleines Geld

Test Huawei Y5

Huawei hat in den letzten Jahren den Markt der Einsteiger-Smartphones mit Android-Betriebssystem umgekrempelt. Selbst für um die 100 Euro bekommt man heute ein Smartphone, das gut verarbeitet ist und genügend Leistung für die meisten Aufgaben mitbringt. Wir haben uns das Huawei Y5 angesehen und auf Alltagstauglichkeit getestet.

Gute Aussichten

Eines sollte klar sein: Für etwas mehr als 100 Euro darf man kein High-End-Gerät erwarten. Was man aber erwarten darf, ist ein stabiles Smartphone, das so ausgestattet ist, dass es wesentliche Aufgaben wie Telefonieren, SIMsen, Mailen, Surfen, Chatten und Social-Media-Nutzung beherrscht und zusätzlich noch für die reibungslose Wiedergabe von Musik und Videos taugt.

Für die meisten dieser Aufgaben benötigt man ein ordentliches Display. Im Huawei Y5 steckt ein 4,5 Zoll großes LC-Display mit einer Auflösung von 480 x 854 Pixel. Die Pixeldichte von etwa 217 ppi reicht für eine ausreichend scharfe Bilddarstellung aus. Die Farbwiedergabe ist sichtbar übersaturiert, die Helligkeit mit maximal 342 cd/m2 aber so hoch, dass sich das Display auch in heller Umgebung ablesen lässt. Grenzen setzen nur Lichtspots und Sonnenlicht, denn die Displayabdeckung spiegelt sehr stark, sodass die Reflexionen nicht vollständig von der Hintergrundbeleuchtung des Displays überstrahlt werden können. Die automatische Helligkeitsanpassung des Y5 sollte man besser abstellen, denn sie regelt die Hintergrundbeleuchtung grundsätzlich zu niedrig. Ein Problem, dass bei vielen Einsteiger-Androiden auftritt. Besser man stellt die Beleuchtung manuell auf „Wohlfühlhelligkeit“ ein. Dann muss man jedoch je nach Umgebungslicht nachregeln. Außerdem dürfte bei allzu heller Grundeinstellung die Akkulaufzeit sinken.

Huawei Y5 Displayspiegelungen

Die Hintergrundbeleuchtung des Huawei Y5 schafft es nicht, Spiegelungen zu überstrahlen.

Der Kontrast fällt mit 1:743 bei einem unterdurchschnittlichen Schwarzwert von 0,46 cd/m2 mau aus. Die Blickwinkel sind nicht besonders hoch. Bei Abweichungen vom optimalen Blickwinkel kommt es in der Vertikalen zu wenigen Helligkeits- und Farbveränderungen, in der Horizontalen dagegen machen sie sich stark bemerkbar. Im Alltagsbetrieb muss man deshalb möglichst im optimalen Blickwinkel auf das Display schauen.

Material, Verarbeitungsqualität und Bedienelemente

Das Huawei Y5 besitzt einen stabilen Metallrahmen, die Rückwand besteht aus Kunststoff und ist abnehmbar. Dahinter verbergen sich ein wechselbarer Akku, ein Einschub für eine Micro-SIM-Karte und ein Speicherkarten-Slot für microSD-Karten. Eine Dual-SIM-Funktion besitzt das von uns getestete EU-Modell nicht. Die Verarbeitung ist sehr gut, der Kunststoff der Rückwand sieht weder billig aus, noch fühlt er sich so an.

Huawei Y5 Rueckseite offen

Der Akku des Huawei Y5 ist einfach zu tauschen.

Auch die Bedienelemente wie Power-Button und Lautstärkewippe geben kaum Anlass zur Kritik. Sie verfügen über einen spürbaren Druckpunk und geben dem Nutzer haptisch und akustisch ein ordentliches Feedback, wenngleich bei den einzelnen Tasten mit unterschiedlicher Ausprägung. Insgesamt hinterlässt das Huawei Smartphone einen robusten Eindruck.

Huawei Y5 Tasten

Wie bei kleinen Displays üblich, werden die Android-Tasten nicht auf dem Display dargestellt, sondern sind als Sensor-Tasten unterhalb des Bildschirms ausgeführt. Beleuchtet sind sie beim Y5 nicht, immerhin reflektieren die aufgedruckten Icons im Dunkeln die Displaybeleuchtung ein wenig, sodass man die Tasten zielsicher bedienen kann. Eine der Sensor-Tasten unseres Testgeräts reagierte nur zögerlich, manchmal auch gar nicht auf unsere Eingabe. Wir gehen von einem einzelnen Defekt aus.

Huawei Y5 Sensortasten

Android steuert man beim Huawei Y5 über Sensor-Tasten.

Android Lollipop und Apps

Auf dem Huawei Y5 ist Android 5.1.1 vorinstalliert, zum Testzeitpunkt die aktuellste Lollipop-Version. Darüber legt Huawei seine Bedienoberfläche EMUI 3.1 lite, die das Android Betriebssystem optisch etwas aufhübscht und zusätzliche Einstellungsoptionen mitbringt. Auf ein Update auf das aktuelle Android Marshmallow Betriebssystem sollte man beim Y5 aber nicht hoffen. Huawei bietet selbst bei seinen Spitzenmodellen selten Updates auf die nächsthöhere Android-Version an, bestenfalls mit starker zeitlicher Verzögerung.

Huawei Y5 Hand

Auf überflüssige Bloatware verzichtet Huawei weitgehend bei seinen Smartphones. Es sind die gängigen Google Apps wie Chrome, GMail und Maps sowie ein paar hauseigene Apps für Wetter, Radio, Taschenlampe und Soundrekorder sowie Apps für Facebook und Twitter vorinstalliert. Außerdem gibt es WPS Office zum Bearbeiten von Office-Dokumenten für lau. Daneben hat Huawei dem Y5 ein paar Spiele spendiert. Bei den interessanten Games handelt es sich unter anderem um die Gameloft-Titel Asphalt Nitro, Real Football 2015, Spider Man: Ultimate Power, Bubble Bash Mania und Dragon Mania. Außer bei Dragon Mania handelt es sich aber nur um Demo-Versionen, die 180 Sekunden angespielt werden können und zum Kauf der Vollversion anregen sollen. Glücklicherweise lässt sich diese speicherverschwenderische Bloatware restlos löschen, denn die 8 GB interner Flash-Speicher, von denen 4,57 GB für den Anwender zur Verfügung stehen, sind ruckzuck voll. Mit einer microSD-Speicherkarte lässt sich der Speicher um maximal 32 GB aufrüsten. Größere Karten werden standardmäßig nicht verarbeitet.

Leistung

Die Bedienung des Huawei Y5 erfolgt ruckelfrei. Die Leistung des Qualcomm Snapdragon 210 Quad-Core-Prozessors mit maximal 1,1 GHz Takt reicht dafür problemlos aus. Auch Standardanwendungen laufen auf der Hardware mit 1 GB Arbeitsspeicher und Adreno 304 Grafik ohne Beanstandungen. Beim Surfen muss man allerdings etwas Geduld aufbringen, bis eine Webseite aufgebaut ist. Beim Umschalten zwischen mehreren Tabs muss der Inhalt des aktiven Tabs neu geladen werden, was am begrenzten Arbeitsspeicher liegt. Programmstarts erfolgen zögerlich.

Für einfache Casual Games reicht die Prozessor- und Grafikleistung aus. Möchte man etwas aufwendigere Games wie beispielsweise Real Racing 3 spielen, dann klappt das nicht ausreichend flüssig. Irgendwo sind sie zwar noch spielbar, aber für dauerhaftes Spielen reicht es nicht. Die Rückseite erwärmt sich bei solch höherer Leistungsanforderung spürbar, wird jedoch mit partiell maximal 47,1 °C nicht unerträglich heiß. Im Normalbetrieb bleibt das Smartphone nur etwas mehr als handwarm.

Huawei Y5 Gaming

Grafisch aufwendige Games laufen auf dem Huawei Y5, die Grafikleistung ist aber zu gering.

Kameras

Die 5-Megapixel-Hauptkamera liefert Fotos mit 2592 x 1944 Pixeln. Die Kamera fokussiert ausreichend schnell und ist für Schnappschüsse geeignet. Auch wenn ihr eine Schnellstartfunktion fehlt, wie sie viele Mittelklasse- und Oberklasse-Smartphones von Huawei bieten. Die Kamera-App lässt sich aber aus dem Login-Screen recht flott starten.

Huawei Y5 Hauptkamera

Der Kamera fehlt es sichtbar an Lichtstärke. Fotos sehen im Detail verschwommen aus, dunkle und helle Flächen saufen ab. Es fehlt an Differenzierung. Die Farben werden weitgehend natürlich wiedergegeben, insgesamt taugt die Kamera aber nicht, um schöne Urlaubsfotos für die Nachwelt damit zu machen. Lediglich für ein kleines Erinnerungsfoto zum Posten auf Facebook reicht die Qualität aus. In dunklen Lichtsituationen setzt deutlich sichtbares Bildrauschen ein.

Die Frontkamera löst mit 2 Megapixeln auf. Sie eignet sich für Videochats, für hübsche Selfies aber nur eingeschränkt. Denn die Auflösung ist gering, der Bildsensor lichtschwach und die Farbwiedergabe leidet unter einem Blaustich. Insgesamt sind beide Kameras aber überdurchschnittlich besser als die in vielen Smartphones gleicher Preisklasse.

Weitere Ausstattung

Einfache Android-Smartphones kommen ohne jeden Schnickschnack daher. Da macht auch das Huawei Y5 keine Ausnahme. Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale besitzt es aber: LTE mit 150 Mbit/s sowie Bluetooth 4.1 und WLAN b/g/n sind an Bord. Letzteres unterstützt nur das 2,4-GHz-Band. Auf Fingerabdruck-Scanner und NFC muss man verzichten.

Mit im Paket dabei ist ein einfaches Headset, das an die 3,5-mm-Kombi-Buchse angeschlossen wird. Der Klang ist damit nicht besonders druckvoll und wirkt eindimensional. Um ein Liedchen zwischendurch anzuhören, reicht es aber. Auf Musikwiedergabe über den internen Lautsprecher verzichtet man aufgrund des undifferenzierten und teilweise übersteuerten Sounds besser und schließt lieber ein paar kräftige Bluetooth-Lautsprecher an.

Huawei Y5 Rueckseite

Im Huawei Y5 steckt viel für wenig Geld.

Akkulaufzeit und Ladezeit

Ein austauschbarer 2000-mAh-Akku liefert die Energie für das Huawei Y5. Im Anwendungsmix aus Surfen, Mailen, Chatten, Telefonieren und ein wenig Musik hören und Video ansehen kommt man gerade so über einen Tag. Unser Testvideo spielte es mit einer Akkufüllung in Dauerschleife knapp sieben Stunden ab. Das ist nicht besonders viel.

Mit dem beiliegenden Netzteil ist das Smartphone in etwas mehr als zwei Stunden wieder vollständig aufgeladen.

Technische Daten Huawei Y5

Betriebssystem Android 5.1.1 Lollipop, EMUI 3.1 lite
Display LCD, 4,5 Zoll (11,4 cm) (480 x 854, 217 ppi)
Prozessor Qualcomm Snapdragon 210 (4 x 1,1 GHz)
Grafik Adreno 304
Arbeitsspeicher/
Flash-Speicher /
Speichererweiterung
1 GB / 8 GB (4,57 GB frei) / microSD (max. 32 GB)
WLAN IEEE 802.11 b/g/n
Datenfunk LTE (150 Mbit/s), HSPA (42,2 Mbit/s)
Nahbereichsfunk Bluetooth 4.1
Frontkamera 2 Megapixel (1600 x 1200 Pixel)
Hauptkamera 5 Megapixel (2592 x 1944 Pixel)
Akku Lithium-Polymer (2000 mAh)
Abmessungen / Gewicht 136 x 67,7 x 10 mm / 160 g

Fazit

Das Huawei Y5 ist ein Einfach-Smartphone für Einsteiger, das sehr gut verarbeitet ist und auch bei der Materialanmutung einen prima Eindruck hinterlässt. Für den Alltagsgebrauch präsentiert es sich stabil. Bei den einzelnen Komponenten wie Display, Prozessor, Grafik, Arbeits- und Flash-Speichergröße sowie bei der Akkulaufzeit muss man zwar Abstriche machen, allerdings halten die sich in Grenzen, sodass das Y5 die wichtigsten Alltagsaufgaben ordentlich erfüllt.

Das Huawei Y5 ist im Shop von notebooksbilliger.de in Schwarz und Weiß erhältlich.

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Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
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