Wenn die Kaffeemaschine zum Wecker wird

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Ende Juli haben wir auf Facebook das Video eines Weckers gepostet, der nicht mit Klingeln, sondern mit dem Duft von frisch gebrühten Kaffee weckt. Das Video rief Maschinenbaustudent Paul auf den Plan, der den fehlenden Aromaschutz bemängelte. Ein Wort gab das andere und am Ende stand eine kleine Challenge: Paul baut die Maschine aus dem Video in vier Wochen nach, erweitert um einen automatischen Pulverportionierer. Kurz vor Ablauf der Frist meldete er sich und präsentierte seinen Kaffee-Wecker:

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Nachdem die Planung stand, hat sich Paul für knapp 20 Euro Material besorgt (gebrauchte Kaffeemaschine bei Ebay, einen Arduino Microcontroller, diverse Microchips, Kabel, einen kleinen Motor, u.ä.). Die Anbauteile an der Maschine sind 3D-Drucke, die nur wenige Cent gekostet haben, schreibt er uns. In den letzten Wochen entstanden mehrere Versionen des Kaffeeweckers. Im Video ist die dritte Version zu sehen. Die Vorgänger funktionierten nicht so, wie Paul sich das vorgestellt hat.

Wie das so ist, wenn man etwas neu konstruiert, gab es auch einige Probleme. „Das schwierigste am gesamten Bau war die Pulverbefüllung aus einem geschlossenen Behälter“, sagt Paul. Zuerst wollte er das Kaffeepulver mit einem Schieber in den Filter befördern. Ein DVD-Laufwerk sollte als Schieber fungieren. Aber der Motor war zu schwach. Danach hat er es mit einer Spindel probiert. Klappte auch nicht, sie hatte sich verkantet. Also hat er sich für eine Förderschnecke entschieden. Nach einigem Ausprobieren, klappte das auch. Den Pulverbefüller hat Paul vorher mit einem CAD-Programm konstruiert.

Mit 3D-Druck wurden notwendige Zusatzteile erstellt

Mit 3D-Druck wurden notwendige Zusatzteile erstellt

Kaffeepulver rieselt schlecht. Sollte man eigentlich nicht glauben, wenn man sich das Pulver ansieht. Aber es ist offenbar sehr steif und fällt nur durch große Öffnungen. Die ersten Öffnungen des Pulverbefüllers waren viel zu klein. Selbst mit einem Rüttler fiel es nicht in den Filter.

Ein DVD-Laufwerk als  Schieber. Der Motor erwies sich allerdings als zu schwach

Ein DVD-Laufwerk als Schieber. Der Motor erwies sich allerdings als zu schwach

Für den Arduino hat Paul noch eine Platine entwickelt und geätzt. Das Programmieren an sich fand er nicht weiter schwierig. Auch, wenn es am Ende mehr Code war, als vorher vermutet. Aber das ist ja meistens so. Die Kaffeemaschine war eine Premiere für Paul. Allerdings war es nicht sein erstes Arduino-Projekt.

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Bleibt am Ende eigentlich nur noch eine Frage: Wie ist es mit frisch gekochtem Kaffee geweckt zu werden? Sehr angenehn, schreibt Paul. Man hört zuerst ganz leise, wie das Pulver in den Filter geschoben wird und dann setzen die normalen Geräusche beim Kaffeekochen ein. Spätestens da würde man in einem geschlossenem Zimmer aufwachen. Wenn der Kaffee dann halb gebrüht ist, verbreitet sich intensiver Kaffeeduft im Raum. Pauls Fazit: „Ich würde sagen, der Kaffeewecker ist das perfekte Mittel, um etwa an einem Samstag geweckt zu werden. Schön sanft und direkt mit einer Belohnung zum Aufstehen.“

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