Test Netgear Orbi: Schneller und weiter

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Die meisten Router sehen nicht besonders hübsch aus, sodass man sie lieber versteckt, als sie für eine optimale Reichweite zentral und sichtbar in einem Raum zu positionieren. Außerdem können manche Router in Häusern oder Wohnungen kein WLAN mit ausreichender Reichweite aufbauen. Also muss man noch einen Repeater dazu nehmen, der aber meist nur ein einzelnes WLAN aufbauen kann und dadurch nur geringe Datentransferraten liefert. Netgear Orbi besteht aus einem formschönen Triband-WLAN-ac-Router und einem Satelliten. Beide sind über ein eigenes, separates WLAN-Netz im Mesh-Verband miteinander verknüpft, sodass Clients nicht ausgebremst werden.

Formschön

Den Netgear Orbi Router RBR50 und den Satelliten RBS50 braucht man nicht in den letzten Winkel eines Raumes verbannen, denn die weißen, abgerundeten, schlanken Gehäuse wirken eher wie eine moderne Blumenvase und lassen sich unauffälliger in den Wohnraum integrieren als die üblichen schwarzen oder grauen Kisten mit ihren abstehenden Antennen. Antennen besitzt der Orbi insgesamt sechs, die im Gehäuse integriert sind. Das sieht hübsch aus und beeinträchtigt die Datenübertragung im Vergleich zu externen, manuell ausrichtbaren Antennen kaum. Denn der Orbi Router unterstützt Beamforming, bei dem die Antennensignale je nach Position des Clients automatisch angepasst werden. Die Clients müssen dazu aber ebenfalls Beamforming unterstützen.

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Mit „Satellit“ zum schnelleren WLAN

Der im Set enthaltene Satellit erweitert das WLAN des Tri-Band-Routers. Allerdings kommunizieren er und der Orbi Router über ein eigenes WiFi-Netz mit theoretisch maximal 1766 Mbit/s über WLAN-ac und vier Datenströmen von je 433 Mbit/s miteinander. Clients haben zu diesem Netz keinen Zugang. Der Vorteil: Die beiden Orbis können die verfügbare Bandbreite des 5-GHz-Netzwerkes voll ausnutzen, ohne dass irgendwelche Clients an der Datenrate knabbern, wie es bei sonst üblichen Router-Repeater-Kombinationen der Fall ist. Für Clients bauen Orbi Router und der Satellit ein kombiniertes drahtloses WiFi-Netzwerk mit 2,4 GHz (802.11 b/g/n) und maximal 400 Mbit/s sowie mit 5 GHz (802.11 a/n/ac) und bis zu 833 Mbit/s auf. So können die Clients in Kombination die volle Bandbreite dieser drahtlosen Netzwerke unterbrechungsfrei ausnutzen. Sie funken dann zwar nur mit je zwei Antennen, aber das macht nichts, denn mehr als zwei Datenströme unterstützen viele Clients aktuell sowieso nicht. Besonders gut gefällt dabei, dass Router und Satellit die MU-MIMO-Technologie unterstützen, wodurch der Router mehrere Clients gleichzeitig anfunken und unterbrechungsfrei mit Daten bedienen kann. Standardmäßig ist beides deaktiviert und muss erst eingeschaltet werden.

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Anschlüsse und Funktionen

Der Orbi Router RBR50 besitzt kein integriertes Modem. Es lassen sich aber beliebige DSL-, Kabel- und Glasfaserkabelmodems an dem Vollduplex-Gigabit-WAN-Port anschließen. Ein drei Meter langes Ethernet-Kabel dafür ist im Lieferumfang enthalten. Das Cat5e-Kabel ist sehr flach und lässt sich dadurch unauffällig verlegen. Zusätzlich stehen drei Ethernet-LAN-Anschlüsse mit 10/100/1000 Mbit/s zum Anschluss drahtgebundener Clients zur Verfügung. Dazu kommt ein USB-2.0-Anschluss, über den USB-Massenspeicher und USB-Drucker angeschlossen werden können. Sie stehen dann als Netzwerkspeicher oder Netzwerkdrucker im lokalen Netzwerk zur Verfügung.

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Der Satellit RBS50 besitzt vier Gigabit-LAN-Anschlüsse und ebenfalls einen USB-2.0-Anschluss. Router und Satellit werden über externe Netzteile mit Strom versorgt. Die Geräte verfügen über einen Power-Button und lassen sich bei Bedarf einfach auf Knopfdruck abschalten.

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Einfache Einrichtung und Administrierung

Zur Inbetriebnahme schließt man Router und Satellit über externe Netzteile an das Stromnetz, den Router zusätzlich an ein Modem an. Die Verbindung stellen beide Geräte selbstständig her. Sollte die Verbindung nicht aufgebaut werden, so signalisieren das Leuchtringe an der Oberseite des Routers und des Satelliten. Dann drückt man an den beiden Orbis jeweils den Sync-Button und kurze Zeit darauf sind beide miteinander verbunden. Bei uns dauerte es bei der Ersteinrichtung etwas mehr als drei Minuten, bis die Verbindung zwischen den Geräten stand und die beiden WLAN-n- und WLAN-ac-Netzwerke einsatzbereit waren. Die Leuchtringe an der Oberseite signalisieren dann, wie gut die Verbindungsqualität zwischen Router und Satellit ist. Blau bedeutet maximale Geschwindigkeit, Gelb, dass der Satellit näher an den Router gestellt werden sollte. Bei Magenta besteht keine Verbindung. All das ist in einer kleinen Anleitung zusammengefasst, die unserem Testgerät als englischsprachige Version beilag.

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Bei weiß pulsierenden Leuchtring am Satelliten wird eine Verbindung aufgebaut.

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Leuchtet der Ring blau, dann besteht eine optimale Verbindung zwischen Router und Satellit.

Die SSID und das Passwort für das standardmäßig WPA2-verschlüsselte Kombi-Netzwerk der Clients stehen auf einem Aufkleber unter dem Router und dem Satelliten.

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Nach dem Einloggen mit einem Notebook oder PC startet man die Ersteinrichtung über Eingabe von http://orbilogin.com und folgt den Anweisungen. Hier lassen sich beispielsweise das Login-Kennwort für die Admin-Oberfläche, SSID und Passphrase für den WLAN-Zugang abändern.

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Bei der Ersteinrichtung hilft ein Wizzard.

Das Webinterface zur Administrierung ruft man im Browser über die Eingabe von http://routerlogin.net oder der IP-Adresse des Orbi RBR50 auf. Sämtliche Einstellungen können darüber für den Router und den Satelliten vorgenommen werden. Man muss beide Geräte also nicht umständlich einzeln adressieren. Der Funktionsumfang entspricht weitgehend dem eines gehobenen Mittelklasse-Routers unter anderem mit einer Kindersicherung, Geräte-Zugriffssteuerung, Portweiterleitung, dynamischen DNS und VPN-Dienst. Der Router unterstützt IPv6. Eine Update-Funktion sorgt dafür, dass sich das System immer mit der aktuellsten Firmware auf dem neuesten Stand befindet.

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Das Webinterface ist übersichtlich aufgebaut und erlaubt eine einfache Administration des Routers und Satelliten.

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Reichweite und Datendurchsatz in der Praxis

Wir haben uns angesehen, wie hoch der Datendurchsatz in den beiden unterschiedlichen Netzen ist. Dazu haben wir die Orbis in einem Einfamilienhaus mit zwei Etagen installiert. Der Router stand im Erdgeschoss, der Satellit in der ersten Etage. Zwischen Router und Satellit bestand trotz Überwindung einer Etage eine optimale Verbindung, wie der Leuchtring in Blau signalisierte. Zunächst haben wir überprüft, wie weit das WLAN reichte und waren positiv überrascht: Vom Keller bis zum Dachgeschoss war in allen Ecken und Winkeln des Hauses das WiFi-Netzwerk verfügbar. Mit unseren Apple MacBook, iPhone, Windows Notebooks und Android Smartphones erreichten wir im Erdgeschoss und in der ersten Etage knapp 300 Mbit/s. Im Dachgeschoss und im Keller sank die Datenrate auf etwas weniger als 120 Mbit/s. Beides sind sehr gute Werte. Die Ping-Zeiten zum Router fielen mit durchschnittlich 3 ms Sekunden kurz aus und bewegten sich kontinuierlich auf dem gleichen Niveau, sodass sich die kurze und konstante Latenz auch für Online-Gaming eignet. Ein ebenfalls vorhandener Router mit zusätzlichem Repeater schaffte es an gleicher Stelle nicht, jeden Winkel des Hauses mit WLAN zu versorgen.

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Fazit

Der Netgear Orbi RBR50 ist ein formschöner Router, der zusammen mit dem Satellit RBS50 ein Mesh-Netzwerk bildet. Zusammen bauen sie ein enorm reichweitenstarkes WLAN-Netzwerk auf. In unserem Testumfeld konnten wir ein zweistöckiges Einfamilienhaus vom Keller bis zum Dachgeschoss problemlos mit WLAN versorgen. Die Datenraten bewegten sich durchgängig auf hohem Niveau und auch die Latenz war so niedrig, dass man damit beim Online-Gaming kein Problem haben dürfte. Das Konzept, ein eigenes Netzwerk nur für die Verbindung zwischen Router und Satellit zu benutzen, geht beim Netgear Orbi also voll auf. Dadurch werden die üblichen Bandbreiteneinschränkungen, wie sie bei herkömmlichen Router-Repeater-Kombis vorkommen können, vermieden.

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Der Orbi RBR50 Router ist im Shop von notebooksbilliger.de auch einzeln erhältlich.

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Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
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