Test JBL Charge 2+: Bluetooth-Speaker mit Stereo-Bass

JBL Charge 2+Der JBL Charge 2+ will durch dicken Sound mitreißen und aufgrund vieler praktischer Features auch mitreisen. Bis zu drei gleichzeitig gekoppelte Smartphones können sich bei der Musikwiedergabe abwechseln und man kann ein Smartphone mithilfe des JBL Charge 2+ aufladen, indem man den Bluetooth-Speaker als Powerbank verwendet. Mit seinem spritzwasserfesten Gehäuse und zwei Bass-Passivmembranen, denen man bei der Arbeit zuschauen kann, prädestiniert er sich für die spontane Party am Baggersee.

Der zylinderförmige JBL Charge 2+ ist mit einer Breite von 18,5 cm und knapp 8 cm Durchmesser etwas größer als eine 0,5-l-Trinkflasche und lässt sich beispielsweise in einer Flaschenhalterung am Fahrrad transportieren. Mit einem Gewicht von 600 g trägt er schwerer auf, als man es ihm ansieht. Der Speaker ist robust gebaut und weckt den Anschein, dass er Stürze auch auf harten Betonboden mit nur leichten Blessuren überstehen könnte.

Unser matt-blaues Testgerät ist mit einer rutschfesten, gummiartigen Oberfläche versehen. Damit liegt der Lautsprecher gut in der Hand, auch wenn er ein paar Wassertropfen abbekommen hat. Laut JBL ist der Charge 2+ spritzwasserfest, woraus jedoch nicht genau hervorgeht, wie viel Wasser er verträgt ohne Schaden zu nehmen. Immerhin steht in der Bedienungsanleitung geschrieben, dass man den Lautsprecher nicht unter fließendes Wasser halten sowie während eines Ladevorgangs jeglichen Kontakt mit Wasser vermeiden soll. Eine IP-Schutzart, dessen Klassifizierung dem Anwender die Einschätzung der Wasserverträglichkeit des Lautsprechers vereinfachen würde, scheint weder definiert noch untersucht worden zu sein.

JBL Charge 2+

Alle Bedienelemente befinden sich in einer Reihe. Der Power-Button leuchtet durchgängig, wenn der Speaker eingeschaltet ist, die Bluetooth-Taste nur, wenn eine Funkverbindung steht. Die beiden Lautstärketasten sind nicht illuminiert, dafür hervorgehoben und haptisch gut spürbar. Praktisch, wenn man die Lautstärke in einer dunklen Umgebung ändern möchte. Mit der Telefon-Taste nimmt man auf dem gekoppelten Smartphone eingehende Anrufe entgegen oder beendet das Telefonat. Außerdem lässt sich mit ihr die Musikwiedergabe pausieren und fortsetzen. Ein LED-Band aus fünf Leuchten illustriert den Akkuladestand. Neigt sich die Akkukapazität dem Ende, blinkt eine LED in Orange. Bei Zimmerlautstärke hält der JBL Charge 2+ etwa 17 Stunden mit einer Akkuladung länger durch als so manches Smartphone. Praktisch, dass der JBL Charge 2+ sich auch als Powerbank verwenden lässt. Mit seinem 6000 mAh starken Akku kann der JBL Charge 2+ ein modernes Smartphone oder Phablet wie das Apple iPhone 6s Plus vollständig aufladen und hat dann noch genügend Reserven, um stundenlang Musik abzuspielen.

JBL Charge 2+

Während man Musik abspielt, sollte man die Finger von der Bluetooth-Taste lassen. Schon eine kurze Betätigung reicht aus, um den Lautsprecher in den Pairing-Modus zu versetzen, was die aktive Verbindung unterbricht. Bei anderen Bluetooth-Speakern und -Kopfhörern muss man den Pairing-Button längere Zeit gedrückt halten, um den Modus zu aktivieren, was versehentliche Abbrüche der Funkverbindung vermeidet. Um den JBL Charge 2+ im Falle des Falles wieder mit dem Smartphone zu koppeln, empfehlen wir, den Speaker kurz aus- und wieder einzuschalten. Dann steht automatisch die Verbindung mit dem zuletzt gekoppelten Gerät. Durch den Social-Mode kann der JBL mit bis zu drei Bluetooth-Geräten gleichzeitig gekoppelt sein. Praktisch, wenn man sich die Wiedergabeliste mit anderen teilen möchte. Unpraktisch, wenn die Lautstärke nicht abgestimmt ist. So kann es vorkommen, dass die Musik nach einem Wechsel des Zuspielers viel zu leise oder viel zu laut ausgegeben wird.

Den JBL Charge 2+ sollte man liegend und nicht stehend betreiben. Steht der Speaker auf einer der Seiten, dämpft man eine der beiden Passivmembranen ab, die in den beiden kreisförmigen Flächen untergebracht sind. Das wirkt sich negativ auf das Klangbild aus. Für den richtigen Sound muss man den Speaker auf die vorgesehene Erhebung an den Anschlüssen stellen und das farblich hervorgehobene JBL-Logo auf sich ausrichten. Dann sind die beiden Breitbandtreiber, die sich hinter der Gitterblende befinden, korrekt ausgerichtet. Das Ergebnis: Satter Bass gepaart mit gedämpften Mitten und Höhen. Hört man von der Seite, gehen die Höhen stark unter und der Bassanteil nimmt noch mehr Überhand. Die Wiedergabe von Rockmusik mit ihren lauten E-Gitarren gehört nicht zu den Stärken des JBL Charge 2+. Sein Hang zur nervösen Mittenausgabe verdirbt den Spaß an Gitarrenriffs. Er fühlt sich mit ruhigen Musiksongs wie „Running“ von Milky Chance am wohlsten.

Fazit

Der JBL Charge 2+ ist Bluetooth-Speaker und mobile Ladestation für Smartphone in einem. Mit seinem großen Akku spielt der Lautsprecher stundenlang Musik von bis zu drei gleichzeitig gekoppelten Smartphones ab und kann als Powerbank bei Bedarf die Zuspieler mit Strom versorgen. Das Gehäuse macht einen stabilen Eindruck und soll laut JBL die integrierte Technik vor Schäden durch Spritzwasser schützen. Klingt nach einem perfekten Outdoor-Lautsprecher für den Baggersee oder zum Grillen im Park. Doch dafür bietet er keinen überzeugenden Rundum-Sound. Für ein relativ neutrales Klangbild muss man den Lautsprecher auf den Hörer ausrichten, was in geselliger Runde nicht immer gelingt.

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JBL Charge 2+

Bilder: JBL

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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