Test MiTagg Nuki: Smarte Powerbank für Apple iPhone

Die Powerbank MiTagg Nuki kann mehr als man von einer mobilen Akkuladestation erwartet. Mit eigener App, Bluetooth und Schlüsselanhänger hilft sie beim Finden der Schlüssel. Das MiTagg Nuki kann auch als Fernauslöser zum Fotografieren mit dem iPhone verwendet werden.

Das Gehäuse des MiTagg Nuki ist mit einer Grundfläche von 9 x 5 cm etwas halb so groß wie ein iPhone 6s mit 4,7-Zoll-Display. Mit einer Gehäusedicke von rund 1,5 cm trägt die Powerbank doppelt so dick auf wie ein iPhone. An Vorderseite und Rückseite besteht das Gehäuse aus Aluminium, an den Seiten setzt der Hersteller mattschwarzes Gummi ein. Auf der Vorderseite informieren vier Status-LEDs über den Ladezustand des integrierten Akkus. An der Oberseite befindet sich ein Druckknopf zum Aktivieren der LEDs. Außerdem befindet sich an dem Gehäuse ein Schlüsselanhänger, hinter dem ein Micro-USB-Port zum Aufladen des integrierten Akkus steckt. Alternativ lädt man den Akku in der mitgelieferten Ladestation oder dem großen NuDock auf, ohne den Schlüsselanhänger entfernen zu müssen. Ein weiterer Knopf schaltet das Gerät ein, woraufhin man ein iPhone mit der kostenfreien „MiTagg“-App mit dem Nuki über Bluetooth Smart verbinden kann. Nach einer Registrierung mit Name, E-Mail-Adresse und Passwort stehen einem die Funktionen zum Orten der Powerbank und der Fernauslöser der iPhone-Kamera zur Verfügung.

Powerbank

Im MiTagg Nuki befindet sich ein Akku, der mit 6,66 Wh etwas mehr Energie bereitstellt, als der Akku eines iPhone 6s mit 6,52 Wh aufnehmen kann. Für eine volle Aufladung eines iPhone 6s könnte die Akkukapazität des MiTagg Nuki ausreichen, ein iPhone 5s mit 5,96 Wh kann vollständig aufgeladen werden. Für die vollständige Aufladung eines iPhone 6 und der beiden Plus-Modelle reicht die Kapazität der Powerbank nicht aus. Der Lightning-Stecker für den Anschluss an einem iPhone ist an der rechten Seite angebracht. Ein knapp 5 cm langes Kabel muss dafür stark angewinkelt werden, damit der Kontakt mit dem iPhone hergestellt werden kann. Während des Ladevorgangs drückt das dicke Kabel das iPhone gegen die Powerbank. Ich hatte dabei Sorge, dass das scharfkantige Aluminium der Powerbank mein iPhone zerkratzt. Auch fiel mir die Nutzung des iPhone schwer, wenn es an der Powerbank hing, weil iPhone und Powerbank zusammen wenig ergonomisch in der Hand liegen und auf dem Tisch liegen bleiben sollten. Auch würde ich das iPhone mit angeschlossener Powerbank nicht in einer Tasche transportieren wollen, zu sperrig ist die Kombination. Andere Powerbanks lassen sich platzsparender mit einem Smartphone verbinden und beeinträchtigen die Nutzung kaum.


Der Ladevorgang an meinem iPhone 5s geht genauso schnell vonstatten wie mit dem Apple-Ladegerät. Die vierstellige Anzeige der Akkukapazität sieht zwar gut aus, bietet aber nur ungenaue Informationen. Gewünscht hätten wir uns eine detailliertere Anzeige in der App.

Schlüsselfinder

Ist die App „MiTagg“ auf dem iPhone installiert und das Nuki per Bluetooth angebunden, kann man die Powerbank auf Befehl in Zimmerlautstärke klingeln lassen. Das bietet sich an, wenn man das MiTagg Nuki verlegt hat. Einfach das Klingeln aktivieren und dem Geräusch folgen. Auch das Nuki kann einen Klingelton am iPhone aktivieren, vorausgesetzt, die App läuft im Hintergrund, der Bluetooth-Kontakt steht und das iPhone ist nicht lautlos gestellt. Für den Einsatz als Schlüsselanhänger ist das Gehäuse des Nuki zu klobig und erschwert damit das Verstauen des Schlüssels beispielsweise in der Hosentasche sowie das Schließen einer Tür.


Verlieren MiTagg Nuki und iPhone den Kontakt per Bluetooth, piept das Nuki einmal, was man nicht hört, wenn man sich in einem anderen Raum befindet. Das iPhone gibt keine Fehlermeldung aus. Wer also mit iPhone das Haus verlässt, die Powerbank aber liegen lässt, bekommt das erst mit, wenn man mit der Powerbank das iPhone laden möchte. Über die GPS-Funktion kann man sich in der App den Standort anzeigen lassen, wo Nuki und iPhone zum letzten Mal gekoppelt waren. Im Test klappte das nur teilweise, oft zeigte die in der App integrierte Karte lediglich den Standort des iPhones an oder gar nichts.

Fernauslöser für iPhone-Kamera

Erteilt man der MiTagg-App die Erlaubnis, auf Kamera und Fotos vom iPhone zuzugreifen, kann man aus der App heraus das Nuki als Fernauslöser verwenden. Das klappt aber nur mit der MiTagg-App. Startet man eine andere Kamera-App, kann man das Nuki nicht als Fernauslöser verwenden. Beim Fotografieren gibt die App kein Feedback, ob Fotos geschossen wurden oder nicht. Die Bilder kann man lediglich in der iPhone-Foto-App betrachten. In der MiTagg-App in der Version 1.7 ist keine Vorschau integriert.

Fazit

Das MiTagg Nuki lädt ein iPhone sehr schnell auf. Besitzer eines iPhone 6(s) Plus müssen allerdings damit rechnen, dass ein vollständig leerer Akku nicht voll aufgeladen werden kann, weil die Kapazität des integrierten Akkus zu klein ist. Für die kleineren iPhones mit Lightning-Anschluss reicht die Kapazität für eine volle Akkuladung aus. Unglücklich ist die Form des Ladekabels, das sehr steif ist und das iPhone gegen das Gehäuse des Nuki mit seinem scharfkantigen Aluminium drückt. Kratzer am Telefon könnten die Folge sein. Die Funktion als Schlüsselfinder ist eine nette Dreingabe, scheitert aber in erster Linie an dem klobigen Gehäuse, das den Schlüsselbund unhandlich macht. Der Einsatz als Fernauslöser funktionierte im Test einwandfrei, allerdings ist die Handhabung verbesserungswürdig.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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