Test JBL Charge 3: Zwei Tage wach

JBL Charge 3Kurz nach dem Test des JBL Charge 2+ folgt der Bericht zum nächstgrößeren Modell Charge 3. Der Bluetooth-Speaker Charge 3 ist nicht nur größer, sondern auch bedeutend schwerer und soll noch mehr Wasser abkönnen, ohne Schaden zu nehmen. Die enorm lange Akkulaufzeit des JBL Charge 3 kann begeistern. Ob das auch für die Klangqualität zutrifft, klären wir im Test.

Mit dem neuen Charge 3 bleibt JBL seinem zylinderförmigen Speaker-Design treu. An beiden Enden sind wie beim Charge 2+ die beiden Passivmembranen untergebracht, die der Verstärkung des Bassbereichs dienen. Sie liegen offen und sind dadurch nicht vor Krafteinwirkungen von außen geschützt. Beim Transport sollte man darauf achten, dass sich keine Gegenstände in die Gummimembranen bohren. JBL Charge 3Laut JBL ist der Charge 3 mit der Schutzart IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen in Wasser immun. Aber nur, wenn man die Abdeckung an der Rückseite schließt, die den Micro-USB-Port zum Aufladen des internen Akkus, die Klinkenbuchse für drahtgebundene Zuspieler und den USB-Anschluss für die Powerbank-Funktion vor Feuchtigkeit schützt. Bei unserem Testgerät ließ sich die Klappe nicht vollständig schließen, sodass sie nicht plan mit dem Lautsprechergehäuse arretierte. Sie rutschte bei jedem Versuch wieder ein kleines Stück zurück. Ob der Speaker trotzdem wasserdicht ist, haben wir uns nicht getraut zu testen. Vor Spritzwasser sollte er aber gesichert sein. Ansonsten macht das knapp 800 g schwere Gehäuse einen sehr stabilen Eindruck und liegt gut in der Hand.

JBL Charge 3

Genau wie beim Design ähneln sich Charge 2+ und Charge 3 auch beim Bedienkonzept. Auf der Oberseite der liegenden Lautsprecherrolle befinden sich alle Druckknöpfe des Speakers in einer Reihe. Über sie schaltet man den Speaker ein und aktiviert den Pairing-Modus. Bis zu drei Bluetooth-Geräte gleichzeitig kann man mit dem Speaker verbinden. Die Wiedergabe wechselt, sobald man bei einem der gekoppelten Geräte den Play-Button betätigt. Achtung: Sind die Lautstärkepegel der Geräte nicht angeglichen, wirkt sich das auf die Lautstärke aus. Am Speaker lässt sich die Lautstärke unabhängig vom Bluetooth-Zuspieler anpassen. Inzwischen ein Standard-Feature bei Bluetooth-Speakern ist der Stereo- oder Multiroom-Modus mit einem zweiten Bluetooth-Lautsprecher des Herstellers, über das auch der JBL Charge 3 verfügt. Ebenso gehört eine Freisprechfunktion zur Standardausstattung, die zufriedenstellend funktioniert.

JBL Charge 3

Überragend fiel unser Test der Akkulaufzeit aus. Bei zu eigenen Gunsten ausgelegter Zimmerlautstärke dudelte der JBL Charge 3 über 44 Stunden ununterbrochen durch. Das als Zuspieler verwendete Huawei-Smartphone machte aufgrund der Bluetooth-Verbindung schon nach ein paar Stunden schlapp und musste an eine Steckdose. Alternativ hätten wir das Smartphone auch durch den JBL laden können, was allerdings den Laufzeittest verfälscht hätte. Nutzt man den JBL als Powerbank, wirkt sich der Stromverbrauch des Smartphones erheblich auf die Akkulaufzeit des JBL Charge 3 aus. Fakt ist, der JBL als Powerbank schafft es, Phablets wie das Apple iPhone 6s Plus oder Samsung Galaxy S7 vollständig zu laden und verfügt trotzdem noch über genügend Reserven für mehrere Stunden Musikwiedergabe. Fünf LEDs signalisieren auf Knopfdruck die verbleibende Akkukapazität. Als letzte Stufe blinkt eine der LEDs im Sekundentakt. Das mitgelieferte Ladegerät ist etwa so groß wie ein Tablet-Netzteil und leitet 11,5 W an den Speaker-Akku. Ein kompletter Ladevorgang dauert knapp sechs Stunden.

JBL Charge 3

Sound

JBL Charge 3Wie schon das kleinere Modell Charge 2+ stürmt auch der Charge 3 mit einem ordentlichen Bass los und bietet das ausgewogenste Klangbild bei leisen bis mittleren Lautstärkepegeln. Besonders gefällt, dass der Bass nicht übermäßig präsent ist, sondern die Musik nach unten abrundet, während mittlere und hohe Frequenzen nicht untergehen, sondern klingen. Der JBL-Speaker hat eine integrierte Loudness-Funktion, die den Bassanteil ab bestimmten Lautstärken reduziert. Zusätzlich verliert der Speaker bei hohen Lautstärkepegeln die Kontrolle über die Musik. Sie klingt dann fahrig und verwaschen.

Anders als der kleine JBL Charge 2+ fühlt sich der Charge 3 mit jeder Musik wohl. Bei attackierenden Ska-Songs hält er Schritt, Gitarrenbretter bügelt er kaum glatt und auch bei elektronischer Musik fängt er nicht das Zappeln an. Den typischen Popsong mit seinen vier Akkorden hat er immer im Griff. Nur zwei Schönheitsfehler müssen wir dem JBL Charge 3 ankreiden: Sehr hohe Töne klingen etwas blechern und eine dynamische Spielweise kennt er nicht.

Fazit

Der JBL Charge 3 ist einer der besten Bluetooth-Lautsprecher, die wir bis jetzt im Test hatten. Das liegt nicht nur die an der außergewöhnlich langen Akkulaufzeit, die der JBL Charge 3 bietet. Es ist auch kein besonderes Feature, das ihn auszeichnet. Vielmehr leistet er sich keine groben Schnitzer und erledigt die Hauptaufgabe eines Lautsprechers, nämlich die Klangwiedergabe, zu unserer Zufriedenheit. Bis auf Schwächen bei hohen Lautstärken bietet der JBL Charge 3 ein ausgewogenes Klangbild. Zudem ist das Gehäuse stabil und wasserdicht, solange die Klappe an den Anschlüssen geschlossen bleibt.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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