Test: OPPO A91 – Gutes Einsteiger-Smartphone mit Quad-Kamera

      Test: OPPO A91 – Gutes Einsteiger-Smartphone mit Quad-Kamera

      Nach dem sehr guten OPPO Reno2 und dem Top-Gerät Find X2 Pro komplettiert nun das OPPO A91 das Deutschland-Line-Up der Chinesen. Es kommt – trotz derzeitigem Preis von ca. 300€ – mit vier Kameras und OLED-Display daher. Wir haben das Smartphone für euch umfassend getestet.

      Das gefällt uns

      • Schönes, großes AMOLED-Display
      • Ausdauernder Akku
      • Gute Hauptkamera
      • Scharfe Selfie-Cam
      • ColorOS 6.1 bietet eine sehr gute und flüssige Navigation

      Das gefällt uns nicht

      • Gaming meist nur auf mittleren Details möglich
      • 5-fach-Digitalzoom nicht wirklich praxistauglich
      • Color OS 7 mit Android 10 kommt erst im August

      Technische Daten OPPO A91
      Software Android 9 mit ColorOS 6.1.2
      Prozessor Mediatek MT6771V Helio P70
      Arbeitsspeicher 8 GB
      Speicher 128 GB
      Display 6,4″ AMOLED-Display mit FHD+-Auflösung (2400×1080 Pixel) im 20:9-Format, Corning Gorilla Glass 5, 408 ppi, 430 nits
      Kamera Selfiekamera:
      16 Megapixel, f 2.0
      Hauptkamera:
      48 Megapixel, f/1.79
      8 Megapixel, f/2.25
      2 Megapixel, f/2.4
      2 Megapixel, f/2.4
      Kameramodi: Automatik, Video, Pro-Modus, Panorama, Portrait, Nachtmodus, Zeitraffer, Slow Motion
      Akku 4.025 mAh
      mit VOOC Flash Charge 3.0
      Besonderheiten USB-C
      3,5mm Klinkenanschluss
      Bluetooth 4.2
      WiFi 2.4/5GHz 802.11 a/b/g/n/ac
      Design 73,3 mm x 160,2 mm x 7.9 mm
      172 Gramm
      Lightening Black, Blazing Blue
      Preis 299 Euro*

      Design und Lieferumfang

      Wie bei seinem großen Bruder – dem OPPO Reno2 – beeindruckt auch beim A91 erstmal das große Display. Mit 6,4-Zoll im länglichen 20:9-Format nimmt es fast die gesamte Vorderseite ein. Die Wassertropfen-Notch ist sehr dezent und fällt im Alltagsgebrauch kaum auf. OPPO hat auch gleich einen Screen-Protector auf dem A91 angebracht. Das darunterliegende Gorilla Glas 5 sollte allerdings ebenfalls viele Kratzer verhindern. Im Zusammenspiel mit dem Protector seid ihr so auf jeden Fall von Haus aus doppelt geschützt – sehr schön.

      Rein äußerlich deutet nicht viel auf den eher geringen Preis des Gerätes hin. Euch erwartet – wie bei teureren Geräten – ein Glas-Sandwich mit Aluminiumrahmen. Haptisch ist es vielleicht nicht ganz auf dem Niveau des Reno2 oder Find X2 Pro, dennoch überzeugen die eingesetzten Materialien.

      In unserem Fall haben wir die Version in der Farbe „Lightening Black“ im Test. Alternativ gibt es auch noch ein blaues Modell mit der Bezeichnung „Blazing Blue“. Das Schwarz der Rückseite des OPPO A91 reagiert schön auf Lichteinfälle und gibt teilweise regenbogenfarbene Reflexionen von sich.

      Auf rechten Seite des OPPO A91 befindet sich einzig und allein der Powerbutton. Links gegenüber liegt der SIM-Karten-Slot mit Dual-SIM und Micro-SD-Karteneinschub. Unter diesem liegt auch direkt die Lautstärkewippe. Alle Knöpfe wirken solide verarbeitet und haben ein angenehmes Klick-Gefühl. Sie sitzen zudem allesamt passgenau im Gehäuse. Auf der Unterseite findet ihr den 3,5mm-Anschluss, den USB-C-Port zum Laden und den Mono-Lautsprecher.

      Satte vier Kameras erwarten euch auf der Rückseite. Diese sitzen auf der linken oberen Rückseite in einem mächtigen Kamerabuckel. Dieser kann es – von der Größe her – selbst mit Flaggschiffen, wie dem Huawei P40 Pro, aufnehmen. Durch den großen Buckel und die Position der Kameras, werdet ihr kaum das Problem haben, aus Versehen auf den Linsen herumzutatschen. Zumindest, wenn ihr das A91 nicht waagerecht haltet.

      OPPO A91 Smartphone Lautstärkewippe

      Oppo ist so freundlich dem A91 auch gleich eine Schutzhülle beizulegen. Diese ist aus Silikon gefertigt und durchsichtig. Sie passt dem OPPO A91 zwar wie angegossen, wirkt allerdings nicht sonderlich hochwertig. Hier war die beiliegende Hülle des Reno2 deutlich besser verarbeitet. Dafür liegt das OPPO A91 mit ihr sehr gut in der Hand und wackelt auf dem Tisch auch nicht mehr, da sie den Kamerabuckel des Smartphones ausgleicht. Durch eine Perforierung auf der Innenseite kommt es nicht zu einem unschönen Ankleben der Hülle. Dafür wirkt das A91 farblich deutlich matter, wenn ihr die Hülle nutzt.

      Das OPPO A91 ist sicherlich kein kleines Smartphone, aber durch das 20:9-Verhältnis können es Leute mit durchschnittlichen Händen auch einhändig bedienen. Kleinere Hände stoßen aber aufgrund der Höhe von mehr als 16cm schnell an ihre Grenzen. Habt ihr dann einmal eine bequeme Halteposition gefunden, liegt das OPPO-Smartphone aber sehr gut in der Hand. Das liegt auch an seinem sehr geringen Gewicht von lediglich 172g. Damit werdet ihr es in der Hosentasche oder beim Lesen in der Bahn überhaupt nicht bemerken. Mit der Silikonhülle nimmt das Gewicht leicht zu, ist aber immer noch sehr angenehm zu handhaben. Zudem ist es mit und ohne Hülle gut ausbalanciert, sodass es auch bei längeren Haltesessions nicht auf die Arme geht.

      OPPO A91 Smartphone Seite Power Button

      Beim Lieferumfang zeigt sich Oppo erneut sehr großzügig. Neben dem A91 liegen noch ein USB-A auf USB-C-Kabel, das 20-Watt-Schnellladegerät und die eben erwähnte durchsichtige Schutzhülle aus Silikon der Verpackung bei. Daneben gibt es noch den bereits angebrachten Bildschirmschutz und ein kleines weißes Headset. Letzteres orientiert sich an der Formensprache einer gewissen Firma aus Cupertino. Unter „Sound“ erfahrt ihr mehr zu ihm.

      Nach oben

      OPPO A91 bei uns im Shop

      Scharfes und großes Display

      Das stattliche 6,4-Zoll-Display löst mit 2.400 x 1.080 Pixeln auf und hat einen PPI-Wert von sehr guten 408. Damit werden all eure Inhalte gestochen scharf dargestellt und einzelne Pixel sind mit dem bloßen Auge nicht mehr erkennbar. Die maximale Helligkeit liegt bei ca. 430nit. Im Automatik-Modus wird der OLED-Bildschirm mit bis zu 670 cd/m² aber noch deutlich heller. Somit ist er hell genug, um alle eure Inhalte auch bei direktem Sonnenlicht erkennbar darzustellen. Panels mit schnelleren Displaywiederholraten haben es noch nicht in die Einsteigerklasse geschafft und so kommt im OPPO A91 ein normales 60Hz-Modell zum Einsatz.

      Dafür bekommt ihr aber ein Super-AMOLED-Display mit quasi unendlichem Kontrast. Stellt das Display Schwarz dar, kann es Pixel gezielt ausschalten. Bei normalen LED-Bildschirmen wirkt Schwarz dagegen im Dunkeln eher gräulich. Dazu verbraucht das Display bei viel schwarzem Bildschirminhalt auch weniger Strom. Hier hätte OPPO dem A91 also ruhig noch einen Dark-Mode für eine höhere Energieeffizienz mitgeben können.

      OPPO A91 Farbeinstellungen

      Bei der Farbdarstellung des Displays gibt euch OPPO die Wahl zwischen drei Presets – Kälter, Standard und Wärmer. Zwischen diesen könnt ihr auch mit einem Slider stufenlos umschalten. Ich habe es etwas von Standard auf Wärmer geschoben und hatte damit einen ähnlichen Weißpunkt, wie mein kalibrierter Monitor. Die Farben des Display sind somit kräftig und wirken dennoch nicht übertrieben.

      Nach oben

      Performance: Mittelklasse

      Die Performance des OPPO A91 entspricht im Alltag ihrem Preisschild: Soll heißen, dass der MediaTek P70 nicht zu den schnellsten Prozessoren seiner Zunft gehört. Surfen, Fotos machen und Videos rendern bekommt der Achtkerner gut hin. Seine Gaming-Performance ist allerdings nicht die beste. Der Smartphone-Racer „Asphalt 9“ wird zum Beispiel automatisch mit mittleren Details gestartet. In diesen läuft er auch sehr flüssig und ohne jegliche Ruckler. Stellt ihr dann allerdings im Spiel auf maximale Details um, ist das Ergebnis grafisch zwar deutlich ansehnlicher, es kommt jedoch auch zu vereinzelten Mikrorucklern. Diese sind im schnellen Racing-Game zwar nicht extrem störend, fallen aber durchaus auf.

      Zu Slow-Downs kam es bei einer normalen Nutzung des OPPO A91 aber nie. Das liegt wahrscheinlich auch an den verbauten 8-GB-Arbeitsspeicher. Diese Größe findet ihr meist eher in Oberklasse-Smartphones. Sie sorgt dafür, dass selbst eine Vielzahl von Tabs und Programmen nicht zu viel für das Smartphone werden.

      Für Netflix, Disney+ und Amazon Prime steht Widevine mit L3-Zertifizierung bereit. Dabei handelt es sich um die Google-eigene Kopierschutzmaßnahme, die von allen großen Streaming-Anbietern genutzt wird. Im Falle des OPPO A91 bedeutet sie, dass ihr kopiergeschützte Inhalte teilweise nicht in HD-Auflösung streamen könnt.

      OPPO A91 MediaTek CPU

      Der Speicher beträgt bei unserem Testgerät gute 128 GB. Das sollte für die meisten User bereits ausreichen, ist allerdings auch noch via MicroSD-Karte erweiterbar. Toll ist, dass ihr selbst mit eingesetzter MicroSD-Karte nicht auf die Dual-SIM-Fähigkeit verzichten müsst, da sich SIM- und SD-Karte den zweiten Steckplatz nicht teilen.

       

       

      Im Alltag könnt ihr auch eine Gestensteuerung zur Bedienung nutzen. Mit dieser verschwinden die klassischen Android-Navigationstasten. Zwar benötigt ihr für die neue Steuerung eine kurze Eingewöhnung, dafür habt ihr dann aber mehr Displayfläche zur Verfügung. Bereits nach kurzer Zeit möchtet ihr sie nicht mehr missen und navigiert – in meinem Fall – sogar deutlich schneller durch das Betriebssystem ColorOS 6.1. Leider basiert dieses noch auf Android 9. Die neue Version 10.0 soll das OPPO A91 im August erhalten.

      OPPO A91 Gesichtserkennung

      Wirklich extrem schnell ist die Gesichtserkennung des OPPO A91. Hierfür müsst ihr erstmal euer Gesicht scannen und dann nur noch beim gesperrten Bildschirm nach oben wischen, um euer Smartphone zu entsperren. Das ist etwas umständlich, lässt sich aber auf ein sofortiges Entsperren umstellen. Hier ist dann lediglich das Problem, dass euer Handy direkt „aufwacht“, wenn ihr euch in den Suchbereich der Kamera bewegt.

      Die besten Entsperrungsmethode ist für mich immer noch der gute „alte“ Fingerabdruckleser. Im Falle des OPPO A91 sitzt er im Display und reagiert auch sehr schnell. Zu Beginn genehmigte er sich noch eine kurze Gedenksekunde, um meinen Finger zu erkennen. Je öfter ihr ihn aber benutzt, desto besser scheint er auch zu funktionieren. Subjektiv funktioniert er auch deutlich schneller als der Fingerprint-Reader des großen Bruders OPPO Reno2.

      OPPO A91 Smartphone Fingerabdruckleser

      Mit seinen 4.025 mAh ist der Akku heutzutage von der Größe her eher Standardkost, liegt aber auf dem Niveau von Konkurrenten, wie dem Nokia A51. Der MediaTek P70 ist dafür sehr stromsparend, so dass ihr relativ gut über zwei Tage mit einer vollen Akkuladung auskommt. Zockt ihr allerdings, schmelzen die Prozente gefühlt schneller dahin als bei der Konkurrenz mit Snapdragon-, Exynos- oder Kirin-CPU. Wer aber hauptsächlich Messaging, Fotografieren und Surfen betreibt, kommt hingegen sehr gut mit dem A91 über die Zeit.

      Leider lässt sich das OPPO-Smartphone nicht kabellos laden, dafür lädt es via Netzteil sehr schnell. Etwa anderthalb Stunden benötigt es via Ladegerät, um von null Prozent auf 100% zu kommen. 50% werden sogar in lediglich 30 Minuten geladen. Die Akkugröße und das Schnellladen trösten über die fehlende Möglichkeit, nicht kabellos laden zu können, hinweg.

      Nach oben

      OPPO A91 bei uns im Shop

      Kamera: Gute Fotos und mittelmäßige Videos

      Für ein Einsteiger-Smartphone kommt das OPPO A91 mit einer wirklich üppigen Kamera-Ausstattung daher. Insgesamt stehen fünf Linsen bereit, von denen sich vier effektiv nutzen lassen. Die Hauptkamera mit 48MP hat dabei ein weites Objektiv von 26mm. Im Normalfall werden ihre Bilder auf 12-MP-Fotos heruntergerechnet. Darüber hinaus hilft sie auch den anderen Kameras mit zusätzlicher Bildschärfe. Die 8-MP-Ultraweitwinkel-Kamera bringt es auf extrem weite 13mm.

      Die beiden Hauptkameras auf der Rückseite machen jeweils einen guten Job. Sie fangen auch kleinere Details noch schön ein und bieten – im Zusammenspiel mit dem Algorithmus des OPPO A91 – sehr natürliche Farben. Gerade bei letzteren versagen, meiner Meinung nach, auch viele teurere Smartphones. Zwar sind im Falle des OPPO A91 Grün und Rot etwas übersaturiert, aber künstlich wirken sie deswegen noch nicht. Das ist zum Beispiel gut zu sehen am Grün der Wiesen im oberen Bild. Alle Fotos wurden mit dem Automatik-Modus des OPPO A91 aufgenommen und nicht weiter bearbeitet. Es wurde jeweils in den Zoom-Stufen „x1“, „x2“ und „x5“ fotografiert. Die beiden erstgenannten bezeichnen dabei eine optische Vergrößerung über die Brennweite der jeweiligen Hauptkamera.

      Zwar verfügt der Digital-Zoom, welcher im Menü mit „x5“ gekennzeichnet ist, nicht über die hervorragenden Details des OPPO Reno2, er kann aber bei guten Lichtverhältnissen durchaus als Tele-Ersatz herhalten. Wunder sollte man von ihm aber keine erwarten. Die Fotos sind lediglich digital vergrößert. Das bedeutet, dass einzelne Pixel und Bildrauschen, gerade bei schlechteren Lichtverhältnissen, deutlich erkennbar sind. So etwa zu sehen bei der digitalen Vergrößerung der M.C. Escher-Zeichnung oben. Die unteren beiden Kameras auf der Rückseite sind lediglich zur Unterstützung der Hauptkameras gedacht. Sie sorgen für Tiefenschärfe und Effekte.

      Wollt ihr die vollen 48-Megapixel-Aufnahmen haben, dann ist das über eine Einstellung im Menü problemlos möglich. In diesem Modus ist allerdings Zoomen nicht mehr freigeschaltet. Die Aufnahmen nehmen vor allem Speicherplatz ein und liefern nicht viel mehr Details. Hier macht der Algorithmus des OPPO A91 also einen sehr guten Job.

      OPPO A91 48MP Kein Zoom

      Beide Hauptkameras verfügen zudem über eine Autofokus-Fähigkeit. Da der Digital-Zoom auf beiden Hauptlinsen aufbaut, könnt ihr also effektiv bei allen Zoom-Modi euren Autofokus nutzen. Im Test klappte das ganz gut und relativ schnell. Damit könnt ihr zum Beispiel Weitwinkel-Shots mit leichtem Bokeh-Effekt machen.

      Dieser wird durch die beiden 2-MP-Knipsen auf der Rückseite ermöglicht und sieht in der Praxis gut aus. Objekte werden schön freigestellt und auch Haare sind nicht auffällig ausgeschnitten.

      Als Frontkamera steht im OPPO A91 ein 16-Megapixel-Sensor in der Wassertropfen-Notch auf der Vorderseite bereit. Die boxt deutlich über ihrer Preisklasse und scheint dasselbe Modell wie im Reno2 zu sein. In diesem konnte sie bereits voll überzeugen. Selfies sind scharf und können auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch einige Details herausholen.

      Leider gibt es keine zweite Kamera, die sich um ein verbessertes Bokeh (Tiefenschärfe) kümmert. Dennoch bietet euch OPPO alle Filtermodi der Hauptkameras. Die Fotos sind bei guten Lichtverhältnissen scharf und gut freigestellt. Selbst bei Dunkelheit kann die Selfie-Cam noch einigermaßen überzeugen. Zoomt ihr ran, müsst ihr aber feststellen, dass viel Schärfe im stärkeren Bildrauschen verschwindet.

      Auch einen Nachtmodus bietet das OPPO A91. Der hellt Bilder gut auf und die meisten Details bleiben erkennbar. Dazu müsst ihr das Smartphone aber so still wie möglich halten. Bei kompletter Dunkelheit sind viele eurer Fotos dennoch stark verrauscht und verwackelt. Das liegt schlicht und ergreifend am mangelnden Licht. Zaubern kann eben auch OPPO nicht. Zudem dauert es eine Weile, bis die Bilder gespeichert sind. Mit einem schnelleren Prozessor wäre das wahrscheinlich nicht der Fall.

      Videos könnt ihr mit der Hauptkamera maximal mit 1080p und 30fps aufnehmen. Die Videos wirken dabei scharf, haben aber nicht die beste Dynamic-Range. Auch die Weitwinkelkamera schafft diese Auflösung, hat aber noch weniger dynamischen Umfang. Somit wirken die Videos nochmals deutlich verwaschener. Zeitlupenaufnahmen sind in 720p-Auflösung und 120 Bildern die Sekunde möglich. Eine coole Spielerei, bei der ihr jedoch noch weitere Abstriche in der Bildqualität machen müsst.

      Alles in allem bekommt ihr beim OPPO A91 eine gute Smartphone-Kamera, mit der ihr für die meisten Situationen gerüstet seid.
      Nach oben

      Sound: Nicht sonderlich fidel

      Sound gibt das OPPO A91 über einen Mono-Lautsprecher an der Unterseite aus. Der Lautsprecher wird ausreichend laut und gibt gerade Stimmen relativ differenziert wieder. Die Differenzierung beim Klang erfolgt allerdings nur, weil so ziemlich alle Frequenzen stark in die Höhen verschoben wurden. Damit wird höhenlastige Musik schnell sehr beißend – wenn ihr die Lautstärke nicht entsprechend anpasst. Der Klang entbehrt dementsprechend jeglicher Tiefen. Bis zur Hälfte der Lautstärke hält sich die Übersteuerung des Klangs immerhin in Grenzen. Wenn ihr Videos schaut oder Spiele spielt, kann es vorkommen, dass ihr den Monolautsprecher mit eurem Finger verdeckt.

      OPPO ist dem Trend zum Verschlimmbessern der Konnektivität zum Glück nicht gefolgt und spendiert dem OPPO A91 einen 3,5-mm-Klinkenanschluss. An diesen könnt ihr eure Kopfhörer anschließen. Leider verzichten immer mehr Hersteller darauf und verlangen zwingend nach einem Adapter. Für Kopfhörer bis 50 Ohm reicht der eingebaute Verstärker, was so etwa 99% der mobilen Kopfhörer abdecken sollte. Mit stromhungrigeren Kopfhörern, wie z.B. Hifiman Magnetostaten oder Beyerdynamic DT 1990 Pro, klingt die Wiedergabe dann allerdings sehr blechern, flach und leise.

      Dafür fehlt es dem eingebauten Kopfhörerverstärker einfach an Saft. Die beigelegten Ohrhörer sind in Ordnung und besser als viele andere Dreingaben. In ihrer Wiedergabe bleiben sie aber stets sehr schwammig und bassbetont. Instrumente und Stimmen könnt ihr mit ihnen nur schwerlich voneinander unterscheiden. Musik wird damit eher zu einem gesamten Klangbrei und verliert deutlich an Atmosphäre. Ich würde euch also definitiv alternative Kopfhörer empfehlen.

      OPPO A91 Unterseite Audio Kopfhörer Headphones

      Sehr gut ist hingegen die Klangqualität bei Telefonaten und Videocalls. Auch der Empfang kann sich in einem – mit Funklöchern verseuchten – Berliner Altbau hören und sehen lassen. Der Gesprächspartner ist sehr gut zu verstehen und klingt meist natürlich. Teilweise klingen die Stimmen, ähnlich wie beim Monolautsprecher, aber auch etwas zu hoch.

      Nach oben

      Fazit OPPO A91

      Das OPPO A91 bietet viele Features, die ihr meist erst ein bis zwei Preisklassen darüber findet. Mit seiner guten Quad-Kamera lassen sich solide Fotos knipsen und durch das große AMOLED-Display habt ihr im Alltag eine akkurate und kontraststarke Bildschirmfläche zur Verfügung. Multi-Tasking ist durch die 8GB-Arbeitsspeicher kein Problem und der gute Akku schaffte es im Test dabei über zwei Tage durchzuhalten. Einziges Manko für Vielzocker ist der Prozessor: Dieser kommt bei Games mit anspruchsvoller Grafik bereits jetzt an seine Grenzen.

      Die Frontkamera vermag es scharfe Bilder bei guten Lichtverhältnissen zu knipsen. Zudem stört sie in ihrer dezenten Wassertropfen-Notch kaum die Inhalte auf dem Display.

      Nur preislich ist das A91 etwas schwierig einzuordnen. Gerade das OPPO Reno2 Z bietet eine deutlich bessere Performance und Kamera und kostet derzeit nur knapp 20 Euro mehr. Für derzeit knapp hundert Euro zusätzlich erhaltet ihr zudem den „echten großen Bruder“ OPPO Reno2 – wenn es euch nicht auf den letzten Euro ankommt, würde ich euch diesen definitiv empfehlen. Das Smartphone überzeugte uns im Test mit Oberklasse-Leistungen bei Kamera, Laufzeit und Performance.

      Alles in allem ist das OPPO A91 aber – für den aufgerufenen Preis – ein ziemlich gutes und vor allem stimmiges Gesamtpaket, mit dem ihr bereits prima durch den Alltag fotografieren, telefonieren und surfen könnt.

      OPPO A91 bei uns im Shop

      Veröffentlicht von

      Großer Film- und Serien-Nerd, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch die älteren Geschwister fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf seiner PS4 Pro.

      Das könnte dich auch interessieren

      Schreibe einen Kommentar

      Pflichtfelder sind mit * markiert.