Test Samsung R6 Portable: WLAN-Lautsprecher mit Multiroom-Funktion

Der WLAN-Lautsprecher R6 Portable von Samsung kann ohne Klangeinbußen frei im Raum platziert werden, denn durch eine unkonventionelle Anordnung der Lautsprecher mit angepassten Reflexionsflächen gibt der Samsung R6 Portable den Sound gleichmäßig in jede Richtung aus. Auch sonst ist der R6 Portable mit WLAN, Bluetooth, Akku und Multiroom-Fähigkeit in Kombination mit weiteren Samsung-Speakern sehr gut ausgestattet. Ob der Samsung R6 Portable auch gute Klangqualitäten besitzt, haben wir in einem Test überprüft.

Ungewöhnliche Lautsprecher-Designs sind bei Samsung nicht selten anzutreffen: So bietet der Mischkonzern Lautsprecher an, die Blumenvasen oder Shishas nachempfunden zu sein scheinen. Heute im Test, der R6 Portable im Conehead-Design, dessen bauchige Kegelform nicht von ungefähr kommt: An der dicksten Stelle beherbergt der Samsung-Speaker einen Breitband-Lautsprecher, der nicht zur Seite, sondern nach unten auf einen Reflektor gerichtet ist. Die verchromte Reflektor-Fläche bezeichnet Samsung als Akustik-Linse. Sie soll dafür sorgen, dass der Sound rundum gleichmäßig abgegeben wird. Dasselbe Prinzip gilt für die Hochton-Kalotte, die sich an der Kegelspitze befindet und zum Teil aus dem Lautsprecher lugt. Ob einem das Design gefällt oder nicht, ist bei einem Lautsprecher egal, er soll in erster Linie klingen.

Mobilität

Doch bevor wir uns mit dem Klangbild beschäftigen, klären wir weitere Eigenschaften des R6 Portable. Denn ohne Software ist der Samsung R6 Portable nur ein schnöder Bluetooth-Speaker mit integriertem Akku. Mit dem hält der Speaker knapp neun Stunden durch, wenn man den Pegel bei Zimmerlautstärke belässt. Trotz der guten Akkulaufzeit bleibt der Samsung R6 Portable lieber zu Hause: Für den mobilen Outdoor-Einsatz fehlt ein Tragegriff und der ungeschützte Hochtöner würde schnell klangverfälschende Beschädigungen erleiden. Außerdem wiegt der R6 Portable mit 1,8 kg deutlich mehr als die meisten mobilen Lautsprecher und passt außerdem mit 15 cm Durchmesser und 23 cm Höhe nur in große Rucksäcke.

App Samsung Multiroom

Der Samsung R6 Portable fühlt sich also in den heimischen vier Wänden am wohlsten, Balkon und Garten sind auch geeignete Einsatzorte, sofern das WLAN-Funksignal stark genug ist. Denn erst mit WLAN-Anbindung spielt der R6 Portable groß auf und bietet umfangreiche Funktionen. Hat man die kostenfreie App auf seinem Apple iPhone, Android-Smartphone oder Windows-PC geladen, ist die Initialisierung dank Schritt-für-Schritt-Anleitung ein Kinderspiel. Scheitert man trotzdem, hilft einem die Bedienungsanleitung weiter.

Sind Lautsprecher und Smartphone über WLAN gekoppelt, lässt sich der Samsung R6 Portable mit mehreren Musikquellen bespielen. Nicht nur die auf dem gekoppelten Smartphone gespeicherte Musik lässt sich mit der Samsung-App abspielen, auch Internetradio via TuneIn und neun Musik-Streaming-Dienste wie Deezer und Napster lassen sich nach dem Login aus der App heraus nutzen. Um Spotify-Streams auf dem Samsung R6 Portable auszugeben, muss man die Spotify-App starten und kann dann unter „Verfügbare Geräte“ den Samsung Lautsprecher auswählen, sofern man einen Premium-Account besitzt. Über die App kann man zusätzlich Musikinhalte von weiteren Smartphones, Notebooks oder PCs streamen, die sich im selben WLAN befinden. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die App aktiv ist oder im Hintergrund läuft, was jedoch zu Lasten der Akkulaufzeit geht. So verlor ein LG G4 innerhalb von zwölf Stunden 60 Prozent Akkukapazität, obwohl das Gerät nicht einmal in die Hand genommen wurde und sich die ganze Zeit über im Standby befand. Wer also die Smartphone-App Samsung Multiroom nicht mehr benötigt, sollte sie händisch beenden und nicht im Standby belassen. Der Lautsprecher selber schaltet sich nach 15 Minuten Inaktivität in den Standby-Modus und lässt sich von der App wieder „aufwecken“. Auch dieser Standby-Modus leert den Akku schneller, als einem lieb ist. Unser Testgerät mit 25 Prozent Restladung am Abend gab am nächsten Morgen keinen Ton von sich und musste an die Steckdose. Ein Ladevorgang dauert etwa 2,5 Stunden. Der Lautsprecher lässt sich über einen Power-Schalter an der Rückseite abschalten, was den stromfressenden Standby-Modus vermeidet.

Besitzt man mehrere Samsung R6 Portable, kann man deren Soundausgabe über die App synchronisieren. Neben dem Stereo-Modus lassen sie sich auch in einem Surround-System einbetten, beispielsweise als Satelliten-Speaker an einem Samsung-TV. Um die Übersicht zu behalten, ermöglicht die App eine Änderung des Gerätenamens und veranlasst auf Wunsch eine Sprachausgabe des Speakers mit der Information über den aktuell zugewiesenen Standort im Audio-System.

Sound

Über die Smartphone-App kann man einen Equalizer einstellen, der die vier Voreinstellungen Pop, Jazz, Classic und Outdoors bietet. Auch das Erstellen und Speichern von eigenen Profilen über sieben Regler zwischen 150 Hz bis 10.000 Hz ist möglich.

An der Grundcharakteristik des Klangs ändert der Equalizer wenig. Beim ersten Probehören begeistert der Lautsprecher mit einem abgerundeten und fettem Sound, der sich jedoch bei längerem Hören als stark digitalisiert herausstellt. Das muss an sich nicht schlecht sein, schließlich setzen auch Hersteller von hochpreisigen HiFi-Geräten, die unter Audiophilen sehr beliebt sind, immer stärker auf Digital-Technik. Jedoch übertreibt es der Samsung R6 Portable mit dem „Schönwaschen“: Der Bass geht tief, die Höhen klingen, doch die Mitten fehlen. Über Equalizer-Einstellungen lässt sich dem nur wenig entgegenwirken, den eingebauten Badewannenfilter bekommt man nicht ganz raus. Untersucht man das Klangbild detaillierter, fehlt es dem Bass an Punch und die hohen Frequenzen klingen schrill. Der 360-Grad-Rundumklang funktioniert bestens. Aus jeder Richtung klingt der Samsung R6 Portable gleich.

Fazit

Der Samsung R6 Portable fällt in erster Linie durch sein ungewöhnliches Design auf. Doch auch die inneren Werte mit guter Akkulaufzeit, WLAN-Anbindung und Softwareunterstützung durch eine intuitiv bedienbare App wissen zu überzeugen. Der Sound ist zwar nichts für Audiofanatiker, aber wer Musik im Hintergrund dudeln, es mal krachen lassen und den Lautsprecher beim Filmabend als Bestandteil eines Surround-Systems betreiben will, kann mit dem vielseitig einsetzbaren Samsung R6 Portable glücklich werden.

Zum Testzeitpunkt kostet ein Samsung R6 ab 169 Euro bei notebooksbilliger.de.

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Über Robert Tischer

Aufgewachsen mit Lego und Nintendo Game Boy eroberte schon bald ein Laptop mit MS-DOS und Windows 3.1 mein Herz und meinen Schreibtisch im Jugendzimmer. Nach einer kurzen Technikrezession sind Schreibtisch und Spielplatz 20 Jahre später auf die Größe eines Wohnzimmers gewachsen, das inzwischen einen Anbau vertragen könnte.
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Eine Antwort auf Test Samsung R6 Portable: WLAN-Lautsprecher mit Multiroom-Funktion

  1. avatar Dieter sagt:

    Also ein „Portable, unportable“ Lautsprecher, er ist lediglich im Haus so nutzbar wie angepriesen vom Hersteller, wobei ich bei Portable wichtig finde das sie eben auch mal im Freien oder ähnliches genutzt werden können vor allem bei dem Preis kann man das erwarten, denn für gut 40 Euro bekommt man schon Portable Lautsprecher die überall mit hin können außer ins Wasser natürlich :D.

    Und wenn bei dem Preis lediglich Hohe und Tiefe töne sehr gut rüber kommen und die Mitte der Frequenz auf der strecke bleibt dann kann man ja von diesem gerät absehen den für soo viel Geld kann man sich wenn man nur für die Wohnung z.b. sucht auch eine Soundbar besorgen oder andere Portable Lautsprecher die auch sind was sie sein sollten.

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