Vergleichstest Samsung Galaxy S6 und S6 Edge: Eine Ecke mit was drin

Samsung Galaxy S6 übereinander

Gebe ich mir die Kante oder nicht? Wenn man vor der Entscheidung steht, sich das Samsung Galaxy S6 oder das Samsung Galaxy S6 Edge anzuschaffen, dann steht man zwangsläufig vor dieser Frage. Die einfache Antwort lautet: Kommt drauf an. Denn hardware-technisch unterscheiden sich beide Smartphones kaum voneinander. Den großen Unterschied macht das Display des S6 Edge mit seinen abgerundeten Kanten aus, auf denen allerlei Informationen dargestellt werden können. Aber was bringt die Info-Ecke in der Praxis und was nicht?

Helles Super AMOLED-Display

Egal, wie man es dreht und wendet: Beide Samsung Galaxy S6 verfügen über ein hervorragendes AMOLED-Display. Im Gegensatz zu bisherigen AMOLEDs tritt aber kein Pentile-Effekt auf, der beispielsweise bei Schriften ein Ausfransen der Ränder aufgrund der geringeren Anzahl an Subpixeln bewirkt. Auf den Displays ist alles knackscharf. Verwundern tut das nicht, denn bei einer qHD-Auflösung von 2560 x 1440 Bildpunkten beträgt die Pixeldichte auf dem 5,1 Zoll großen Display immense 577 dpi.

Samsung Galaxy S6 Display im Detail

Kein Pentile-Effekt mehr: Auch bei extremer Vergrößerung treten keine Ausfransungen bei Schriften auf.

OLED-typisch fallen die Blickwinkel hoch aus. Egal, ob man direkt von vorn, seitlich von oben, unten, links oder rechts draufschaut: Helligkeit und Kontrast bleiben nahezu konstant. Weiße Flächen wirken dabei allerdings blaustichig. Beim Testmodell unseres S6 Edge mehr als beim normalen S6.

Samsung Galaxy S6 Edge Blaustich

Bei seitlicher Ansicht haben weiße Flächen einen leichten Blaustich.

Mit bis zu 630 cd/m2 beim Galaxy S6 Edge und 638 cd/m2 beim S6 lassen sich Display-Inhalte selbst unter direktem Sonnenlicht ablesen. Die Automatik regelt dann auf volle Helligkeit hoch, deutlich mehr, als es die manuelle Einstellung mit 337 cd/m2 beim S6 Edge und 343 cd/m2 beim S6 erlaubt. Diese Begrenzung im manuellen Modus ist aber auch sinnvoll, denn bei maximaler Dauerhelligkeit würde das OLED-Display zu schnell altern. Die Farbdarstellung ist nicht ganz so knallig wie bei vergleichbaren Anzeigen, trotzdem wirkt die Darstellung übersaturiert. Die meisten Anwender empfinden das bei hellem Umgebungslicht als angenehm, weil die Farben unter Fremdlicht ohnehin blasser erscheinen. Auch wenn ich die Farbdarstellung besonders beim normalen S6 als etwas zu knackig empfinde, gehören die beiden Anzeigen zu den Besten, die ich bisher bei Smartphones gesehen habe.

Samsung Galaxy S6 Edge Frontansicht

Das Samsung Galaxy S6 Edge verfügt wie das normale S6 über ein grandios leucht- und kontraststarkes Display.

Kantenfunktionen

Den Unterschied zwischen den beiden Displays machen die links und rechts abgerundeten Kanten beim S6 Edge aus. Rund vier Prozent des Displays sind im leichten Bogen um die Ecke des Gehäuses gelegt. Es handelt sich also nicht wie beim Samsung Galaxy Note 4 um ein separates Display. Die optischen Eigenschaften des Displayglases aus Corning Gorilla Glass 4 sorgen dafür, dass man bei direkter Draufsicht den Eindruck hat, als handele es sich um eine plane Fläche. Störend sind Spiegelungen, die die Glasabdeckung an den runden Kanten in der Vertikalen verursacht. Außerdem gibt es Abschattungen an den Rändern durch den anderen Blickwinkel auf den gebogenen Displaybereich. Das fällt besonders im direkten Vergleich zum normalen S6 auf, das diese Spiegelungen und Abschattungen durch die durchgängig plane Oberfläche nicht aufweist. Ergebnis nach einer Umfrage in der Redaktion: Alle wollen eigentlich das S6 Edge, würden aufgrund der Spiegelungen im praktischen Gebrauch aber doch lieber auf das S6 mit herkömmlichem Display zurückgreifen, weil das Bild darauf ruhiger erscheint.

Samsung Galaxy S6 Bedienung mit Spiegelungen

Die Kanten des Samsung Galaxy S6 Edge mit ihren Funktionen machen zwar Spaß, die Spiegelungen stören aber.

Aber das Display des Edge kann dafür etwas mehr: Derzeit nutzen drei Zusatzfunktionen wahlweise die linke oder die rechte Kante zur Darstellung. Neben VIP-Kontakten für den Schnellzugriff aus dem Homescreen heraus, stellt die Kante eingehende Nachrichten-Streams und Statusinformationen sowie eine Nachtuhr dar. Praktisch ist die diskrete Anrufbenachrichtigung, wenn man das S6 Edge auf dem Displayglas abgelegt hat, um nicht gestört zu werden. In Meetings leuchten dann bei eingehenden Anrufen beide Kanten, von VIP-Kontakten in der entsprechend zugewiesenen Farbe. Den Anruf kann man ablehnen, ohne das Smartphone umdrehen zu müssen. Es genügt, den Finger zwei Sekunden auf den Pulssensor zu legen.

Einstellungen Seitenleiste Samsung Galaxy S6 Edge

Die Kantenfunktion können konfiguriert werden.

Alle Kanten-Funktionen lassen sich unter „Einstellungen > Seitenbildschirm“ konfigurieren. Die Info-Streams passt man darüber ganz einfach auf die eigenen Bedürfnisse an. Standardmäßig zeigt die Kante Uhrzeit, Datum, lokales Wetter und den Akkustand. Zur Anzeige muss man schnell auf der Kante hin- und herwischen, eine ungewohnte und umständliche Geste, die auch nach einiger Gewöhnungszeit nicht intuitiver wird. Zusätzlich stehen Info-Streams etwa für verpasste Anrufe, eingehende E-Mails, Twitter-Trends und RSS-Feeds bereit. Info-Streams für RSS-Feeds wie beispielsweise von der Bild-Zeitung muss man zusätzlich herunterladen und installieren.

Samsung Galaxy S6 Infos Seitenleiste

Im Standby können auf der Kante des Samsung Galaxy S6 Edge allerlei Informationen dargestellt werden.

Wer keinen Wecker am Bett stehen hat, wird sich über die Nachtuhr freuen, die sich in einem frei konfigurierbaren Zeitraum von maximal zwölf Stunden auf dem Rand des Samsung Galaxy S6 darstellen lässt. Da AMOLED-Displays keine Hintergrundbeleuchtung haben und nur wenige Pixel der Zeitanzeige weiß leuchten, arbeitet die Nachtuhr stromsparend.

Aus dem Homescreen heraus kann man mit einem Wisch vom Rand die VIP-Kontakte zum Schnellaufruf einblenden. Für Vielnutzer ist das eine sehr gute Option, um schnell jemanden anzurufen oder eine Mail zu schreiben.

VIP-Kontakte Samsung Galaxy S6 Edge

Ein Wisch genügt, um die VIP-Kontakte anzuzeigen.

Insgesamt sind die Funktionen der Kante aber etwas dürftig und wirken gezwungen, als müsse Samsung unbedingt irgendwelche Funktionen auf die Kante bringen. Prinzipiell könnte man alle Funktionen außer der diskreten Anrufbenachrichtigung auch auf dem normalen S6 realisieren.

Design und Bedienelemente

Samsung hat in den letzten Jahren für das Design und die verwendeten Materialien seiner S-Klasse einiges einstecken müssen: zu viel Plastik-Bling-Bling und zu billiges Feeling. Samsung setzt jetzt auf Aluminium beim Rahmen und Glas auf der Rückseite. Beide S6 erhalten so einen eigenständigen Samsung-Look. Die Rückseite ist trotz glatter Glasausführung rutschfest. Die Smartphones liegen mit einem Gewicht von 130 g beim S6 Edge und 137 g beim S6 gut in der Hand. Beide sind mit 70 mm gleich breit und mit 8 mm gleich hoch, lediglich in der Länge ist das normale S6 mit 142 mm rund 1 mm länger. Schade: Das Gehäuse ist nicht wasserdicht. Etwas Spritzwasser hält es aber aus.

Samsung Galaxy S6 Rückseite nebeneinander

Schluss mit Plastik: Die Rückseiten der Samsung Galaxy S6 bestehen aus Glas, der Rahmen aus Aluminium.

Bei den physischen Bedienelementen von Smartphones beobachtet man seit geraumer Zeit immer wieder Mängel wie lockere oder schiefe Tasten, unterschiedliche Druckpunkte bis hin zur Funktionslosigkeit. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Smartphones von Apple, Samsung, LG, HTC oder Sony kommen. Bei unseren vier Testmodellen des S6 ist aber alles im Lot. Power- und Lautsprecher-Buttons sowie der Home-Button sind fest und sprechen knackig an.

Samsung Galaxy S6 Edge Lautsprechertasten

Die Tasten sprechen beim Samsung Galaxy S6 (Edge) sehr gut an.

Im Home-Button hat Samsung einen Fingerabdruck-Scanner eingebaut, der bei Knopfdruck den Abdruck erkennt. Man braucht also nicht mehr wie beim Galaxy S5 umständlich den Finger über den Button streichen. Die Erkennungsleistung ist gut, allerdings meckert das System öfter, dass der Finger nicht komplett aufliegen würde. Andere Fingerabdruck-Scanner wie beispielsweise von Apple und Huawei arbeiten etwas toleranter. Für die Entsperrung des Smartphones und etwaige Zahlungsautorisierungen per PayPal eignet sich der Scanner prima. Die codierten Fingerabdrücke selbst sind in einem unzugänglichen, abgesicherten Teilbereich des Speichers abgelegt, sodass kein Zugriff von außen möglich sein soll.

Samsung Galaxy S6 Edge Fingerabdruckscanner

Der Fingerandruckscanner der Home-Taste arbeitet zuverlässig und schnell.

Höchstleistung bei wenig Verbrauch

Bei Top-Smartphones muss man sich wegen der Leistung längst keine Sorgen mehr machen. Es gibt zwar leichte Unterschiede, aber letztlich liegt die reine Anwendungsleistung bei allen Smartphones mit aktuellen Octa-Core-Prozessoren auf einem ähnlichen Niveau. Der 64 Bit Samsung Exynos 7420 Prozessor mit integrierter ARM Mali-T760 MP8 Grafik verfügt zusammen mit 3 GB Arbeitsspeicher über reichlich Power und steht in direkter Konkurrenz zum Qualcomm Snapdragon 810, wie er im HTC One M9 oder dem LG G Flex 2 verbaut ist. Beide Hochleistungs-SoCs bauen auf ARM-Technik auf und enthalten vier leistungsfähige Cortex-57 Kerne und vier stromsparende Cortex-53 Kerne mit maximal 1,5 GHz Takt, die nach dem Big-Little-Prinzip arbeiten und je nach geforderter Leistung aktiv sind. Beim Exynos-SoC takten die Hochleistungskerne mit maximal 2,1 GHz, beim Snapdragon des HTC One M9 mit maximal 2 GHz. Beide Samsung S6 schneiden bei unseren Benchmarks ähnlich ab, sodass hier nur die des Edge angeben sind. Im Vergleich zum HTC One M9 mit Snapdragon-SoC arbeiten beide S6 in vielen Bereichen etwa gleich schnell oder schneller. Manchmal liegt auch das HTC One M9 vorn. Bei den Grafik-Benchmarks muss man berücksichtigen, dass die Samsung S6 mit qHD auch eine höhere Auflösung als Full HD beim HTC One M9 zu bewältigen haben.

Bei der „gefühlten“ Anwendungsleistung hat man den Eindruck, als stecke dann doch ein zusätzlicher Turbo in den beiden Samsung S6: Apps laden sehr schnell, umfangreiche Webseiten werden ohne große Verzögerung dargestellt, alles wirkt sehr flüssig. Möglicherweise spielen auch der verwendete LPDDR4-RAM und der UFS 2.0 Speicher eine Rolle, die beide rasend schnell arbeiten. Apropos Speicher: Die beiden Samsung S6 sind mit 32, 64 oder 128 GB Speicher erhältlich, von denen etwa 7 GB vom System belegt sind. Eine Speichererweiterung via microSD gibt es nicht mehr. Samsung erklärt, dass externe Speicher zu langsam arbeiten würden. Das mag zwar stimmen, aber vielen Android-Nutzern ist eine kostengünstige Speichererweiterung zur Auslagerung von Musik und Videos wichtig und der Erweiterungs-Slot bei den Galaxys bisher ein schlagendes Kaufargument im Vergleich zu den iPhones gewesen.

Viel Power bedeutet häufig auch viel Hitze. Bei den beiden S6 hält sich die Wärmeentwicklung in Grenzen. Bei Standardaufgaben wie Surfen, Mailen, Social Media, Musik hören und Videos anschauen bleibt die Temperatur unter 30 °C. Bringt man die Telefone mit grafiklastigen Spielen wie Asphalt 8 und Real Racing 3 an ihre Leistungsgrenzen, dann erhitzt sich die Rückseite auf maximal 44,6 °C. Augenscheinlich hat Samsung bei seinem Exynos-SoC eine gute Balance zwischen Leistung und Wärmeentwicklung gefunden.

Samsung Galaxy S6 Vorderseite nebeneinander

Viel Leistung und stromsparend: Samsung Galaxy S6 Edge und S6

Gut gefällt auch der geringe Stromverbrauch: Bei unserem Testvideo im Streaming hielt das Galaxy S6 Edge rund 10 Stunden und das normale S6 ein paar Minuten weniger bei mittlerer Helligkeit durch. Die geringfügig bessere Laufzeit beim S6 Edge ist vermutlich dem etwas stärkeren Akku geschuldet: im S6 Edge steckt ein 2600 mAh, im S6 ein 2550 mAh Akku. In der Praxis kommen einem die Akkulaufzeiten allerdings nicht so lange vor, mehr als eineinhalb Tage halten sie im Mix aus Surfen, Mailen, Social Media Nutzung, Telefonieren und Musik hören nicht durch.

Beide Akkus lädt man mit dem beiliegenden Ladegerät in einer knappen halben Stunde auf 50 Prozent auf. Komplett geladen sind die beiden S6 in etwa 1,5 Stunden. Der Akku ist nicht mehr selbst austauschbar, was so manchem Android-Fan die Tränen in die Augen treiben dürfte, da das Smartphone für einen Akkuaustausch eingeschickt werden muss.

Lutscher mit Touchwiz

Samsung setzt Android Lollipop 5.02 ein. Die aktuelle Version 5.1 ist in Arbeit. Wann sie verfügbar ist, ist nicht bekannt. Über das Google Betriebssystem ist die Touchwiz-Oberfläche gestülpt. Samsung hat sie aufgeräumt und im Vergleich zum Vorgänger übersichtlicher gestaltet. Auf dem Homescreen sind vom Start weg nur noch zwei Widgets untergebracht, die Icons der Samsung Apps sind einfacher und mit sinnvollen Beschriftungen versehen. Neu hinzugekommen ist ein Parallaxeffekt beim Hintergrundbild des Homescreens. Je nach Blickwinkel verändert sich das Bild, um Dreidimensionalität vorzugaukeln. Da der Effekt im Vergleich zu Apples iPhone dezenter auffällt, wird man ihn nicht deaktivieren wollen. Das hat Samsung aber ohnehin nicht vorgesehen.

Homescreen Samsung Galaxy S6 Edge

Der Homescreen ist bei den Galaxy S6 aufgeräumt und übersichtlich.

Übersichtlicher ist das Einstellungsmenü geworden: Die Sortierung und die Bezeichnungen orientieren sich wieder stärker an dem reinen Android Lollipop und sind nicht mehr so konfus wie noch beim Touchwiz des Vorgängers S5. Praktisch: Die Benachrichtigungen stellt Touchwiz zusammen mit den Schnellzugriffen auf einer einzelnen Seite dar, die im Homescreen mit einem Wisch von oben aufgerufen wird. Vorher waren Schnellzugriff und Benachrichtigungen auf zwei Seiten verteilt.

Einstellungsmenü mit Benachrichtigungsleiste Samsung Galaxy S6

Für den schnellen Zugriff: Einstellungsmenü und Benachrichtigungsleiste sind auf einen Blick erfassbar.

Einige Apps und Funktionen hat Samsung ersatzlos gestrichen wie etwa den Einhandmodus, Smart Pause oder Airview. Die Samsung Apps S Translate und der Text & Bildscanner sind nicht mehr vorinstalliert. Dafür gibt es jede Menge anderer Apps. Für viele Anwender sind sie Bloatware, die unnötig Speicher frisst. Denn einige Apps lassen sich nicht deinstallieren wie beispielsweise die Samsung Apps S Health, S Voice aber auch Drittanbieter-Software wie WhatsApp, Facebook und Microsoft OneDrive. Diese Apps kann man zwar deaktivieren, blockieren dann aber weiterhin unnötig Speicher.

Schnappschüsse und 4K-Video

Eine gute Kamera in einem Smartphone ist längst ein Muss, denn sie ersetzt mehr und mehr die Kompaktkamera – auch bei Urlaubsfotos. Knapp 16 Megapixel schaffen die Hauptkameras der beiden Galaxys, was einer Fotoauflösung von 5312 x 2988 Bildpunkten entspricht. Die beiden Kameras stehen etwa 1,2 mm aus der Gehäuserückseite hervor und sind mit einem optischen Bildstabilisator ausgerüstet. Die Kamera-App ruft man innerhalb einer Sekunde aus dem Standby mit einem zweifachen Druck auf den Home-Button auf. Auslöser drücken und wenige Sekundenbruchteile später ist die Aufnahme im Kasten, denn der Autofokus arbeitet rasend schnell. Nur bei wenigen Aufnahmen dauert die Fokussierung länger als ein paar Sekundenbruchteile. Eine solche Schnappschusskamera wünscht man sich.

Bei guten Lichtbedingungen im Freien gelingen detaillierte Fotos. Die Kontraste sind hoch, auch feine Nuancen bildet die Kamera ab. Die Farben wirken auf den Fotos etwas intensiver als in Natura. Besonders Rottöne kommen stärker heraus.

Ohne Blitzlicht in Innenräumen fotografieren? Ja, das geht auch mit einem Kamerabildsensor, der viele Megapixel auf einer kleinen Oberfläche unterbringt und daher lichtschwächer ist, als vergleichbar große Sensoren mit weniger Pixeln. Die Kamera der S6 liefert auch unter schwierigen Lichtbedingungen detailreiche Fotos mit nur geringem Bildrauschen. Besonders gut gefällt die Farbauflösung, sodass selbst in dunklen Flächen noch Differenzierungen erkennbar sind.

Bei Innenaufnahmen unter Kunstlicht verbessert sich die Situation durch das zusätzliche Licht noch ein wenig. Der hohe Detailgrad und die Kontraste bleiben. Die Lichtsituation wird allerdings nicht ganz naturgetreu wiedergegeben. Wie auch bei allen anderen Aufnahmen ist ein leichter Rotstich erkennbar.

Wo andere Kameras scheitern, fängt die der beiden Galaxy S6 erst an: Nachtaufnahmen bei wenig Fremdlicht gelingen mit vergleichsweise geringem Bildrauschen. Durch den optischen Bildstabilisator sind verwacklungsfreie Nachtaufnahmen möglich, sodass auch Details noch gut zu erkennen sind.

Die hohe Kameraauflösung erlaubt Bildausschnitte und Nahaufnahmen mit hohem Detailgrad. Die hohe Abbildungsleistung der Kamera wird bei einer auf 100 Prozent skalierten Nahaufnahme deutlich.

Nur wenige Smartphone-Kameras kommen an die Geschwindigkeit und hervorragende Abbildungsleistung der Kamera heran, wie sie in den beiden Samsung Galaxys verbaut ist. Der Detailgrad ist bei allen Lichtverhältnissen hoch, die Kontraste außerordentlich. Auch wenn die Farben etwas überbetont sind, gehört die Kamera zu den Besten auf dem Smartphone-Markt.

Samsung Galaxy S6 Kamera

Die Kameras der beiden Samsung Galaxy S6 liefern hervorragende Bilder.

Videos nimmt die Kamera der Galaxys S6 mit bis zu 4K bei einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten auf. Die Videoaufzeichnung gelingt in guter Qualität. Bei dunklen Flächen ist Bildrauschen erkennbar. Bei 4K- und qHD-Aufzeichnung muss man auf den Bildstabilisator verzichten. Der ist erst bei Full HD und niedriger verfügbar und stabilisiert das Bild effektiv. Um einfache Video-Clips aufzuzeichnen, ist dieser Modus besser geeignet.

Sound of Music

Beide Galaxys besitzen einen Lautsprecher, der aus der unteren Kante abstrahlt. Das normale Samsung Galaxy S6 ist etwas lauter als das S6 Edge. Schön ist der Klang bei beiden nicht. Ab einer gewissen Lautstärke kommt es zu Verzerrungen. Bässe gibt es bei so kleinen Lautsprechern ohnehin nicht, aber es fehlen auch jede Menge Frequenzen in den Mitten und Höhen. Besser man greift gleich zu einem Kopfhörer oder gibt den Klang auf einem externen Lautsprecher aus.

Samsung Galaxy S6 Edge Lautsprecher

Der Lautsprecher an der Unterkante könnte druckvolleren Sound liefern.

Fazit

Sowohl das Galaxy S6 Edge als auch das normale Galaxy S6 befinden sich hardware-mäßig auf einem extrem hohen Niveau. Beim Display, der Leistung und der Kamera markieren sie in ihrer Ausgewogenheit derzeit die Spitze bei den Smartphones. Dafür muss man auf einen wechselbaren Akku, ein microSD-Karten-Slot und ein wasserdichtes Gehäuse verzichten, wie es sie noch beim Samsung Galaxy S5 gab. Der Klang der Lautsprecher überzeugt nicht. Mit dem neuen Design und den verwendeten Gehäusematerialien Aluminium und Glas holt Samsung nun die Smartphone-Enthusiasten mit ins Boot, die sich mit dem Plastik-Chic der Vorgängermodelle nicht so recht anfreunden konnten und bisher bei HTC & Co. oder Apple iPhone gelandet sind.

Samsung Galaxy S6 in allen Farben Frontseite

Das S6 ist in den Farben Black Sapphire und White Pearl erhältlich, später sollen Gold Platinum und Blue Topaz dazukommen.

Wenn es denn ein S6 sein soll, bleibt also nur noch die Frage offen, ob mit oder ohne Kante: Nachtuhr, Info-Streams und Schnellzugriff auf VIP-Kontakte sind zwar hübsche Features, ließen sich aber auch auf dem kantenlosen S6 realisieren. Einzig die dezente Anrufbenachrichtigung über die leuchtenden Kanten funktioniert physikalisch bedingt nur beim Edge. Im Moment ist der Mehrwert dieser Kantenfunktionen eher dürftig, zumal man mit den Spiegelungen und Schatteneffekten an den abgerundeten Displayrändern des Edge ein unruhiges Bild in Kauf nehmen muss. Aber ein Smartphone-Kauf ist bekanntermaßen nicht immer Vernunftsache, sondern auch eine Frage anderer Prioritäten wie beispielsweise die eines Statussymbols. Hier hat das S6 Edge klar die Nase vorn, fällt es doch mit den abgerundeten Displaykanten sprichwörtlich aus dem Rahmen. Dafür muss man aber auch etwas mehr Geld investieren. Aber gleich wie man sich entscheidet: Beide Galaxy S6 sind Top-Smartphones, die den derzeitigen Leistungsstand im (Be)Reich der Androiden definieren.

Im Shop von notebooksbilliger.de findet ihr alle verfügbaren Farbvarianten des Samsung Galaxy S6 Edge und des normalen Galaxy S6 sowie passendes Zubehör.

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Über Oliver Bünte

Als Journalist, Historiker und bekennender Technikfreund beschäftige ich mich seit über 30 Jahren mit Computern und habe die Entwicklung mobiler Technik von Handys und PDAs bis hin zu Smartphones und Tablets von Anfang an kritisch begleitet. Ich vermittele tagtäglich als Journalist und aktiver Blogger auf notebooksbilliger.de, notebookjournal.de, applebrain.de und vivacities.de alles, was den Anwender wirklich interessiert. Du findest mich auf Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn und XING.
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2 Kommentare auf "Vergleichstest Samsung Galaxy S6 und S6 Edge: Eine Ecke mit was drin"

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[…] die das Problem erst nach rund zwei Wochen Nutzungsdauer bemerkt haben wollen. Bei unserem Galaxy S6 Testgerät haben wir auch leichtes Spiel am Homebutton festgestellt, beim Galaxy S6 Edge hingegen sitzt der […]

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[…] und führte damit die abgerundete Bildschirmkante ein; wenn auch nur auf einer Seite. Beim Galaxy S6 Edge sind bekanntlich die Kanten links und rechts abgerundet. Das Samsung Galaxy S6 Edge Plus wird das […]

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