Tim Cook im Interview: Automobilbranche vor massivem Umbruch

cookDas Wall Street Journal (WJS) lud zum Gespräch mit dem Apple-CEO Tim Cook. Dabei verriet der Steve Jobs Nachfolger einiges über Apple-Produkte und Zukunftsperspektiven. So stehe die Automobilbranche vor einem massiven Umbruch. Außerdem setzt sich Cook für Verschlüsselung und gegen Hintertüren in Software ein. The Verge hat die exklusive Veranstaltung bei mehreren Gläsern Wein begleitet.

Apple spielt mit Car Play bereits im Automobilsektor mit, doch vor allem die Abwerbung von Personal aus dem Bereich sorgte in den letzten Wochen und Monaten für Aufsehen. Arbeitet Apple an einem eigenen Automobil? Auf diese Frage gab Tim Cook im Interview keine Antwort, aber er sieht auf die Automobilbranche einen massiven Umbruch zukommen, der mehr ist als eine evolutionäre Weiterentwicklung. Cook nennt in diesem Zusammenhang einige Entwicklungen: Software würde wichtiger werden und damit selbstfahrende Autos. Auch würde sich durch das Elektroauto der bisherige Fokus von den (Verbrennungs)-Motoren weg verlagern.

Zu Produkten verriet Cook, dass der Verkaufsstart des Apple TV wie vorgesehen in der letzten Oktoberwoche starte, man sehr zufrieden mit 6,5 Millionen zahlenden und 8,5 Millionen Test-Abonnenten bei Apple Music sei und die Apple Watch gut laufe. Viele Kunden würden die Uhr mögen.

Unterschiedlicher Meinung sind Tim Cook und Gerard Baker vom WJS beim Thema Sicherheit. Cook betont, dass Verschlüsselung unverzichtbar in der heutigen Welt sei und spricht sich gegen Hintertüren in Software aus: Es gäbe keine Möglichkeit, dass diese nur „von guten Jungs“ genutzt werden. Jede Hintertür biete auch schlechten Leuten ein Einfallstor. Baker merkt an, dass man 9/11 hätte verhindern können, sofern das FBI Zugriff auf alle Informationen gehabt hätte. „Ich weiß nicht, wie man Leute ohne Verschlüsselung schützen soll“, entgegnet Cook und fügt an, dass Hintertüren nicht der einzige Weg zu mehr Sicherheit wären. Baker stellt derweil klar, dass er nicht für einen Polizeistaat spräche.

Am Ende beschwört Cook das Erbe Steve Jobs: Steves Vision sei es gewesen, mit Apple die Welt zu verändern. Alle Menschen sollten Technologien anwenden können, nicht nur die Unternehmen und die reichen Leute. Für die erlesene Zuhörerschaft im Saal gab es vor dem Interview ein mehrgängiges Menü und Weine vom Wall Street Journal Inhaber Rupert Murdoch. Nach dem Gespräch begab sich Cook auf dem Weg zum Flieger nach Bejing, China. Dort soll Cook als Teil des CEO-Rates China in Sachen Klimaschutz beraten und unterstützen.

Quelle: The Verge

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Über Marcel Magis

Ich bin Journalist und Schriftsteller. Unter anderem arbeitete ich für macnews.de, c't, Telepolis und notebookjournal.de. Ich liebe Nudeln und schreibe in meiner freien Zeit unverdrossen an einem großen Roman weiter, der wöchentlich im Netz erscheint. Du findest mich auf Facebook, XING und meinem Blog.
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Eine Antwort auf Tim Cook im Interview: Automobilbranche vor massivem Umbruch

  1. avatar W. Schersach sagt:

    Steves Vision sei es gewesen, mit Apple die Welt zu verändern. Alle Menschen sollten Technologien anwenden können, nicht nur die Unternehmen und die reichen Leute.

    Da konnte ich doch ein wenig schmunzeln 🙂
    Es ist wahr, dass in der heutigen Gesellschaft ein iPhone auch ohne viel geld schnell zu bekommen ist durch die ganzen Verträge etc. Aber wenn man ehrlich ist, steht diese Aussage genau zum Gegenteil der Kompletten Firmenpolitik. Wenn alle Menschen Technologien anwensen sollen, warum verkaufe ich dann ein Smartphone, welches in der Herstellung 168 Euro kostet für 1049 euro ? Ich bin mir bewusst, dass auch kosten durch das Marketing usw. entstehen, aber diese Gewinnspanne ist doch wohl sehr gegen Steves Vision 🙂

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