Test: Logitechs ‚Blok‘ Extrem-Schutzhüllen für das iPad Air 2

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Mit der Blok-Serie stellt logi frisches Zubehör für das Apple iPad Air 2 vor. Es schützt laut Hersteller das iPad so gut, dass es selbst Stürze aus 1,8 Meter Höhe auf Betonboden unbeschadet überstehen soll. Ein Highlight der Serie ist aber eine Kombination aus Tastatur, Schutzhülle und Ständer, die zusammen mit dem iPad optisch an das Microsoft Surface Pro 3 erinnert. Wir haben das Zubehör getestet.

Die Blok-Serie besteht insgesamt aus vier Produkten, drei für das iPad Air 2, eines für das iPad mini 3 und 4. Gleichzeitig markiert die Blok-Serie den Einstieg von logi, einer Marke die sich verstärkt auf Design und Qualität konzentriert. Hervorgegangen ist logi aus Logitech – einem alten bekannten in der Zubehör-Industrie. Zum Test haben wir lediglich die Modelle für das iPad Air 2 in der Redaktion. Hauptmerkmal ist die Schutzhülle mit wasserresistenter Oberfläche, die sich schützend um das iPad schmiegt. Sie wirkt durch ihre großzügig bemessene Pufferzone wuchtig, liegt aber eng an. So eng, dass ein iPad Air sich nicht hineinzwängen lässt.

Die Zone schützt laut logi das iPad aber auch besonders effektiv und Apples Tablet soll sogar Stürze aus 1,8 Meter Höhe auf harten Boden wie Beton ohne Schaden überstehen. Getestet haben wir das nicht, schließlich war keiner aus der Redaktion bereit, sein iPad aufs Spiel zu setzen. Eine logi-Mitarbeiterin führte den Falltest allerdings den Kollegen von Engadget vor. Das Ergebnis wirkt recht vertrauenserweckend, Bildschirm und Schutzhülle zeigen nach dem Sturz keine Schäden.

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Beginnen wir mit der kleinsten und günstigsten Lösung der Blok-Serie. Die Hülle wiegt 162 g, ist 10,7 mm dick und umschließt Rahmen sowie Rückseite. Die Hülle besitzt Öffnungen für Anschlüsse, Lautsprecher und die iSight-Kamera. Lautsprecherwippe und Power-Button bedient man durch Druck auf die Rahmenkante, die Stellen sind markiert. Das klappt gut, wobei der Klick sehr laut ausfällt. Zumindest erhält man somit ein gutes akustisches Feedback. Für den Schutz der Vorderseite legt logi eine Display-Folie bei.

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Man benötigt erheblichen Kraftaufwand, um das iPad Air 2 in die Hülle zu drücken, für die Entnahme ebenfalls. Das dauert etwas und benötigt einiges an Kraft. Deshalb überlegt man es sich zweimal, ob man sich das antun will. Die Hülle ergibt also eher als Dauerlösung Sinn. Oder man setzt sie nur dann ein, wenn das iPad mit auf Reisen geht. Allerdings bieten sich dann die anderen Hüllen aus der Blok-Serie eher an, da sie auch das Display schützen. Klar muss einem sein: Alle drei Blok-Gehäuse sind schwer und vergrößern das Gesamtpaket. Zudem lässt sich der Touchscreen durch den aufliegenden Rahmen etwas schwieriger bedienen.

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Noch mehr Material benötigt die zweite Schutzhülle, was sich in einem Gewicht von 406 g niederschlägt – mehr als doppelt so viel wie die einfache Hülle. Die dickere Hülle bringt es dank Umschlag auf rund 15,2 mm Dicke.

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Der Umschlag dient zugeklappt als Displayschutz und aufgeklappt als Ständer. Drei Scharniere sind hierfür im Deckel integriert, die sich schwergängig in Winkeln zwischen 20 und 70 Grad einstellen lassen. Dafür wirkt der Stand außerordentlich stabil. Der stufenlos einstellbare Winkel ist zudem ein riesiger Vorteil gegenüber Apples iPad-Hülle, die nur zwei Aufstellwinkel zulässt.

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Das interessanteste Produkt der Blok-Serie ist das Case mit Tastatur. Vollständig aufgebaut, erinnert das Design an Microsofts Surface Pro 3 inklusive TypeCover. Das Paket von logi besteht aus zwei Teilen. Eins davon ist die schon bekannte Schutzhülle mit einem Ständer, der sich ebenfalls zwischen 20 und 70 Grad ausklappen lässt. Das gelingt etwas fummelig, da keine Kante übersteht oder eine Einbuchtung das Ausklappen erleichtert. Der andere Teil besteht aus einer flachen Bluetooth-Tastatur.

Sie lässt sich über Magneten mit der Schutzhülle verbinden, sodass man ein Netbook-artiges Gebilde vor sich hat. Die Verbindung könnte etwas haltbarer sein, sie reicht aber aus, um die angedockte Tastatur frei schweben zu lassen, wenn man das iPad hochhebt. Das Keyboard lässt sich auf das Display klappen und dient dann als Schutz. Beide Teile sind recht schwer, die Hülle allein wiegt 350 g, die Tastatur bringt weitere 266 g auf die Waage. Zusammen mit dem iPad Air 2 bringt es die Kombination auf schlappe 1075 g. Zum Vergleich: Das MacBook mit 12-Zoll-Retina-Display wiegt lediglich 920 g, ist also wesentlich leichter.

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Die mattgraue Tastatur wirkt dezent und durch ihre flache Bauweise recht elegant. Die Stabilität ist hervorragend. In der linken Rahmenkante befindet sich ein kleiner Schiebeschalter, der als Power-Button dient. Eine grüne LED auf der Tastaturoberseite leuchtet beim Einschalten grün auf. Nach einiger Zeit erlischt sie wieder. Interessant ist die Entscheidung logi, auf Batterien statt auf einen Akku zu setzen. Das mag erst nach einem Nachteil klingen, allerdings sollen die zwei CR2032-Knopfzellen bei zwei Stunden Nutzung am Tag vier Jahre durchhalten. Falls die Angabe stimmt, was sich im dafür zu kurzen Testzeitraum nicht überprüfen ließ, muss man die Batterie also höchstens einmal im iPad-Leben wechseln, wenn überhaupt. Das gelingt über ein Fach in der rechten Rahmenkante äußerst einfach.

Für die Koppelung über Bluetooth wird man aufgefordert, einen sechsstelligen Zahlencode auf der Tastatur einzutippen. Etwas irritierend, da in der knappen Bedienungsanleitung und auch sonst nirgendwo erwähnt: Die Eingabe muss mit einem „Return“ abgeschlossen werden. Während des Koppelungs-Vorgangs blinkt die LED hektisch blau auf, nach erfolgter Verbindung leuchtet sie dauerhaft blau, um dann wieder zu erlöschen.

logi_blok_oben_seitlichNun zum wichtigsten: dem Tippgefühl. Ich habe inzwischen einige iPad-Tastaturen ausprobieren können, diese gefällt mir mit Abstand am besten und schlägt auch das TypeCover von Microsoft. Das liegt vor allem am genau definierten Druckpunkt und dem für die flache Bauweise guten Hub. Es gelang mir auf Anhieb, schnell und ohne versehentliche Fehlbedienung auf der Tastatur zu tippen. Da stört es auch nicht, dass die Tasten bedingt durch die Breite des iPads etwas kleiner ausfallen als auf einem „normalen“ Keyboard. Etwas unverständlich ist der Verzicht auf eine Anzeige, ob Caps Lock eingeschaltet ist. Auch eine Hintergrundbeleuchtung bietet die Blok-Tastatur nicht. Das Tippgeräusch ist vergleichsweise laut und kann in ruhigen Umgebungen andere Menschen nerven. Die Handballenauflage ist klein, wodurch die recht scharfen Kanten des Keyboards unangenehm in die Hand drücken. Erhöhten Bedienkomfort hingegen bietet eine Tastenreihe mit Sonderfunktionen und Mediensteuerung. So kann man auf Tastendruck Siri aufrufen oder die Lautstärke regeln.
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Fazit

Trotz der kleineren Mängel: Mit der Tastatur hatte ich mich schnell angefreundet. Ob das Blok-Team mit iPad Air 2 ein Notebook ersetzen kann, hängt von den individuellen Anforderungen ab. Wer lediglich umfangreiche Texte verfassen will oder muss, könnte mit der Kombination glücklich werden. Allerdings muss man dazu bereit sein, über 1 kg mit sich herumzutragen.

Bei den anderen Hüllen fällt das Fazit etwas zwiespältiger aus. Die Touch-Bedienung auf dem iPad leidet etwas unter der Schutzummantelung. Bei der einfachen Schutzhülle dient lediglich eine Displayfolie als Schutz, während die andere Hülle zwar rundum Schutz und einen Klappständer bietet, aber recht schwer ausfällt.

Wer allerdings sein iPad Air 2 möglichst sicher vor Stürzen schützen will oder muss, erhält mit der Blok-Serie eine sinnvolle Lösung.

Die Blok-Serie von logi ist in verschiedenen Farben und Formen bei uns im Shop erhältlich. Zum Einstieg erhaltet Ihr mit dem Gutscheincode BLOK30 ganze 30€ Rabatt auf das Schutzcase mit integrierter Tastatur.

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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