WD Black SN750 SSD im Kurztest – Endlich Konkurrenz für Samsung!

      WD Black SN750 SSD im Kurztest – Endlich Konkurrenz für Samsung!

      WD kennt man eigentlich eher als Hersteller von regulären Festplatten für Netzwerkspeicher oder PCs/Notebooks. Seit dem Kauf von SanDisk hat man aber auch einige SSDs im Angebot. Darunter die WD Black Reihe für höchste Leistung. Was das neueste Modell dieser Serie kann, schauen wir uns im Test an.

      Zum Test hat WD uns netterweise gleich zwei Modelle bereitgestellt. Zum einen die reguläre 1TB-Version, zum anderen die 500GB-Version mit vorinstalliertem Kühlkörper. Letztere richtet sich vor allem an Desktop Gaming-PCs, die genügend Platz für den doch recht großen Aufbau haben. Das reguläre Modell kommt ohne diesen Kühlkörper aus.

      Ob der Heatspreader einen großen Unterschied macht, schauen wir uns daher auch genauer an, ebenso wie die Performance-Unterschiede zwischen 500 und 1000GB Kapazität. Da wir kürzlich erst die Samsung SSD 970 EVO im Test hatten, darf ein Vergleich hierzu natürlich auch nicht fehlen.

      Fangen wir aber wie üblich beim Lieferumfang an. Beide Modelle sind hier mit Ausnahme des Heatspreaders identisch – neben der SSD selbst ist nur etwas Zettelwerk enthalten, das war es auch. Nur die Verpackung der Modelle mit Heatspreader ist etwas aufwändiger gestaltet. Statt eines einfachen Plastik-Blisters steckt die SSD in einer Schaumstoff-Hülle. Aufregend.

      Die Heatsink selbst wirkt auch ziemlich wertig: Vollständig aus Aluminium gefertigt, inklusive Backplate und beide Teile sind mit Torx T4 Schrauben verbunden und nicht einfach nur geklebt. Und wenn schon eine Schraube dran ist… nun ja. Zwischen Controller, Speichermodulen und Heatsink ist ein dünnes Wärmeleitpad angebracht, das zusätzlichen Halt gibt. Welchen Unterschied die Heatsink bei der Performance macht, schauen wir uns später an.

      Das Testsystem

      Mainboard Gigabyte X299 UD4 PRO
      CPU Intel Core i7-7820X
      RAM 4x8GB DDR4 3200
      Crucial Ballistix Tactical Tracer RGB
      GPU Zotac GeForce RTX 2080 AMP!
      Systemlaufwerk 1TB Kingston AC1000 M.2 NVMe / HyperX FURY RGB 480GB
      Netzteil BeQuiet Dark Power Pro 850W
      Kühlung BeQuiet Silent Loop 280mm
      Gehäuse Fractal Design Define R6
      WD SN750 SSD bei uns im Shop

      Getestet wurde wie gewohnt mit den üblichen Benchmarks. Was direkt auffällt, ist der Performance-Unterschied zwischen den beiden WD Black. Je nach Benchmark liegt auch mal die kleinere 500GB Version vorne. Gerade im Copy Benchmark des AS SSD Bench sieht man das recht deutlich. WD macht leider keine Angaben dazu, inwiefern die Heatsink auch die Leistung des Controllers beeinflusst, daher kann ich hier nur raten. Prinzipiell sollte nämlich der größere Speicher bei einer SSD auch mit einer höheren Performance einhergehen. Das zeigt sich dann auch, wenn der Cache vollgelaufen ist: Sobald das nämlich der Fall ist, ist die 1TB Variante deutlich schneller, als die 500GB Version. Genau genommen zwei Mal so schnell. Zum Cache macht WD leider ebenfalls keine Angaben. Laut Anandtech beträgt der Cache bei der 1TB Version 12GB, ob er bei der 500GB Version kleiner ist, ist aber nicht erwähnt.

      Was bei einem direkten Vergleich des AS SSD Benchmark auffällt, ist dass die Heatsink Version in nahezu allen Bereichen etwas schneller ist – mit Ausnahme von 4K Zugriffen mit 64 Threads.

      Im Vergleich mit der Konkurrenz schlagen sich beide SN750 gut, allerdings kann Samsungs jüngstes Modell, die 970 EVO Plus, die WD SN750 noch recht mühelos hinter sich lassen. Damit sortiert sich die WD SN750 zwischen 970 EVO und der EVO Plus an, was angesichts des Preises in Ordnung, aber nicht überragend ist. Andere Konkurrenten wie Crucials P1 oder die Kingston A1000 lässt sie aber deutlich hinter sich – gerade, wenn es um die Post-Cache Geschwindigkeit und die 4K Random Seek Ergebnisse geht. Letztere machen sich im Alltag am ehesten bemerkbar.

      Dann ist da noch das WD SSD-Dashboard. Das liefert allerlei Informationen zur SSD selbst, aber auch die Möglichkeit, den sogenannten Game-Modus zu aktivieren. Dieser Game-Modus bewirkt primär, dass die SSD nicht mehr in den Standby Modus wechselt. Normalerweise befindet sich eine SSD einen Großteil der Zeit in diesem Standby-Modus. Das führt dazu, dass Anfragen mit leichter Verzögerung bearbeitet werden – die SSD muss ja zunächst wieder aus dem Standby „aufwachen“. Im Gaming-Mode wird der Standby allerdings komplett deaktiviert, die SSD benötigt also mehr Energie. Im Gegenzug fällt die Wake Up-Latenz komplett weg. In der Praxis ist das allerdings egal. Es kamen keine wirklich messbaren Unterschiede zustande.

      Ansonsten liefert das Dashboard kaum tiefere Einblicke in den Status der SSD. Klar, der S.M.A.R.T Status lässt sich auslesen, genauso wie die Speicherbelegung und die „verbleibende Lebensdauer“ sowie die Temperatur. Alles Informationen, die man auch mittels kleinerer Tools, wie HWInfo, herausfinden kann. Interessant ist nur die Angabe, dass die Software die SSD mit Kühlkörper auch als genau solche erkannt hat. Das scheint also auch in der Hardware/im Treiber mit verankert zu sein. Das wiederum stützt meine These, dass die Modelle mit Heatsink schon durch die Treiber/Software mehr Performance bieten, als die ohne.

      Um das noch mal genauer zu prüfen musste natürlich ein passender Torx Bit her und die Heatsink entfernt werden. Das war gar nicht so schwer und zum Vorschein kam eine SSD ohne Typenschilder und Aufkleber. Also noch mal ohne die Heatsink ins Testsystem und die Benchmarks noch einmal durchlaufen lassen.

      Die Unterschiede sind nun nicht massiv. ATTO und Crystal Disk Mark fallen nahezu identisch aus. Auffällig ist nur AS SSD Mark, hier liegen die Ergebnisse teils unter denen mit aufgesetzter Heatsink. Scheinbar drosselt die Version mit Heatsink früher, als die Modelle ohne. Bei 65°C war meist Schluss und die Leistung nahm leicht ab. Zum Vergleich: Mit montierter Heatsink lag die 500GB SSD bei 45°C im identischen System bei identischer Last. Das 1TB Modell ohne Heatsink stieg auf bis zu 75°C an.

      Die Heatsink funktioniert also, aber scheinbar beeinflusst WD zusätzlich die Wärmeentwicklung mittels Firmware. Allerdings: Die Unterschiede können prinzipiell auch durch die unterschiedlichen Kapazitäten entstanden sein. Da wir derzeit leider keine 1TB WD Black mit Heatsink zur Verfügung haben, kann ich diesen Punkt nicht direkt prüfen.

      Fazit

      Zusammengefasst liefert die WD SN750 ordentlich ab. Bei den PCIe SSDs für Privatnutzer kann sie mühelos ganz oben mitspielen. Nur die Version mit Heatsink ergibt aus meiner Sicht wenig Sinn. Zwar hat sie einen minimalen Vorteil bei der Performance, aber selbst bei langanhaltender Last konnte die Version ohne Heatsink locker mithalten, ohne zu überhitzen. In schlecht belüfteten Gehäusen mit wenig Airflow könnte der Vorteil etwas größer sein, in unserem Fractal Design Define R6 allerdings nicht so sehr.

      Preislich liegen die WD SN750 Modelle ohne Heatsink auch auf dem gleichen Niveau, wie Samsung 970 EVO (PLUS) SSDs. Die Leistungsunterschiede existieren nur auf dem Papier und machen sich in der Nutzung nur in ganz speziellen Fällen, wie virtuellen Maschinen, überhaupt bemerkbar. Wer plant, die SSD im Notebook zu verbauen, sollte definitiv zur WD Black greifen: Die Energieeffizienz ist deutlich besser als bei Samsung. Das macht sich dann auch wieder in der Akkulaufzeit bemerkbar. Generell kann man getrost zur WD Black zu greifen. Ich würde allerdings eher die Version ohne Heatsink vorziehen, einfach weil sie derzeit günstiger und besser verfügbar ist.

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