Test Parrot Mini Drone Mambo: Tanze Mambo mit mir

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Möchte man einen Multicopter fliegen, dann benötigt man viel Flugraum und muss bei Draußenflügen einige gesetzliche Vorschriften beachten. Die Mini-Drohnen von Parrot lassen sich dagegen problemlos auf kleinem Raum in der Wohnung bewegen. Die Neue heißt Mambo und bringt einige clevere Erweiterungsoptionen über einen Lego-Baustein-Aufsatz mit. Darüber lassen sich beispielsweise ein fernsteuerbares Greifwerkzeug und eine Erbsen-Kanone anschließen. Wir haben ein Tänzchen mit dem kleinen Multicopter gewagt und scharf geschossen.

Aufbau

Parrot hat mehrere fliegende Mini Drones wie etwa Airborne und Hydrofoil im Programm. Ihr Aufbau ist weitgehend identisch. Das gilt auch für die Mambo. Sie unterscheidet sich nur äußerlich ein wenig. Von der prinzipiellen Konstruktion und Größe ist sie identisch mit Parrots anderen Kleinst-Quadcoptern. Erhältlich ist die 150 x 90 x 42 mm kleine Mambo ausschließlich in der Farbkombination Weiß/Schwarz.

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Ein stabiler Kunststoffträger nimmt vier kleine Motoren auf, die vorne und hinten mit verschiedenfarbigen Propellern bestückt sind und bei Defekt getauscht werden können. Das sollte aber selten vorkommen, denn die Mambo besitzt Schutzbügel für jeden Propeller. Bei Bedarf nimmt man die Bügel ab, um den 66 g schweren Quadcopter etwa 4 g leichter zu machen. Zur Ermittlung der Fluglage braucht man die unterschiedliche Farbmarkierung der Propeller nicht, denn vorne zeigen zwei LEDs als Augen den Betriebs- und Ladezustand des Multicopters an und geben zusätzlich Orientierung im Flug.

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Im Inneren der Mambo steckt ein wenig Elektronik und ein wechselbarer Akku, den man in den Korpus einschiebt und der sicher einrastet. Der Korpus besitzt recht dünne Kunststoffabdeckungen oben und unten. Möchte man beispielsweise den Akku wechseln, dann drückt man diese Abdeckungen stark ein. Im Test kam es zwar zu keinem Bruch, einen vertrauenserweckenden Eindruck hinterlässt der Kunststoff aber auch nicht.

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Auf der Oberseite des Multicopters befindet sich eine Halterung in Form eines Legosteins. In vier seiner sechs Steckverbinder befinden sich Kontakte, über die verschiedene Aufsätze angesteuert werden können. Parrot liefert für den Brick drei Aufsätze mit: Eine Klemmhalterung für einen Zettel, einen motorisierten Greifer und eine kleine Kanone, die ebenfalls über einen Elektromotor betätigt wird und Plastikkügelchen verschießt.

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Steuerung

Gesteuert wird der Quadcopter über ein Apple iPhone oder Android Smartphone mit der FreeFlight Mini App. Alternativ kann man auch einen Bluetooth-Gaming-Controller verwenden. Die Mobiltelefone müssen mindestens Bluetooth 4.0 Low Energy unterstützen, um drahtlos mit dem Multicopter kommunizieren zu können. Beim ersten Start der App wird gegebenenfalls ein Firmware-Update für die Mambo geladen und installiert. Das kann etwa eine halbe Stunde dauern. Schneller geht es über ein Mini-USB-Kabel und einen PC. Damit dauert das Update nur wenige Minuten. Erfahrungsgemäß stellt Parrot regelmäßig Updates mit Verbesserungen für seine Mini Drones bereit.

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Die FreeFlight Mini App stellt drei Steuerungsmodi zur Verfügung: Normal, Ass und Joypad. Grundsätzlich erfolgt die Fernbedienung der Mambo über zwei virtuelle Steuerkreuze auf dem Touchscreen. Damit lassen sich Bewegungen um alle Achsen durchführen und der Vortrieb in alle Richtungen steuern. Der Joypad-Modus bietet eine klassische Steuerung wie mit einer herkömmlichen Knüppelfernbedienung, der Ass-Modus erlaubt dagegen stufenlose schnelle Kursänderungen per Swipe. Im Normal-Modus ändert man die Richtungen ebenfalls frei nur über einen Daumen. Welchen Modus man auswählt, hängt hauptsächlich von den persönlichen Vorlieben ab. In allen Fällen fehlt aber auf dem Touchscreen das haptische Feedback einer „echten“ Fernbedienung, was eine präzise Steuerung erschwert. Wer mag, grenzt maximale Flughöhe, Neigung und damit Geschwindigkeit sowie maximale Steigfähigkeit und Drehgeschwindigkeit nach eigenem Flugkönnen ein.

Flugeigenschaften

Beim Start der App wird man zum Kalibrieren der Sensoren aufgefordert, damit die Mini Drone nicht durcheinander kommt und schon beim ersten Take off abschmiert. Gestartet wird die Mambo, indem man sie einfach in die Luft wirft oder auf den Take-off-Button drückt. Der Quadcopter stabilisiert sich dann automatisch in etwa einem Meter Höhe von selbst in der Luft. Ohne Schutzbügel und Aufsätze fliegt sich die Mambo wie die anderen Mini Drones. Mit ihr lassen sich dann problemlos vorprogrammierte Flips nach vorne, hinten und seitlich durchführen. Dafür muss aber genügend Platz vorhanden sein, denn die Mambo steigt kurz vor einem Überschlag etwa 30 bis 40 cm in die Luft, bevor sie das Kunststück vollführt. Der Quadcopter lässt sich mit etwas Übung präzise steuern und erreicht mit dem 550 mAh (2 Wh) starken Akku eine Flugzeit von knapp 6 Minuten. Für den Draußeneinsatz ist die Mambo weniger geeignet, denn es reichen bereits geringe Windstärken, um den Quadcopter wegdriften zu lassen.

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Mit montiertem Propellerschutz erhöht sich das Fluggewicht. Dadurch reagiert die Mambo bei der Steuerung träge und die Flugzeit reduziert sich um mehr als eine Minute. Montiert man zusätzlich einen der Aufsätze, dann wirkt sich das nochmal höhere Gewicht deutlich auf das Flugverhalten aus. Der andere Schwerpunkt lässt den kleinen Multicopter nach Richtungsänderungen oder Stopps in der Luft nachschwanken, was eine präzise Steuerung einschränkt. Dazu kommt, dass die Gewichtserhöhung und der Strombedarf des Greifers und der Kanone die Flugzeit drastisch auf etwa 3,5 Minuten reduzieren. Damit fällt der Spielspaß sehr kurz aus. Gut, dass sich der Akku nach Abkühlung in etwa 30 Minuten wieder aufladen lässt. Dazu liegt ein Mini-USB-Kabel bei. Parrot empfiehlt ein optionales USB-Ladegerät mit maximal 2,5 A. Im Test haben wir ein 2,1-A-Ladegerät verwendet.

Greifen und Schießen

Die Aufsätze machen richtig Spaß: Mit der Klemmvorrichtung transportiert man beispielsweise kleine Zettelchen von einem Zimmer ins nächste. Interessanter ist aber der motorisierte Greifer, den man vorne oder hinten an die Drohne anklippt und über den Legostein-Kontakt mit ihr verbindet. Über die FreeFlight Mini App lässt sich der Greifer motorisch öffnen und schließen. Die Tragkraft ist allerdings sehr gering und im Flug muss man schon sehr genau steuern, um etwas damit aufnehmen zu können. Im Test konnten wir Gegenstände mit einem Gewicht von bis zu 10 g mit dem Greifer transportieren.

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Die Mambo war damit noch flugfähig, büßt aber allgemein durch den Aufsatz deutlich an Flugeigenschaften ein. Die Mini Drone wackelt bei Flugmanövern stark nach und lässt sich nur mit viel Gefühl einigermaßen sicher beherrschen. Ähnliches gilt für die Kanone, die man aufsteckt und mit maximal fünf kleinen Kügelchen bestückt. Ein Beutel solcher Kugeln liegt dem Paket bei. Auf Knopfdruck schießt man ein Kügelchen nach dem anderen ab. Die Reichweite beträgt etwa zwei Meter. Viel Kraft steckt nicht dahinter, die Verletzungsgefahr ist also gering. Präzises Feuern ist zwar kaum möglich, aber Spaß macht es auf jeden Fall.

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Wir haben versucht, die Mambo statt mit fertigen Aufsätzen mit Lego-Bausteinen und Figuren zu bestücken. Das klappte nur begrenzt, denn der kleine Quadcopter kann nur wenig Zuladung aufnehmen. Außerdem verändert sich dadurch das Gewichtsverhältnis erheblich, was Elektronik und Motorleistung ab einem bestimmten Punkt nicht mehr kompensieren können, sodass sich der Quadcopter nicht mehr ausreichend stabilisiert.

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Kamera

Die Mambo besitzt an der Unterseite eine kleine Kamera mit 0,3 Megapixeln Auflösung. Über die FreeFlight App nimmt man Fotos während des Fluges auf. Die Fotos landen im internen Speicher der Mambo und können per Bluetooth auf das Mobiltelefon übertragen werden.

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Die Aufnahmen gelingen auch bei guten Lichtverhältnissen nur sehr unscharf und in einer mäßigen Qualität, die kaum für das Teilen auf Facebook & Co. ausreicht.

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Die Aufnahmen rauschen auch bei guten Lichtverhältnissen stark.

Ersatzteile

Die Ersatzteilversorgung für die Parrot Mini Drones ist sehr gut. Sollte mal etwas kaputt gehen, dann bekommt man problemlos Ersatzteile. Ganz billig sind sie dann zwar nicht, aber man muss auch keine Sorge haben, dass man die Drohne bei einem Defekt nicht mehr weiterbetreiben kann.

Fazit

Parrots Mambo ist eine toller Quadcopter für den Indoor-Bereich: Einschalten und der Flugspaß kann beginnen. Der kann allerdings recht kurz ausfallen, wenn man einen der Aufsätze verwendet, denn das Zusatzgewicht und der Strombedarf des motorisierten Greifers und der Kanone sind hoch. Dann reduziert sich die ansonsten gute Flugdauer von 6 auf nur noch 3,5 Minuten. Auch die Flugeigenschaften leiden, wenn die Aufsätze montiert sind. Dann wird der Tanz mit der Mambo ein wenig unkontrolliert. Riesigen Spaß macht die Mini-Drohne trotzdem.

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Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
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