Test Motorola Moto G (2015, 3. Generation): In der Mitte liegt die Kraft

Test Motorola Moto G3

Der Vorgänger des Motorola G3 überzeugte durch ein ausgewogenes Gesamtpaket bei gleichzeitig günstigem Preis. Die dritte Ausgabe von Motorolas Top-Seller knüpft an die Tugenden seines Vorgängers an und ist jetzt beispielsweise mit einer verbesserten Hauptkamera ausgestattet sowie wasserdicht nach IP7.

Stabil und wasserfest

Das Motorola Moto G3 ist in Schwarz und Weiß erhältlich. Es macht mit seinem Metallrahmen einen stabilen Eindruck. Das Gehäuse ist wasserfest nach IP7-Standard und nimmt Spritzwasser und selbst kurzes Untertauchen nicht übel. Die Plastikrückwand ist gewölbt und liegt mit ihrer geriffelten Rückwand rutschfest in der Hand. Das Smartphone ist mit einer Dicke von maximal 11,6 mm recht pummelig geraten und auch gewichtsmäßig fällt es mit 154 g etwas schwerer aus als andere Android Smartphones der unteren Mittelklasse.

Motorola Moto G3 Seitenansicht

Motorola Moto G3 Ansicht unten

Die beiden Bedienelemente Power-Button und Lautstärkewippe haben einen festen Druckpunkt, wackeln nicht und arbeiten präzise.

Motorola Moto G3 Buttons

Eine Frage des Blickwinkels

Das 5 Zoll große IPS-Display löst mit HD-Auflösung 1280 x 720 Pixeln auf. Bei normalen Betrachtungsabstand von etwa 40 cm fallen einzelne Pixel nicht auf. Mit 294 ppi ist die Pixeldichte zwar nicht herausragend, aber noch so dimensioniert, dass nur Benutzer von Smartphones gleicher Größe mit Full-HD-Displays oder besser die geringere Bildschärfe bemerken. Die Leuchtdichte fällt mit 338 cd/m2 so leuchtstark aus, dass man das Display bei Tageslicht problemlos ablesen kann. Für das Ablesen in der direkten Sonne reicht es gerade noch so. Der Kontrast von 1148:1 ist prima. Bereits bei geringen Blickwinkeländerungen von etwa 10 Grad treten allerdings sichtbare Helligkeitsunterschiede auf. Wer das Smartphone halbwegs ruhig hält, dürfte keine Probleme damit haben.

Motorola Moto G3 Seitenansicht schraeg

Standardleistung

Beim Prozessor setzt Motorola auf ein unteres Mittelklassemodell, den Qualcomm Snapdragon 410 (MSM8916). Der Quad-Core-Prozessor taktet mit 1,4 GHz. Der CPU steht 1 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Motorola bietet das Moto G3 auch mit 2 GB Arbeitsspeicher an, dann zusammen mit 16 GB Flash-Speicher und nicht wie bei unserem Testmodell mit 8 GB Speicher, von denen schon etwa 4,5 GB vom Start weg belegt sind. Glücklicherweise lässt sich der Speicher mit microSD-Karten für das Speichern von Dokumenten, Fotos, Musik und Videos kostengünstig aufrüsten.

Motorola Moto G3 Browser

Der Snapdragon-Prozessor erledigt die meisten Aufgaben mit ordentlicher Geschwindigkeit: Seitenwechsel und Animationen des Android 5.1.1 Lollipop Betriebssystems laufen flüssig und ohne zu hakeln ab. Apps starten meist mit einer spürbaren Gedenksekunde, womit man allerdings leben kann. Die Kombination aus Prozessor und Arbeitsspeicher findet seine Grenzen beim Surfen: Webseiten benötigen etwas Zeit zum Rendern, beim Scrollen ruckelt es. Dieser subjektive Eindruck bestätigt sich auch im SunSpider Browser-Benchmark.

Bei der Umsetzung grafiklastiger Spiele wie beispielsweise dem Autorennspiel Real Racing 3 merkt man, dass der System-on-a-Chip (SoC) insgesamt nicht zu den Stärksten gehört. Die Adreno-306-Grafik (400 MHz) des Moto G3 müht sich redlich, um das Spiel flüssig auf das Display zu zaubern. Ganz gelingt das nicht, durch die geringen Frame-Raten wirkt der Spielfluss hier und da etwas holprig. Die Wärmeentwicklung hält sich in Grenzen, selbst dann, wenn das Smartphone gefordert wird. Die Rückwand erhitzt sich bei intensiver Benutzung punktuell nicht stärker als auf 49,7 °C, ansonsten deutlich darunter. Die Plastikrückwand fühlt sich insgesamt nur warm an.

Pures Android mit Extras

Auf dem Motorola Moto G3 läuft Android 5.1.1 Lollipop. Auf Erweiterungen verzichtet Motorola, genauso wie auf Bloatware. Google Now ist vom Start weg aktiv. Wer die Spracheingabe nicht benutzen möchte, muss sie explizit abschalten. Offensichtliche Änderungen im Vergleich zu einem unberührten Android System, wie es beispielsweise auf einem Nexus 5 zum Einsatz kommt, sind Anpassungen im Einstellungsmenü und eine App, die die Daten-Migration von einem Android Smartphone oder einem Apple iPhone ermöglicht. Die Google Apps sind standardmäßig dabei, mehr Apps gibt es im Google Play Store. Dass Motorola ein fast pures Android benutzt, gefällt, denn dann erhält es erfahrungsgemäß auch regelmäßig und schnell die neuesten Betriebssystem-Updates.

Motorola Moto G3 Android pur

Scharfe Kamera

Bei den beiden Vorgängern des Moto G3 war die Hauptkamera noch einer der größten Schwachpunkte. In der dritten Generation ist sie eher eine Stärke, denn die 13-Megapixel-Kamera nimmt bei hellem Umgebungslicht detailreiche Bilder mit guten Kontrasten mit einer Auflösung von maximal 4160 x 3120 Bildpunkten auf. Die Fotos gelingen insgesamt mit einer hohen Abbildungsschärfe. Auffällig ist, dass das Bildrauschen bei guter Ausleuchtung gering ausfällt. Bei weniger Licht rauschen die Bilder allerdings heftig. Trotzdem ist der Gesamtbildeindruck dieser Fotos immer noch ordentlich. Generell wirken die Fotos etwas zu dunkel, was sich über einen Regler am virtuellen Fokus mit einem Handgriff schnell korrigieren lässt. Bei der Farbwiedergabe liegt die Kamera nur geringfügig daneben. Bei gelblichen Lichtverhältnissen ist ein leichter Rotstich erkennbar, ansonsten werden die Farben weitgehend natürlich abgebildet.

Motorola Moto G3 Kamera

Die Frontkamera löst mit 5 Megapixeln auf, was hochauflösende Selfies mit 2560 x 1920 Bildpunkten ermöglicht. Die Schärfe und die Abbildungsqualität sind ordentlich, aber die Farbwiedergabe passt selten. Hier arbeitet der automatische Weißabgleich nicht optimal und sorgt mitunter für unnatürliche Farben.

Soundstage

Beim Sound bewegt sich das Moto G3 irgendwo in der Mitte: Er ist nicht gut, aber auch nicht schlecht. Die Lautstärke ist hoch genug, um morgens ohne externen Lautsprecher das Bad mit einem fröhlichen Lied zu beschallen. Verzerrungen halten sich auch bei maximaler Lautstärke in Grenzen. Auf Bässe muss man bei solch kleinen Lautsprechern ohnehin verzichten. Viele teurere Smartphones bringen aber keinen besseren Sound heraus.

Motorola Moto G3 Lautsprecher

Einschränkungen

Klar ist, dass in dieser Preisklasse ein paar Abstriche gemacht werden müssen. Besonders ins Gewicht fallen sie aber nicht. Das Moto G unterstützt beispielsweise WLAN b/g/n, eine Verbindung in ein 5-GHz-WLAN ist also nicht möglich. Auch NFC fehlt, beispielsweise zur unkomplizierten Anbindung von Bluetooth-Lautsprechern. Ansonsten sind die wichtigsten Sensoren, GPS und schnelles LTE mit bis zu 150 Mbit/s im Download vorhanden.

Motorola Moto G3 in Hand

Top-Akkulaufzeit

Beim Akku macht das Motorola Moto G3 eine besonders gute Figur: Im Test hielt er bei der Videowiedergabe etwa 9,5 Stunden durch. Im allgemeinen Mix aus Surfen, Mailen, Social Media und Mediennutzung wie Musik hören und Videos ansehen, kamen wir auf eine Laufzeit von mehr als zwei Tagen. Ein sehr guter Wert, der dem 2470-mAh-Akku geschuldet sein dürfte. Er ist allerdings auch für das hohe Gesamtgewicht und die Dicke des Smartphones verantwortlich. Was weniger gut gefällt: Der Akku ist fest eingebaut. Zwar lässt sich die Plastikrückwand abnehmen, dahinter verbergen sich aber nur die Slots für Micro-SIM- und microSD-Karte.

Motorola Moto G3 Rueckseite offen

Motorola Moto G3 Slots

Für böse Überraschungen könnte das fehlende Netzteil sorgen, denn es liegt nur ein Micro-USB-Kabel zum Aufladen bei. Man benötigt also noch ein USB-Netzteil.

Fazit

Das Motorola Moto G3 bietet ein ausgewogenes Gesamtpaket. Dem geringen Preis geschuldet muss man bei einigen Komponenten Abstriche machen: Das Display beispielsweise ist zwar ordentlich, doch die geringen Blickwinkel schmälern den ansonsten guten Gesamteindruck. Der Prozessor erledigt bei Standardaufgaben seinen Job klaglos, etwas mehr Leistung und Arbeitsspeicher stünden dem Moto G3 aber gut, damit es beispielsweise beim Surfen ruckelfreier zugeht. Weniger ins Gewicht fallen das fehlende NFC und der Verzicht auf 5-GHz-WLAN. Wer kein altes USB-Netzteil mehr hat, dürfte sich über das fehlende Netzteil ärgern.

Motorola Moto G3 Verpackung

Auf der Haben-Seite steht die rückwärtige Kamera, die detailreiche Fotos bei guter Farbwiedergabe aufnimmt. Eine gelungene Kamera. Genauso gut fällt die Akkulaufzeit aus: Bei einem einfachen Nutzungsmix sollte man locker zwei Tage mit dem Moto G3 verbringen können, ohne dass es an die Steckdose muss. Schade aber, dass der Akku fest eingebaut ist und nicht selbst getauscht werden kann.

Seinen Preis ist das Moto G3 wert, weil es sich keine großen Schwächen leistet. In der gleichen Preisklasse findet man Vorjahresmodelle anderer Android Smartphones, die bei Display, Leistung und Ausstattung etwas besser aufgestellt sind. Bei der Kamera können diese Smartphones mit dem Moto G3 jedoch meist nicht mithalten – und auch nicht bei der Akkulaufzeit.

Die 3. Generation des Motorola Moto G und seinen Vorgänger G2 gibt es bei uns für schmales Geld im notebooksbilliger.de-Shop.

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Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
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Eine Antwort auf Test Motorola Moto G (2015, 3. Generation): In der Mitte liegt die Kraft

  1. Hallo.
    Ein wirklich schöner Blog. Man findet alles was man wissen möchte. Weiter so.
    LG

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