Test: Trust GXT 720 – VR-Brille mit Bluetooth-Controller für Smartphones

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Wer in der virtuellen Realität spielen will, kommt auf Dauer nicht an einem Gamepad vorbei. Bundles aus Brillengestell für das Smartphone und Bluetooth-Controller wirken durch ihren günstigen Preis verlockend. Die Trust GXT 720 ist eine dieser Lösungen, die fantastische Ausflüge in virtuelle Welten verspricht. Bestücken kann man sie mit Apple iPhone oder Android-Smartphone mit bis zu 6 Zoll Bildschirmgröße.

Auf die Nase

Groß und schwarz: Das ist der erste Eindruck, wenn man die Trust GXT 720 aus der Verpackung schält. Tatsächlich fällt sie wesentlich voluminöser aus als die Samsung Gear VR. Immerhin nimmt die Trust-Brille Smartphones mit Displays bis zu 6 Zoll auf. Der Kunststoff ist mit weichem Gummi bezogen, Klettbänder lassen eine Anpassung an die eigene Kopfform zu. Im Prinzip säße die Brille damit bequem, doch ausgerechnet ein Bereich ist nicht gepolstert: Dort liegt die Brille auf der Nase auf und drückt je nach Justierung der Bänder beträchtlich. Da ist selber Basteln angesagt, um den Bereich etwas abzupolstern. Auf die Nase geht aber noch etwas anderes, denn das Gummi hat auch für unempfindlichere Riechorgane einen deutlich wahrnehmbaren Geruch.

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Die Trust GXT 720 (links) ist deutlich größer als die Samsung Gear VR.

Während andere VR-Brillengestelle durch Plastiklaschen etwas hakelig zu öffnen sind, sorgt hier ein Magnet für ein einfaches Auf- und Zuklappen des Smartphone-Faches. Das Smartphone wird von einer breiten Klammer unten und zwei kleineren Klammern oben gehalten. Um zu verhindern, dass sie auf Bedienelemente wie Lautstärkewippe oder Power-Button drücken, legt der Hersteller kleine selbstklebende Abstandshalter bei.

Ins Visier genommen

Die Bedienungsanleitung zeigt, wie man die Google-Cardboard-App für die Brille konfiguriert. Dafür lädt man die kostenlose App, aktiviert sie, legt das Smartphone in die Brille ein und nimmt das Visier ab, um den QR-Code auf der Innenseite des Visiers oder von der Anleitung zu scannen. Kurze Zeit später meldet sich die Cardboard App mit der richtigen Typenbezeichnung der Brille. Was dann folgt, wird dich zum Weinen bringen. Die Karton-Lösung Google Cardboard besitzt einen Magnet-Schalter, der der Trust GXT 720 fehlt. Wer glaubt, über den Bluetooth-Controller Eingaben bestätigen zu können, hat sich getäuscht. Das funktioniert in allen drei Modi des Controllers nicht, wodurch Cardboard-Apps nur eingeschränkt nutzbar sind. Ein unverständliches Manko.

Das Visier der Trust GXT 720 besitzt einen QR-Code, den man zur Benutzung der Google App Cardboard einscannt.

Das Visier der Trust GXT 720 besitzt einen QR-Code, den man zur Benutzung der Google App Cardboard einscannt.

Startet man eine VR-App, schließt die Klappe und setzt sich die Brille auf, dann lassen sich über Drehräder an der Brille das Gesichtsfeld einstellen sowie die Bildschärfe justieren. Die Einstellungen sind dabei ziemlich eng und beim Gesichtsfeld offenbart sich gleich das größte Manko der Brille: Sie deckt maximal 80 Grad ab. Das ist unterdurchschnittlich wenig und stört durch den Taucherbrilleneffekt die Immersion gewaltig. Einen positiven Effekt hat das enge Gesichtsfeld aber schon, denn die Pixelstruktur ist dadurch weniger sichtbar als bei Brillen/Linsen, die ein weiteres Gesichtsfeld von 90 bis 110 Grad darstellen. Die Bildqualität ist somit, ein entsprechend gutes Display ab mindestens Full HD im Smartphone vorausgesetzt, akzeptabel.

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Kontrolle in Miniatur

Wirkt die Brille groß und klobig, gilt das Gegenteil für den Bluetooth-Controller: Der sieht aus, als wäre er in der Waschmaschine eingelaufen. Über eine Ring-Öse lässt sich der Mini-Controller prima an einem Schlüsselbund befestigen, auch wenn wir nicht wissen, warum man das tun sollte. Die Öse verursacht bei Bewegungen ein rasselndes Geräusch, als befänden sich lose Teile im Inneren des Controllers. Den Akku der Bluetooth-Steuerung lädt man über Micro-USB auf, Ladegerät und Kabel liegen der Packung nicht bei. Die Verbindung über Bluetooth mit dem Smartphone klappt problemlos, für den Koppelungsmodus drückt man Start und Select zusammen. Eine blinkende blaue LED zeigt den Verbindungsversuch an, nach erfolgreicher Verbindung erlischt sie.

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So groß die Brille Trust GXT 720 geraten ist, so winzig fällt der Controller aus.

Der Controller kennt drei Betriebsmodi: Normal, Spiel und Multimediasteuerung. Man wählt einen der Modi aus, indem man zwei bestimmte Tasten drückt. Intuitiv ist das nicht, wechselt man öfter den Modus, sollte man sich aber die Kombination merken können. Ist einer der Modi aktiviert, blinkt die LED kurz blau. In der Regel wird man es nicht sehen, da man die LED nur mit etwas Fingerakrobatik nicht verdeckt.

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An Knöpfen bietet der Controller für das geringe Platzangebot eine ganze Menge: vier Spielbuttons, Start, Select, ein Button mit einem Kamera-Symbol und zwei Schultertasten. Hinzu gesellen sich ein Power-Schiebeschalter und ein Steuerkreuz. Trotz einfacher Verarbeitung und Miniaturisierung ist die Bedienung in Ordnung und man kann sich gut durch diverse Spiele navigieren – sofern sie grundsätzlich die Bedienung via Controller unterstützen, was nicht immer der Fall ist.

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Fazit

Die Trust GXT 720 ist eine einfache und robuste Brille, um erste Schritte in die virtuelle Realität zu unternehmen. Je nach verwendetem Smartphone bietet sie ein akzeptables Bild. Der sehr kompakte Controller lässt sich gut bedienen. Der Schließmechanismus für das Smartphone-Fach per Magnet hebt sich von einfachen Plastiklaschen-Lösungen ab. Dem gegenüber stehen zwei große Mankos: Das kleine Gesichtsfeld und der fehlende Schalter der Google Cardboard, wodurch man viele VR-Titel nicht richtig nutzen kann.

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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