Xiaomi Redmi Note 9T 5G: No-Brainer für rund 200 Euro

      Xiaomi Redmi Note 9T 5G: No-Brainer für rund 200 Euro

      Knapp 200 Euro möchte Xiaomi derzeit von euch für die günstigste Variante des Redmi Note 9T 5G sehen. Dafür bekommt ihr eine Menge geboten, müsst aber im Vergleich zu teureren Smartphones auch Abstriche machen. Welche das sind und wie gravierend sie sind, erklären wir euch im Test.

      Das gefällt uns

      • gute Verarbeitung
      • viel Leistung
      • ordentlicher Klang

      Das gefällt uns nicht

      • Nachtmodus der Kamera

      Bereits der Vorgänger hat im Test eine gute Figur gemacht. Viel Smartphone für wenig Geld war das damalige Fazit. Beim neuesten Ableger will Xiaomi das Erfolgsrezept weiterführen, diesmal auch mit 5G.

      xiaomi redmi note 9t im test sehr gutes preis- leistungsverhältnis

      Die genauen technischen Daten meines Testgerätes findet ihr wie immer in der ausklappbaren Tabelle.

      Technische Daten: Xiaomi Redmi Note 9T 5G
      Software Android 10 mit MIUI 12
      Prozessor/Grafik MediaTek MT6853 Dimensity 800U 5G
      Octa-Core (2×2.4 GHz Cortex-A76 & 6×2.0 GHz Cortex-A55)
      Mali-G57
      Arbeitsspeicher 4 GB
      Speicher 64/128 GB
      per microSD-Karte erweiterbar
      Display 6,53″-Display mit FHD+-Auflösung (2340×1080 Pixel) im 19,5:9-Format, Corning Gorilla Glass 5, 450 nits, 395 ppi
      Kamera Selfiekamera: 13 Megapixel, f 2.2
      Video: Full HD 30 fps
      Hauptkamera: 48 Megapixel, f/1.8 Weitwinkel
      2 Megapixel, f/2.4 Makro
      2 Megapixel, f/2.4 Tiefeninformationen
      Videoaufnahme: 4K 30 fps, Full HD 60 fps
      Akku 5.000 mAh mit 18-Watt-Schnellladefunktion
      Besonderheiten USB-C
      Fingerprintreader im Powerbutton
      3,5mm-Klinkenanschluss
      Bluetooth 5.1, WiFi 802.11 ac (Wi-Fi 5), NFC
      Abmessungen, Gewicht und Farben 77 mm x 162 mm x 9 mm
      199 Gramm
      Nightfall Black, Daybreak Purple,
      Preis ab 197 Euro* (64 GB)
      ab 231 Euro* (128 GB)

      Design und Lieferumfang

      Zum Lieferumfang gibt es nicht viel zu sagen. Neben dem Smartphone bekommt ihr das Ladegerät samt -kabel, eine kleine Hülle, SIM-Piekser und etwas Literatur. Mehr nicht, das reicht aber auch.

      Beim Design setzt Xiaomi auf Bewährtes. Die Displayränder sind schmal, wenn auch nicht so schmal wie in der Oberklasse. An der Unterseite gibt es ein Kinn, das aber deutlich schmaler als beim Vorgänger ausfällt. Auf den Redmi-Schriftzug, den es beim Note 8T noch gab, verzichtet Xiaomi hier.

      xiaomi redmi note 9t im test sehr gutes preis- leistungsverhältnis

      Die Selfiecam sitzt als Punchhole in der linken Displayecke. Das Display wird durch Gorilla Glas 5 vor Kratzern geschützt. Zusätzlichen Schutz bietet eine Displayschutzfolie, die Xiaomi dem Redmi ab Werk spendiert.

      Die offensichtlichste Änderung gibt es auf der Rückseite. Statt eines länglichen Kameramoduls an der Seite bekommt ihr beim Redmi Note 9T ein rundes Modul, das mittig angeordnet ist.

      Die Rückseite besteht aus Kunststoff, der für Fingerabdrücke erfreulich unempfindlich ist. Sie fühlt sich wertig und robust an.

      Sämtliche Tasten befinden sich auf der rechten Seite. Namentlich sind das die Lautstärkewippe und der Powerbutton. Letzterer besitzt einen integrierten Fingerprintreader, der fix und zuverlässig arbeitet – sofern ihr die Finger der rechten Hand benutzt. Linkshänder müssen einmal um das Smartphone herumgreifen, um den Sensor zu erreichen. Und dann kommt es zu Fehleingaben. Linkshänder müssen sich also umgewöhnen. Die Lautstärkewippe reagiert präzise auf eure Eingaben und hat einen guten Druckpunkt.

      Auf der linken Seite findet ihr den SIM-Karten-Tray. Der bietet euch das volle Programm: Ihr könnt zwei SIM-Karten und eine microSD-Karte einsetzen. Leider macht Xiaomi keine Angabe darüber, welche Größe bei der microSD-Karte maximal unterstützt wird.

      Xiaomi Redmi Note 9T SIM-Karten-Tray für zwei Nano SIM-Karten und eine microSD-Karte

      An der Unterseite findet ihr den USB-C-Port, über den das Redmi Note 9T geladen wird und einen der beiden Speaker. Zusätzlich gibt es noch einen 3,5mm-Klinkenanschluss. Den sieht man ja auch immer seltener.

      An der Oberseite befindet sich ebenfalls ein kleiner Speaker. Als eines der wenigen Smartphones dieser Preisklasse kommt das Redmi Note 9T mit Stereo-Speakern.


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      Gutes Display für diese Preisklasse

      Das Full HD+-Display mit seinen 2340x1080px misst 6,53“ in der Diagonale. Das ergibt einen PPI-Wert von 394 oder anders ausgedrückt: Eure Inhalte werden alle schön scharf dargestellt.

      450 nits Helligkeit bietet das Redmi Note 9T laut Datenblatt. Mangels Messgerät konnte ich diesen Wert leider nicht überprüfen. Im Alltag war das Display aber immer hell genug, um alle Inhalte gut zu erkennen. Bei direkter Sonneneinstrahlung kam es nicht immer vollständig gegen das Umgebungslicht an, aber Wörter waren trotzdem lesbar. Es gibt also keinen Grund zur Klage.

      Die Farben wirken im Automatikmodus natürlich und nicht übertrieben. Bei diesem Modus werden sie immer an das Umgebungslicht angepasst, damit ihr einen gleichbleibenden Eindruck habt. Wer das nicht mag, kann natürlich in den Einstellungen die Farbdarstellung anpassen.

      In der jüngsten Zeit haben wir vermehrt Smartphones gesehen, die mit 90 Hz oder mehr Bildwiederholrate kommen. Das findet ihr hier nicht. Xiaomi verbaut im Redmi Note 9T ein klassisches 60Hz-Display.
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      Gute Performance und Bedienung

      Bei der Performance muss sich das Redmi Note 9T nicht vor anderen Smartphones verstecken. Die SoC von MediaTek hatte lange Zeit den Ruf weg, dass sie nicht genügend Leistung liefern. Diesen Ruf hatten sie nicht komplett zu Unrecht. Für den hier verbauten MediaTek MT6853 Dimensity 800U trifft das allerdings nicht zu. Im Verbund mit den 4 GB RAM sorgt er für ein angenehmes und reibungsloses Nutzererlebnis.

      Apps starten zügig und auch bei anspruchsvollen Tasks lässt euch das System nicht im Regen stehen. Natürlich ist die Leistung geringer als die der Oberklasse-Snapdragon-Prozessoren, aber die Wartezeiten bei anspruchsvollen Apps halten sich in Grenzen.

      Selbst grafisch anspruchsvolle Games wie CSR Racing 2 werden mit nur kurzen Verzögerungen geladen. Es kommt zwar zu kleineren Rucklern, aber es lässt sich noch gut zocken. Bei Spielen mit geringeren Anforderungen gibt es wenig überraschend ebenfalls keine Probleme.

      Mit dem Redmi Note 9T könnt ihr Videos in 4K aufnehmen. Bei der Bearbeitung bzw. beim Export des fertigen Videos zeigen sich dann allerdings die Grenzen der Hardware. Ich nehme bei meinen Tests immer ein einminütiges Video in 4K auf, das ich im Anschluss mit YouCut bearbeite. Wobei das Bearbeiten so aussieht, dass ich einfach durchgängig verschiedene Effekte über das Video lege. Anschließend wird es in 4K exportiert. Das Redmi Note 9T benötigte dafür 2:03 Minuten. Kein Bestwert, aber auch nicht schlecht.

      Bei Oberklasse-Smartphones könnt ihr das Smartphone beim Export flüssig weiterbenutzen. Das Note 9T lief nicht ganz so flüssig. Es kam zu Bedenksekunden und Wartezeiten, allerdings ist das nicht überraschend und auch kein Beinbruch.

      Im Auslieferungszustand sind auf dem Redmi Note 9T noch rund 108 GB frei. Leider gibt es eine Reihe vorinstallierter und überflüssiger Software, darunter „Spiele-Klassiker“ wie Crazy Juicer oder Bubble Story. Hinzu kommen Amazon, Facebook, TikTok, WPS Office, eBay, LinkedIn, Agoda (was auch immer das sein mag) und AliExpress. Die gute Nachricht: Ihr könnt alles komplett deinstallieren.

      Der Akku bringt euch mit seinen 5000 mAh locker durch den Tag. Selbst mit ausgiebigen Spiele-Sessions kam ich nie in Bedrängnis. Wenn ihr nicht dem permanenten Zocken oder dem intensiven Videoschnitt frönt, dann sind auch zwei Tage Laufzeit möglich, bis es wieder an die Steckdose muss. Das mitgelieferte Ladegerät sorgt in rund 90 Minuten für eine volle Ladung.


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      Kamera: Licht und Schatten

      Die Triple-Cam des Redmi Note 9T fühlt sich eindeutig bei Tag am wohlsten. Kunstlicht oder die Nacht mag sie nicht so. Bevor ich euch die Einzelheiten erzähle, wie immer der Hinweis, dass die Fotos in diesem Abschnitt allesamt im Automatikmodus aufgenommen wurden – es sei denn, es ist explizit etwas anderes erwähnt.

      Bei guten Lichtverhältnissen macht die Kamera des Redmi Note 9T einen sehr guten Job. Die Fotos haben eine gute Dynamik und die Farben wirken nicht übersättigt. Auch feine Details werden erkannt und gut dargestellt. In geschlossenen Räumen neigt das Redmi Note 9T zum Rauschen. Gerade dann, wenn es widrige Lichtverhältnisse sind, werden Details nicht mehr ordentlich dargestellt. Das ist aber bei weitem kein Problem, das es exklusiv auf diesem Smartphone gibt.

      Einen optischen Zoom gibt es nicht. Xiaomi setzt auf eine rein digitale Lösung für maximal 10fach Zoom. Bis zur 3fachen Vergrößerung sind die Ergebnisse bei gutem Licht noch zu gebrauchen. Alles, was darüber hinaus geht, ist weniger ansehnlich bis unansehnlich. Diese Zoomstufen eigenen sich als grobe Lupe, aber nicht für mehr.

      Der Nachtmodus ist ebenfalls noch stark ausbaubedürftig. Die Fotos im Nachtmodus sind deutlich zu stark aufgehellt. Dadurch stellt sich ein vernehmbares Rauschen ein. Zudem sind sie an dunkleren Bildstellen ausgewaschen und auch verwackelt. Diesen Modus solltet ihr also nicht unbedingt nutzen.

      Xiaomi Redmi Note 9T Nachtmodus

      Die Selfiekamera löst mit 13 MP auf und fühlt sich ebenfalls bei natürlichem Licht am wohlsten. Der Portraitmodus zeichnet ein ordentliches Bokeh, auch wenn die Kanten nicht immer sauber getroffen werden. Aber in aller Regel ist das nur bei genauem Hinsehen zu erkennen.

      Videos sind wie bereits oben erwähnt maximal mit 4K und 30fps möglich. Dreht ihr in Full HD, dann könnt ihr die mit 60 fps filmen. Eine Stabilisierung gibt es nicht, so dass ihr beim Filmen am besten einen Gimbal benutzt, um ruhige Filmfahrten realisieren zu können.

      Die Leistung der Redmi-Kamera entspricht meinen Erwartungen. Sie bietet für die allermeisten User genug Spielraum für Kreativität und schöne Fotos, auch wenn sie naturgemäß in fast allen Bereichen Mittelklasse- und Oberklasse-Smartphones unterlegen ist.
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      Dual-Lautsprecher mit ordentlichem Klang

      In dieser Preisklasse sind Stereo-Speaker die Ausnahme. Beim Redmi Note 9T 5G findet ihr sie. Die Abstimmung zwischen beiden Lautsprechern ist gut. Sie liegt bei etwa 60:40 zu Gunsten des Speakers an der Unterseite. Es ist also kein Beinbruch, wenn ihr aus Versehen einen der Speaker verdeckt.

      Bei halber Lautstärke liefert das Redmi Note 9T einen wirklich ansehnlichen Klang ab. Die Tiefen sind zu erkennen, wenn auch nicht sonderlich ausgeprägt. Das erstaunt nicht. Es gibt halt einfach keinen Resonanzraum im Smartphone. Das Klangbild wird von den Mitten dominiert. Das führt dazu, dass ab und an die Musik recht flach klingt. Sprache ist davon nicht betroffen. Sie wird klar und deutlich übertragen.

      Bei voller Lautstärke wird das Redmi Note 9T ordentlich , aber auch unangenehm laut. Die Höhen klirren und die Tiefen sind nicht mehr erkennbar. Der Punkt, an dem der Klang kippt, liegt bei ca. 75-80% Lautstärke.

      Für die Freunde des gepflegten Kopfhörers gibt es gute Nachrichten. An der Unterseite befindet sich ein 3,5mm-Klinkenanschluss.
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      Fazit Xiaomi Redmi Note 9T 5G: Gelungenes Einstiegs-Smartphone

      Vergleichsweise leicht, gut verarbeitet, viel Leistung, erweiterbarer Speicher, eine ordentliche Kamera, ein gutes Display: Es gibt viele Gründe, die für das Redmi Note 9T sprechen. Es bietet für den aufgerufenen Preis von derzeit* 230 Euro bzw. 197 Euro für die 64-GB-Variante ein nahezu unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

      Es gibt natürlich Einschränkungen gegenüber höherpreisigen Smartphones. Da ist zum Beispiel der Nachtmodus zu nennen oder dass es keine Bildstabilisierung der Kamera gibt. Aber auf diesem Feld haben viele Einstiegs-Smartphones ihre Probleme.

      Die Vorteile überwiegen. Die größte Schwäche vorheriger Einsteiger-Smartphones – die geringe Leistungsfähigkeit – stellt hier kein Problem mehr dar. Und das macht das Redmi Note 9T für Nutzer, die in erster Linie Inhalte konsumieren wollen, zu einem empfehlenswerten Gerät.

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      Stand: 03/2021

      Veröffentlicht von

      Hat seine ersten Gehversuche auf dem Amiga 500 und aus Guybrush Threepwood einen mächtigen Piraten gemacht. Mittlerweile ein Fan von richtig guter Smartphone-Fotografie und demensprechend viel auf Instagram unterwegs.

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