Yota Devices YotaPhone 2 – Android-Smartphone mit zwei Displays im Test

AufmacherMit dem YotaPhone 2 schlägt der Hersteller Yota Devices einen ganz neuen Weg ein: Das Smartphone besitzt gleich zwei Displays. Eines wie gewohnt auf der Vorderseite und eines auf der Rückseite. Beide lassen sich für alle Smartphone-Tätigkeiten nutzen, wobei das rückseitige E-Ink-Display nur mit Graustufen den Inhalt wiedergibt.

Wie sich das YotaPhone 2 im Alltag schlägt, haben wir einmal genauer unter die Lupe genommen.

Displays

Das Besondere beim YotaPhone 2 sind wohl die beiden Displays, die vorne und hinten am Gerät zu finden sind. Das Hauptdisplay auf der Vorderseite verhält sich wie ein typisches Display bei einem Smartphone, mit 5-Zoll-Touchscreen und 16 Millionen darstellbaren Farben. Dieses schaltet sich wie gewohnt nach einem vordefinierten Zeitraum ab und muss dann per Wisch, PIN oder Muster (je nachdem was man festgelegt hat) entsperrt werden. Auf der Rückseite gibt es beim YotaPhone 2 ein E-Ink-Display, das keine Farben darstellen kann. 16 Graustufen sind hier das Höchste der Gefühle. Das Display arbeitet wie in einem eBook-Reader, verbraucht als nur Strom wenn sich der Inhalt ändert und zeigt sehr kontrastreiche Details. Dieses Display ist dabei ständig an. Hierauf lassen sich Bilder, Informationen oder die Android-Oberfläche der Vorderseite anzeigen.

Yota2-2-DisplaysDas Front-Display vom YotaPhone 2 hat eine Bilddiagonale von 5 Zoll. Die Auflösung beträgt hierauf 1920 x 1080 Pixeln, also Full-HD.

Touchtest

Das kapazitive AMOLED-Display erkennt gleichzeitig bis zu zehn Fingerberührungen.

Das Display auf der Rückseite, welches vom Hersteller auch als E-Ink oder ALWAYS-ON- EPD-Display bezeichnet wird, löst mit 960 x 540 Pixeln auf. Die Bilddiagonale betträgt 4,7 Zoll. Das E-Ink-Display kann wie bereits erwähnt nur 16 Graustufen darstellen und besitzt, wie auch das Smartphone-Display ein extrem bruch- und kratzfestes Corning Gorilla-Glas 3. Das eINK-Display erkennt gleichzeitig bis zu vier Fingerberührungen.

Display-Hintergrund

Beispiel für das eINK-Display

Hardware

Beim YotaPhone 2 verwendet Yota Device einen Quad-Core-Prozessor aus dem Hause Qualcomm, der mit 4 Rechenkernen arbeitet. Diese werden jeweils mit 2,3 GHz getaktet. Im Smartphone sind 32-GB-Flashspeicher verbaut, der sich nicht erweitern lässt. Der Arbeitsspeicher ist 2 GB groß.

Die Mobilfunk-Anbindung erfolgt in allen LTE- und 3G-Frequenzbändern. Außerdem werden NFC und Bluetooth unterstützt. Das YotaPhone 2 ist außerdem für alle WLAN-Netze ausgelegt (b/g/n/ac).

Das Yota Devices YotaPhone 2 zeichnet sich durch folgende spezifische Produkteigenschaften aus:

  • Display1: 12,7 cm (5″), AMOLED, 1920 x 1080 Pixel (FullHD)
  • Display2: 11,9 cm (4,7″), eINK, 960 x 540 Pixel, 16 Graustufen
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 800 2,2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 32 GB
  • Kommunikation: WLAN b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, NFC
  • Mobilfunk: LTE, HSUPA, WCDMA, GSM
  • Navigation: A-GPS + GLONASS
  • Akku: 2500mAh, Wireless charging
  • Kameras: 8-Megapixel-Kamera (hinten), 2-Megapixel-Kamera (vorne)
  • Anschlüsse: Micro-USB, 3,5 mm Audioklinke
  • Besonderheiten: Nano-SIM
  • Betriebssystem: Google Android 4.4 KitKat
  • Abmessungen/ Gewicht: 144,9 x 69,4 x 8,95 mm / 145 g

Software

Auf dem Smartphone ist Android in der Version 4.4.3 vorinstalliert. Es sind auch alle Google Apps wie Play Store, Maps und Youtube auf dem Gerät zu finden. Außerdem eine Office Suite 7 von Mobile Systems.

Für das E-Ink-Display hat Yota Devices auch einige Apps mit installiert. Über die App „YotaCover“ könnt Ihr Bilder auf dem zweiten Display als Diashow anzeigen lassen. Mit YotaPanel lassen sich Widgets auf dem eINK-Display anordnen und anzeigen. Es sind auch spezielle eINK-Spiele vorhanden, die ausschließlich auf dem rückseitigen Display laufen. Hierzu zählen Dame, Schach und 2048.

Benchmark

Die eingebaute Hardware vom YotaPhone 2 kann in den Benchmarks locker mit allen Geräten mit einer Quad-Core-CPU mithalten und es ordnet sich zwischen den SONY Z3-Modellen ein. Der Lücke zu den Smartphones mit einer Octa-Core-CPU kann das YotaPhone 2 auch nicht schließen. Der Abstand im AnTuTu-Benchmark beträgt zum derzeitigen Spitzenreiter rund 23% oder 10.975 Punkte. Bei den anderen Benchmarks liegt das YotaPhone 2 auf einen der vordersten Plätze.

Im täglichen Gebrauch spürt man die Leistung des Qualcomm Prozessors. Zu keinem Zeitpunkt kommt die verbaute Hardware an ihre Leitungsgrenzen. Alles läuft sehr flüssig, auch wenn mehrere Apps gleichzeitig laufen.

AntuTu Quadrant PC Mark
Samsung Galaxy Alpha 47.737 15.600 3.561
ONEplus ONE 45.390 22.799 3.608
Huawei Ascend Mate 7 42.314 12.096 2.841
Sony Xperia Z3 41.054 20.150 3.791
Yota Devices YotaPhone 2 36.762 19.610 3.647
Sony Xperia Z3 Compact 35.127 21.094 -.-
Sony Xperia Z1 Compact 35.037 22.677 3.608
Sony Xperia Z2 32.436 17.044 3.479
Sony Xperia Z1 31.218 18.691 -.-
Prestigio Grace 30.922 13.818 2.552
Sony Xperia Z Ultra 30.607 19.008 -.-
LG G2 29.361 19.146 -.-
Samsung Galaxy Note 4 25.597 12.858 3.895
Huawei Ascend P7 25.714 7.601 -.-

Kamera

KameraBei der Hauptkamera (Rückseite) setzt Yota Device auf einen 8-Megapixel-Sensor mit LED-Blitz, der neben Fotos auch für Videoaufnahmen verwendet werden kann. Videos lassen sich in Full-HD aufnehmen. Auf der Vorderseite gibt es bei diesem Modell eine Kamera mit 2-MP-Sensor.

Akku

Im Smartphone hat Yota Device einen Akku mit 2500 mAh verbaut. Dieser ist nicht wechselbar. Geladen wird der Akku per USB-Kabel, das zum Lieferumfang gehört. Eine Akku-Ladung reicht für bis zu 13 Stunden*.

Im Stand-by-Modus hält der Akku mit aktiviertem Mobilfunk 16 Tage, im eBook-Reader-Modus immerhin bis zu 109 Stunden (4,5 Tage).

Mit dem beiliegenden USB-Adapter dauert eine komplette Aufladung knapp 2 Stunden. Das YotaPhone 2 unterstützt auch das „Wireless Charging“. Die Ladestation fürs kabellose Laden gehört jedoch nicht zum Lieferumfang.

* Unser neuer Akku-Test: Hierbei werden folgende Funktionen per Zufall gesteuert: Display-Helligkeit, ON/Off Display, WLAN, GPS, Bluetooth, Grafik, CPU. Der Test läuft solange bis 50 % der Ladung verbraucht ist.

Zubehör

Das Smartphone inklusive dem Zubehör stecken in einer schwarzen Box, die es wörtlich genommen in sich hat. Die Box lässt sich quasi zur Seite hin aufklappen, wobei einzelne kleine Verpackungen zum Vorschein kommen. Der USB-Adapter und auch das USB-Kabel sind separat verpackt. Dem YotaPhone 2 liegt auch ein Headset bei.

FazitE-Ink2An der Tatsache, dass das YotaPhone 2 zwei Displays besitzt muss man sich im Alltag erst einmal gewöhnen. Als jahrelanger Smartphone-Besitzer ist das „Handy“ mittlerweile nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Es hat sogar meine Armbanduhr, Kalender und auch meinen Wecker ersetzt. Alle Informationen konnte ich bisher immer dann abrufen, wenn ich das Display vom Smartphone entsperrt hatte.

Das ist beim YotaPhone 2 nicht mehr notwendig, denn alle Informationen – die ich vordefiniert habe – lassen sich bei diesem Smartphone auf dem zweiten Display ablesen. Dieses ist immer an und zeigt Wetterdaten, Uhrzeit oder Termine auf Wunsch ständig an. Dass dieses alles nur in Graustufen anzeigt, ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Ein zweites Farbdisplay würde a. das Smartphone verteuern und b. den Akku um ein vielfaches schneller entleeren. Laut Hersteller bedarf das E-Ink-Display (4,7 Zoll) so gut wie keinen Strom.

Mit dem E-Ink-Display kann man auch den Browser (surfen) nutzen. Auch die Android-Oberfläche lässt sich anzeigen und bedienen. Durch die stumpfe Oberfläche des E-Ink-Displays rutschen die Finger nicht so gut, wie beim Frontdisplay.

Wenn ich das Smartphone als solches betrachte, liegt es im Highend-Bereich auf einen der obersten Plätze. Die verbaute Hardware, die auf einem Quad-Core-Prozessor mit 2 GB RAM basiert, schlägt sich sehr gut und kann locker mit allen SONY Xperia Z-Modellen mithalten. Die Lücke zur Spitze ist jedoch sehr hoch. Hier dominieren Smartphones mit Octa-Core-Prozessoren.

Die Idee mit zwei Displays sollte sich durchsetzen. Dann bekäme der Hersteller Konkurrenz und das YotaPhone 2 würde sicherlich dann auch im Preis sinken. Mit knapp 700 Euro liegt es mit an der Spitze der Smartphones mit Android. Nur das neue Samsung Galaxy Note Edge ist noch teurer.

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Über Siggy

Ich arbeite seit rund zwei Jahrzehnten als Journalist. Ich war unter anderem Redakteur bei PC Direkt und Tom´s Hardware. In meiner Freizeit klappere ich Flohmärkte ab und werfe in Science-Fiction-Serien einen Blick in die Zukunft.
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6 Antworten auf Yota Devices YotaPhone 2 – Android-Smartphone mit zwei Displays im Test

  1. avatar Mic B. sagt:

    Ich habe im Vorhinein schon sehr viel von dem Modell gelesen. Danke für den ausführlichen Test und das Video.
    Solltet Ihr eines der Gerät mal von einem Blogleser testen lassen: Ich biete mich hiermit sehr gerne freiwillig an!

    Liebe Grüße

  2. avatar Carsten B. sagt:

    Tolles Smartphone, die Features sind genial, aber der Preis ist leider arg hoch.

  3. avatar Siggy Moersch sagt:

    Ich werde an Dich denken 🙂

  4. avatar Kaiser sagt:

    Kann man alles auch ausschließlich über das e-Ink Display nutzen? Also alle Android Apps etc und dann das Farbdisplay nur für Fotos Videos nutzen? Da sollte sich ja dann eine Menge strom sparen lassen wenn man das Farbdisplay nicht nutzt

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