Test: Libratone Loop MKII – Hochwertige AirPlay-Lautsprecher Teil 1

Libratone Loop FrontMusik liegt in der Luft: Anstatt Kabel quer durch den Raum zu ziehen oder das Smartphone physisch mit der Stereo-Anlage verbinden zu müssen, geht es mit kabellosen Musiksystemen deutlich komfortabler und schöner. Wir haben uns einige gehobene, aber noch erschwingliche Aktiv-Lautsprecher angehört und verraten, ob sie ihr Geld wert sind. Den Anfang macht der Libratone Loop MKII, der durch sein ungewöhnliches Design ins Auge sticht und mit sattem Klang den Gehörgang streichelt.


Libratone Loop Ansicht
Mit einem System von Libratone hatten wir schon Bekanntschaft geschlossen: Der kleine Libratone Zipp konnte uns mit seinem ausgewogenen Klang überzeugen. Der Libratone Loop MKII ist nun ein anderes „Biest“, was man dem von uns auch liebevoll „Dartscheibe“ getauften Lautsprecher erstmal nicht ansieht. Der kommt relativ dezent daher, die Bespannung aus italienischer Wolle lässt Assoziationen zwischen Alaska und Berliner Hipster-Wohnung zu. Unser Modell mit mausgrauem Wollmantel fusselt etwas, was sich nach einiger Zeit aber geben dürfte.

Der Bezug lässt sich leicht wechseln

Der Bezug lässt sich leicht wechseln.

Der Bezug lässt sich sehr leicht wechseln, Libratone bietet ihn einzeln in etlichen Farben an. Nachdem man seinen Loop beim Hersteller registriert hat, erhält man eines der immerhin 60 Euro teuren Cover kostenlos. Die Rückseite des Lautsprechers besteht aus mattem weißem Kunststoff. Gesteigerten Design-Willen lässt auch das stoffumantelte Kabel erkennen. Der runde Lautsprecher ist indes nicht gerade zierlich und benötigt mit seinem Durchmesser von 33,3 cm durchaus Platz. Den Loop MKII hängt man entweder per mitgelieferter Halterung an die Wand oder benutzt den kleinen Standfuß, der den immerhin 2,7 kg schweren Lautsprecher zuverlässig hält.

Die Wandhalterung wird statt des Standfußes eingesteckt

Die Wandhalterung wird statt des Standfußes eingesteckt.

Libratone Loop Kabel

Auf der Rückseite befinden sich ein 3,5 mm Klinkeneingang, USB- und Netzanschluss, die nach der Wandmontage nur noch schwer erreichbar sind. Zum Glück wird der Libratone nicht mit der Wand verschraubt und lässt sich einfach abnehmen. Etwas besser sieht es zwar mit den beiden Knöpfen aus, mit denen man den Loop auf Bluetooth oder WLAN umstellen kann, allerdings muss man diese dann blind bedienen. Auf der Vorderseite findet man als Bedienelement Laut-Leise-Tasten. Unter dem Vogel-Logo verrät eine LED, ob der Loop versucht, über Bluetooth oder WLAN/AirPlay zu verbinden oder schon verbunden ist. Sie leuchtet, blinkt oder pulsiert je nach Verbindungsstatus rot, blau oder weiß.

Die Bedienelemente an der Frontseite

Die Bedienelemente an der Frontseite sind gut erreichbar.

Die Verbindung über AirPlay oder Bluetooth (DLNA haben wir nicht getestet) klappt problemlos, was leider nicht der Standard ist. Eine Einschränkung betrifft beispielsweise Firmen-Netzwerke, die neben dem Passwort eine Zugangskennung benötigen. Für die einfache Koppelung unter Android via Bluetooth versteckt sich ein NFC-Chip in der Bedieneinheit des Lautsprechers. Das klappt auch, sofern der Loop nicht im WLAN hängt. Eventuell muss man also hinter den Lautsprecher greifen und den entsprechenden Knopf drücken.

Libratone Loop iPad1

Für die kabellose Verbindung von Apple-Geräten wie iPhone und iPad bietet sich AirPlay an, sofern man eine optimale Klangqualität erhalten möchte. iOS-geräte unterstützen derzeit das Bluetooth-Protokoll aptx nicht, das eine Klangübertragung ohne (erneute) Komprimierung der Daten ermöglicht. Im Gegensatz dazu unterstützen etliche Android-Smartphones aptx. Zudem beherrscht der Lautsprecher DLNA, sodass man den Lautsprecher auch über PC und Android via WLAN ansteuern kann.

Libratone Loop iPad2Libratone stellt eine App für Android und iOS zur Verfügung, mit der sich beispielsweise Firmware-Updates einspielen lassen. Die etwas unübersichtliche App benötigt zwingend eine WLAN-Verbindung mit dem Lautsprecher, um Einstellungen vornehmen zu können. Diese sind etwas spärlich, eine deutsche Übersetzung nicht vorhanden. In den FullRoom-Settings lässt sich der Aufstellungsort angeben, um den Klang generell anzupassen. Die Feinabstimmung mag man mit dem „Setup Voicing“ vornehmen, das beispielsweise Einstellungen für Jazz, Rock und Klassik enthält. Auch wenn man in der App Equalizer-Regler sieht, eine feinere Abstimmung als mit der Handvoll Presets ist nicht möglich.

Die entkleidete Libratone Loop

Die entkleidete Libratone Loop

Nach diesem langen Vorspiel geht es ans Eingemachte: den Sound. Und der ist tatsächlich richtig gut. Der Loop MKII spielt lauter auf, als man ihm zutraut, und er besitzt einen kräftigen und harten Bass, den man sogar spüren kann. Das hätten wir der Dartscheibe nicht zugetraut. Trotz eindrucksvollen Bass kommen aber auch Mitten und Höhen nicht zu kurz, das Klangbild wirkt sauber und differenziert. Es macht einfach Spaß, mit dem Libratone Loop MKII Musik zu hören. Die maximale Lautstärke ist sehr hoch, der Klang leidet dann aber deutlich. Etwas heruntergeregelt stimmt dann wieder alles und die Lautstärke ist immer noch ausreichend hoch, um auch größere Räume zu beschallen. Stereo-Effekte kommen hingegen zu kurz, was angesichts der Bauform auch nicht anders zu erwarten ist.

Libratone Loop hinten oben

Fazit

Der Libratone Loop MKII ist einer der besten Bluetooth/AirPlay-Lautsprecher, den wir bisher getestet haben. Das aktive Lautsprechersystem liefert via AirPlay oder Bluetooth mit aptx-Protokoll einen hervorragenden Sound. Die Einrichtung ist einfach, die Standortwahl dank Ständer und Wandhalterung flexibel. Bei der App könnte der Hersteller nachlegen, die ist etwas lieblos und lässt Funktionen wie einen Equalizer vermissen. Über das Design gehen bei uns die Meinungen auseinander. Das Design mit der Wollbespannung ist schlicht Geschmackssache und ruft bei uns ein geteiltes Echo hervor. Bleibt eigentlich nur ein Punkt übrig. Libratone veranschlagt für den Loop 450 Euro, was wir schlicht für zu teuer halten. Der Straßenpreis liegt allerdings deutlich darunter, wodurch wir dem Loop am Ende ein zufriedenstellendes Preis-/Leistungsverhältnis bescheinigen.

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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3 Kommentare auf "Test: Libratone Loop MKII – Hochwertige AirPlay-Lautsprecher Teil 1"

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[…] der Dartscheibe von Libratone steht nun die „Turbine“ auf dem Prüfstand: Der […]

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[…] runde Libratone Loop löst das Platzproblem und lässt sich nicht nur einfach irgendwo hinstellen, sondern auch […]

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Gast

Ich nutze „Loop“ zur Beschallung eines 40 m^2 Zimmers. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass ich mich nach einer weniger schönen Alternative umsehen müsste. Der Sound des Libratone Loop ist mit nur einem Wort zu beschreiben: Wow! Klang des Lautsprechers ist klar und deutlich. Lautstärke ist vollkommen ausreichend. Auch im Garten nutzen wir nicht mehr als die Hälfte des noch zur Verfügung stehenden Lautstärke.

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