X570 vs X470 vs B450: Unterschiede der Ryzen 3000er-Mainboards [mit Kaufberater]

      X570 vs X470 vs B450: Unterschiede der Ryzen 3000er-Mainboards [mit Kaufberater]

      PC-Schrauber – und solche die es werden wollen – bauen sich derzeit gerne ihre neuen Computer mit AMD-Prozessor zusammen. Der Zeitpunkt dafür ist so gut wie noch nie.

      AMD bietet mit seiner Ryzen 3000er-Reihe in fast allen Preis- und Leistungsklassen das bessere Angebot, als der bisherige Platzhirsch Intel. Für viele stellt sich aber als erstes die Frage, welches Mainboard es für die neuen Prozessoren sein soll. Auch ältere AM4-Boards unterstützen die neuen Prozessoren nämlich prinzipiell. Dem sind wir nachgegangen, haben die Unterschiede der AM4-Chipsätze für euch aufgelistet und geben Empfehlungen für jede Preisklasse.

      Die Features im Überblick

      Chipsatz B450 X470 X570
      PCIe 4.0 Lanes 24:
      16x GPU
      4x NVMe
      4x Chipset Downlink
      PCIe 3.0 Lanes Alle Lanes über die CPU. Insgesamt maximal 28 verfügbar
      Alle Lanes über die CPU. Insgesamt maximal 28 verfügbar

      Crossfire/SLI Nur Crossfire Je, nach Hersteller – Beides möglich Je, nach Hersteller – Beides möglich
      RAM Offizieller RAM-Takt: 2933 Mhz Offizieller RAM-Takt: 2933 Mhz Offizieller RAM-Takt: 3200 Mhz
      Übertakten von CPU und RAM Beides möglich, Übertakten der CPU von Spannungsversorgung des Boards abhängig Beides möglich, Übertakten der CPU von Spannungsversorgung des Boards abhängig Beides möglich
      PCI-GPU Anbindung 1×16 1×16 / 2×8 1×16 / 2×8
      Anschlüsse 2x USB 3.1 Gen 2;
      6x USB 2.0;
      8x SATA (Anzahl der SATA-Anschlüsse kann sich je nach Hersteller ändern)
      2x USB 3.1 Gen 2;
      6x USB 2.0;
      8x SATA (Anzahl der SATA-Anschlüsse kann sich je nach Hersteller ändern)
      8x USB 3.2 Gen 2;
      4x USB 2.0;
      4x SATA (Anzahl der SATA-Anschlüsse kann sich je nach Hersteller ändern)
      Chipset-Strombedarf ca. 5W ca. 5W ca. 14W
      Kühlung Passiv Passiv Aktiv mit Lüfter – durch erhöhen Strombedarf notwendig
      Formfaktor mATX, ATX ATX, eATX µATXm-ITX, mATX, ATX, eATX
      Preis Ab 61,00€* Ab 100,00 €* Ab 160,00 €*
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      X570 als einziges mit PCIe 4.0 – aber braucht ihr das auch?

      Wie ihr sehen könnt, sind die neueren X570er Boards derzeit die einzigen mit PCIe 4.0 Unterstützung. Viele werden nun auch argumentieren, dass die 570er-Generation die einzige ist, die von Haus aus für mehr als acht Kerne ausgelegt ist und dementsprechend mit höherwertigen Komponenten ausgestattet sein muss.

      X570-F 3700X Bundle

      Das ist jedoch nicht immer der Fall und selbst auf einem guten B450er-Board kann man den derzeitigen Top-Ryzen 3950X problemlos betreiben. Ein Beispiel hierfür wäre das ASUS ROG Strix B450-F, welches die Kollegen von Techspot hier in dieser Kombination bereits getestet haben. Das zeigt, dass bereits ältere Boards gut mit den gestiegenen Anforderungen der zwölf- und 16-Kern-Monster, 3900x und 3950x klarkommen können.

      PCIE 4.0 SSD Corsair

      PCIe 4.0 bleibt damit der wichtigste Selling-Point der X570er Boards. Komponenten, die von der erhöhten Geschwindigkeit der Schnittstelle Gebrauch machen, sind momentan aber noch rar gesät und verhältnismäßig teuer. Auch mit PCIe-m.2-Speichermedien der dritten Generation seid ihr in allen Anwendungsfällen schnell unterwegs.

      AMD RX 5700 XT

      Die einzige GPU-Reihe, welche den neuen Standard bislang unterstützt, ist derzeit die RX 5700er-Reihe. Dennoch habt ihr hier momentan keinerlei Performance-Vorteile, da die Bandbreite von PCIe 3.0 von GPUs noch immer nicht vollständig ausgenutzt wird.
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      Weitere Features relativieren sich schnell

      Auch „USB 3.2 Gen. 2“ sieht auf dem Papier erstmal schmackhafter aus, als der Vorgängerstandard „3.1 Gen. 2“ (hier gibt’s alle Infos zu den USB-Standards). Allerdings handelt es sich dabei nur um einen simplen Rebrand. Beide sind mit maximal 10Gbps letztendlich gleich schnell angebunden.

      Oftmals bekommt ihr bei X470er-Boards für um die hundert Euro identische Komponenten und Features wie bei ungleich teureren X570er-Modellen. Auch mit gut ausgestatteten B450er-Boards macht ihr wenig falsch und bekommt die volle Ryzen 3000er-Leistung. Teilweise habt ihr hier sogar bessere VRMs, also Spannungsreglermodule, als bei den günstigeren X470ern verbaut. Diese sind fürs sichere Übertakten essentiell. Hier findet ihr ein Ranking der B450- und X470-Boards mit den besten VRMs.

      Neben PCIe 4.0 bleibt als weiterer Vorteil der X570er-Boards die Unterstützung für schnelleren RAM von Haus aus. Zwar könnt ihr die meisten älteren Boards auch auf beachtliche Speichertakte bringen, garantiert werden diese aber selten.
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      Aufpassen bei der Kompatibilität – BIOS-Updates oftmals notwendig

      AMD Ryzen und AM4

      Die Kompatibilität ist das wichtigste, worauf ihr beim Kauf „älterer“ Boards wirklich achten müsst. Denn das wohl größte Manko der älteren Mainboard-Generationen, stellt das benötigte BIOS-Upgrade dar. Ohne dieses werden Ryzen 3000er CPUs gar nicht erst durch das neue Board erkannt. Beim Erscheinen der neuen Prozessorgeneration musstet ihr hier noch zwingend über eine kompatible Ryzen 1000/2000er-CPU verfügen, um das BIOS-Update durchzuführen. Für viele sicherlich ein No-Go und der Grund warum man sich letztendlich für die neuere X570er-Generaton entscheidet.

      Zum Glück bieten mittlerweile fast alle Hersteller die Möglichkeit eines BIOS-Flashback an. Somit könnt ihr das neue BIOS direkt vom USB-Stick installieren.

      Dazu geht ihr einfach auf die Herstellerseite und ladet euch dort das neue ROM herunter. Dann noch in den dafür vorgesehen Steckplatz auf dem I/O-Panel eures Board einstecken, dieses via 24-PIN ATX-Stecker und 8-PIN EPS mit Strom versorgen und den BIOS-Flashback-Knopf betätigen. Nun sollte sich euer BIOS updaten und euer Board schon bald für Ryzen 3000 bereit sein. Diese Anleitung kann je nach Hersteller leicht variieren. Versichert euch also auf der Herstellerseite, da dort alle Informationen noch einmal detaillierter beschrieben sein sollten.
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      Einige X470/B450-Boards bringen Ryzen-3000-Kompatibilität direkt mit

      Ihr könnt euch den ganzen Stress auch sparen, wenn ihr beim Kauf auf die Ryzen-3000-Zertifizierung achtet. So kommen zum Beispiel die „Max“-Varianten der X470er und B450er Boards von MSI direkt mit Ryzen 3000-Support daher. Das „Max“ steht hier jeweils für den größeren verfügbaren BIOS-Speicher und das bereits getätigte Update auf die jeweils aktuellste Version. Auch andere Boards kommen direkt mit dem „RYZEN Desktop 3000-Ready“-Sticker daher, allerdings kann es hier auch immer passieren, dass ihr von eurem Händler eine ältere Version zugeschickt bekommt. Ein Kauf in einem Store kann hier Abhilfe schaffen.

      Ein sehr gutes Board für ambitionierte Gamer ist zum Beispiel das MSI Gaming Plus Max. Wobei X470 nicht immer die besten Spannungswandler für große Prozessoren mitbringt. So ist das MSI B450 Tomahawk Max hier sogar noch besser ausgestattet, verfügt dafür allerdings über weniger Gaming-spezifische Features.

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      X570 beginnt erst in höheren Preisregionen – fürs Übertakten von 3950x und 3900x sinnvoll

      Ab derzeit 150 Euro bekommt ihr die „Einstiegsklasse“ der neuen AM4-Boards. Empfehlenswerte Modelle starten aber meist erst ab ca. 200 Euro. Hier macht sich das Alleinstellungsmerkmal PCIe 4.0 preislich noch sehr bemerkbar.

      Solltet ihr allerdings auf ein Übertakten der Ryzen Top-Modelle 3950x und 3900x schielen, dann werft definitiv einen erweiterten Blick auf die neuere Plattform. Denn diese sind von vornherein für die Topmodelle geplant und vertragen auch definitiv eine dementsprechend höhere Kernspannung.

      Ein sehr empfehlenswertes Modell – in der Preisklasse um 200 Euro – ist das Gigabyte X570 AORUS ELITE. Dieses kommt selbst mit dem sechzehnkernigen Topmodell locker klar. Dafür müsst ihr allerdings auf einen USB-C-Anschluss auf dem I/O-Panel verzichten. Sonst gibt es Vollausstattung und durchweg hochwertige Komponenten.

      MSI PRESTIGE X570 CREATION

      Ein echter Nachteil fast aller X570er-Boards ist die aktive Kühlung. Diese wird durch die erhöhte Stromaufnahme des neuen Chipsatzes bei fast allen Mainboards zwingend benötigt. Die Vorgänger kamen hier noch durchweg mit Passivkühlern aus.
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      B550 lässt auf sich warten

      Was seit Veröffentlichung etwas verwundert, ist der Mangel an einem B550er-Chipsatz für die neuen Ryzen-Prozessoren. Die letzten Midrange-Chipsätze B450 und B350 kamen zeitgleich mit den Enthusiasten-Modellen der X-Serie auf den Markt.

      Bei der EEC (Eurasian Economic Commission) wurden Anfang Februar 2020 einige B550-Boards von Gigabyte zertifiziert, was auf einen Release im Frühling 2020 schließen lässt. Damit dürfte PCIe 4.0 auch in günstigeren Preisbereichen verfügbar sein und gerade Budget-Bastlern die Angst vorm eigenen BIOS-Update nehmen.
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      Kaufberater: Unsere Mainboard-Empfehlungen im Überblick

      Damit ihr euch beim Kauf keinen Stress machen müsst, haben wir hier noch eine Auswahl von Boards für jeden Geldbeutel aufgestellt. Abgesehen von dem X470er-Topmodell, sind dabei alle vorgeschlagenen Boards direkt mit Ryzen 3000 kompatibel.

      B450:

      • Einsteiger Board für bis zu acht Kerne ohne Übertakten: MSI B450M Pro-M2 Max
      • Starke VRMs und Features satt fürs Übertakten von Achtkern-CPUs und dem Normalbetrieb von bis zu 16 Kernen : MSI B450 Tomahawk Max

      X470:

      X570:

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      Fazit: X570 vor allem für Enthusiasten interessant, B450 & X470 für die meisten Anwendungsfälle ausreichend

      Liebäugelt ihr mit einem Ryzen 3600-3800X und könnt auf überteuerte PCIe 4.0-SSDs verzichten? Dann solltet ihr bedenkenlos zu einem der vorgeschlagenen B450er- oder X470er-Motherboards greifen. Mit den höherpreisigen Modellen ist hier dann sogar eine Übertaktung ohne Weiteres möglich.

      Selbst wenn es ein Ryzen 9 wie der 3900X oder sogar der 3950X sein soll, könnt ihr diese auf besseren B450er oder X470er Boards problemlos betreiben und werdet keine nennenswerten Leistungseinbußen haben. Dafür bekommt ihr sogar ein leiseres System, da der Chipsatzlüfter der neuen Generation nicht benötigt wird.

      Nur wenn ihr einen Ryzen 9 übertakten wollt und nicht auf das zukunftssichere PCIe 4.0 verzichten könnt, empfehle ich entweder ein Top-Modell der Vorgängergeneration oder ein Mainboard mit X570er-Chipsatz der Mittelklasse. Wobei die Mittelklasse hier bei ca. 200€ beginnt. Dafür bekommt ihr dann meist etwas bessere Spannungswandler und die Möglichkeit das letzte Prozent Leistung aus eurem Ryzen herauszukitzeln. Wobei die CPUs sowieso schon meist am Limit laufen und deswegen nicht mehr viel nach oben hin geht.

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      *Stand: 02/2020

      Veröffentlicht von

      Großer Film- und Serien-Nerd, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch die älteren Geschwister fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf seiner PS4 Pro.

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