Trust GXT 880 mechanische Tastatur

      Trust GXT 880 mechanische Tastatur

      Trust dürfte ja den meisten ein Begriff sein, hatten wir auch schon des Öfteren hier im Blog. Zuletzt hatte ich mir dabei eine sehr günstige Tastatur mit Gaming Ambitionen angesehen, jetzt ist das neue Topmodell an der Reihe: Die GXT 880 mit mechanischen Switchen und weißer Hintergrundbeleuchtung. 119,99 Euro ruft Trust als UVP aus, ob die gerechtfertigt sind wollte ich mir daher genauer ansehen.

      Im Gegensatz zu den vorherigen Modellen von Trust die ich im Test hatte ist die GXT nicht im unteren Preisspektrum angesiedelt, sondern will weiter oben mitspielen. Da gelten natürlich auch etwas höhere Standards. Fangen wir beim wenig spektakulären Lieferumfang an: Neben der Tastatur selbst und etwas Zettelwerk ist nichts weiter dabei. Das USB-Kabel ist fest mit der Tastatur verbunden, macht ansonsten aber einen hochwertigen Eindruck – insbesondere da es zum Schutz gesleevt ist.

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      Die Verarbeitung macht einen guten ersten Eindruck. Das hohe Gewicht lässt sie hochwertig erscheinen und das Material fühlt sich gut und nicht billig an. Ansonsten gibt es gleichmäßige Spaltmaße und eine solide Haptik – nichts klappert oder wackelt. Das Layout dagegen ist etwas ungewöhnlich, die kleine Enter-Taste mit darüber liegender Raute-Taste ist sonst eher bei US-Layouts üblich. Punktabzug gibt es für die nicht gummierten Stellfüße. Liegt die GXT 880 flach auf dem Tisch sorgen die Gummifüße für guten Halt und es sollte nichts verrutschen. Richtet man die Stellfüße auf, geht ein guter Teil der Auflagefläche verloren und die Tastatur kann unter Umständen verrutschen.

      Beleuchtung, Game Mode und Macros

      Wie erwähnt verfügt die GXT 880 über eine weiße Hintergrundbeleuchtung. Diese lässt sich in 5 Helligkeitsstufen regeln und in insgesamt 4 Beleuchtungsmodi einstellen: Pulsierend, alle Tasten beleuchtet, Demo-Mode oder Custom-Mode. Alternativ kann sie auch komplett deaktiviert werden. Zwischen den Beleuchtungsmodi kann man simpel über eine Taste wechseln. Jeweils eine weitere Taste regelt die Helligkeit oder schaltet die Beleuchtung ein oder aus.

      Der Custom-Mode ermöglicht es, sich mehrere eigene Profile einzurichten. Die Beleuchtung kann also auch auf das jeweilige Spiel angepasst werden. Insgesamt sind 6 Profile möglich, wie das ganze eingerichtet und ausgewählt wird seht ihr hier im Screenshot – eine Erklärung mit Worten wäre etwas umständlich 😉

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      Die LED zur Beleuchtung der jeweiligen Taste sitz an der Oberkante des Switch, Tasten mit Zweifachbelegung sind daher ungleichmäßig ausgeleuchtet, alle anderen Tasten hingegen sind gleichmäßig ausgeleuchtet. Bei meinem Testgerät ist das „T“ schwächer ausgeleuchtet, die LED selbst leuchtet einfach schwächer als der Rest.

      Trust GXT 880 bei notebooksbilliger.de

      Neben der Beleuchtung gibt es noch einen „Game-Mode“, in dem die Windows-Taste deaktiviert und die Macro-Tasten aktiviert werden. Versehentliches Springen auf den Desktop ist damit eher unwahrscheinlich.

      Die insgesamt vier Macro-Tasten lassen sich nur im Game-Mode festlegen und benutzen, ansonsten haben sie ihre normale Funktion von F1 bis F4. Bis zu 60 Zeichen kann ein Macro umfassen, genug also für längere Befehle. Die Macro-Funktion ist ansonsten recht rudimentär: Pausen bzw. Wartezeiten zwischen den Eingaben werden beispielsweise nicht berücksichtigt.

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      Da die GXT880 nicht auf RGB-Beleuchtung und zig programmierbare Tasten setzt kann man die nicht vorhandene Software zur Einrichtung auch verschmerzen.

      Switche

      Als Switche setzt man auf „GXT White“ Switche, laut Trust eine Eigenentwicklung. Wahrscheinlich hat man sich aber eher mit einem der etwas unbekannteren Hersteller wie Kailh oder Gateron zusammengetan. Werfen wir aber erstmal einen Blick auf die technischen Daten der Switche:

      Trust GXT White Linear
      4mm Total Travel/Hub
      2mm Work Actuation/Auslöser
      30g Actuation Force/Mindest-Auslösegewicht
      45g Operating Force/Auslösegewicht

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      An sich also alles vergleichbar mit CHERRY MX Red, den wohl bekanntesten linearen Switchen auf dem Markt. Soweit also nichts Neues, doch wie verhalten sich die Switche?

      Im Ersten Moment spürt man kaum einen Unterschied gegenüber den Switchen des Marktführers. Doch bei längerer Nutzung merkt man die Unterschiede. Die GXT White Switche haben untereinander leichte Abweichungen im nötigen Druck bis zum Auslösen. Die Unterschiede sind minimal, aber spürbar. Auf die Haptik beim Schreiben oder Zocken hat das allerdings keinen direkten Einfluss.

      Oh, übrigens: Die Stößel und Keycaps sind CHERRY MX kompatibel, man bekommt also problemlos jede Menge alternative Caps.

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      In der Praxis

      Wichtig sind natürlich auch Punkte wie die Reaktionszeiten und die Genauigkeit. Die Genauigkeit habe ich bei den Switches ja bereits erwähnt. Die leichten Unterschiede, bis eine Taste auslöst, sind beim Gaming zu vernachlässigen, zumindest sofern man kein Pro-Gamer ist, für den jede Millisekunde zählt. Zwar gibt es durch die 1000Hz Polling-Rate keine Verzögerung zwischen Auslösen und Reaktion am PC, zu 100% lässt sich eine minimale Verzögerung aber nicht vermeiden.

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      Abgesehen von den unregelmäßigen Druckpunkten ist das Schreibgefühl ansonsten ordentlich. Der Druckpunkt ist wie bei mechanischen Switchen gewohnt knackig und gut spürbar, die Haptik ist angenehm. Die Geräuschkulisse ist wie üblich bei Mechanischen Tastaturen. Neuere Switche der Konkurrenz sind etwas gedämpfter, aber wer will kann sich ja auch Dämpfungsringe zwischen Switch und Keycap setzen.

      Erst nach einiger Nutzung hat sich jetzt ein leichtes Quietschen der Enter-Taste auf dem Nummernblock bemerkbar gemacht.

      Fazit:

      Ich bin noch etwas zwiegespalten. Einerseits ist es die bisher beste Tastatur von Trust, vor allem durch die mechanischen Switche. Auch die Verarbeitung stimmt und haptisch macht sie einen guten Eindruck. Die leichten Abweichungen zwischen den Switchen kann man als Kinderkrankeit verbuchen, denn natürlich braucht es auch etwas Erfahrung und viel Arbeit die Switche zu optimieren. Marktführer CHERRY hatte hierfür ja immerhin auch fast 30 Jahre Zeit.

      Am Ende bleiben also Kleinigkeiten, die verbessert werden sollten, von den Kinderkrankheiten einer First-Generation mal abgesehen. Ein auswechselbares Kabel würde ich in dieser Preisklasse aber erwarten.

      Wer aber mit kleineren Abstrichen leben kann, bekommt mit der Trust GXT880 eine gute Tastatur, auch zum Zocken.

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