Test Netgear Arlo Q: Full-HD-Webcam mit Cloud-Anbindung

Ohne große technische Kenntnisse lässt sich die Überwachungskamera Arlo Q von Netgear in ein Netzwerk integrieren. Dank der Cloud-Anbindung landen Full-HD-Videos schon nach kurzer Zeit auf dem Smartphone. Die kompakte Kamera zeichnet nicht nur hochauflösende Videos auf, sondern warnt auch, wenn sie Bewegungen und Geräusche registriert.

Gehäuse

Zum Lieferumfang der Überwachungskamera Netgear Arlo Q gehört eine Wandhalterung mit Schrauben und Dübeln, um die IP-Kamera an Wand oder Decke befestigen zu können. Damit bei der Montage an einer Decke das Bild nicht auf dem Kopf steht, lässt sich das Kamerabild in den Software-Einstellungen drehen, Das weiße Gehäuse der Netgear Arlo Q ist über ein Kugelgelenk fest mit dem Standfuß verbunden. Ein Magnet im Standfuß erhöht nicht nur das Gewicht und folglich die Stabilität im Stand, sondern ermöglicht auch das Anbringen an metallischen Oberflächen. Da sich die IP-Kamera ausschließlich über WLAN mit einem Netzwerk verbinden lässt, ist man durch das drei Meter lange Stromkabel relativ frei hinsichtlich der Positionierung. Wer die Kamera noch weiter von der nächsten Steckdose entfernt positionieren will, kann das Micro-USB-USB-Adapterkabel durch ein längeres Kabel aus dem Zubehörhandel ersetzen.

Die Kamera zeichnet mit einer maximalen Auflösung in Full HD mit 1920 x 1080 Pixeln auf. Der Weitwinkel des 16:9-Bildformats ist mit 130 Grad sehr groß. Montiert man die Kamera beispielsweise an einer Zimmerecke, erfasst sie beinah den gesamten Raum. Sobald es dunkel wird, schaltet die Kamera automatisch auf den Nachtsichtmodus um. Zehn Infrarot-LEDs sorgen mit einer Reichweite von knapp 8 Metern für den Überblick bei Nacht. Vorbildlich: Die IP-Kamera Netgear Arlo Q lässt sich zwar ausschließlich per WLAN in ein Netzwerk einbinden, ist dafür aber nicht nur auf das reichweitenstarke WLAN-n im 2,4-GHz-Band beschränkt, sondern ermöglicht auch die Verbindung zu einem störungsfreieren WLAN-a auf 5 GHz. Je nach Netzwerkumgebung kann man so die optimale Verbindung auswählen.

App/Webinterface

Zugriff auf Einstellungen und Videos der Kamera Netgear Arlo Q erhält man über die Smartphone-App Arlo, die für Google Android und Apple iOS kostenfrei zur Verfügung steht. Alternativ kann man im Browser das Webinterface unter https://arlo.netgear.com/#/login aufrufen, benötigt dafür aber Adobe Flash. Unter der App und dem Webinterface stehen einem die identischen Einstellungen zur Verfügung. Um das System und die Cloud-Service nutzen zu können, muss man sich bei Netgear mit E-Mail-Adresse sowie Vor- und Zuname registrieren. Die Videos werden auf Amazon-Cloud-Servern gespeichert.

Webinterface und Smartphone-App reagieren flott auf Eingaben. Die Bedienung erfolgt flüssig und schnell, lange Wartezeiten kamen im Test so gut wie nie vor. Die Bedienebene ist logisch aufgebaut, Einstellungen sind schnell gefunden und vorgenommen. Durch die Cloud-Anbindung spart man sich aufwendige Konfigurationen und kann sofort nach der Installation über Smartphone oder PC Videos betrachten und Einstellungen vornehmen, auch, wenn man sich nicht im selben Netzwerk wie die Kamera befindet.

Registriert die Kamera eine Bewegung oder ein Geräusch, kann sie optional per E-Mail mit Screenshot oder Push-Benachrichtigung via Smartphone auf das Ereignis aufmerksam machen. Während des Tests erfolgten die Hinweise mal sofort oder erst nach maximal fünf Minuten. Verliert die Kamera die Netzwerkverbindung, erfolgt kein Hinweis. Das ist unpraktisch, da man sich ohne Hinweis in Sicherheit wägt. Die aufgezeichneten Videos lassen sich direkt über die App oder das Webinterface wiedergeben und runterladen. Außerdem kann man den Link zum Video weiterleiten. Empfänger benötigen keinen Login, um das Video betrachten zu können, haben aber nur 24 Stunden Zeit, danach ist der Link ungültig.

Aufnahme

Trotz Full-HD-Auflösung fehlt es den Videos an ordentlicher Detailschärfe. Trotzdem sind Details überwiegend gut zu erkennen. Doch vor allem bewegte Objekte sind unkenntlich, da diese Bildteile verrauscht und mit Artefakten versehen sind. Die Bildwiederholrate könnte etwas höher ausfallen, bewegende Motive werden ruckelnd wiedergegeben.

Cloud-Tarife

Wie bei der IP-Kamera Smartfrog setzt auch Netgear mit Arlo Q auf Cloud-Dienste und erspart damit dem Anwender eine komplizierte Einrichtung. Netgear setzt wie der Konkurrent auf ein Abo-Modell, das in der kostenfreien Version bei weitem nicht so restriktiv ist wie das von Smartfrog. Im kostenfreien Basis-Tarif speichert der Hersteller die aufgezeichneten Videos sieben Tage lang oder bis zu einem Gigabyte. Maximal fünf Kameras kann man mit einem Basis-Abonnement verwalten und der Support ist auf drei Monate beschränkt. Im Test hatten wir keine Einschränkung mit dem kostenfreien Basis-Abo bemerkt: Die Einstellungen sind simpel zu verwalten, die Speicherkapazität reicht bei einer durchschnittlichen Videogröße von rund einem Megabyte für gut tausend Videos aus. Nur wer mehr als fünf Kameras verwenden möchte, benötigt ein Bezahl-Abo für 9 Euro (10 Kameras) oder 14 Euro (15 Kameras) pro Monat. Auch wer durchgängige Videoaufzeichnungen wünscht und nicht nur Aufnahmen von Ereignissen wie Bewegung oder Geräuschen haben möchte, muss nochmals extra zahlen.

Fazit

Die Installation der IP-Überwachungskamera Netgear Arlo Q gelingt dank Cloud-Anbindung schnell und ohne großen Aufwand. Denn ohne großen Aufwand ist die Kamera im Netzwerk eingebunden und der Zugriff per Smartphone und PC eingerichtet. Die Kamera arbeitet zuverlässig, zeichnet bei Bewegung und Geräuschen Full-HD-Videos auf und informiert per E-Mail oder Push-Benachrichtigung via Smartphone über die Ereignisse. Die Videoqualität könnte allerdings etwas besser sein, vor allem bewegte Motive sind stark verrauscht und beinah unkenntlich. Dafür gefällt uns die ausgewogene Preisgestaltung der Cloud-Abonnements. Anwender, die nicht mehr als fünf Kameras verwenden, kommen mit dem kostenfreien Basis-Abo problemlos zurecht: Die Videos werden bis zu sieben Tage lange gespeichert und lassen sich sogar runterladen und speichern.

Zum Testzeitpunkt kostet eine Netgear Arlo Q 210,70 Euro bei notebooksbilliger.de

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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