Test: Steelseries Apex M800 samt Rival 300 und QcK+ Mousepad

Test: Steelseries Apex M800 samt Rival 300 und QcK+ Mousepad

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Es ist wieder so weit: Ein weiterer Hersteller hat sich aufgemacht, CHERRY als Platzhirschen unter den mechanischen Switchen den Rang streitig zu machen. Steelseries setzt dafür auf die mehr oder weniger eigenen „QS1“ Switche in der Apex M800 Gaming Tastatur. Die Tastatur soll dadurch angeblich die „schnellste Tastatur der Welt“ sein – Grund genug, mir die Tastatur einmal anzusehen.  Und wo ich schon bei Steelseries bin, müssen auch direkt noch die Rival 300 samt QcK+ Mousepad zeigen, was sie können.

Steelseries Apex M 800

An technischen Daten wird nicht gespart, die Tastatur setzt nicht nur auf neue Switche, sondern auch auf einen dedizierten Prozessor nur für die Tasteneingaben, RGB-LED-Beleuchtung mit 8 Helligkeitsstufen, N-Key Rollover, integriertem Speicher für Profile und Makros, sechs Makro-Tasten, einem 2-Port USB 2.0 Hub und Low-Profile-Tasten. Im Lieferumfang sind zudem extra Key-Caps für die Nutzung am Mac enthalten.

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Am interessantesten dürften aber erst einmal die Switche sein. Die QS1 Switche sind laut Steelseries eine Eigenentwicklung in Zusammenarbeit mit „Experten“ – Konkret bedeutet das, dass die Switche von Kaihua für Steelseries gefertigt werden. Der Aufbau ist auch nahezu identisch mit Logitechs Romer G Switchen, nur die „Actuation Force“, also die nötige Kraft um den Switch auszulösen, ist bei den QS1 etwas geringer.

SteelSeries (3)

Bild: Anandtech

Die erste Besonderheit gegenüber CHERRY Switchen ist die LED, denn diese sitzt zentral im Switch und kann das Licht so direkt durch die Keycap abgeben. Die LED sind außerdem wie erwähnt RGB-LED, können ihre Farbe also anpassen und mischen – insgesamt sind so rund 16 Millionen Farbkombinationen möglich. Die einzelnen Tasten können außerdem separat angesteuert werden, jede Taste könnte also eine eigene Farbe bekommen. Gesteuert werden die Farben über die Steelseries Engine 3, dazu später mehr, ebenso zur Haptik.

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Verarbeitung

Die Tastatur ist insgesamt gut verarbeitet, Spaltmaße sind gleichmäßig, nichts klappert oder wackelt, der verwendete Kunststoff fühlt sich hochwertig an. Die Apex M800 ist außerdem mit 1,3kg recht schwer, was den guten Eindruck noch verstärkt.

Die Standfüße bestehen komplett aus Gummi, es gibt also keine kleinen Plastik-Füßchen, die bei einer falschen Bewegung abbrechen oder sich lösen und die Tastatur aus dem Gleichgewicht bringen. Außerdem steht sie durch die großen Gummifüße sehr sicher auf dem Tisch – verrutschen ist selbst im hektischsten Gefecht daher sehr unwahrscheinlich.

Software

Wie es sich für eine ausgewachsene Tastatur gehört, hat sie auch ihre eigene Software im Gepäck. Die Steelseries Engine 3 muss dazu zunächst heruntergeladen und installiert werden. Im Anschluss erkennt sie die genutzte Hardware automatisch. Im Falle der Apex M800 können nun Makros aufgenommen, die Tastaturbelegung geändert und ein oder gleich mehrere Farbprofile erstellt werden. Auch die Tastaturbelegungen lassen sich über verschiedene Profile schnell umstellen, beispielsweise mit einem Profil für Shooter, einem für MMOs und einem für MOBA. Die Profile können dann schnell via festgelegter Taste gewechselt werden. Insgesamt ist die Einrichtung selbsterklärend: Ein Klick auf die Taste öffnet das Menü, über das ich der Taste Ihre Funktion zuweise. Gleiches gilt auch für die Farbprofile, mit dem Unterschied, dass hier einfach die Maustaste gedrückt bleiben kann, um mehrere Tasten auszuwählen.

Der Makro-Rekorder ist ebenfalls schnell erklärt: Startet man die Aufnahme, so registriert er sowohl welche Tasten gedrückt werden, als auch die Zeit zwischen den Tastenanschlägen. Hier können dann einzelne Tasten und Tastenkombinationen gespeichert werden, die dann genau in dieser Reihenfolge abgespielt werden. Wie erwähnt: ziemlich selbsterklärend.

Zusammen mit der Tastenbelegung wird auch die Beleuchtung angepasst in den verschiedenen Profilen. Das hat nicht nur optische Gründe, sondern man kann sich so wichtige Funktionen und Tasten optisch hervorheben. Einzelne Tasten lassen sich außerdem als Abklingzeit-Timer festlegen. Gerade im MMOs ist das sehr praktisch als zusätzlicher optischer Indikator.

Der Personalisierung sind durch die knapp 16 Millionen Farben und einzeln ansteuerbare Tasten keine Grenzen gesetzt.

Über die Gamesense Funktion passt sich die Tastatur übrigens dem unterstützten Spiel an und zeigt euch direkt durch verschiedene Farben Ingame-Statusmeldungen an. Beispielsweise bei Counterstrike GO werden die verbliebenen HP direkt in der Zahlenleiste farblich dargestellt.

Durch verschiedene Game-Profile kann die Steelseries Engine auch festgelegte Profile zum Spiel starten. Die Steelseries Engine erkennt das gestartete Spiel oder Programm automatisch und wechselt in das dafür vorgesehene Profil.

Haptik

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Die QS1 Switche sind linear. Das bedeutet, dass immer der gleiche Druck nötig ist um ihn zu betätigen. Bei nicht linearen Switchen erhöht sich der nötige Druck umso tiefer man drückt. Durch den Low Profile Aufbau ist der Hub 1mm kürzer, auch der Auslösepunkt ist mit 1,5mm rund 0,5mm kürzer als bei den meisten CHERRY Switchen. Das macht sich in der Haptik auch sofort bemerkbar: Die Switche lösen spürbar schneller aus, was anfangs sehr ungewohnt ist und zu einigen Fehleingaben führt. Nach der Eingewöhnung schreibt es sich aber sehr gut und der verkürzte Hub macht sich positiv bemerkbar. Die Tasten reagieren sehr schnell auf Anschläge, auch leichtes Antippen führt zum Auslösen der entsprechenden Taste. Auch hier gilt: nach kurzer Eingewöhnung will man es nicht mehr missen.

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Dann ist das noch der Geräuschpegel. Die Apex M800 ist im Vergleich angenehm leise, ohne aber auf das akustische Feedback komplett verzichten zu müssen. Die Tasten klingen einfach gedämpfter, vergleichbar mit CHERRY Switchen, an denen man Dämpfungsringe angebracht hat. Dadurch nervt man die Kollegen nicht ganz so sehr, wie mit anderen Tastaturen :).

Das Schreibgefühl ist insgesamt sehr gut. So gut, dass ich die Apex M800 nicht mehr hergeben möchte.

Reaktionsgeschwindigkeit, n-Key Rollover, Ghosting

In Sachen Gaming ist es schwierig, echte Messungen durchzuführen, daher ist vieles sehr subjektiv. Im gesamten Test konnte ich keine Probleme mit Lag, nicht registrierten Tasten oder Ghosting feststellen. Ein kurzer Test zeigt: Auch zig Tasten zeitgleich sind kein Problem – ich hab nur nicht alle erwischt im Screenshot 😉

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Die Reaktionszeit zu messen ist aber schlicht nicht möglich. Spürbare Verzögerungen gab es zu keinem Zeitpunkt, ganz egal ob im Spiel oder beim Schreiben.

Fazit

Wirkliche Negativpunkte sind schwer zu finden. Die Verarbeitung stimmt, vor Funktionen kann man sich kaum retten, die Software ist extrem umfangreich und dennoch übersichtlich. Dazu kommen noch die praktischen Multimedia-Tasten und die Makro-Tasten auf der linken Seite. Das Low-Profile Layout macht das Tippen außerdem sehr angenehm, sobald man sich an das neue Schreibgefühl gewöhnt hat. Im Gegensatz zu anderen Gaming-Tastaturen ist sie vergleichsweise kompakt und nimmt wenig Platz auf dem Schreibtisch ein.

Nachteile gibt es wenige und die Punkte sind teils schon meckern auf sehr hohem Niveau. Die Höhenverstellung ist etwas umständlich, da man die Gummifüße austauschen muss – ein dickerer Satz liegt der Lieferung bei. Die Makro-Tasten könnten etwas näher am Tastenfeld liegen und der wohl größte Kritikpunkt: Der USB Hub ist lediglich USB 2.0 – bei einer doch recht teuren Tastatur hätte ich USB 3.0 erwartet, zumal der Hub auch getrennt von dem eigentlichen USB-Anschluss angeschlossen wird. Was noch abzuwarten bleibt, ist die Langlebigkeit der Switche.

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Alles in allem kann man über die Negativpunkte aber hinwegsehen, denn man bekommt hier eine sehr gute Tastatur mit hervorragender Haptik.

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Steelseries Rival 300 & QcK+ Mousepad

Neben der Apex M800 hat Steelseries uns noch die Rival 300 nebst QcK+ Mousepad zur Verfügung gestellt. Wem die Rival nun bekannt vorkommt: Ja, wir hatten sie bereits im Blog vorgestellt als Acer Predator Gaming Mouse. Same Mouse, different Styling. Die Hauptunterschiede zur Predator Gaming Mouse: Das komplett schwarze Gehäuse, das Logo und die wechselbare Nameplate. Technisch sind beide Mäuse aber baugleich.

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Die Rival 300 liegt daher gut in der Hand und es gibt keine Überraschungen in Verarbeitung und Haptik. Die Tasten sind einfach erreichbar und liefern gutes Feedback, das Mausrad ist klar strukturiert. Einzig die mittlere Zusatztaste ist nicht immer leicht erreichbar. Die Seitenflächen geben ordentlich halt, abrutschen sollte man somit nicht.

Einstellungen und Personalisierung

Analog zur Apex M800 kann natürlich auch die Rival 300 personalisiert werden. Die Farbe des Logos lässt sich dafür ändern, ebenso kann die Tastenbelegung frei gewählt werden. Standardmäßig ist die mittlere Zusatztaste zum schnellen DPI-Wechsel eingerichtet. Über die Steelseries Engine 3 kann nicht nur die Taste anders belegt werden, sondern auch deren Funktion optimiert werden. So kann man dort die Empfindlichkeit der beiden Stufen festlegen, zwischen denen dann mit einem Klick umgeschaltet werden kann. Außerdem lassen sich die Verzögerung, die Polling-Rate und das s.g. Angle Snapping regeln.

Auch bei der Rival 300 lässt sich Gamesense aktivieren, wobei ich es hier nicht als besonders Sinnvoll erachte. Im Gegensatz zur Tastatur sehe ich die Maus meist nicht vor mir und die vorhandenen LED werden von meiner Hand überdeckt. Daher: Könnte ich drauf verzichten. Und dann ist da noch die Nameplate, die Ihr mit eurem Namen bestellen könnt. Nettes Gimmick, aber mehr auch nicht.

Haptik

Wie erwähnt liegt die Maus gut in der Hand, die Tasten geben gutes Feedback und reagieren schnell. Das Mausrad ist gut strukturiert und griffig. Schöne wäre hier allerdings noch eine Option, auf Freilauf zu schalten oder eine Option, um nach links und rechts zu scrollen.

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Wie auch im Review zum Acer gebrandeten Modell erwähnt ist die Maus etwas zu leicht und könnte daher mehr Gewicht vertragen. Auch ist sie gerade so breit genug für meine recht großen Hände – beides ist aber sehr subjektiv.

Reaktionsgeschwindigkeit & Abtastung

Ähnlich wie bei der Tastatur gilt hier: Eine richtige Messung ist quasi nicht möglich, daher gibt es den subjektiven Eindruck. Und der ist durchwegs gut, Verzögerungen sind nicht bemerkbar, lediglich auf leicht spiegelnden Oberflächen hat die Maus mit der Abtastung Probleme. Die kann man durch den Einsatz des QcK+ Mousepad umgehen, das für eine feinere Abtastung sorgt. Auch sehr feine Bewegungen werden damit erkannt – auf dem blanken Tisch kommt es hingegen schon mal zu kleineren Sprüngen in der Bewegung.

QcK+ Mousepad

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Zu guter Letzt das Mousepad. So viel ist nicht dran, daher bekommt es nur einen Absatz. Das Pad besteht aus Stoff, ist also aufrollbar und wird auch so geliefert. Mit seinen 45x40cm ist es wirklich groß und sollte damit für jeden Einsatzzweck reichen. Das Material fühlt sich angenehm an, auch längere Sessions sind damit kein Problem. Die Rival 300 gleitet problemlos über das Pad, auch eine Logitech MX Master gleitet damit deutlich besser als auf dem blanken Tisch. Lediglich meine Roccat Kone XTD hat so ihre Probleme mit dem Pad. Die angepasste Struktur für die Maus macht sich vor allem in der Abtastung bemerkbar, sodass wie schon erwähnt auch sehr langsame und feine Bewegungen korrekt erkannt werden – ohne Mouspad hatten sowohl die Rival 300, als auch eine MX Master so Ihre Probleme.

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Fazit Rival 300 & QcK+ Mousepad

Die Kombination aus Rival 300 und QcK+ Mousepad braucht sich vor der Konkurrenz nicht verstecken, auch wenn die Maus auf den ersten Blick recht unscheinbar daher kommt. Während die Konkurrenz mit einer Vielzahl an Tasten und LED protzt, konzentriert man sich bei Steelseries mit der RIval 300 auf das wesentliche, sodass man eine unauffällige, aber solide Gaming-Maus bekommt. Das QcK+ Mousepad ergänzt den Eindruck noch, denn die Abtastung wird genauer und die Maus gleitet besser über die Oberfläche. Im Vergleich zum blanken Tisch ein riesen Unterschied.

Negatives gab es wenig bei der Kombination. Ok, die Haptik ist nicht perfekt für mich mit recht großen Händen, aber das ist wie erwähnt subjektiv und bei jedem anders. Die Mittlere Maustaste – standardmäßig um die CPI-Empfindlichkeit umzuschalten – könnte etwas besser erreichbar sein, aber da hört es dann auch schon auf mit den Negativpunkten.

Wünschenswert wäre lediglich noch gesleevtes Kabel und eventuell ein paar Tasten mehr – beides sind aber Punkte, die man vorher weiß, daher kein echter Negativpunkt.

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Gewinnspiel

Das hier vorgestellte Dreiergespann aus Tastatur, Maus und Mousepad sucht abschließend ein neues Zuhause. Erkläre uns dafür in einem einzigen Satz, warum gerade Du dieses Set brauchst oder verdient hast. Aus allen entsprechenden Kommentaren hier im Blog suchen wir einen Gewinner aus.

Teilnahmebedingungen: Veranstalter des Gewinnspiels ist die notebooksbilliger.de AG. Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren aus Deutschland und Österreich. Teilnahmeschluss ist der 15.06.2016, 23:59 Uhr. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Angestellte und Führungskräfte der notebooksbilliger.de AG, deren Tochtergesellschaften und verbundene Unternehmen und in deren Haushalten lebende Einzelpersonen. Jeder Teilnehmer kann nur einmal teilnehmen. Zu gewinnen gibt es ein Steelseries Desktop-Set bestehend aus der Apex M800 Tastatur, Rival 300 Maus und dem QcK+ Mousepad.

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