Urteil: Blick aufs Handy beim Autofahren reicht für Bußgeldbescheid

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Jeder Autofahrer hierzulande dürfte wissen, dass es gegen die deutsche Straßenverkehrsordnung verstößt, wenn er am Steuer eines Fahrzeugs das Handy beziehungsweise Smartphone benutzt. Was allerdings vermutlich nur sehr wenigen klar sein wird, ist, wie streng die Justiz diese Vorschrift tatsächlich interpretiert. Einem Mann ist dies nun vor Gericht zum Verhängnis geworden, wie Golem.de berichtet.

Dem Artikel der Web-Publikation nach hat das pfälzische Oberlandesgericht (OLG) Zweibrücken entschieden, dass bereits dann ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung vorliegt, wenn das Smartphone während der Fahrt auch nur zum Ablesen der Uhrzeit in die Hand genommen wird. Ein Autofahrer hatte diesbezüglich einen Bußgeldbescheid in Höhe von 60 Euro erhalten und war im Anschluss bis vor das Oberlandesgericht gegangen, um gegen das Strafmaß zu klagen.

Die Klage wurde laut Golem.de jüngst von den Richtern mit der Begründung abgelehnt, das in die Hand nehmen des Geräts und Ansehen des Displays während der Fahrt stelle eine sogenannte bestimmungsgemäße Nutzung des Handys dar. Dies wiederum sei ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung und rechtfertige das Bußgeld. Dem Artikel nach hat das Oberlandgericht aber auch erläutert, dass erst bei Nutzung einer Funktion des Telefons bei laufendem Motor ein Verstoß vorliegen kann. Bei Fahrzeugstillstand und ausgeschaltetem Motor ist das Telefonieren sinnvollerweise erlaubt. Das reine Umlagern des Handys im Fahrzeug stellt ebenfalls noch keine Verletzung der Vorschriften dar, ob dies ein Fahrzeughalter oder eine Fahrzeughalterin im Zweifelsfall aber beweisen kann, ist natürlich fraglich.

Abschließend müssen wir also festhalten: Jeder, der mit dem Auto unterwegs ist, sollte während der Fahrt besser die Finger vom Handy beziehungsweise Smartphone lassen. Wer das Gerät unbedingt auch beim Fahren nutzen muss, dem bleibt noch das Zurückgreifen auf eine Freisprechanlage plus Handy-Halterung.

Die Höhe des Bußgeldes für das Nutzen eines Smartphones während der Autofahrt liegt aktuell bei 60 Euro. Hinzu kommen in der Regel Verwaltungsgebühren von bis zu 25 Euro sowie – und das kann schnell wirklich ärgerlich werden – ein Punkt in Flensburg.

Bild: Chip.de
Quelle: Golem.de
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Über Johannes Schaller

Ich bin freier Journalist, Computer-Technik-Freak, Videospiel-Guru und Freizeit-Poet. In den letzten Jahren war ich unter anderem für notebookjournal.de tätig und habe als IT-Fachmann gearbeitet. Wenn ich nicht gerade an einem Text feile oder ein Stück Hardware auseinandernehme, dann widme ich meine Zeit gerne Filmen, Literatur, Videospielen oder schlicht und einfach der Natur.
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3 Kommentare auf "Urteil: Blick aufs Handy beim Autofahren reicht für Bußgeldbescheid"

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Gast

Das Handy an einer Handyhalterung zu benutzen ist aber erlaubt, oder?

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Gast

was ist mit nem Nacvi …im Prinzip glotzt man da zwischenzeitlich auch drauf … ein nicht so ganz nachvollziehbares Urteil… und auf der Autobahn trinke ich auch schonmal nen Schluck aus der Wasserflasche…Im Prinzip auch etas in die Hand genommen und somit abgelenkt….hab da grad wirklich meine Schwierigkeiten, der Logik zu folgen…

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Gast

@Schwubb Es reicht schon aus, das der Text etwas länger ist, schon ist die Ablenkung kein Vergleich zu Wasserfalsche oder ähnliches. Das kenne ich aus eigener Erfahrung, man versucht die Nachricht zu Ende zu lesen.

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