Z790 | Z690 vs H770 | H670 vs B760 | B660 & H610 : Die Unterschiede der Intel-Mainboards erklärt

      Z790 | Z690 vs H770 | H670 vs B760 | B660 & H610 : Die Unterschiede der Intel-Mainboards erklärt

      Intel bietet eine Vielzahl an verschiedenen Chipsätzen für die „Alder Lake“- und „Raptor Lake“-Prozessoren an. Wir erklären euch die Unterschiede und welcher Mainboard-Typ sich für wen lohnt.

      Intel steht seit dem Release der 12. Generation an Desktop-Prozessoren – Codename „Alder Lake“ – nach Jahren wieder an der Spitze der CPU-Nahrungskette. Mit dem Nachfolger Raptor Lake wurde die Kernzahl nun auf bis zu 24 erhöht. Verdammt hohe Single- UND Multi-Core-Performance, samt neuer Features wie PCIe 5.0 und DDR5-Arbeitsspeicher, bekommt ihr aber bei beiden Prozessor-Generationen geboten. Dazu gefallen Intels neue Chips mit verhältnismäßig geringen Anschaffungspreisen.

      Zum Release im November 2021 war das Zusammenstellen eines Intel-PCs mit den neuen – Sockel LGA 1700 genannten – Mainboards dennoch eine kostspielige Angelegenheit – denn es war lediglich der Top-Chipsatz Z690 verfügbar. Das hat sich mittlerweile geändert und mit H610, B660 sowie H670 wird das gesamte Preis-Leistungsspektrum nun abgedeckt. Mit Raptor Lake kamen auch noch Z790, H770 und B760 dazu.

      Die Features der Chipsätze im Überblick

      Ganz schön viele Buchstaben-Zahlen-Kombis und ein guter Grund, um sich die einzelnen Chipsätze mal genauer anzuschauen und euch zu sagen, welcher für euch der richtige ist. Die 12. und 13. Intel-Generation laufen nämlich prinzipiell auf beiden Mainboard-Serien und werden vermutlich sogar noch eine weitere Generation kompatibel sein.

      Chipsatz H610 B660 B760 H670 H770 Z690 Z790
      Overclocking Nein RAM; BCLK auf manchen ASRock, ASUS und MSI Motherboards möglich Nur RAM Ja
      Sockel LGA 1700 LGA 1700
      CPU-Unterstützung
      • Alder Lake
      • Raptor Lake (BIOS Update bei 600er nötig)
      Maximaler Arbeitsspeicher Bis zu 64 GB Bis zu 128 GB
      Maximale Anzahl RAM-Steckplätze 2 4
      Maximum USB 2.0 Anschlüsse 10 12 14
      USB 3.2 Konfiguration Gen 1 (5 Gbit/s) Bis zu 4 Bis zu 6 Bis zu 8 Bis zu 10
      Gen 2 ×1 (10 Gbit/s) Bis zu 2 Bis zu 4 Bis zu 8 Bis zu 10
      ×2 (20 Gbit/s) Keine Bis zu 2 Bis zu 4 Bis zu 5
      Maximale SATA 3.0 Ports 4 8
      CPU-seitige PCI-Express-Konfiguration 5.0 1×16 1×16 oder 2×8
      4.0 Keine 1×4
      Chipset-seitige PCI-Express-Konfiguration 4.0 Keine 6 12 20
      3.0 8 12 16 8
      WiFi-Standard (wenn integriert) Intel Wi-Fi 6E AX211 (802.11ax / Wi-Fi 6E / BT 5.3)
      Unterstützung für PCIe RAID Keiner 0, 1, 5
      Unterstützung für SATA RAID Keiner 0, 1, 5, 10
      Intel Optane Memory Support Nein Unterstützt
      Chipset-Leistungsaufnahme 6W
      Erscheinungsdatum Q1 2022 Q4 2022 Q4 2021 Q4 2022 Q4 2021 Q4 2022

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      DDR5 oder DDR4?

      Bevor wir uns an die Auswahl des Chipsatzes machen, werden wir unweigerlich mit einer Frage konfrontiert: Lohnt sich der teure DDR5-Arbeitsspeicher bereits oder könnt ihr bedenkenlos zu DDR4 greifen? Von einigen Mainboards gibt es schließlich jeweils eine DDR4- und eine DDR5-Version, von vielen hingegen nur die DDR4-Variante.

      Um es kurz zu machen: In fast allen Fällen fahrt ihr mit DDR4 bislang genauso gut wie mit dem Nachfolger. Das liegt an den verhältnismäßig hohen Latenzen und gleichzeitig nicht dramatisch höheren Taktraten des neuen Arbeitsspeichers. Ab einem DDR4-Takt von 3200 MHz mit CL16-Latenzen, seid ihr somit gut aufgestellt.

      Erst mit hohen RAM-Taktraten von über 5600 MHz bringt DDR5 im Zusammenspiel mit Alder Lake & Raptor Lake einen echten Leistungsvorteil in Games und einigen Kreativanwendungen. Derzeit ist DDR5-RAM aber noch verhältnismäßig teurer und die DDR5-Versionen der Mainboards sind es ebenfalls.

      Er ragt nicht über die RAM-Module hinaus und sorgt so nicht für eine Höhenbegrenzung

      So lohnen sie sich dementsprechend bislang vor allem, wenn ihr maximale Zukunftssicherheit möchtet oder es euch auf das letzte Prozent Leistung ankommt.

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      600er oder 700er-Chipsatz? 600er ist meist günstiger & kaum schlechter, aber….

      Wenn ihr vor der Entscheidung zwischen den 600er-Mainboards (12. Prozessorgeneration) und den 700er-Boards steht, dann lohnt erstmal ein Blick auf die Features und den Preis. Denn große Unterschiede zwischen den beiden Generationen gibt es nicht. Lediglich die PCIe-4.0-Schienen werden beim Z790 gegenüber dem Z690 erhöht. Dafür bietet der ältere Chipsatz mehr Schienen des etwas langsameren PCIe-3.0-Standards.

      Bei Preisparität sollte der neuere Chipsatz gewählt werden. Meist sind aber die Preise des älteren Chipsatzes niedriger. Dazu bieten sie bei gleichem Kostenpunkt oftmals mehr Features. Anschlussseitig können die alten Chipsätze sogar im Vorteil sein, da nicht alle Hersteller die maximal möglichen Konfigurationen an USB 3.2 und Co. verbauen. Diese bleiben oftmals den Top-Modellen vorbehalten.

      Am Ende solltet ihr euch also die Fragen stellen: Wie viele interne und externe Anschlüsse werden benötigt? Was ist das maximale Budget und welcher Prozessor soll letztendlich verbaut werden? Gerade Letzteres ist extrem wichtig, wie wir im nächsten Punkt sehen.

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      Für Raptor Lake-CPUs (Core i-13XXX): BIOS-Update von 600er-Boards nötig

      Bei der Wahl eines Mainboards der 600er-Reihe müsst ihr nämlich beachten, dass die neuesten Prozessoren ein BIOS-Update voraussetzen, um korrekt vom Board erkannt zu werden. Hier haben die Hersteller verschiedene Wege und Tools etabliert.

      Zum Teil könnt ihr via eines USB-Sticks entspannt das BIOS updaten. Manchmal benötigen einige – vor allem einfachere – Mainboards aber eine CPU der 12. Generation, um das BIOS zu aktualisieren. Ohne verbauten Prozessor fahren sie dann gar nicht erst hoch.

      Das ist schade und nicht gerade kundenfreundlich gelöst. Hoffen wir also, dass Mainboard-Hersteller Board-Upgrades via USB-Stick vermehrt erlauben oder gar bald geupdatete Mainboards der 600er-Serie verkaufen. Ganz so gut gelöst wie bei AMDs AM4-Reihe (die ebenfalls mehrere Prozessorgenerationen unterstützt hat) ist der Support hier bislang also nicht.

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      H610: „Günstige“ Einstiegs-Mainboards für Office-PCs – mit einigen Haken

      Die absolute Einstiegsklasse in den Sockel LGA1700 ist der Chipsatz H610. Zu empfehlen ist er eigentlich nur für kleine Office-PCs oder Multimedia-Maschinen – denn es gibt (zu) viele Kompromisse. Der Chipsatz bietet kein PCIe 4.0, kein PCIe 5.0 und keinerlei Unterstützung für die schnellsten USB-Standards. Nur vier PCIe 3.0-Lanes stehen somit via des Chipsatzes zur Verfügung. Zwar ist das mehr als beim direkten Vorgänger, aber insgesamt trotzdem noch sehr wenig.

      Außerdem unterstützt die Plattform nur Single-Channel-Memory, was auch die Geschwindigkeit des Prozessors etwas einschränken kann. Immerhin bringen die Einsteiger-Chipsätze nun von Haus aus USB 3.2 mit 10Gbit/s. Die schnellere Version mit bis zu 20Gbit/s gibt es aber ebenfalls nicht.

      Ganz ehrlich: Zu derzeitigen* Preisen knapp unter 100 Euro sind H610-Mainboards nicht empfehlenswert – außer es soll so günstig wie möglich sein. Für alle anderen: Ihr müsst hier einfach zu viele Abstriche gegenüber den anderen Chipsätzen machen. Zwar liegt die Anzahl der PCIe-Lanes nun auf einem Niveau mit der von AMDs Einsteigerchipsatz A520, doch dieser kostet eben deutlich weniger.

      Sollten die Preise der H610-Boards auf humanere 60€ bis 80€ sinken, ändert sich die Preis-Leistung natürlich, aber zurzeit macht der anhaltende Chipmangel ihr einen Strich durch die Rechnung. Deswegen empfehle ich allen Sparfüchsen und solchen, die es werden wollen, die nachfolgenden Lösungen.

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      B660 & B760: Die preiswertere Lösung für Gaming-Fans?

      B660 ist der Chipsatz für preisbewusste Gamerinnen und Gamer. Der derzeitige* Kostenpunkt beginnt um 100 Euro und liegt so in Reichweite der kleineren H610-Geschwistern.

      Wollt ihr maximal bis 150 Euro für euer Mainboard ausgeben, könnte B660 also durchaus eine Alternative für euren neuen Intel-PC sein. Im Gegensatz zu H610 steigt die maximale RAM-Kapazität auf 128GB und auch RAID-Speicher-Konfigurationen sind via SATA-Schnittstelle nun möglich. PCIe-Raid gibt es jedoch erst auf H670er-Boards.

      Der B660-Chipsatz verfügt über sechs PCIe-4.0-Lanes, vier weitere werden via des Prozessors zur Verfügung gestellt. Das erlaubt dem Chipsatz den Betrieb einer zweiten, schnellangebundenen M.2-SSD und bringt ihn damit fast in Schlagweite zu günstigeren X570er-Boards von AMD. Auch USB 3.2 Gen.2 ist auf dem Chipsatz nativ bis zu zwei Mal angebunden. Allerdings nutzen nicht alle B-Mainboards diese Möglichkeit aus.

      Die neue Schnittstelle PCIe 5.0 und der Betrieb von DDR5-Arbeitsspeicher sind ebenfalls möglich, aber bei vielen Boards standardmäßig deaktiviert. Das liegt jedoch nicht an Intels Vorgaben, sondern schlichtweg an Kostenersparnissen auf Herstellerseite. Dual-Channel-Memory ist aber immer mit dabei.

      Im Gegensatz zu vergangenen Intel-B-Generationen ist nun RAM-Overclocking möglich. Zudem gibt es auf einigen ASUS- und AsRock-Motherboards die Möglichkeit, die CPU via des BCLK-Taktes zu übertakten. Allerdings wird das von Intel explizit nicht empfohlen. Trotzdem nett, dass es prinzipiell möglich ist. AMDs Konkurrenz-Chipsatz B550 erlaubt ein Übertakten schließlich auch – wobei AMD-CPUs nicht so gut mit Takt skalieren, wie ihre Intel Pendants.

      Das MSI B760 Tomahawk ist ein hochpreisiges Mainboard der B-Serie

       

      Insgesamt sind die B660 / B760-Chipsätze ein wirklich guter Kompromiss aus vielen, schnellen USB-Anschlüssen, genügend PCIe-Lanes und einem überschaubaren Preisrahmen – wenn letzterer sein angestrebtes Niveau der Vorgängergenerationen denn mal treffen würde. Denn die Preise zwischen 110-250 Euro überschneiden sich derzeit noch mit Z690- und Z790er Top-Motherboards, die auch ab knapp 150 Euro starten – und dafür rundum die bessere Wahl sind.

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      H670 & H770: Viele Anschlüsse für Kreativschaffende

      Die H-Chipsätze sitzen bei Intel seit jeher zwischen den Stühlen, bieten sie doch fast alle Anschlüsse des großen Bruders Z690, aber eben nicht dessen Overclocking-Fähigkeiten. Die insgesamt 16 Grafikkarten-Lanes der CPU sind mit PCIe 5.0 angebunden und können hier sogar in zwei Mal x8 getrennt werden. Gehört ihr zu den letzten Verfechter:innen von SLI oder Crossfire, dann könnte das für euch interessant sein. Im Vergleich zu B660 bietet der H-Chipsatz zwei zusätzliche USB-3.2-Gen.1-Anschlüsse und bis zu acht SATA-Ports.

      Ausstattungsmäßig herrscht auch sonst (fast) Gleichstand zu Z690 & Z790. Nur an PCIe 4.0-Schienen gibt es im Vergleich auf dem Chipsatz vier weniger, was aber nicht alle Z-Chipsätze ausnutzen. Sind euch Overclocking und RGB-Effekte egal, dann könnte H670 genau euer Ding sein – wenn es nicht derzeit* höher bepreist wäre, als der vermeintlich besser ausgestattete große Bruder.

      Trotzdem kann sich die H-Reihe lohnen, denn zuweilen bietet sie mehr USB-Anschlüsse als ihr Z-Geschwister. Also schaut auch auf die Anzahl der Ports am Board, wenn die euch wichtig sind.

      H670 und H770 starten* etwa ab 140 Euro – trotzdem kaum weniger als die meist besser ausgestatteten Z-Chipsätze.

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      Z690 & Z790: Monster-Boards für Hardcore-Gaming-Fans – oder doch für alle gut?

      Z690-Boards waren – wie bei Intel üblich – die ersten Chipsätze für die Alder-Lake-Prozessoren, die ihr kaufen konntet. Das bringt ihnen einige entscheidende Vorteile: Sie sind bereits seit längerem auf dem Markt und deswegen in größeren Stückzahlen sowie günstiger zu haben. Für die neuen Raptor Lake-Prozessoren der 13. Generation kam dann noch der Refresh. Darüber hinaus bieten sie von allem am meisten. Viele schnelle PCIe-Anschlüsse? Check – vier zusätzliche PCIe 4.0-Lanes im Vergleich zum bereits üppig bestückten H670er-Chipsatz. Viele USB-Anschlüsse nach schnellem USB-3.2-Gen.2-Standard? Natürlich – bis zu 15 zusätzliche stehen bereit.

      Auch ansonsten bietet der Chipsatz die wohl besten VRMs – also Spannungswandler. Diese sind vor allem fürs Übertakten wichtig – und das geht selbstverständlich in vollem Umfang auf der Plattform. Egal, ob BCLK, FCLK oder RAM, ihr könnt an allen Stellschrauben drehen und so womöglich auch noch in ein paar Jahren mehr Potenzial aus eurem Prozessor oder Arbeitsspeicher herausholen.

      Die Heatpipies schrammen nur sehr knapp an dem Gigabyte Z690 Aorus Ultra vorbei

      Die Heatpipies schrammen nur sehr knapp an dem Gigabyte Z690 Aorus Ultra vorbei

      Aber auch sonst sind gute Spannungswandler keine Geldverschwendung, da sie meist auch eine längere Haltbarkeit der Komponenten garantieren – besonders, wenn sie ohne Overclocking betrieben werden.

      In vielen Boards steckt auch hier bereits WiFi mit drin. Praktisch, wenn man keine LAN-Kabel durch die Wohnung legen möchte.

      Die große Krux der Z-Chipsätze ist leider weiterhin der nach oben hin offen scheinende Preisbereich. Während gute Einstiegsmodelle für knapp 150 Euro zu haben sind, kosten höherwertige Modelle schnell um die 300 Euro – und machen damit das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der neuen Intel-Prozessoren teilweise zunichte.

      Dennoch bekommt ihr hier oftmals die meisten Features fürs Geld – zumindest Stand Januar 2023.

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      Unsere Empfehlungen

      Nun wisst ihr, was die einzelnen Chipsätze können und für wen sie am ehesten geeignet sind, doch wie sieht es mit konkreten Empfehlungen aus. Diese stehen und fallen natürlich je nach Preis und Verfügbarkeit.

      Unter 100 Euro: Heuballen wehen durch das Angebot

      Fangen wir mit dem vielgescholtenen Einsteiger-Chipsatz H610 an: Der ist aufgrund der derzeitigen Preisstruktur eigentlich nicht empfehlenswert. Wenn ihr euch jedoch auf die Plattform festlegen möchtet, dann nehmt das Gigabyte H610M H.

      „Minimalismus“ pur.

      Es ist kompakt und bietet eine zufriedenstellende Anschlussvielfalt. Trotzdem solltet ihr eher B660 oder B760 ins Auge fassen. In der B-Serie sind gleich mehrere Boards auf unserer Liste, da die Preisstruktur deutlich weiter gefasst ist:

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      Bis 150 Euro: Nur B-Mainboards empfehlenswert

      Für kleine Systeme bietet sich das sehr günstige GIGABYTE B660M Gaming DDR4 an. Es bietet bereits solide Spannungswandler, um auch die Top-Modelle der neuen Intel-Prozessoren im Auslieferungszustand zu betreiben. Für 110 Euro ist es der günstigste Einstieg in die Welt der B-Mainboards für den Sockel LGA1700.

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      Eine unschlagbare Preisempfehlung für alle, die zwingend günstig WiFi brauchen und auch sonst viele PCI-Express-Anschlüsse nicht verschmähen, ist hingegen das Gigabyte B660 DS3H AX . Dafür ist es im ATX-Formfaktor etwas größer geraten und somit nichts für kleine Builds. Für alle die kein WiFi benötigen und bis 150 Euro ausgeben möchten, ist hingegen das B660 Gaming X zu bevorzugen. Es bietet gleich drei M.2-Anschlüsse, viele USB-Ports sowie massive Kühlkörper für Spannungswandler und SSDs. Damit ist es auch optisch perfekt für günstigere Gaming-Builds.

      MSI B760M-P

      Für Prozessoren der 13. Generation kann auch das gute MSI Pro B760M-P gekauft werden. Hier könnt ihr auf ein BIOS-Update verzichten. Dafür bietet es etwas weniger USB-Anschlüsse als unsere anderen Empfehlungen.

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      Ab 150 Euro: H- und Z-Mainboards

      Weniger Gigabyte-lastig, dafür mit noch besseren Spannungswandlern und mehr Anschlüssen ist die Preisklasse ab 150 Euro ausgestattet. Das ASUS Prime H670-Plus D4 bringt zum Beispiel gleich einen M2-Kühlkörper für besonders schnelle SSDs sowie den erweiterten H-Chipsatz mit noch mehr Anschlüssen mit.

      Trotzdem geht es in der Preisklasse noch eine Ecke besser, was die Preis-Leistung angeht. Ab 149 Euro starten nämlich mittlerweile auch die Top-Chipsätze der Z-Motherboards.

      Das Gigabyte Z690M verfügt ebenfalls über hochwertige Spannungswandler, kann mit dem erweiterten Z-Chipsatz aber auch erweiterte Overclocking (oder Undervolting)-Features bieten. Gerade letzteres kann bei neuen Intel-CPUs zu starken Verbrauchseinsparungen bei gleichzeitig identischer Performance führen.

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      Das AsRock Z790M Phantom Gaming im kleinen Micro-ATX-Formfaktor bringt eine gute Anschlussvielfalt und eine direkte Unterstützung für Raptor Lake-Prozessoren mit.

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      Ab 220 Euro: Sweet-Spot

      Eine Sache fehlt in unserer Empfehlungsliste jedoch noch, die eigentlich als Killer-Feature der neuen LGA1700-Plattform bezeichnet wurde: DDR5-Arbeitsspeicher. Passende Boards gibt es bereits einige. So etwa das GigaByte Z790 UD oder das ASUS Prime.

      Unser Preis-Leistungs-Tipp für alle, die ein hochwertiges Board ohne eingebautes RGB möchten, ist das GigaByte Gaming X AX. Es ist vom Aufbau her identisch zum teureren Aorus Elite. Letzteres hat eben nur eingebaute RGB-Leuchten vorzuweisen – und den Aorus-Schriftzug – besitzt aber sonst gleich viele (gute) Spannungswandler sowie ausreichend Anschlüsse.

      Intel gigabyte Z790_GAMING_X_AX_1645

      Vier Mal M.2 und sechs Mal SATA werden intern geboten. Alle M.2s verfügen zudem über eigene Kühlkörper und ein schraubenloses Montage-System – nett.

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      Ab 350 Euro aufwärts: Wer’s braucht, bekommt Bling-Bling

      Mehr „braucht“ eigentlich niemand, doch wer LGA1700 dauerhaft am Limit betreiben möchte oder mehr RGB will, der kann sich ASUS ROG Strix-Reihe ansehen. Das Z790-E Gaming verbindet viele Anschlüsse mit RGB en masse und besten Komponenten.

      Habt ihr noch eine CPU der 12. Generation, dann kann auch der Vorgänger eine Empfehlung wert sein.

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      Die „Probleme“ und Möglichkeiten bei Z-Mainboards

      Es gibt eine Einschränkung, die ihr bei Z-Mainboards beachten solltet: Von Haus aus kommen sie bei fast allen Herstellern mit Übertaktungs-Features daher, die Ottonormal-User eigentlich nicht benötigen. Soll heißen: Eure neue CPU wird unnötigerweise an ihr Limit getrieben, der Watt-Verbrauch steigt und damit auch die Temperaturen.

      Z-Mainboards sind oftmals so eingestellt, dass sie die Prozessoren (und Kühlungen) ans Limit treiben.

      Euer erster Weg nach der Einrichtung sollte dementsprechend ins BIOS sein. Dort könnt ihr euch vergewissern, dass die Spannung der Prozessoren auf einem normalen Niveau bleibt und zudem lässt sich das Power Limit der CPUs einstellen. Im Auslieferungszustand ist es meist nach oben hin offen – zumindest bei den K- und KF-Prozessoren. Dabei kann Intels neue CPU-Familie sehr effektiv sein. Man muss ihr nur die Grenzen aufzeigen.

      Je nach Lüfter oder Wasserkühlung solltet ihr euch auf der Herstellerseite nach der maximalen Kühlleistung informieren und dann mindestens diese als Power Limit 1 im BIOS eingeben. Beobachtet im Anschluss die Temperaturen in Tools wie etwa HWInfo (zum kostenlosen Download) und seht euch an, ob sie sich unter Last lange an der 100-Grad-Marke befinden. Falls ja, dann solltet ihr sie etwas nach unten regeln.

      Ein weiteres großes Manko kann der Verbrauch im Leerlauf sein. So sorgt etwa die Windows-Energie-Einstellung „Höchstleistung“ für ein dauerhaftes Hochtakten auf einigen LGA-1700-Boards. Schaltet ihr auf „Ausbalanciert“ herunter, erledigt sich das Problem – und liefert dennoch die volle Performance bei Bedarf ab.

      Auch Intel Speed Step kann dafür sorgen, dass sich der Leerlaufverbrauch verdoppelt. Sollte das bei euch der Fall sein, dann schaltet dieses Feature im BIOS aus. Leistungseinbußen habt ihr auch hier nicht zu befürchten.

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      Undervolting kann sich lohnen – und ist nicht schwer

      Wo wir bei der Leistung und Sparmaßnahmen auf Z-Mainboards sind: Mit Hilfe einiger BIOS-Einstellungen könnt ihr den Verbrauch eurer neuen Prozessoren deutlich senken, ohne dabei viel Leistung zu verlieren. Undervolting heißt das Ganze und bezeichnet die Möglichkeit der Spannungssenkung für die CPU. Die oben aufgeführten Probleme von hohen Verbrauchszahlen hängen nämlich auch mit der Spannung zusammen, die Mainboard-Hersteller den LGA1700-CPUs zugestehen. Diese ist zuweilen sehr hoch, führt aber kaum zu mehr Performance.

      Mit Hilfe des Features „Adaptive Voltage Offset“ könnt ihr die sogenannte VCore-Spannung senken. Tastet euch hier langsam heran und lasst zwischen den Anpassungen Cinebench R23 oder Intels XTU-Tool laufen, um die Stabilität zu testen. In den meisten Fällen ist ein Undervolting von ca. -0,125mV erwartbar. Wobei jede CPU ein Unikat und etwas anders ist.

      Das Resultat sind aber in allen Fällen deutlich geringere Temperaturen und ein angenehmerer Stromverbrauch. Ein 13700K verbrauchte so etwa knapp 20% weniger Energie, leistete aber nur 2,31 % weniger. Dazu sank die Temperatur um 10 Grad im Durchschnitt. In Games blieben die Bilder pro Sekunde identisch.

      Fazit: Z-Motherboards mit der besten Preis-Leistung. Weiterhin seltsame Preisgestaltung für B- & H-Mainboards.

      Das Ergebnis unserer umfassenden Mainboard-Betrachtung für den Sockel LGA 1700 ist vor allem eines: Solide Preis-Leistung wird erst über 100 Euro geboten und die EINE Empfehlung sind weiterhin Z-Mainboards der 690er- und 790er-Serien. Das ist schade, denn rein von den Features her, sind sowohl B- als auch H-Serie eigentlich gut positioniert.

      So bieten die B-Mainboards eine rundum solide Anschlussauswahl und sogar einfache Overclocking-Features für Gaming-Fans. Die H-Serie richtet sich hingegen an Kreativschaffende die möglichst viele (moderne) Anschlüsse benötigen. Dumm nur, dass beide „Budget“-Optionen preislich so nah an den Z-Mainboards für Gaming-Enthusiasten liegen. Sie bieten von allem mehr – zumindest was das Potenzial ihres Chipsatzes angeht.

      In Z690 und Z790 bekommt hier also meist zusätzliche interne Anschlüsse (PCI-Express, M.2 & SATA ) sowie bessere Spannungswandler geboten. Ja, es gibt auch hochwertig ausgestattete B660/760 oder H670/770-Mainboards mit vielen Ports. Aber bevor man sich ein ASUS TUF Gaming H770-Pro holt, kann man auch gleich zum GigaByte Z790 Gaming X AX greifen, das von allem mehr liefert.

      Das ist dementsprechend weniger eine Kritik an den jeweiligen Chipsätzen, sondern an der weiterhin unvorteilhaften Preisgestaltung. Also: Wenn ihr – wie ich – Preis-Leistungs-Fans seid, dann müsst ihr bei LGA 1700 zu Z-Mainboards greifen. Solltet ihr im Budget für den neuen PC zwingend unter 150 Euro bleiben müssen, kann ein Griff zu Intels B- und H-Serie empfohlen werden.

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      *Stand: Januar 2023

      Veröffentlicht von Clemens

      Großer Film- und Serien-Fan, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch Super Nintendo und PS1 fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf der PlayStation.

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