Unser erster Eindruck vom Samsung Chromebook und Chrome OS

Letzte Woche traf unser Chromebook von Samsung zum Testen ein. Vom Chromebook hatten wir ja schon viel gehört, ein eigenständiges und Chrome Browser basiertes Betriebssystem von Google. Direkte Programme gibt es nicht, viel mehr ist alles in der Cloud und Online verfügbar. Die Dateien werden also nicht lokal gespeichert. Dank USB Anschluss kann man aber trotzdem Dateien direkt auf dem Chromebook öffnen ohne diese vorher im Google Drive ablegen zu müssen.

1-Samsung_Chromebook

Aber beginne ich mit dem Einschalten des Chromebooks. Das nenne ich kundenorientierte Einrichtung, denn alle Installationsschritte wurden sehr einfach erklärt. Am Anfang musste man kurz das passende WLAN auswählen und sich damit verbinden. Das Chromebook verlangte dann nach einem Google-Konto und nachdem dieses eingegeben wurde, synchronisierten sich alle Daten. Die Lesezeichen im Webbrowser sind ebenso aktuell wie Google Mail und Google Drive, falls man Google-Sync im Chrome-Browser eingeschaltet hat. Doch zuerst heißt es sich mit der Oberfläche vertraut machen, denn anders als bei Windows oder Mac OSX ist der Desktop frei und es lassen sich keine Programme dort ablegen. Programme gibt es im klassischen Sinn eh nicht auf einem Chromebook, denn als Office Lösung arbeitet man mit Google Docs. Die meisten bekannten Anwendungen funktionieren auf dem Chrome Browser, ebenso ist es möglich im Chrome Web Store sich den Browser mit Erweiterungen aufzuwerten. Google + ist ebenso integriert wie Google Play Musik, Bücher und Musik. Dafür wird aber ein mit Google Wallet verknüpftes Google Konto verlangt, also man muss seine Kreditkartendaten hinterlegt haben.

Es ist aber auch möglich, Dateien vom USB Stick aufzurufen, so kann man zum Beispiel Office Dokumente direkt vom Stick starten, sich Fotos anschauen oder Musik Dateien abspielen lassen. Ich finde, dass Chrome OS schon gut durchdacht ist, die meisten Funktionen, die ein ganz normales Notebook haben muss sind vorhanden. So kann man gemütlich auf der Couch im Web surfen, nebenbei auf Youtube ein Video betrachten und seine E-Mails in Gmail integriert bearbeiten und beantworten. Dank Google ist ein Online-Office integriert, welches aber auch ohne Internetzugang problemlos funktioniert.

Die Hardware von Samsung

Das Samsung Chromebook hat einen 11,6 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixeln und gibt es ab 299 € bei uns im Shop. Warum erwähne ich dies gleich an erster Stelle? Ich empfinde die Verarbeitung des Chromebooks als billig. Selbst einige günstige Notebooks haben eine bessere Verarbeitung als dieses Chromebook von Samsung. Im Display erkennt man deutlich ein Raster bei der Betrachtung von Bildinhalten, dieses empfinde ich als störend, der Blickwinkelbereich ist auch nur sehr eingeschränkt und das Display ist wenig kontrastreich. Die Tastatur hat teilweise einen undeutlichen Druckpunkt und so empfinde ich es beim langem Schreiben als etwas antrengend auf der Tastatur zu tippen. Das Touchpad reagiert anständig auf Eingaben und auch die Multitouch-Funktion zum scrollen funktioniert recht gut. Der Akku ist fest integriert und soll um die 5 Stunden durchhalten, je nach Anwendungsart sind es etwas mehr aber auch deutlich weniger.

Ausgestattet ist es mit einem USB 3.0, einem USB 2.0 und einen HDMI Anschluss. Zusätzlich zu den 16 GB Speicherplatz hat es einen SD-Karten Slot, mit dem man den internen Speicher erweitern kann.

Fazit: Nun ja, als einziger Computer im Haushalt ist ein Chromebook keine Alternative. Wenn man dieses aber als Zweitrechner oder gar Tablet-Ersatz nutzen möchte, also ein kleines Gerät auf der Couch zum nebenbei surfen und etwas kommunizieren, ist das Chrome OS sicher nicht schlecht. Es kann alles, was man in den meisten Fällen benötigt. Lediglich Skype fehlte mir bei meinem Test auf der Couch, aber dafür gibt es Drittanbieter, die Lösungen anbieten um auch mit dem Chromebook zu kommunizieren. Die Hardware empfinde ich auch für 300 € als zu teuer, wenn man aber bedenkt, dass die Hersteller auch Entwicklungskosten hatten, dann fängt es an sich zu relativieren. Ich bin gespannt auf das Chromebook von Acer und hoffe, dass dieses etwas besser verarbeitet ist.

Hier haben wir noch ein etwas ausführlicheres Video zum Chrome OS und ein Hands On:

Technische Daten:

  • Betriebssystem: Google Chrome OS
  • Display: 11,6 Zoll (29,5 cm), 200 cd/m2
  • Auflösung: 1366 x 768 Pixel
  • Prozessor: Samsung Exynos 5 Dual @1,7 GHz, 1 MB Cache
  • Grafik: integrierte ARM Mali-T604
  • Arbeitsspeicher: 2 GB DDR3L
  • Festplatte: 16 GB eMMC + 100 GB Google Drive Cloud Storage*
  • Kamera: VGA Web-CAM
  • Netzwerk: WLAN 802.11 a/b/g/n, WiDi, Bluetooth 3.0
  • wahlweise mit: Mobilfunk 3G / HSPA+
  • Anschlüsse: 1x USB 3.0, 1x USB 2.0, HDMI
  • Gewicht: 1,1 kg
  • Abmessungen: 289.6 x 208.5 x 16.8 – 17.5mm
  • Akku-Laufzeit: bis zu 6,5 Stunden

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8 Antworten auf Unser erster Eindruck vom Samsung Chromebook und Chrome OS

  1. avatar Torsten sagt:

    Mich würde mal eure Meinung zum Samsung Chrombook Series 5 interessieren, dem ersten Chromebook vor zwei Jahren überhaupt. Das setze ich seit Herbst 2011 ein und bin damit vollends zufrieden.

    Das Fazit es würde nicht als einziger Rechner taugen, würde ich so nicht stehen lassen. Es kommt schlicht und einfach drauf an, was man damit machen möchte.

  2. avatar Micha sagt:

    Ich konnte gestern im Saturn in Karlsruhe das Chromebook mit Exynos Prozessor und 16gb Speicher „antesten“. Von der Verarbeitung und dem Design steht es definitiv mit einem Ultrabook auf gleicher höhe. Im Prinzip ist es ein leistungsfähiges Smartphone in einem Ultrabookdesign, welches eine Internetverbindung voraussetzt um die tollen Funktionen wie z.B. googleDocs zu verwenden.

  3. avatar Oliver sagt:

    Hallo Torsten,
    ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass ein Chromebook alle meine Anwendungsbereiche abdeckt. Wenn ich nun im Familienumfeld und Freundeskreis schaue, dann gibt es überall Funktionen die benötigt werden, die ein Chromebook nicht so ohne weiteres mitbringt.

    Mich würde interessieren: Kommst Du nur mit dem einem Chromebook zurecht? Nutzt Du auch Drucker & Scanner dazu?

  4. avatar Fingerwundschreiber sagt:

    Der Artikel ist zwar schon etwas älter aber steht bei diesem Händler ja an recht zentraler Stelle da möchte ich mich auch noch mal äußern. Ich habe mein Samsung Series 3 Chromebook nun seit etwa 2 Monaten. Zeit ein Fazit zu ziehen. Gleich vorneweg, Ich hatte von Anfang an nicht vor das Chromebook nur so wie es ausgeliefert wird zu nutzen. Bei mir stand ebenfalls im Raum Tablet oder Chromebook und falls Chromebook dann welches…
    Da ich gerne herum bastele und ich mich schon länger mit ARM Hardware auseinandersetze wurde es das Samsung mit dem Exynos 5 Dual Prozessor. So ein Ding suche ich schon seit etwa 2 Jahren. nur gibt es kaum ähnliche Hardware auf dem Markt.
    Für die Entscheidung zu dieser Hardware zählten vor allem folgende Punkte:
    – Dual Core Prozessor
    – Entspiegeltes Display
    – relativ lange Akku-Laufzeit
    – lautloser Betrieb möglich
    – USB3 Anschluss
    – HDMI fähig
    Für ChromeOS an sich sprach ggü Android zumindest die Fähigkeiten
    mehrere Benutzer möglich
    Passwortschutz
    Chroot-Fähig
    einfach in den Developer Mode zu bringen.

    Ich wollte mir eine Lösung schaffen für den Remote-Zugriff auf andere Rechner und natürlich eine Surf-Station für die Couch. Die Google Online-Lösungen sind mir aus Datenschutzgründen nicht nutzbar. Da das Hardwarekonzept aber nicht auf das Speichern größerer Datenmengen ausgelegt ist, nutze ich stattdessen die Owncloud als Online-speicher.
    Da das Gerät keine lokalen Anwendungen kennt, kommt an dieser Stelle das in einer Chroot umgebung installierte Linux (Ubuntu) zum Einsatz. Die Lösung von „dnschneid“ namens Crouton ist hier wirklich eine gute Lösung.
    Unter Linux habe ich dann alle Anwendungen die ich benötige und zusätzlich auch die Möglichkeit mich per Xorg Umleitung von Applikationen auf das Chromebook oder mit RDP an Virtualisierte Remote-Rechner zu verbinden. Damit stehen mir Alle Möglichkeiten offen die ich unterwegs brauche.
    Aufgerüstet mit einer 64GB SDXC Karte und einer USB3 Platte können bei bedarf auch mal größere Datenmengen verarbeitet werden. So ausgerüstet kann das Chromebook tatsächlich meine beiden bisherigen mobilen Geräte ( Ein Netbook mit Ubuntu und ARM Prozessor) sowie ein Dual Core Win7 Notebook zu ersetzen.
    Jedoch ist das Chromebook nicht mein einziger Rechner. Ich betreibe noch einen überwiegend beruflich genutzten Server der mir mit Virtualbox verschiedene Systeme bereitstellt. Das Chromebook ist dafür aber mit der Crouton-Erweiterung das Ideale Frontend. Es ist nicht perfekt, kann aber beinahe alle meiner Anforderungen erfüllen. Hätte man die Möglichkeit auf so einer Hardware von Haus aus ein Linux wie Ubuntu mit Ubuntu-Cloud zu betreiben, wäre das einem idealen Notebook schon sehr nahe.
    Einzig für Foto und Videobearbeitung unter Linux ist der RAM ein wenig schmal.

    Für das Surfen im Internet nutze ich überwiegend das ChromeOS, da es diese Aufgabe wirklich sehr gut erfüllt. Es ist schnell, optimiert und der Browser ist schnell und modern. Einzig wenn es um Sicherheit geht wechsele ich in die chroot-Umgebung wo ich einen gehärteten Chromebasierten Browser nutzen kann, der nicht all meine Anfragen in das Netz gleich an Google weiterposaunt.

    Die Verarbeitungsqualität ist in Hinblick auf den Preis noch akzeptabel könnte aber besser sein. Vor allem die Geringe Verwindungssteifigkeit im Touchpad-Bereich nervt im mobilen Einsatz erheblich. Ich hätte lieber 500€ ausgegeben für eine mechanisch gut verarbeitete Hardware und vielleicht 4GB RAM. Der Exynos Prozessor kann mit ChromeOS als auch mit Linux wirklich überzeugen. bei Windows würde ich aber vorerst weiter auf Intel setzen.

    Windows benötige ich nur noch für genau 2 Dinge: mein Navi updaten und mein Handy updaten. selbst HBCI Banking kann ich inzwischen mit Linux. und die Software läuft auch auf dem Chromebook ( unter crouton Ubuntu)

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  7. avatar ReneM sagt:

    Ich hab mich nach langer Suche auch für ein Chromebook entschieden. Warum?
    Nun ich brauchte ein kleines leichtes Gerät für unterwegs und vor allem für private dinge bei der Arbeit (sitze in einem Callcenter und hab nebenbei viel Zeit)
    Vieles hab ich zuvor mit dem Handy gemacht, aber das scheiben und anderes war zu mühselig. ich will eine Tastatur, also blieb nur noch ein Netbook oder das Chrombook über, und meine Wahl fiel auf das Chromi.
    Bisher habe ich meine Entscheidung nicht bereut. Ich hab mir das Samsung Chromebook mit UMTS geholt und bin damit und per Wlan überall online.
    Von den eingebauten 16GB bleiben um die 9GB zum speichern eigener Daten über. Da ich gelegentlich auch mal mehr Platz brauche, und gewisse Daten nicht in der Cloud ablegen will brauchte ich mehr „festen“ Speicher.
    Und hier zeigte sich eine weitere Schwachstelle vom Samsung Chromi, man kann zwar SD Karten und USB Sticks oder auch Festplatten nutzen, muss die jedoch zur Nutzung immer einstecken, da selbst der SD Kartenslot nicht tief genug ist.
    Ein eingesteckte SD Karte ragt einfach zu weit heraus, so das sie beim Transport schaden nehmen könnte. Beste Lösung die ich für dieses Problem gefunden habe ist ein spezieller Micro SD Adapter für MacBooks den ich auf Ebay für 4,99 € gefunden hatte. Dieser ist nun kurz genug so das ich eine 64GB Micro SD dauerhauft im Gerät belassen kann. Aber trotzdem muss man noch vorsichtig sein, da auch dieser Adapter nicht komplett im Chromebook verschwindet.

    Noch was zum Akku.
    Meiner reicht im Schnitt zwischen 7-8 Stunden, mit aktivierten Wlan. Dabei surfe ich jedoch meist nur im Netz, lese und beantworte Email oder blogge ein wenig.

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