Ratgeber: Der richtige Gaming-Monitor für jeden Titel

      Ratgeber: Der richtige Gaming-Monitor für jeden Titel

      Freesync, G-Sync, Full HD, WQHD, UWQHD, 4K, 16:9, 21:9, 120 Hz, 144 Hz oder sogar 240 Hz: Bei der Auswahl des richtigen Gaming-Monitors gibt es zahlreiche Dinge, die ihr als Käufer beachten müsst oder besser solltet, damit ihr beim ersten Match nicht in die Röhre schaut. Welche Eigenschaften allerdings wirklich wichtig sind und was ihr in bestimmten Einsatzszenarien auch getrost vernachlässigen könnt, erfahrt ihr in unserem praktischen Kaufberater für Gaming-Displays.

      Wenn ihr euch heutzutage auf die Suche nach einem zu euch passenden Gaming-Monitor begebt, dann solltet ihr als erstes überlegen, was ihr eigentlich mit ihm machen wollt. Welche Titel spielt ihr also hauptsächlich? Legt ihr den Fokus auf reaktionsschnelle Online-Shooter oder streift ihr lieber alleine durch detaillierte Fantasywelten? Des Weiteren sollte der Monitor natürlich zu eurem restlichen Setup passen. Was nützen 240 Hz oder 4K, wenn euer Rechner kaum mehr als 50 FPS in Full HD darstellen kann. Nicht zuletzt wird sich bei den meisten natürlich auch die Frage nach dem Preis stellen. Wie so oft ist die Preisspanne nach oben offen, teurer ist jedoch nicht automatisch besser oder gar immer sinnvoll.

      Anschlüsse und Ergonomiefunktionen

      Zu Beginn ist es sinnvoll, die vorhanden Videoeingänge an eurem System zu inspizieren. Gerade an Notebooks sind mehrere unterschiedliche Videoeingänge oft rar gesät. Daher solltet ihr genau aufpassen, mit welchen Anschlüssen der potentielle neue Monitor daherkommt. Zu den relevantesten Anschlüssen zählen aktuell HDMI, DisplayPort, ThunderBolt 3 und DVI-D. VGA ist mittlerweile veraltet und aus diesem Grund auch nicht mehr zu empfehlen. Auch DVI-D wird immer seltener verbaut.

      Wenn ihr einen Bildschirm mit 144 Hz oder mehr an eurer Grafikkarte anschließen wollt, dann benötigt ihr auch hierfür Anschlüsse mit den passenden Übertragungsraten. Dazu zählen neben DVI-D- auch DisplayPort-Kabel. HDMI 1.0 schafft leider nur 60 Hz und auch mit HDMI 1.4 oder 2.0 könnt ihr nur maximal 120 Hz als Bildwiederholungsrate einstellen. Ich empfehle euch daher entweder ein Dual Link DVI-D- oder DisplayPort-Kabel in Verbindung mit Monitoren mit 144 Hz oder mehr.

      Schmale Notebooks verfügen mitunter auch über einen Mini DisplayPort-Anschluss. Hier wird ein passendes Mini-DisplayPort zu DisplayPort-Kabel benötigt, damit ihr das Notebook mit dem Monitor verbinden könnt. Eine Ausnahme bilden Monitore mit USB Typ C- bzw. Thunderbolt 3-Anschluss, diese sind aber eher selten und noch ziemlich teuer. Es ist auch ratsam, sich einen Monitor mit mehreren unterschiedlichen Videoeingängen anzuschaffen, da dieser meist mehrere PC- oder Notebook-Generationen überlebt und ihr euch bei einer Neuanschaffung nicht einschränken müsst, solltet ihr bspw. mal von DVI-D auf DisplayPort wechseln müssen.

      Neben den Anschlüssen finde ich auch die Ergonomiefunktionen eines Monitors sehr wichtig. Je nach Sitzposition kann ein höhenverstellbarer und auch neig- und drehbarer Standfuß längere Gaming-Sessions deutlich angenehmer gestalten. Bei Multi-Monitor-Setups könnt ihr die Monitore außerdem auch besser untereinander ausrichten.

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      Auflösung und Format

      Für viele ist natürlich die Auflösung das wichtigste an einem Monitor.  Full HD ist mittlerweile Standard, des Weiteren sind aktuell noch WQHD und 4K beim 16:9 Format interessant. Speziell bei Online-Shootern sind schnelle TN-Panels allerdings nur mit Full HD- oder QHD-Auflösung einigermaßen erschwinglich. Mit 240 Hz kostet bspw. selbst ein BenQ ZOWIE XL2540 aktuell um die 475 Euro*. Neben dem 16:9 Format gibt es auch mehr und mehr curved Displays im 21:9 Format mit bis zu 35 Zoll. Diese sind besonders für Rollen-, Renn- oder Strategiespiele gut geeignet, da hier neben einer guten Übersicht auch die Immersion noch stärker als bei schmaleren Formaten ohne Krümmung wirkt.

      Samsung C34J791

      Ihr solltet die Auflösung außerdem mit der generellen Displaygröße in Relation setzen. Bei einem 24 Zoll-Bildschirm ist Full HD noch okay, bei einem 27 Zoll-Bildschirm beträgt die Pixeldichte dann allerdings nur noch ca. 82 PPI, was schon als „grob“ wahrgenommen werden kann. Bei 27 Zoll ist eine QHD-Auflösung mit 2560×1440 Pixeln daher eher empfehlenswert. Natürlich solltet ihr fürs Zocken stets zu einem matten Display greifen.

      Reaktionszeit und Bildwiederholungsrate

      Wie bereits angesprochen, ist für anspruchsvolle Gamer bei schnellen FPS-Titeln natürlich eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit ein unverzichtbares Kriterium bei der Monitor-Auswahl. 60 Hz-Monitore würde ich Zockern aber generell nicht mehr ans Herz legen, der Sprung von 144 Hz auf 240 Hz ist allerdings (für mich) auch kaum wahrnehmbar. Der gute Mittelweg ist ein anständiger 144 Hz-Monitor mit 1 ms Reaktionszeit. Diese sind mittlerweile auch relativ erschwinglich, den HP 25x gibt es bspw. ab 240 Euro* bei uns im Shop.

      4K-Monitore sind mit 144 Hz zwar schon erhältlich, aber noch sehr teuer. Hier muss man natürlich auch bedenken, dass selbst aktuelle High-End-Grafikkarten wie eine GTX 2080 Ti nicht in der Lage sind, überhaupt 144 FPS bei aktuellen AAA-Titeln in einer 4K-Auflösung darzustellen. Bei WQHD sieht es schon etwas besser aus, allerdings sind sie auch noch nicht so günstig. Der AOC AGON AG241QX bildet hier bei uns im Shop den Einstieg bei diesen Spezifikationen mit ca. 350 Euro*.

      AOC AG322QCX Gaming Monitor

      Da bei reaktionsschnellen Displays fast immer ein TN-Panel verbaut ist, müsst ihr natürlich Abstriche bei der Blickwinkelstabilität und oft auch bei Kontrast und Farbdarstellung machen. Dafür sind TN-Panels relativ preiswert in der Herstellung. Wer Monitore mit VA-Panel und 144 Hz sucht, kann zum Beispiel auf den MSI Optix MAG24C oder den MSI Optix MAG27CQ zurückgreifen.

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      Freesync und G-Sync

      Kommen wir nun zu einem Thema, das heutzutage viele Gamer beschäftigt: Adaptive Synchronisation. Werden mit vertikaler Synchronisation Grafikkarten in Spielen noch künstlich gedrosselt, um genauso viele Bilder zu berechnen, wie der Bildschirm maximal ausgeben kann, können mit Freesync und G-Sync die beim Zocken oft schwankenden FPS der Grafikkarte mit der Bildwiederholungsrate des Monitors abgeglichen werden. Es gibt also keine feste Bildwiederholungsrate mehr, der Monitor gibt vielmehr genau die Bilder pro Sekunde aus, die von der Grafikkarte berechnet werden.

      Limitiert wird bei adaptiver Synchronisation lediglich durch die maximal mögliche Bildwiederholungsrate (Hz) des Displays, bei AMD gibt es sogar spezifische Wirkungsbereiche für jeden Monitor. G-Sync funktioniert von 0 bis zur maximalen Hz-Angabe des Monitors. Im Grunde wird alles zwischen ungefähr 30 bis 144 Hz/FPS mittels Free- und G-Sync deutlich flüssiger darstellt. Wenn euer Rechner also sehr hohe FPS (über 144 Bilder pro Sekunde) in den meisten Spielen berechnen kann, wird sich eine vorhandene adaptive Synchronisation kaum spürbar auf das Spielgeschehen auswirken.

      Es bleibt zu erwähnen, dass beide Features ungefähr das gleiche Resultat bieten, Freesync aber ausschließlich mit aktuellen AMD- und G-Sync ausschließlich mit NVidia-Grafikkarten funktioniert. Ihr solltet bei der Monitorwahl daher genau darauf achten, welche Grafikkarte ihr verbaut habt und ob diese G-Sync (ab GeForce GTX 650 Ti) oder Freesync (ab R200-Serie) unterstützt.

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      Black eQualizer, Flicker-Free und Co.

      Neben den genannten Features bieten viele Monitore natürlich auch noch andere Extras. Ich werde kurz auf einige der bekanntesten eingehen, ob diese wirklich nützlich oder sinnvoll für euer Einsatzgebiet sind, müsst ihr selbst entscheiden. Einige Monitore verfügen beispielsweise über einen Black eQualizer. Damit könnt ihr in Spielen dunkle Bereiche gezielt aufhellen lassen. Diese Funktion ist für Competitive-Shooter, bei denen es auf eine optimale Sicht und das schnelle identifizieren von Campern ankommt, ganz nützlich, allerdings solltet ihr es im Windows oder auch atmosphärischen Rollenspielen abschalten, da das Schwarz dann sehr schmutzig aussieht.

      BenQ wirbt bspw. mit Low Blue Light und Flicker-Free für aktuelle Monitore. Dabei handelt es sich größtenteils um Funktionen, die sich bei langen Zockernächten schonend auf die Augen auswirken sollen. Flicker-Free bedeutet, dass der Bildschirm nicht flimmert. Obwohl dieses Flimmern normalerweise nur für wenige Personen wirklich wahrnehmbar ist, könnt ihr es zum Beispiel testen, indem ihr eure Smartphone-Kamera auf euren Bildschirm richtet.

      Der Low Blue Light Modus soll „schädliches“ blaues Licht herausfiltern und eure Augen vor Ermüdungserscheinungen schützen. Des Weiteren könnt ihr die Farbintensität mit einer Funktion namens Color Vibrance erhöhen. Natürlich bieten viele Monitore noch verschiedene Presets, spezielle rahmenlose Designs oder sogar ein aktivierbares Fadenkreuz wie beim Asus ROG Swift PG348Q, dem MSI Optix MPG27CQ oder dem LG 32GK850G.

      Das ganze wirkt sich natürlich auch auf den Preis aus, ist aber wie erwähnt nicht immer nützlich. Wer nicht ständig den Modus zwischen einzelnen Spielen wechselt, kann also auch gut darauf verzichten.

      Empfehlungen

      Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar persönliche Empfehlungen für den jeweiligen Geldbeutel und unterschiedliche Einsatzgebiete geben. Ihr könnt aber natürlich auch die erweiterte Suche in unserem Shop nutzen. Wenn ich mich aktuell auf die Suche nach einem Gaming-Monitor machen würde, käme vermutlich der Acer XZ271UA (Freesync) oder der Asus PG278QR (G-Sync) in meinen Einkaufswagen. Noch besser wäre natürlich ein 21:9-Monitor, aber die sind einfach noch verdammt teuer.

      Monitor-Empfehlungen aus unserem Shop
      FHD AOC AGON AG251FZ (24,5 Zoll, 240 Hz, 1 ms, Freesync, TN) – ~370 €*
      Acer Predator XB241Hbmipr (24 Zoll, 144 Hz, 1 ms, G-Sync, TN) – ~390 €*
      OMEN by HP 25 (24,5 Zoll, 144 Hz, 1 ms, Freesync, TN) – ~230 €*
      QHD AOC AGON AG271QX (27 Zoll, 144 Hz, 1 ms, Freesync, TN) – ~450 €*
      AOC AGON AG241QX (23,8 Zoll, 144 Hz, 1 ms, Freesync, TN) – ~350 €*
      Asus PG278QR (27 Zoll, 165 Hz, 1 ms, G-Sync, TN) – ~640 €*
      UWQHD Asus ROG Swift PG348Q (34 Zoll, Curved, 21:9, 100 Hz, G-Sync, IPS) – ~960 €*
      Acer Predator Z35P (35 Zoll, Curved, 21:9, 100 Hz, G-Sync, VA) – ~900 €*
      Samsung C34F791WQU (34 Zoll, Curved, 21:9, 100 Hz, Freesync, VA) – ~750 €*
      UHD Iiyama G-MASTER GB2888UHSU-B1 (28 Zoll, 75 Hz, 1 ms, Freesync, TN) – ~380 €*
      Samsung U28E590D (28 Zoll, 75 Hz, 1 ms, Freesync, TN) – ~290 €*
      LG 32UD59-B (32 Zoll, 60 Hz, 4 ms, Freesync, VA) – ~450 €*
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      *Preise mit Stand vom 25.10.2018

      Veröffentlicht von

      Die Leidenschaft fürs Zocken wurde bereits in den frühen 90ern mit Bubble Bobble am Sega Master System II geweckt. Spielt mittlerweile hauptsächlich am PC und hätte gerne viel mehr Zeit, um sich seinem ständig wachsenden Pile of Shame zu widmen.

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      Hallo,
      Game in letzter Zeit wieder häufiger und möchte mir dazu auch einen neuen Monitor gönnen.
      Hier wird der AOC AGON AG241QX als „Einsteigermodell“ beschrieben. Was genau ist denn der Unterschied zwischen ihm und teureren Modellen?