Test und Gewinnspiel – Draußen nur Kännchen: Thermoskanne macht Strom aus Kaffee [Update]

Terratec-HotPot-1200-tease

Der Terratec HotPot 1200 fällt aus dem Rahmen. Denn auf den ersten Blick handelt es sich um eine schnöde Thermoskanne. Auf den zweiten verrät ein USB-Anschluss, dass die Kanne noch mehr kann, als Kaffee oder Tee warm zu halten. Tatsächlich steckt ein Akku im silberfarbenen Gewand und der HotPot dient somit auch als Powerbank, um unterwegs beispielsweise das Smartphone aufzuladen. Der Clou: Die Kanne wandelt Temperaturen ab 80 °C in Strom um und lädt damit den integrierten Akku auf. Somit hält der Kaffee nicht nur den Besitzer länger wach, auch dem Smartphone verhilft er – zumindest indirekt – zum längeren Durchhalten. Wir haben die Kanne getestet, außerdem verlosen wir einen Terratec HotPot 1200.

Terratec HotPot 1200

Die Terratec Thermoskanne HotPot 1200 kommt für die Füllmenge von rund 300 ml recht wuchtig daher und bringt auch einiges auf die Waage: Ungefüllt wiegt sie knapp über 550 g, befüllt sind es bis zu 300 g mehr. Ein Leichtgewicht schleppt man also nicht mit sich herum.

Das Design überzeugt durch das matte silberfarbene Finish mit glänzenden Akzenten. Nicht nur durch das Gewicht wirkt der HotPot 1200 äußerst robust. Das mitgelieferte Teesieb passt und der Deckel schließt zuverlässig. Weniger gut gefallen hat uns die Verarbeitung: die Kanne kippelt auf dem Tisch und die USB-Buchse sitzt schief in der grob geschnittenen und scharfkantigen Aussparung. Bei dem Modell, das wir verlosen, ist die USB-Buchse zwar besser ausgerichtet, aber immer noch ein wenig schief. Die Funktion beeinträchtigt das nicht.

Terratec HotPot 1200 geschlossen

Der Clou der Thermoskanne ist der eingebaute Akku. Dadurch dient der HotPot 1200 zusätzlich als Powerbank, um beispielsweise beim Camping oder auf längeren Bahnreisen das Smartphone mit frischer Energie aufladen zu können. Eine kleine und sehr helle USB-LED-Lampe gehört übrigens zum Lieferumfang. Man kann sie auch an anderen stromspendenden USB-Ausgängen anschließen.

Terratec HotPot 1200 Lampe

Laden lässt sich die Thermoskanne über USB, wofür ein praktisches ausziehbares Reisekabel beiliegt, oder über heißes Wasser, Tee oder Kaffee: Füllt man die Kanne mit Flüssigkeiten, die heißer als 80 °C sind, lädt sich der Akku ein wenig auf. Besonders praktisch kann das beim Camping sein, wenn man via Lagerfeuer Wasser kocht. Eine grüne LED zeigt an, wenn der Akku über die heiße Flüssigkeit aufgeladen wird. Wobei die Anzeige ungenau ist, denn auch wenn wir das Wasser direkt wieder ausschütten, leuchtet die LED weiter. Eine Akkustandsanzeige gibt es nicht. Eine leere Aussparung neben der Ladebuchse nährt den Verdacht, dass eine solche ursprünglich geplant war. Die fehlende Anzeige erschwert den Umgang mit der Powerbank: Man kann nur raten, ob der Akku voll oder nur zum Teil aufgeladen ist.

Terratec HotPot 1200 Vorne

Um angeschlossene Geräte aufzuladen oder die LED-Lampe zu benutzen, muss man den Powerknopf bemühen, der etwas versteckt unter der USB-Buchse liegt und sich nicht gut bedienen lässt. Das liegt vor allem an der etwas versenkten Position im Gerät und den scharfen Kanten der Aussparung. Zumindest verhindert dies eine zufällige Betätigung des Knopfes. Wenn ein USB-Stecker eingesteckt ist, gelingt es mit den Fingern gar nicht mehr, den Schalter zu drücken. Zudem ist es unklar, ob er gedrückt wurde oder nicht, ein Unterschied ist nicht zu sehen.

Terratec HotPot 1200 Aussparung

Der Akku besitzt 1200 mAh. Im Vergleich zu anderen Powerbanks ist das nicht besonders viel und reicht in den meisten Fällen nicht, um einen Smartphone-Akku vollständig aufzuladen. Zudem ist die Ausgangsspannung mit 600 mA sehr gering. Ein iPad kann der HotPot gar nicht aufladen, das Smartphone LG G3 mit seinem 3000-mAh-Akku lädt die Kanne gerade mal zu 20 Prozent auf. Das ist nicht viel, aber immerhin etwas.

Niederschmetternd fiel hingegen der Test mit der Heißwasseraufladung aus. Der Hersteller gibt an, dass 8 bis 10 Füllungen reichen sollten, um den Akku der Thermoskanne vollständig aufzuladen. Umgerechnet bräuchte man also 10 Füllungen, um das Smartphone um 20 Prozent aufzuladen. Bei einer Füllung gab es keinen sichtbaren Effekt: Der Akku der Kanne war sofort leer, bevor die Akkuladestandsanzeige des LG G3 auch nur um 1 Prozent stieg. Bei einer zweimaligen Füllung konnten wir einen Ladeeffekt über rund 3 Minuten feststellen, der für einen Anstieg um gerade mal 1 Prozent sorgte. Für eine Notaufladung des Smartphones in der Wildnis reicht die „Wasserladung“ also kaum, anders sieht das bei der LED-Lampe aus. Die lässt sich tatsächlich einsetzen.

Fazit

Der Terratec HotPot 1200 sieht schick aus und wirkt solide und robust. Die Idee mit der Aufladung des Akkus über heißen Kaffee, Tee oder kochendes Wasser ist charmant, der Effekt aber für stromhungrigere Geräte wie Smartphones zu gering. Mängel gibt es zudem in der Verarbeitung, mit denen man aber leben könnte. Für ein Unding halten wir die fehlende Akkustands-Anzeige. Man erfährt nicht mal, ob der Akku der Kanne voll aufgeladen ist. Insgesamt hatten wir uns mehr von dem Produkt erhofft.

Terratec HotPot 1200 Leuchte

Du möchtest den Terratec HotPot 1200 gewinnen? Dann beantworte uns bis zum 24. Mai um 23.59 Uhr in den Kommentaren zu diesem Blogeintrag folgende Frage: Auf was kannst du in der Wildnis auf keinen Fall verzichten? Die Gewinnerin oder den Gewinner geben wir dann zeitnah bekannt.

Update

Der Gewinner ist ermittelt: Björn (flusen) kann in der Wildnis nicht auf Zimmerservice verzichten. Das ist doch eine Kanne wert. An alle Teilnehmer ein großes Dankeschön für die teils wilden Antworten!

Test- und Verlos-Modell des Terratexs HotPot 1200 wurden uns freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Veröffentlicht von

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.

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