Xiaomi Mi 10 Pro im Test: Schnelligkeit ist nicht alles
  • Display
  • RAM/Speicher
  • Akku
  • 6,7'' AMOLED
  • 8/256 GB
  • 4500 mAh

Xiaomi Mi 10 Pro im Test: Schnelligkeit ist nicht alles

Mit dem Mi 10 Pro will Xiaomi in die Smartphone-Oberliga aufsteigen. Großes und schönes Display, schneller Prozessor, viel Speicher und RAM, leistungsfähiges Kamera-Setup. Die Specs lesen sich auf den ersten Blick ziemlich beeindruckend. Ob das Gesamtpaket das Preisschild von knapp unter 1000 Euro rechtfertigt, kläre ich im Test.

In verschiedenen Tests hat das Xiaomi Mi 10 Pro sich den Ruf erworben, eines der schnellsten Smartphones zu sein. Das kann ich so direkt bestätigen. Es ist wirklich ein verdammt schnelles Gerät und es gibt kaum einen Alltagstask, mit dem man es wirklich an seine Grenzen bringt.

Technische Daten Xiaomi Mi 10 Pro
Software Android 10 mit MIUI 11
Prozessor Qualcomm Snapdragon 865
Arbeitsspeicher 8 GB
Speicher 256 GB
Display 6,7″ AMOLED-Display mit FHD+-Auflösung (2340×1080 Pixel) im 20:9-Format, Corning Gorilla Glass 5, 386 ppi, HDR10+, 90 Hz
Kamera Selfiekamera:
20.0MP, f/2.0, Videos max. Full HD/30fps, 4K/60fps, Full HD/60fps
Hauptkamera:
Kamera 1: 108MP, f/1.69, OIS, Dual-LED-Blitz, Videos max. 8K/30fps
Kamera 2: 13MP, f/2.4, Weitwinkelobjektiv
Kamera 3: 2MP, f/2.4 Makroobjektiv
Kamera 4: 2MP, f/2.4, Tiefenschärfe
Akku 4500 mAh
50 Watt Schnellladen über Kabel
30 Watt Schnellladen über Qi
Besonderheiten USB-C 2.0
Bluetooth 5.1
WiFi 2.4/5GHz / Wi-Fi 6
802.11a/b/g/n/ac/ax
NFC
Design 74,8 mm x 162,5 mm x 8,96 mm
208 Gramm
Preis 999 Euro*

Design und Verarbeitung

Optisch gibt es nicht allzu viel, was das Xiaomi Mi 10 Pro von anderen modernen Smartphones unterscheidet. Das Display erstreckt sich über die komplette Front und besitzt leicht abgerundete Kanten. Die findet ihr auch auf der Rückseite. Dadurch liegt das Smartphone gut in der Hand.

Es liegt allerdings nicht flach auf dem Tisch auf, weil die Kamera einen knappen Millimeter aus dem Gehäuse herausragt. Trotzdem lässt sich es sich ohne Probleme auf dem Tisch bedienen und rutscht nicht hin und her.

Eine klassische Notch findet ihr hier nicht. Xiaomi setzt stattdessen auf ein Punch Hole für die Selfiecam. Das ist nicht mittig angebracht, sondern auf der linken Seite. Bei Filmen habt ihr mit der Frontkamera keine Probleme. Da das übliche 16:9-Format schmaler als das Display ist, seht ihr sie nicht – sie befindet sich dann unter den schwarzen Rahmen an der Seite. Bei Spielen sieht es hingegen anders aus. Die laufen im Fullscreen, so dass ihr die Kamera immer prominent seht.

Selfiecam Mi 10 ProAuf der rechten Seite befinden sich der Powerbutton und die Lautstärkewippe. Beide Tasten haben einen knackigen Druckpunkt und reagieren präzise auf eure Eingaben. An der Ober- und Unterseite findet ihr die beiden Speaker.

Wie es sich für ein Flaggschiff gehört, ist die Verarbeitung hervorragend. Alle Kanten schließen bündig ab und es gibt keine Grate oder scharfe Kanten.

Zwei Sachen vermisse ich allerdings: Wenn ein Smartphone 1000 Euro kostet, dann erwarte ich auch eine IP-Zertifizierung. Auf die verzichtet Xiaomi beim Mi 10 Pro aber leider. Und das zweite ist, dass Xiaomi den SIM-Tray auf eine einzelne SIM verkleinert hat. Von der Größe her würde eine zweite SIM ohne Weiteres passen. Zumal das Mi 10 Pro in China auch mit Dual-SIM angeboten wird. Leider wird auch keine eSIM unterstützt.Nach oben

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Das Display ist hell und farbenfroh. Bei AMOLED ist Schwarz auch wirklich Schwarz und in diesem Fall ist auch Weiß wirklich Weiß. Kein Gelbstich, kein Blaustich, der sich ja sonst gerne mal in das Weiß einschleicht. Das gefällt mir sehr gut. Außerdem sind die Blickwinkel riesig und die Farben werden auch beim seitlichen Blick auf das Display nicht verzerrt. Das Display des Mi 10 Pro ist zudem so hell, dass Inhalte selbst in der prallen Mittagssonne erkennbar sind.

Smartphones wie das Galaxy S20 (Test) oder ROG Phone II (Test) bieten mittlerweile zwar sogar Displays mit mehr als 90 Hz, aber der Unterschied zwischen 90 und 120 Hz ist für mich im Alltag nicht so gravierend. Alle Animationen und Scrollbewegungen sind schön flüssig.

Alles in allem verdient das Display des Mi 10 Pro das Prädikat ausgezeichnet.
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Performance: Läuft rund

In Sachen Leistung spielt das Mi 10 Pro ganz weit vorne mit. Alles läuft rund und macht einfach nur Spaß. Apps öffnen sich schnell und der Wechsel ist flüssig. Hier macht sich das Zusammenspiel aus Snapdragon 865, 8 GB RAM und schnellem UFS-3.0-Speicher bemerkbar. Wo wir gerade beim Thema Speicher sind. Der beträgt 256 GB und ist nicht erweiterbar. Aber mit 256 GB sollten die meisten User zurechtkommen.

Wenn ihr das Mi 10 Pro eine Weile stark beansprucht – etwa beim Zocken – dann wird es spürbar warm. Unangenehm ist allerdings etwas komplett anderes. Ihr könnt es immer noch ohne Probleme in der Hand halten. Sollte das Mi 10 Pro einmal drosseln, werdet ihr davon in den meisten Fällen nichts bemerken. Anwendungen laufen dann immer noch butterweich.

Das Mi 10 Pro unterstützt WiFi 6, Bluetooth 5.1 und 5G. Damit sind alle wichtigen Standards mit dabei. Wie es sich mit 5G schlägt, konnte ich allerdings mangels 5G-Netz nicht testen.

Der Fingerprintreader sitzt unter dem Display. Er lässt sich gut erreichen und entsperrt das Mi 10 Pro zuverlässig und fix. Die Zahl der Fehlversuche war bei mir minimal. Das hat Xiaomi sehr gut gelöst.

Der Akku hält mit seinen 4500 mAh locker einen Tag durch. Und selbst wenn ihr es schaffen solltet, ihn mit eurer Nutzung vorher zu leeren, dann braucht euch nicht bange zu sein. Xiaomi verspricht, dass eine vollständige Ladung in 45 Minuten zu schaffen ist. Die Angabe trifft auch weitestgehend in der Realität zu, ich habe für eine komplette Ladung nur minimal länger gebraucht.
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Kamera: Gute Fotos, gute Videos

Hier macht das Mi 10 Pro vieles richtig gut. Die Fotos werden in den meisten Fällen scharf und haben eine gute Dynamik. Auch der Nachtmodus kann sich in den meisten Fällen sehen lassen und Xiaomi schließt in dieser Hinsicht zur Spitzengruppe um Huawei auf. Allerdings muss man sagen, dass die Bilder im Nachtmodus deutlich stärker zum Rauschen neigen als im normalen Modus.

xiaomi mi 10 pro im testWie immer gilt, dass die Fotos in diesem Absatz in keiner Weise bearbeitet wurden und, sofern nicht anders erwähnt, im Automatikmodus aufgenommen wurden.

Der Automatikmodus erledigt seine Sache ziemlich gut. Der Autofokus ist fix und hat auch bei schwierigen Situationen keine Probleme, das Wesentliche zu erkennen. Selbst bei wenig Licht macht er noch einen guten Job. Die AI erkennt die meisten Situationen sehr schnell und liefert passende Ergebnisse ab. Auch HDR überzeugt im MI 10 Pro. Ebenso punktet es bei den Zoom-Stufen. Selbst beim 5fachen Zoom werden noch viele Details eingefangen und das Bild ist schön scharf.

zoomstufen xiaomi mi 10 pro

Von links nach rechts: Ultraweitwinkel, Standard, 2x Zoom, 5x Zoom

Ganz persönlich finde ich den Pro-Modus toll. Alle Einstellungsmöglichkeiten sind gegeben und es sind Langzeitbelichtungen bis 30 Sekunden möglich.

Die 108-MP-Kamea bietet euch gegenüber den normalen Fotos keinen großen Vorteil. Ihr habt dort keinen Zoom und bei schlechten Lichtbedingungen sind die Ergebnisse sogar schlechter als mit der normalen Kamera. Dort werden nämlich per Pixel-Binning Fotos mit einer geringen MP-Zahl ausgegeben. Die Rauschen weniger als die mit 108 MP.

Aber natürlich gibt es auch Schwachstellen bei der Kamera. Da wäre zum einen die Position des Ultraweitwinkel-Sensors. Der ist aus unerfindlichen Gründen ganz unten in der Kamerabatterie angebracht. Dadurch werdet ihr sehr oft feststellen, dass eure Finger mit auf dem Bild sind. Das ist ein Problem, das sich bei einer anderen Position nicht ergeben hätte.

xiaomi mi 10 pro im testDer Nachtmodus hebt sich nicht sonderlich von den Nachtmodi anderer Hersteller ab. Er fängt erheblich mehr Details ein als der normale Modus. Allerdings geht das – wie beim Mi Note 10 (Test) – auf Kosten der Lichtstimmung. Die hat mit der originalen Stimmung vor Ort nur noch sehr wenig zu tun.

xiaomi mi 10 pro nachtmodus

Automatikmodus vs. Nachtmodus (r.): Die originale Lichtstimmung ist im linken Bild sehr gut eingefangen

Eine zweite Sache betrifft das Farbmanagement des Automatikmodus. In einigen Fällen werden Rottöne nicht als matter Ton dargestellt, sondern als knalliges Bonbonrot. Das stört schon erheblich.

Die Blüte ist eigentlich matt orange

Beim Thema Videos gibt es nichts zu meckern. Die Videos sind scharf und der Fokus passt sich schnell und smooth den jeweiligen Gegebenheiten an. Aufnahmen sind maximal mit 8K möglich. Das ist aber mehr eine technische Spielerei als irgendwie nützlich, denn die Aufnahme ist zum einen auf sechs Minuten Länge beschränkt. Zum anderen sind die Dateien riesig. Angesichts des nicht erweiterbaren Speichers lohnen sich da 4K und Full HD eher.
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Sound: Für ein Smartphone ziemlich gut

Bei halber Lautstärke macht der Sound des Mi 10 Pro richtig Spaß. Für meinen persönlichen Geschmack ist er etwas zu tiefenlastig. Das kann bei manchen Musikrichtungen dazu führen, dass sie matschig klingen. Aber das ist um Längen besser als zu dominante Höhen.

Der Sound kommt aus dem oberen und unteren Speaker, wobei der untere Speaker natürlich den größeren Teil zur Lautstärke beiträgt.

oberklasse-smartphone xiaomi mi 10 pro testDreht ihr die Lautstärke voll auf, dann passiert Folgendes: Die Höhen nehmen zu und der Sound wird flacher. Der Lärmpegel ist bei voller Lautstärke hoch und so machen Filme und Musik nicht wirklich Spaß. Immerhin: Die Höhen sind dabei nur in den Spitzen und nicht dauerhaft klirrend.

Eine kleine Anmerkung noch: Haltet ihr das Smartphone quer, dann lauft ihr ganz leicht Gefahr, dass ihr beide Speaker abdeckt.
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Fazit Xiaomi Mi 10 Pro

Das Mi 10 Pro ist eindeutig ein Oberklasse-Smartphone. Es liefert in allen Punkten ordentlich ab. Leistung, Verarbeitung, Display – alles einwandfrei.

oberklasse-smartphone xiaomi mi 10 pro test

Trotzdem fällt es mir schwer, mich wirklich mit ihm anzufreunden. Da ist zum einen die für mich unverständliche Entscheidung, es ohne Dual-SIM anzubieten oder wenigstens einen Hybrid-Slot einzubauen. Wer 8K-Video anbietet, sollte seinen Kunden auch mehr als 256 GB Speicher zur Verfügung stellen. Auch die Aussetzer beim Farbmanagement der Kamera lassen mich von einer uneingeschränkten Empfehlung absehen.

Wer seinen Schwerpunkt nicht auf Fotografie legt, sondern einen Allrounder sucht, mit dem es sich auch hervorragend zocken lässt, der kann hier allerdings bedenkenlos zugreifen.

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Veröffentlicht von

Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.

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