Usertest der ATI Radeon HD 6790 – Leistung

Nachdem ich in meinem Beitrag schon auf den Einbau der Grafikkarte eingegangen bin, kommt hier nun der zweite Teil meines Beitrags, der sich mit der Leistung der Karte im Desktopbetrieb befasst.

Temperatur/Verbrauch

Auf den ersten Blick ändert sich natürlich im Normalbetrieb natürlich nicht viel, da die Desktopgestaltung unter Windows 7 selbst mit allen möglichen „Aero“-Effekten keine beachtenswerte Rechenleistung für die Karte bedeutet.

Vor dem Umbau habe ich natürlich den Leistungsstand der alten Grafikkarte mit Benchmarks und diverser Software ausgelesen um auch rein objektive Vergleichsmöglichkeiten zu erhalten!

Was nach dem Umbau zuerst auffällt ist die Tatsache, dass die Karte um ganze 12° C kühler im Idle läuft als die ersetzte GTX465, ein Temperaturgefälle von 68°C auf 56°C. Da die Grafikkarte neben CPU und Chipsatz die wohl größte Wärmequelle in einem Leistungsfähigen Computer ist, fällt dies natürlich ganz schön ins Gewicht! Die Sensorwerte (Ausgelesen mit Everest und Speedfan) zeigen hier für das gesamte System einen Temperaturunterschied von immerhin 10°C.
Gerade wenn die Temperaturen im Raum durch den Sommer steigen ist man natürlich froh um jede Wärmequelle weniger 🙂

Bei dem Chipsatz der Karte handelt es sich laut AMD/ATI um nicht voll funktionsfähige GPU’s der Barts-Serie, bei denen einige Komponenten deaktiviert wurden, im Gegenzug aber der Prozessor- und Speichertakt angehoben wurden. Somit verbraucht die Karte mehr Strom als die große Schwester HD 6850. Trotz der der recht ordentlich Leistungsaufnahme ist die Karte sparsamer als die alte Karte. Dafür sprechen auch die deutlich niedrigeren Temperaturen im Idle-Betrieb.
Stromsparmeister sind wohl die wenigsten der auf dem Markt erhältlichen Karten.
Auch diese Karte schlägt mit rund 185Watt unter Volllast zu Buche, ist jedoch kühler und leiser als ältere Karten. Im Desktopbetrieb fällt der Lüfter der Karte kaum auf, und es herrschen passable Temperaturen im Gehäuse.

Benchmarks

Die wohl bekannteste und repräsentativste Methode, Grafikkarten zu testen ist das Benchmarking.

Da jede Grafikkarte mit den gleichen Threads getestet wird kann ein relativ genauer Vergleich zu anderen Karten getroffen werden. Natürlich spielt auch die restliche Hardware immer eine Rolle in solchen Test, kann aber in diesem Falle vernachlässigt werden, da außer der Grafikkarte an der Systemkonfiguration nichts verändert wurde!
Vor dem Einbau der neuen Karte habe ich natürlich die alte Karte noch mit drei verschiedenen Benchmarks getestet:

-Futuremark 3D Mark 11
-Futuremark 3D Mark Vantage
-Unigine Heaven DX11 Benchmark 2.5

Alle drei Benchmarks wurden als Free-Version genutzt, da die kostenpflichtigen Versionen mit mehr Features eher für professionelle Tester geeignet sind.
An dieser Stelle möchte ich nochmals betonen, dass es sich um einen Usertest handelt und die Benchmarkergebnisse möglicherweise von den Tests anderer, professioneller Tester abweichen können. Dennoch sind alle Benchmarks unter exakt den gleichen Bedingungen erstellt worden und sollten somit relativ genau Aufschluss über die Leistung der Karte geben.

Alle Tests habe ich mit den höchstmöglichen Einstellungen ausgeführt.
Bei den Futuremark-Benchmarks liegt die Begrenzung der Freeware bei 1280*720 Pixel, in der Version des Unigine Benchmarks finden sich keine Begrenzungen; hier teste ich mit FullHD Auflösung, 16-facher Anistropischer Filterung und und 8-fach Fullscreen Anti-Aliasing, höchsten Shader-Details sowie Tesselation.

Alle Benchmarks sowie Spiele habe ich auf einem extra dafür „frisch“-installiertem Windows 7  64-bit Ultimate  ausgeführt. Somit sind Störquellen, Hintergrundprogramme und Virenscanner, die das Ergebnis mindern könnten, ausgeschlossen. Zudem habe ich nur die von Futuremark empfohlenen Treiber verwendet!

Die Ergebnisse des Benchmarkings:

GTX 465 HD6790
3D Mark Vantage 12005 3D Marks 11961 3D Marks
3D Mark 2011 3339 3D Marks 3143 3D Marks
Unigine Heaven Benchmark 2.5 14,5 fps (avg.) 

5,8 fps (min.)

32,7 fps (max.)
365 Scores

13,2 fps (avg.) 

6,8 fps (min.)

27,3 fps (max.)
334 Scores

Die Leistung ist in etwa äquivalent mit der der etwas älteren Karte.
Da Benchmarks aber immer „künstliche“ Last erzeugen, darf man ihre Ergebnisse grundsätzlich nicht unmittelbar auf die Performance von Spielen und anspruchsvollen 3D-Anwendungen übertragen. Aus diesem Grund habe ich die Karte noch im „Realbetrieb“ mit einigen Spielen getestet. Viele Computerspiele sind für unterschiedliche Grafikkarten optimiert und nutzen ihre GPU-spezifischen Stärken aus, weswegen sich das Blatt auch deswegen wenden kann.

Spielbetrieb

Zu meiner Sammlung an Computerspielen gehören unter anderem auch:
-Battlefield Bad Company II
-Call of Duty – Black Ops
-Crysis 2

Ich habe diese Spiele für den Test ausgewählt weil sie zum einen hohe Anforderungen an das System stellen, zum anderen aber auch in den Hitlisten oft auftauchen: Black Ops und Crysis 2 finden sich in den TopTen der aktuellen Spielecharts, Bad Company zwei immerhin noch in den TopTwenty.

Zur Anzeige der Framerate in den Spielen benutze ich Fraps, das am Bildschirmrand die aktuelle Bildlrate anzeigt.

Um nicht allzu ausführlich auf das Gameplay einzugehen hier nur meine Bewertungen der Grafik in den einzelnen Spielen:

Bad Company II:
Da das bekannte Spiel aus der Battlefield-Reihe schon etwas älter ist, bewältigt die Karte das Spiel problemlos. Selbst auf höchsten Details und mit einer Auflösung von 1920×1080 Pixeln  kommt die Grafikkarte nicht ins Schwitzen, sie erreicht auch bei extrem schnellen und Rechenintensiven Szenen rund 45-50 Frames. Jedoch lässt nicht nur die Framerate keine Wünsche offen, auch Details, Tiefenunschärfe und Konturen zeichnet die Karte sehr gut. Subjektiv wirkt das Spiel flüssiger und klarer als zuvor! Auch nach mehr als zwei Stunden Spiel und Aktion lässt die Leistung der Karte hier nicht nach, auch ändert sich die GPU-Temperatur nur um etwa 8-12Grad, je nach Szenerie.

Call of Duty – Black Ops:
Dieses Spiel, erst im November letzten Jahres erschienen, ist natürlich wesentlich aufwändiger als Battlefield, jedoch lassen sich auch nicht keine großen Leistungsdefizite erkennen. Mit immerhin noch 40 Frames auf voller Auflösung ist das Spiel  relativ flüssig Spielbar, jedoch merkt man in bestimmen Szenen, dass die Grafikkarte merklich ins Schwitzen kommt. Ein ungetrübtes Spielvergnügen ist aber dennoch möglich, da die kleinen „Ruckler“ das Gameplay nicht maßgeblich verschlechtern! Auch hier gilt, dass die Leistung der Karte nach mehreren Stunden nicht nachlässt oder die Karte übermäßig heiß wird!

Crysis 2:
Das aktuellste Spiel im Test, das aufwändigste, und das spannendste!
Das Spiel, basierend auf der zwar schon etwas älteren CryEngine 3 (seit 2009) bietet eine absolut überragende Grafik. Doch die Grafik fordert natürlich auch ihre Ressourcen! Das Spiel ist sehr Prozessor-und Grafiklastig. Auf höchsten Einstellungen schafft die Grafikkarte etwa 30-33 Frames, bei aufwändiger Szenerie sinkt die Framerate jedoch auch ca. 25 Frames, ein schon deutlicher Unterschied zu den beiden zuvor getesteten Spielen. Zwar ist das Spiel definitiv noch spielbar, jedoch können die „Ruckler“ in manchen Szenen schon ziemlich nervig sein und auch schon mal das Gameplay drastisch beeinträchtigen. Die Auswahl „Extreme“ im Crysis2-Optionenmenü sollte man also nicht unbedingt wählen 😉 Dreht man jedoch ein wenig an den Einstellungen, schon kann man das Spiel mit immer noch recht guter Grafik und hohen Framerates spielen.

Fazit:

Die Sapphire ATI Radeon HD6790 ist eine günstige Mittelklassenkarte mit der sich alle aktuellen Spiele problemlos bewältigen lassen. Bildqualität und Framerates lassen in diesem Preissegment nur wenig Wünsche offen! Zwar liefert die Karte in Benchmarks keine überragenden Resultate, in der Praxis verrichtet die Karte ihren Dienst jedoch ordnungsgemäß und macht auch nach langen Spielesessions nicht schlapp! Die Karte arbeitet leise, und wird auch bei längeren Sessions nur geringfügig l

auter. Auch die Temperaturen bewegen sich in  immer im unkritischen Bereich.
Weniger gefällt die Installation der Treiber und die CatalystSoftware-
Insgesamt ist das Preis- /Leistungs-Verhältnis recht stimmig, jedoch gibt es für etwas mehr Geld schon die Radeon HD6850.
Letztlich bringt die Karte aber mehr Plus- als Minuspunkte mit sich und ich kann sie für diesen Preis nur empfehlen!

An dieser Stelle bedanke ich mich bei notebooksbilliger und Carsten für diese Karte und die Möglichkeit einen Blogbeitrag verfassen zu dürfen.

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