Wer ist eigentlich KIOXIA? EXCERIA PRO 2TB SSD im Test

      Wer ist eigentlich KIOXIA? EXCERIA PRO 2TB SSD im Test

      KIOXIA ist so ein Hersteller, den vermutlich viele von euch noch gar nicht auf dem Schirm haben. Ganz unverständlich ist das nicht, denn KIOXIA als solches existiert erst wenige Jahre. Hervorgegangen ist es aus der Toshiba Memory Corporation, die sicherlich eher ein Begriff ist. Besonders präsent ist man im Datacenter Business, in dem man zu den Marktführern gehört, aber auch SSDs für Endkunden werden immer wichtiger – daher musste ich mir das Topmodell, die EXCERIA PRO mit 2TB Kapazität, natürlich einmal ansehen.

      Die Specs lesen sich auf jeden Fall ordentlich und KIOXIA will ganz oben mitspielen. Bis zu 7300MB/s lesend soll das 2TB Modell schaffen. Dafür setzt man natürlich auch auf PCIe 4.0 x4. Obendrauf bietet KIOXIA dann noch bis zu 5 Jahre Garantie – oder bis zu 800TBW. Je nachdem, was zuerst eintritt.

      OVP und Lieferumfang sind auch schnell abgehakt: Neben der SSD liegt das übliche nötige Zettelwerk bei, das war es. Die SSD selbst ist auch wenig aufregend: Ein klassisches M.2 2280 Modul ohne extra Heatsink oder Heatspreader. Das macht sie vor allem vielseitig, denn so passt sie im Grunde in jedes System. Da das PCB auch nur einseitig bestückt ist, sind selbst sehr kompakte Notebooks kein Problem. Außerdem kommt in Desktop-Systemen mittlerweile auch fast überall ein Mainboard zum Einsatz, das eine eigene M.2 Heatsink integriert hat. Warum also noch eine montieren? Konzentriert hat man sich eher auf die Hardware, hier bietet KIOXIA den bekannten Phison PS5018-E18 Controller zusammen mit BiCS5 112 Layer TLC NAND, eine Eigenentwicklung gemeinsam mit Western Digital.

      Technische Daten der KIOXIA EXCERIA PRO
      Kapazität 1TB 2TB
      Speicher BiCS 112 Layer TLC NAND
      Seq. Read 7.300MB/s
      Seq. Write 6.400MB/s
      Random Read 4kQD32 T16 800.000 IOPS
      Random Write 4kQD32 T16 1.300.000 IOPS
      Lebensdauer (TBW) 800TB
      Lebensdauer (MTTF) 1,5 Millionen Stunden
      Preis (Stand 22.07.2022)
      215,00 Euro*
      299,00 Euro*

      Getestet wurde die KIOXIA EXCERIA PRO natürlich in unserem üblichen Testsystem.

      Unser Testsystem

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      KIOXIA EXCERIA PRO bei uns im Shop

      Software

      KIOXIA bietet natürlich auch eine Verwaltungs-Software für die eigenen SSD an. Das „SSD Utility“ trägt jetzt keinen besonders griffigen Namen, dafür stellt es Nutzer*innen direkt vor eine kleine Hürde: Man muss die richtige Version für die eigene SSD finden und herunterladen. Eine Software für alles wäre hier die elegantere Lösung. Die Software selbst ist dann auch nur mit Windows 10 voll kompatibel. Das hatte ich hier tatsächlich nicht mehr ohne Weiteres zur Hand.

      Neben SMART Informationen gibt es auch nur wenig andere Infos im SSD Utility. Immerhin lässt sich direkt der Support kontaktieren, falls es Probleme gibt. Auch ein Systemprotokoll kann automatisch erstellt werden, das alle für den Support wichtigen Informationen enthält. Als wirklich wichtig für den Betrieb würde ich das Tool daher insgesamt nicht einstufen.

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      Performance

      Kommen wir zur Leistung und da gibt es wenig Überraschungen – zumindest auf den ersten Blick. Crystal Disk Mark zeigt im Standardtest direkt die von KIOXIA angekündigte Leistung. Rund 7000MB/s lesend und über 5000MB/s schreibend. Auch die Zugriffszeiten und Random Access liegen auf hohem Niveau.

      In mehr praxisbezogenen Benchmarks sinkt die Datenrate dann natürlich, was aber normal ist. Sequentielle Lese- und Schreibvorgänge sind im Alltag eher selten und die üblichen wahllosen Zugriffe auf kleine Dateien deutlich entscheidender. Die Ergebnisse sind auch hier sehr gut, allerdings fallen bei längeren Zugriffen Einbrüche auf. Insgesamt sortiert sie sich in den SSD Benchmarks zwischen Samsungs SSD 980 Pro Heatsink (Test) und der Kingston Fury Renegade (Test) ein. Gerade mit der Kingston Fury Renegade gibt es einen direkten Schlagabtausch ohne klaren Gewinner. Mal ist Kingston, mal KIOXIA schneller.

      In Stresstests und Tests mit langen, umfangreichen Schreibvorgängen fallen die schon genannten Einbrüche dann erneut auf. Der ATTO Disk Benchmark ist hier ein gutes Beispiel, denn wie wir sehen können, steigt die Temperatur der SSD dabei auf 74°C an, die Leistung ist entsprechend sprunghaft, da es zu Thermal Throttling kommt. Wichtig ist natürlich anzumerken, dass so eine Belastung eher selten ist und – wenn überhaupt – nur Heavy-User betrifft. Um zu testen, ob es wirklich ein Problem mit der Temperatur ist, hat die EXCERIA PRO kurzerhand eine Heatsink verpasst bekommen.

      Die Ergebnisse sind dann ziemlich eindeutig. Mit Heatsink sinken die Temperaturen im Stresstest um bis zu 20°C bei voller Last und die Leistung steigt sichtbar an. Wenn euer Mainboard oder Notebook also über Heatsinks oder Wärmeleitpads für die SSD verfügt: nutzt sie. Mittlerweile kommen die meisten Systeme wie schon eingangs erwähnt mit eigener Heatsink oder bei Notebooks zumindest mit einem Wärmeleitpad daher, um die Abwärme auf das Gehäuse zu übertragen. Das kann im Falle der KIOXIA EXCERIA PRO durchaus helfen.

      Ob es im Alltag wirklich nötig ist, hängt stark davon ab, wofür das System und vor allem die SSD genutzt wird. Für Gaming-Workloads sind die beschriebenen temperaturbedingten Leistungseinbußen irrelevant. Kurze Burst-Lesesequenzen steckt die SSD problemlos weg. Wollt ihr sie jedoch als Cache-Drive für 4K-Videoschnitt oder für Datenbanken nutzen, kann es schon eher eng werden. Hier wäre eine Heatsink auf jeden Fall zu empfehlen.

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      Fazit

      Preislich sortiert sich KIOXIA im Mittelfeld der 2TB-PCIe-4.0-SSDs ein. Da passt sie auch hinsichtlich der Leistung perfekt hinein. Mit derzeit* 299 Euro ist sie natürlich nicht günstig, die Konkurrenten bewegen sich aber ebenfalls in diesem Bereich. Für das 1TB-Modell kann ich das allerdings nicht sagen – das liegt preislich völlig außerhalb der Konkurrenz und ist fast 100 Euro teurer* als beispielsweise eine Samsung SSD 980 Pro mit ebenfalls 1TB Kapazität.

      Ansonsten liefert KIOXIA eine solide Oberklasse-SSD ab. Die Übertragungsraten aus dem Marketing werden eingehalten und mit der Konkurrenz kann man ebenfalls mithalten bzw. sie je nach Anwendung noch übertreffen. Dass KIOXIA auf eine Heatsink verzichtet, mag auf den ersten Blick negativ erscheinen, doch im Zweifel ist sie schnell nachgerüstet und wie erwähnt kommen die meisten Mainboards und Notebooks bereits mit passiven Heatsinks für M.2 SSDs daher.

      Alles in allem bleibt nicht viel Negatives. Die von KIOXIA angegebene Schreibleistung von 800TBW könnte höher sein und auch die Software ist in ihrem aktuellen Zustand nicht der Rede wert. Auf die kann man jedoch verzichten und sie kann immerhin einfach aktualisiert werden. An der Schreibleistung hingegen wird sich nichts ändern. Wer besonders hohe Schreibleistung sucht, sollte daher eher zur Seagate Firecuda greifen, die bei gleicher Kapazität mehr als die dreifache Lebensdauer bietet.

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      *Stand: 26.07.2022

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