YouTuber baut Intel Core i9 in Apple iMac – und schlägt das M1-Modell

      YouTuber baut Intel Core i9 in Apple iMac – und schlägt das M1-Modell

      Knapp 1200 Dollar hat ein findiger YouTuber ausgegeben, um sich einen Apple iMac mit Intel Core i9 zu bauen – und dieser schlägt nun sogar den hochgelobten M1-Prozessor von Apple.

      Klingt erstmal kompliziert, ist aber „relativ“ einfach. Luke Miani besorgte sich via eBay einen 2019er Apple iMac mit eher schwachbrüstigem Core-i3-Prozessor. Dieser schlug noch mit knapp 700 Dollar zu Buche. Anschließend fehlten nur noch 32 GB DDR4 RAM, eine neue SSD und das Herzstück – ein Intel Core i9-9900 (non-K).

      *Shocking News*: Der 2019er Apple iMac ist eigentlich nur ein PC

      Außerdem solltet ihr euch Display-Klebestreifen, Wärmeleitpaste und passendes Werkzeug besorgen. Anschließend könnt ihr den Bildschirm des iMac lösen und das Netzteil entfernen. Letzteres ist etwas langwieriger und auch nicht ganz ungefährlich. Allgemein gilt: Jegliche Tüfteleien an einem geschlossenen System wie dem iMac macht man immer auf eigene Gefahr. Das LogicBoard (PC-Fans lesen hier Mainboard) könnt ihr nach dem Entfernen einiger Stecker und Schrauben ebenfalls herausnehmen.

      Ab hier ist das Aufrüsten deutlich einfacher, denn – Überraschung – der 2019er iMac ist eigentlich ein ganz normaler PC. Falls ihr nach dieser Apple-Blasphemie noch weiterlesen möchtet, dann sei euch gesagt, dass nun der Arbeitsspeicher ausgetauscht werden kann. Interessanterweise findet sich auch noch ein SATA-Anschluss auf dem Mainboard des iMac. Falls ihr also noch mehr Speicher benötigt, könnt ihr den vorhandenen 2,5-Zoll-Schacht des iMacs nutzen, um hier aufzurüsten.

      Nun aber zum spannendsten Upgrade: Dem Austausch der CPU. Nach dem Lösen einiger Schrauben könnt ihr nun den großen Kühlkörper abnehmen. Im Anschluss solltet ihr auch erstmal die ebenfalls bedeckte GPU von alter Wärmeleitpaste befreien und mit frischer versorgen. Dann müsst ihr nur den Core i9-9900 in den Prozessorsockel einsetzen, Wärmeleitpaste auftragen und den Kühlkörper wieder anbringen.

      Apple iMac Intel Core i9 via Luke Miani on YouTube CPU Big Sur

      Da es im iMac sehr eng zugeht, erfordert das erneute Einsetzen des Mainboards einiges an Geduld – und Nerven. Dasselbe gilt auch für das Wiederanbringen des Netzteils. Beim Display müsst ihr ebenfalls vorsichtig sein. Testet am besten erstmal, ob alles funktioniert, bevor ihr die Klebestreifen anbringt. Sonst kann es sein, dass ihr alles wieder abreißen müsst.

      Dafür habt ihr nun einen Prozessor verbaut, der Runden um den Apple M1 dreht. Acht Kerne und 16 Threads sorgen zum Beispiel in „Blender“ für einen fast doppelt so schnellen Rendervorgang. Auch in Cinebench R23 hat der Core i9 einen deutlichen Vorsprung. Die GPU des M1-iMacs ist allerdings noch einen Tick schneller als die veraltete Radeon RX555 im 2019er Modell. Hier ist eben auch alles beim Alten geblieben.

      Insgesamt ist der Vergleich auch nicht ganz fair. Immerhin wird ein 65W-Desktop-Prozessor mit einem Chip verglichen, der fast identisch in einem iPad zum Einsatz kommt. Ein weiterer Nachteil ist die Temperaturentwicklung. MacOS ist aber ziemlich clever unterwegs und hält den Prozessor automatisch bei humanen Temperaturen. Dafür darf er meist nur 65W verbrauchen – in einem PC wären deutlich mehr drin.

      Nicht ganz ungefährlich und nur für Bastler zu empfehlen

      Hat sich das Upgrade nun gelohnt? Hier ist die Aufwand-Nutzen-Frage entscheidend, denn für die Kosten des Ganzen bekommt ihr immerhin auch einen Standard M1-iMac. Dieser hat ein größeres Display, moderneres Design und verbraucht weniger Strom. Wollt ihr euch also gerade erst einen iMac anschaffen, dann dürfte das neue Modell die eindeutig bessere Wahl sein. Seid ihr allerdings bereits im Besitz des 2019er Modells und wollt unbedingt mehr aus diesem herausholen, dann lohnt sich natürlich das Upgrade – handwerkliches Geschick und ein gewisses Risiko vorausgesetzt. Einen Vorteil bietet das 2019er Modell übrigens im Allgemeinen: Dank der x86-Plattform ist es eben ein „normaler“ PC und damit deutlich modularer aufgebaut als der ARM-basierte Nachfolger.

      Den gesamten Umbau könnt ihr euch auf Englisch auch noch im Video ansehen. Luke Miani hat das Ganze sehr ansprechend in Szene gesetzt:

      Was haltet ihr vom Upgrade des 2019er iMacs? Würde sowas für euch in Frage kommen oder holt ihr euch lieber gleich einen neuen iMac?

      Apple ist übrigens auch nicht ganz tatenlos und arbeitet wohl bereits schon am Nachfolger. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

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      Quelle und Screenshots via: Luke Miani auf YouTube.com

      Veröffentlicht von

      Großer Film- und Serien-Nerd, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch die älteren Geschwister fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf seiner PS4 Pro.

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      1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

      1. der M1…:)

        selbigen hab ich.. ist ein full-hd-schnitt-Rechner. Kann gut Emagic-audio.
        Und ist 499,- Euro wert. Der Rest ist wie das hirnamputierte ääwsome Marketing
        nicht ernst zu nehmen. So wie die rollende Hygienenwaschschüssel von Tesla dazu der Mrskkk..

        Der M1 ist ein Eingeständnis, das der sog Mac Pro 2019-20 eine Verarsche war. Aber diese Sekte findet
        ihrer Jünger… aimen 🙂 und lol

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