Thomson 65 UC6306 – Groß und günstig

Thomson 65 UC6306 – Groß und günstig

Große und günstige Fernseher hatten wir ja schon diverse im Test. Mit dem 65″ Thomson UC6306 haben wir noch mal ein paar Zoll drauf gelegt – günstig bleibt er aber dennoch.

Fangen wir wie gewohnt mit den technischen Daten an:

Produkteigenschaften des Thomson 65 UC6306
Panel 65″ LED, 4K UHD Panel (Direct LED Backlight/Local Dimming, Area Dimming)
Format 16:9
HDR10 ja
Bildqualitätsindex 1200
Helligkeit 320,00 cd/m²
Anschlüsse 3x HDMI 2.0b, HDCP 2.2, HDMI-CEC, HDMI-ARC (Audio-Return-Channel)
2x USB 2.0, 1x Componen YPbPr), 3,5mm Klinke, 1x RJ45 LAN, 1x HF (DVB-T2), 1xZF Eingang (Sat)
Empfang/Konnektivität DVB-T, DVB-T2, DVB-C, DVB-S, DVB-S2, Analog, CI+ 1.3 Slot, WLAN, HEVC/H.265 Support, DLNA
Besonderheiten Smart-TV, HbbTV, integrierter Mediaplayer (Video: AVI, MP4, TS, MKV, FLV Codec: MPEG1/2/4, H.263, H.264, H.265, VP8, VP9 Profile 1&2), Netflix, YouTube, Smartphone-Steuerung
Gewicht 20,80 kg (mit Standfuß)
Preis 795,00 €*

Derzeit kostet dieses Paket unter 800 Euro, es gibt also eine Menge Fernseher fürs Geld. Beim Lieferumfang ist das Nötigste enthalten: Neben dem Fernseher an sich sind die Standfüße, die Fernbedienung und ein Handbuch mit dabei, das war es. Wer es kleiner mag, findet genau dieses Modell auch in 43, 49 und 55 Zoll bei uns.

Thomson 65 UC6306 bei notebooksbilliger.de

Verarbeitung, Design und Montage

Einen ersten Punktabzug gibt es dann aber für die Montage. Zwar ist diese prinzipiell simpel gehalten, da die Füße aber von unten an den Fernseher geschraubt werden, muss das riesige Panel erst einmal glatt auf den Boden gelegt werden. Ein großer Tisch sollte also bei der Montage zur Hand sein. Auch sollten mindestens zwei Personen anwesend sein. Beim Hinlegen heißt es auch vorsichtig sein, so ein großes Panel ist recht empfindlich auf Erschütterungen. Die Montage geht definitiv besser, wie andere Hersteller schon gezeigt haben.

Im Anschluss geht es aber solide weiter: Die Verarbeitung ist gut und obwohl die Rückseite komplett aus Kunststoff besteht, macht er einen wertigen Eindruck. Alle vorhandenen Spaltmaße sind gleichmäßig und nichts knackt oder knarzt. Der Rahmen um das Panel ist angenehm schmal, die Klavierlack-Optik ist aber wie immer Geschmackssache. Generell wird er optisch wohl keinen Schönheitspreis gewinnen, auch besonders schlank ist er nicht. Aber mal unter uns: Ist ein schlankes Gehäuse wirklich wichtig? Ich sehe meinen Fernseher ja eher von vorne… Anyway, optisch ist er halt ein Fernseher. Schwarz, Rechteckig, vorne zu über 90% aus Panel bestehend, Ende.

An Anschlüssen wurde nicht gespart: Dreimal HDMI 2.0 findet man auf der Rückseite, dazu gibt es zwei USB 2.0 Anschlüsse und noch diverse Ports wie RJ45 und Component In oder einen CI+ Slot. Die wichtigsten Anschlüsse sind seitlich ausgeführt, sodass auch eine sehr schlanke Wandhalterung genutzt werden kann. Der RJ45 LAN-Port allerding steht nach hinten ab, ebenso wie einer der HDMI-Eingänge, der AV-Eingang und der SPDIF Out. Das sollte man der Planung also berücksichtigen. Wer kein LAN-Kabel verlegen will, kann auf das integrierte WiFi zurückgreifen. Wandhalterungen müssen übrigens den VESA Standard 300x300mm unterstützen.

Über die USB-Anschlüsse können auch direkt Medien abgespielt werden, allerdings liefern die Ports nur maximal 0,5A – alles, was über einfache USB-Sticks hinaus geht, benötigt daher eine externe Stromversorgung. Dass USB 3.0 nicht unterstützt wird, ist schade. Außerdem werden nur Sticks erkannt, die im FAT32 oder exFAT Dateisystem formatiert sind. Und noch für die Linux User unter euch: Ext4 erkennt er leider ebenfalls nicht.

Software

Der integrierte Mediaplayer kann Daten aber nicht nur vom USB-Stick, sondern auch über das Netzwerk abrufen. Unterstützt werden sogar 10bit HEVC Dateien, allerdings kann es hier bei der Nutzung von WLAN mit der Bandbreite eng werden. Videoformate werden reichlich unterstützt, allen voran der schon erwähnte HEVC oder auch H.265 Codec, aber auch der Vorgänger H.264 und Formate wie MP4 und TS oder MKV Container sind kein Problem. Sofern das Netzwerk nicht limitiert, gibt es auch keine Probleme beim Abspielen diverser Dateien von einem angeschlossenen NAS. Einzig HDR-Inhalte werden vom Mediaplayer nicht als solche erkannt. Abspielen ist somit möglich, das volle Potenzial wird aber nicht ausgeschöpft.

Beim Ton allerdings hört die Vielfalt an Codecs auf. Gerade das bei vielen BluRays und HD-Filmen oft genutzte DTS oder DTS-HD wird nicht unterstützt, man erhält nur eine Fehlermeldung. Sämtliche Dolby Codecs und natürlich MP3 sowie AAC werden aber unterstützt.

Ansonsten ist die ganze Smart TV Software eher schlicht gehalten. Unter den bekannten Apps sind vor allem Netflix und YouTube zu erwähnen, Prime Video fehlt leider. Daneben gibt es dann noch unzählige weitere Apps wie die Mediatheken der ÖR Sender oder auch eine RedBull TV App. Nunja, das Wichtigste ist auf jeden Fall vorhanden, nur das Fehlen von Prime Video ist schade.

Zurück zur eigentlichen Oberfläche. Die ist wie erwähnt schlicht und dadurch recht flott bedienbar. Auch die Bedienung ist intuitiv und ohne große Lernkurve möglich. Einzig an der Übersetzung muss Thomson noch feilen: Eingestellt ist das System auf Deutsch, dennoch tauchen hier und da einzelne Menüpunkte mal in Englisch, mal Französisch und hin und wieder sogar Italienisch auf. Interessante Mischung.

Die Bedienung per Fernbedienung geht soweit in Ordnung, allerdings kommt schnell Frust auf, wenn man Suchbegriffe eingeben oder sich bei den diversen Diensten einloggen will. Über die Fernbedienung ist die Eingabe langwierig und hin und wieder hängt der Cursor auch mal für 1-2 Sekunden, wodurch es zu Fehleingaben kommt. Theoretisch gibt es hierfür eine Smartphone App als Alternative – aber auch nur theoretisch. Ansonsten tut die Fernbedienung was sie soll. Der dedizierte Netflix-Knopf ist ganz praktisch, wenn man primär Netflix nutzt, die restliche Anordnung der Tasten ist logisch und man findet sich auch schnell blind zurecht.

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Performance

Da es sich um einen Smart-TV handelt, darf auch dieser Punkt nicht fehlen. Man will ja schließlich die Smart-Features auch anständig nutzen und bedienen können. Der verbaute Dual-Core SoC leistet seinen Dienst mühelos – die Menüs laufen flüssig, Apps starten schnell und laufen ebenfalls flüssig. Soweit also kein Problem. Eng wird es erst dann, wenn Inhalte abgespielt werden: Läuft ein 4K HDR Stream auf Netflix, lässt sich nebenher kaum noch etwas benutzen. Das Einstellungsmenü lässt sich zwar öffnen, reagiert aber extrem träge auf Eingaben. Will man also die Bildeinstellungen optimieren, kann das zur Geduldsprobe werden. Der Stream läuft währenddessen aber ruckelfrei weiter – hier hat man offensichtlich den Stream stark priorisiert.

Das gleiche Verhalten tritt auch bei YouTube auf, wo es deutlich störender ist. Während der Wiedergabe von 4K-Inhalten in der YouTube App ist die restliche App quasi nicht bedienbar. Vor- oder zurückspulen ist kaum möglich, auch zu einem anderen Video wechseln stellte mich im Test vor eine echte Geduldsprobe. Zusammen mit den Darstellungsproblemen – dazu später mehr – macht das die YouTube App nahezu unbenutzbar.

Smartphone APP

Der Vollständigkeit halber sei sie erwähnt. Denn praktischen Nutzen hat sie erstmal keinen. Die App hat bereits einige Jahre ohne Updates auf dem Buckel und findet den Fernseher auch nach mehreren Versuchen im gleichen Netzwerk schlichtweg nicht. Schaut man sich das Design an, ist das vielleicht auch ganz gut so und erspart weiteren Frust.

Bildqualität

Genug zur Software und den Äußerlichkeiten, das Wichtigste dürfte das Panel sein. 65 Zoll misst es in der Diagonalen, mittels Direct LED Beleuchtung und Micro Dimming soll eine gleichmäßige Ausleuchtung erreicht werden. Der PQI (Picture Quality Index) von 1200 deutet außerdem auf eine recht hohe Bildqualität, aber auch auf potenziell viele „Bildverbesserungen“ per Software hin.

Glücklicherweise hat Thomson es mit den Software-Spielereien nicht übertrieben und das Bild wirkt auch im Werkszustand schon angenehm natürlich. Farben sind knackig und das Bild auch auf kurze Distanz angenehm scharf. Hier kommt es natürlich auch auf den abgespielten Inhalt an. Material ab FullHD Auflösung wirkt sehr scharf und detailreich, der Upscaler leistet hier ganze Arbeit. Hier und da hat man zwar auch mal ein paar Artefakte, man muss aber schon gezielt darauf achten, um sie auch wahrzunehmen. 4K-Material sieht dann natürlich am besten aus – allen voran 10bit HDR-Inhalte. Werden solche Inhalte erkannt, zeigt der Fernseher dies mit einer kurzen Meldung im oberen linken Eck an. Im Fall von Netflix funktionierten diese Inhalte auch problemlos, bei YouTube wurden die Videos allerdings nicht als HDR erkannt.

YouTube scheint generell ein Problem zu sein, da die App bei Videos zu Fragmentbildung und Problemen mit dem Kontrast neigt. Woran es genau liegt, ist schwer zu sagen. Das Problem betrifft vor allem FullHD-Inhalte, die sehr unscharf und wie hinter einem Schleier wirken. 4K-Inhalte sind besser, zeigen aber weiterhin Artefakt- und Klötzchenbildung. HDR-Inhalte wurden innerhalb der YouTube App nicht als solche erkannt. Beide Probleme konnte ich mit lokalen Medien oder bei Netflix nicht entdecken, hier war die Bildqualität auch bei FullHD-Inhalten einwandfrei.

Die Ausleuchtung des Panels ist gleichmäßig und erst bei genauerem Hinsehen und entsprechenden Testbildern erkennt man hier leichte Schwankungen über das gesamte Display hinweg. Im Normalbetrieb nimmt man diese minimalen Unterschiede in der Helligkeit aber nicht wahr. Kontrast und Schwarzwerte sind ebenfalls gut, an ein OLED-Panel kommt er verständlicherweise aber nicht heran.

Erste Schwächen bemerkt man dann aber bei rasanten, actiongeladenen Szenen oder schnellen Kameraschwenks. Das 50Hz-Panel äußert sich dabei durch Unschärfe und leichte Schlierenbildung. Das ist am Ende aber auch die größte Schwäche des Thomson 65 UC6303. Ein 100Hz Panel hätte ihm definitiv gut gestanden, das würde in dieser Größe den Preis allerdings auch spürbar nach oben treiben.

Die Blickwinkel sind – wenig überraschend – großzügig und auch mit einer größeren Gruppe sollte man problemlos davor Platz nehmen können. Einzig die Spiegelungen können das Bild wortwörtlich trüben. Das Panel spiegelt nämlich relativ stark – wie leider die meisten Fernseher. Auch die maximale Helligkeitsstufe vermag hier nicht gegen direkte Sonneneinstrahlung anzukommen. Allerdings: Unser Büro mit Südlage und riesigen Fenstern ist auch immer ein Extremtest, da es sehr hell werden kann.

Audio

Lautsprecher sind natürlich auch verbaut. Thomson beschreibt diese mit „Dolby Audio Processing“ und „Full Range Speaker“. Klanglich sind sie auch ok, könnten aber durchaus etwas mehr Druck vertragen. Sprache ist klar verständlich und auch in lauten Szenen hat man keine Probleme, die Protagonisten noch zu verstehen. Fans von Action-Blockbustern sollten aber besser zu einer externen Sound-Lösung greifen, da gerade lauten Actionszenen die Tiefe fehlt. Und was ist schon ein Action-Streifen, wenn dabei beim Nachbarn nicht die Gläser aus dem Schrank fallen?

Fazit

Insgesamt gibt es wenig Negatives am Thomson 65 UC6306. Die Bildqualität ist sehr gut, Smart TV funktioniert wie es soll und auch an Anschlüssen wurde nicht gegeizt. Obendrauf gibt es eine hochwertige Verarbeitung und ein 10bit-Panel.

Einzig für die 50Hz und das spiegelnde Panel gibt es Punktabzug, ebenso für die recht unhandliche Montage. Das sind allerdings Punkte, mit denen man sich arrangieren kann. Gibt es keine Fenster in unmittelbarer Nähe zum Fernseher, fällt das spiegelnde Panel nicht mehr auf und die 50Hz dürften nur Enthusiasten wirklich stören.

Für alle anderen gibt es hier für derzeit* unter 800 Euro jede Menge Fernseher fürs Geld.

Thomson 65 UC6306 bei notebooksbilliger.de

*Stand 08.05.2018

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Und für so ein starkes Teil sucht ihr keine Tester ? Schande 😉