Usertest: WD My Cloud

Vor einigen Wochen hatten wir Tester für die WD My Cloud gesucht. Lars hatte sich beworben und durfte die „kleine“ WD My Cloud mit 2 TB testen. Hier ist sein Erfahrungsbericht!

SAMSUNG CSC

Cloudspeicher ist eigentlich eine feine Sache: Weltweiter Zugriff, theoretisch kann man alles verschlüsseln und den mitlesenden Regierungen die Sache zumindest leicht erschweren und falls der heimische Laptop mal das zeitliche segnet, hat man jedenfalls ein Backup.

Meinen ersten Schritt in die eigene Cloud hatte ich mit einem WD MyBook Live und dieser war jedenfalls eins: Kurz. Das Ding hat mich wahnsinnig gemacht. Die Software war für die Tonne, die Festplatte relativ laut und irgendwie wollte alles nicht so wie ich es wollte. Ich habe technisch zwar nicht zwei linke Hände und an jeder Hand fünf Daumen, aber trotzdem wollte nicht alles annähernd so flüssig laufen wie es sollte. Blöd, allein schon, weil mein Ultrabook nicht die größte SSD hat und das ständige Gestöpsel mit einer externen Festplatte nervig ist.

Dabei sind meine Anforderungen an eine eigene Cloud oder ein NAS gar nicht so groß: Ich möchte weltweit drauf zugreifen können, bestenfalls aber Zuhause auch per USB 3.0 schnell große Datenmengen parken und im System soll der Speicher eigentlich wie eine normale Festplatte angezeigt werden. Ich möchte also eigentlich nur eine erweiterte „kabellose“ Festplatte weltweit.

Das erste WD MyBook Live hat mich alleine schon wahnsinnig gemacht, da es keinen USB-Port gab. Dazu kam die miese Software und wirklich eingebunden in das System wurde auch nichts – insofern habe ich das Unterfangen relativ schnell aufgegeben. Jetzt also Dank notebooksbilliger.de die WD My Cloud, der nächste Anlauf für mich in die eigene Cloud. Der gratis Dropbox-Speicher den es bei diversen Smartphones als Zugabe gibt ist kurz vor dem Ablaufen, Google Drive ist mir zu klein und auf diverse andere Lösungen zu migrieren finde ich derzeit nicht wirklich prickelnd. Das Timing stimmt also.

Erst ein paar Worte zur WD My Cloud selber: Ich habe die Version mit 2 TB Speicher, im Inneren dreht sich eine kaum hörbare 3,5“ HDD. Außerdem werkelt dort ein Mindspeed Comcerto 2000Dual-Core Prozessor mit 650 MHz, der kaum Wärme zu produzieren scheint. Jedenfalls war der verbaute Lüfter nicht einmal wirklich hörbar. Dazu gibt es 256 MB RAM und 512 MB Flashspeicher als Puffer. Auf der Rückseite gibt es dazu im Gegensatz zu meinem damaligen MyBook einen USB 3.0 Anschluss. Über diesen allerdings nur eine weitere externe Festplatte gehangen werden kann. Dieses wird dann zu einem externen USB-Laufwerk an der My Cloud. Ein USB-Anschluss für die direkte Übertragung auf den Laptop fehlt. Was auch nicht verbaut ist: WLAN. Heißt, dass die My Cloud in die Nähe eures heimischen Routers muss und dann per normalem Ethernet-Kabel verbunden wird. Eine Integration in das heimische Netzwerk per WLAN hätte mir besser gefallen, allerdings dürfte damit eine Fehlerquelle zusätzlich für niedrige Geschwindigkeiten bestehen – das LAN-Kabel ist da sicherer. Auf der Front gibt es eine kleine Status-LED, so lange hier alles blau leuchtet ist alles gut. Auf der Unterseite findet sich ein Gummistand, Vibrationen gibt es keine und rutschfest ist die Nummer auch.

Jetzt kommt der eigentlich wichtige Teil: Die Software.
Machen wir uns mal nichts vor, eine Festplatte mit WLAN bauen kann heute quasi jeder Hersteller. Die Spreu trennt sich vom Weizen in Sachen Software. Häufig gelobt ist hier Synology, aber eine so dicke NAS muss es für mich einfach nicht sein und zudem werden dort auch noch ein paar Euronen mehr aufgerufen. Nach meinen Erfahrungen von dem WD MyBook hatte ich hier die größten Bedenken, vorab: Ganz perfekt ist es hier nicht, aber mit ein bisschen Geduld lässt sich für mich alles wie gewünscht einstellen. Endlich.

Warum nach der Installation der passenden WD-Software direkt vier Icons auf meinem Desktop liegen müssen, muss ich nicht verstehen. Noch weniger, warum in dem „normalen“ Pack auf der Webseite kein WD Quick View zu finden ist, dieses ist separat auf der Webseite gelistet und macht es einfacher die My Cloud oder eine daran gehangene externe Festplatte als Netzwerklaufwerk einzubinden. Egal, hat man einmal alles installiert, funktioniert es mit wenigen Handgriffen für mich problemfrei. Wenn man Quick View nicht installiert, geht es natürlich auch, ist allerdings komplizierter. Ich habe es nach dem Einstellen als Netzwerklaufwerk aus dem Autostart geschmissen, ich habe das System gerne so sauber wie möglich.

Das Dashboard

Joa, die Startseite ist für mich irgendwie relativ sinnentleert: Ich kann sehen, wie viel Platz noch auf der My Cloud frei ist, ob die externe Festplatte verbunden ist, Firmware-Version und Spökes wie Temperatur und ähnliches anschauen. Theoretisch gibt es auch Benachrichtigungen und Probleme. In der Praxis sind das alles Sachen, von denen ich nichts wissen will. Bis auf die Anzeige des verfügbaren Speichers für mich also Blödsinn. Es ist eine Festplatte und nicht Facebook, wer aber Geek genug dafür ist, hat damit vielleicht seinen Spaß.

Wichtiger sind aber die anderen Seiten des Dashboards. Unter den Benutzern kann ich einfach definieren wer Zugriff hat und worauf der Zugriff beschränkt ist.

Bei den Freigaben lässt sich einstellen worauf zugegriffen werden soll, Ordner für Ordner. Für mich nicht so wichtig, es gibt aber sicher Fälle, wo der Zugriff beschränkt sein soll.

Unter dem Cloud-Zugriff lässt sich einstellen, wer mit welchen Geräten weltweit auf die My Cloud zugreifen können soll. Die Nummer hat mich echt begeistert – ich mag kein Gefrickel und meine Unitymedia Fritzbox 6320 Cable v2 ist teilweise derbe beschränkt in ihren Funktionen. Einmal angestöpselt an den Router und die Kiste lief! Ohne Gefrickel!

Immer eine Angst bei einer eigenen Cloud: Datenverlust. Wenn ich mich nicht auf Google und Co. verlasse, bin ich natürlich selber Schuld, wenn meine Daten verloren sind im Falle eines HDD-Crash. Bei der WD My Cloud lassen sich sogenannte Safe Points erstellen, entweder auf ein lokales USB-Gerät oder auf Netzwerkspeicher. Diese sind ein komplettes Spiegelbild des gespeicherten Inhalts und können als Backup dienen.

In den Einstellungen schließlich gibt es viel Verstecktes: SSH-Zugriff, FTP-Zugriff, Time-Machine Backup für Mac (mangels Mac nicht getestet), man kann die LED abschalten falls gewünscht und wenn man mag sogar regeln, auf welche Geräte die My Cloud per DLNA Medien streamen soll. Angeboten wurde mir ohne irgendwelche Einstellungen mein Samsung F7090 SmartTV, feine Sache.

My Cloud: Der Zugriff von Unterwegs wenn WLAN und Internet mitspielen

Zuhause habe ich sowohl die My Cloud als auch die daran gehangene Festplatte als Netzwerklaufwerk eingebunden. Außerhalb des heimischen Netzwerks wird das natürlich schwierig. Hierfür gibt es das Programm My Cloud sowohl für Windows 8.1. Ein Passwort kann auf Wunsch gesetzt werden, die Berechtigung wird automatisch gesetzt, kann aber im Dashboard modifiziert werden. Dann ist alles einfach: Zugriff von Unterwegs. Dateien können in dem optisch nicht wirklich schicken Explorer per Drag and Drop heraus- oder hereinkopiert werden, das funktionierte alles super. Um Dateien zu kopieren übrigens (leider) besser und schneller als die direkte Kopie auf das Netzwerklaufwerk. Bei beiden Methoden machen große Dateien trotzden WLAN mit n-Standard wenig Spaß. Ab zwei, drei Gigabyte dauert es einfach zu lange. Kopiert wurden die Daten im Schnitt mit 2-3 MB/S. Ich befürchte allerdings, dass dies nur ein Problem meines nicht wirklich guten WLAN ist, insofern darf ich hier über die My Cloud nicht meckern. Realistisch sind sonst wohl um 68 MB/S. Gleiches gilt natürlich auch für den weltweiten Zugriff: Wenn ich nur eine 10.000er Leitung habe, muss ich mich nicht wundern, wenn der Upload bei unter einem MB/s liegt. Klar, dass in solchen Fällen Dropbox, Google Drive und Co. Vorteile haben. Die App – gleichnamig My Cloud für Android – erlaubt mir den Download auf das Smartphone oder Tablet. Was soll ich sagen: Es funktioniert ohne Probleme.

Tl;dr – das Fazit

Ich war immer über Netzwerkfestplatten am meckern. Der Kram war einfach nicht idiotensicher genug für mich. Die WD My Cloud funktioniert. Sie macht genau das, was sie machen soll. Zum Teil muss man sich in den Programmen ein bisschen zurecht finden, aber dann läuft alles. Mit SSH, root und anderen Spielereien lässt sich noch mehr anstellen – das brauche ich aber alles nicht. Einzig die Geschwindigkeit mit der große Dateien auf die Festplatte gezogen werden ist semi-optimal, aber das bin ich mit meinem WLAN wohl selber schuld. Mein einziger Kritikpunkt: Ich hätte gerne einen USB-Anschluss um direkt von dem Laptop auf die Festplatte Dateien zu verschieben. Laut Nutzerhandbuch lässt sich über den Port nur eine Festplatte anschließen und kein PC. Schade. Ansonsten hat mich die WD My Cloud angenehm überrascht und wird zwar von mir in die Ecke gestellt – aber nur, um dort unangetastet und ganz in Ruhe neben dem Router ihre Arbeit zu machen. Idiotensicher.

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13 Kommentare auf "Usertest: WD My Cloud"

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Christoph H.

Richtig cooler Test!
Du hast dir das Ding wirklich verdient 😀
Liebe Grüße…

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Christian

Ich habs gekauft (WD mycloud 2TB), 2 Tage damit verbracht und es dann in die Ecke geschmissen.
Zu viele verschiedene Oberflächen, Bezeichnungen, die unlogisch sind (Passwort meint mal ein PW, mal einen Freigabecode, der angefordert werden muss). Viel, viel zu kryptische Bezeichnungen. IP Adresse im Dashboard richtig, bei Klick sucht er sich eine andere und bleibt hängen. Fazit: ein weiteres Stück Elektronikschrott (Festplatte mit meinen Daten gebe ich nicht zurück/weiter) und die Erkenntnis, dass Marketing BlaBla mit der Realität eines DAU wenig zu tun hat.

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Gewinnspiel: WD My Cloud EX2 mit 4 und 6 TB » notebooksbilliger.de Blog

[…] hatten vor einigen Monaten die Schwestermodelle My Cloud & My Cloud Mirror testen lassen. Besonders gut hatte unserem Tester die einfache Einrichtung gefallen. Beim Western Digital My […]

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Ben
Ich hab die auch grad hier in der 4TB Version. An Anfang war ich noch begeistert grad nervt mich die Platte nur noch. Das vollschaufeln mit ca.2TB hat schon mal fast 3 Tage gedauert. 10MB/s waren bei mir max. Werte mit Kabel,Wlan um die 2MB/s. Bei Ordner mit sehr viel kleinen Dateien ging der Speed auch schonmal auf <1MB/s runter. Dann gab es diverse Hänger wegen zu langer Dateinamen,normale html Dateien die ihre Funktion verlieren würden beim überspielen. Dann das Medien einlesen wieder stundenlang. Man kann auch nix differenzieren, jedes Bild,jeder Sound wird indexiert. Das ist dann so unübersichtlich das… Read more »
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Pascal
Ich finds immer wieder grausam, wie die Laien die Platte schlechtreden…. Offensichtlich keine Ahnung von Netzwerken haben, um dieses eben zu optimieren, aber alles ist immer schlecht… man man man unglaublich. Ich hatte auch Probleme die Netzwerkgeschwindigkeit zwischen 2 Rechnern passend zu bekommen, da ich nur mit teilweise 13 kb/s geladen hatte. Dann hab ich mich da reingefuchst, verschiedene Lösungsansätze probiert bis eins geklappt hat und plötzlich war die Geschwindigkeit da. Das konkrete Lösungen posten lasse ich hier jetzt mal, denn wenn die Leute es nicht hinbekommen mal ein wenig hirnschmalz zu verwenden um mal drüber nachzudenken, das es vielleicht… Read more »
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Cihan Boz

Sorry Pascal, aber ein Produkt sollte von Haus aus ordentlich laufen, ohne dass man die ganze Zeit herumfuddeln muss! Ist traurig, wenn das nicht möglich ist!

Aber wenn man nur 100 MBit-LAN hat, stimmt es schon, dass mehr als 10 MB/s nicht drin sind!

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Mark

Nur mal als Hinweis:
Jedes NAS ist ein kleiner Server, mit eigener CPU und eigenem Betriebssystem (üblicherweise ein Linux-Derivat). Die Anforderung ein NAS direkt über USB mit einem Computer zu verbinden um Daten zu transferieren läuft also darauf hinaus, dass man zwei Rechner per USB miteinander verbindet für den Datenaustausch… Das kann man ja mal mit seinem Desktop-Rechner und seinem Laptop probieren, wird auch da nicht klappen, ist einfach nicht vorgesehen.

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Cihan Boz

Sorry, aber das Eine hat mit dem Anderen nicht viel zutun. Beispiel: Auch auf Smartphones läuft ein, meistens auf Unix basierendes, Betriebssystem und trotzdem kann man sie mit dem Rechner verbinden und als Massendatenträger verwenden.

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Lsawesome

@Mark grundsätzlich gebe ich dir da Recht, aber interessiert das den normalen Nutzer? Es soll funktionieren, ohne großen Aufwand. Tut es nicht und die Speed sonst ist halt je nachdem ein Problem über WiFi.

@Pascal „Eine Lösung gibt es, aber … sucht selber danach weil [ellenlanger Text]“ anstatt zu helfen ist semi-cool. Und: Je nach Router geht es einfach nicht. Der normale Nutzer hat Zuhause vielleicht den vom Provider gestellten 0815 Billig-Speedport/Fritzbox und dazu noch Sperren. Mein Anspruch an ein NAS ist: Einstöpseln, einrichten mit wenigen Klicks – fertig.

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Karl-Heinz
Also, ich nutze die WD MyCloud seit ca. 4 Monaten – und zwar ohne jegliche Probleme. Ich greife mit 2 Window-Notebooks, 1 MacBook diversen Tabletts, Smartphones und Mediaplayern darauf zu. Sogar. „von außen“ kann ich darauf zugreifen, obwohl das, so mein ISP, eigentlich nicht möglich ist und auch mit der Fritzbox z.Bsp. nicht funktioniert. Zur Geschwindigkeit: Via Lan- Kabel und Windows 8 bis zu 95 MB/s, Mac OS Yosemite ca. 70 MB/s, WLAN ca. 11MB/s. Android und IOS Geräte natürlich langsamer. PS: Ich bin kein Profi – und PR ist das auch nicht. Aber was soll man bei einem Preis… Read more »
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MediaExperte
Ich wollte nur mal darauf Aufmerksam machen, dass solche Firmen wie WD Leute einstellen die als angelbliche normale Nutzer falsche Kommentare in Foren und in die Kommentare auf Testseiten reinstellen um ihre Produkt schönzureden (besser gesagt Schön zu Lügen) und den Kritikern des Produktes den Wind aus den Segeln zu nehmen. Man kann sehr Gut beobachten wenn jemand eine Kritik hat, wie urplötzlich IMMER sofort einer auftaucht der angeblich dieses Problem nicht hat. Ich habe genauso die gleichen riesen Probleme mit meiner WD MyCloud, und alle Leute die Ich PERSÖNLICH kenne auch. Und diese Leute sind fast alle IT-Profis, die… Read more »
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MediaExperte

Und wenn man ein Problem hat im Freundeskreis nachfragen ob die dass auch haben, dann weiss man auch was wahr ist.

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ChrisKoss
Guten Morgen! Ich bin auch gerade dabei meine Platte nach einem Reset wieder voll zu machen. Mich nervt diese langsame Übertragungsgeschwindigkeit auch und ich bin weitaus schnellere Lösungen aus beruflicher Sicht gewohnt! Aber…insgesamt bin ich doch recht zufrieden mit dem Gerät als Heimlösung. Wann brauche ich denn nun wirklich mal so hohe Übertragungsgeschwindigkeiten – mal als Ausnahme die heutige Situation – wirklich? Ich besitze die 4TB Version und kann mich eigentlich nicht groß beklagen. Wer mehr will muss sich halt nach anderen Lösungen umschauen und vielleicht auch mehr ausgeben. Jedoch finde ich es recht entspannt, wenn ich mein Backup vom… Read more »