Zyxel PLA4231: Powerline Wireless N Extender ausprobiert

Wir hatten vor einigen Woche verschiedene Powerline-Geräte an Tester versendet. Hier ist der Erfahrungsbericht von Falk zum Zyxel PLA4231.

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Wer dicke Wände hat und keine Kabel verlegen will, hat mit Powerline eine Alternative. Wenn dann noch WLAN-Geräte eingebunden werden soll, ist ein Adapter wie der Zyxel PLA4231 die richtige Lösung. Ich habe mir den Powerline-WLAN-Adapter genauer angeschaut.

Die Netzwerkumgebung: eine Fritz!Box 7390, zwei Devolo AV500-Adapter, verschiedenste Rechner, Smartphones und sonstige WLAN-Geräte. Das Problem: das Arbeitszimmer ist von der Fritz!Box zu weit entfernt, um ein stabiles WLAN zu realisieren. Für die stationären Rechner und das NAS (auf FreeNAS-Basis, mehr in meinem Blog) kommen die beiden Devolo-Adapter zum Einsatz, das WLAN wird nun mit dem Zyxel PLA4231 erweitert.

Die Einbindung des Zyxel-Adapter in das bestehende Netzwerk ist recht einfach: im Devolo-Tool den Key des neuen Adapters eintragen, den Adapter in die nächstgelegene Steckdose stecken (in einer Steckdosen-Leiste funktioniert er wie alle Powerline-Adapter nicht vernünftig) und über die Standard-IP-Adresse 192.168.1.2 konfigurieren. Alternativen kann auch ein PC via LAN-Kabel angeschlossen werden und die Konfigurationsoberfläche darüber aufgerufen werden. Die Oberfläche bietet zwei Modi: einen Default-Modus, der optisch ansprechend aufgebaut ist und einen Expertenmodus, der versierten Usern die Einstellung verschiedener Details bietet, unter anderem der MAC-Adressen der erlaubten WLAN-Geräte.

Im Zusammenspiel mit den beiden Devolo-Adaptern gab es erst einmal ein Problem: der Zyxel-Adapter wurde von seinen Kollegen aus anderem Hause nicht gefunden. Die Lösung: ein Firmware-Update der Devolo-Adapter, danach war eine Verbindung problemlos möglich. Man sollte also darauf achten, dass alle beteiligten Geräte auf einem aktuellen Software-Stand sind.

Geschwindigkeit

Natürlich geht es bei Netzwerkverbindung neben der prinzipiellen Funktionalität immer um Geschwindigkeit: die Daten sollen in möglichst kurzer Zeit von A nach B. Der Zyxel PLA4231 bietet WLAN nach 802.11 b/g/n mit bis zu 300 Mbit/s, Powerline mit bis zu 500 Mbit/s und zwei LAN-Ports mit leider nur 100 Mbit/s. Theoretisch kann es also passieren, dass Geräte, die via WLAN oder LAN verbunden sind nicht die komplette Bandbreite ausschöpfen können, die die Powerline-Verbindung bereitstellt. In der Praxis werden die angegebenen sowieso nicht erreicht, DSL-Bandbreite wird aber problemlos erreicht, auch das Kopieren größerer Dateien über die WLAN-Verbindung geht ausreichend schnell von statten.

Der Ping liegt in ähnlichen Bereichen wie über eine direkte Powerline-Verbindung – alles in allem bei meinem Anschluss bei gut 45ms. Dieser Wert kann allerdings abhängig von der tatsächlichen Umgebung, dem DSL-Anschluss etc. schwanken, ein Ping zu einem anderen Rechner innerhalb des Netzwerks wird innerhalb von 5ms ausgeführt.

Sicherheit

Bei jedem WLAN-Gerät ist heutzutage die Sicherheit ein wichtiger Punkt – schließlich möchte man vermeiden, dass die Nachbarn über den eigenen DSL-Anschluss mit surfen oder dass sie Zugriff auf Dateien im eigenen Netzwerk bekommen. Der Zyxel PLA4231 unterstützt WPA2/PSK (und auch noch WEP, was man nicht mehr verwenden sollte) sowie die Verschlüsselung der Powerline-Verbindung; Außerdem kann die WLAN-Verbindung über eine Zeitschaltuhr aktiviert und deaktiviert werden, wenn sie nicht gebraucht wird. Zusätzlich kann der Adapter über einen praktischen Knopf komplett ausgeschaltet werden, ohne dass man ihn aus der Steckdose ziehen muss.

Fazit

Der Zyxel PLA4231 ist eine gut funktionierende, nur rund 35 Euro teure Erweiterung für bestehende Powerline-Netzwerke, mit der WLAN gut im ganzen Haus verteilt werden kann. Die Oberfläche bietet alle nötigen Einstellungen, die Optik und Haptik ist für den Preis gut – in wieweit das bei einem Powerline-Adapter überhaupt ins Gewicht fällt muss jeder für sich selbst beantworten.

Abstriche müssen bei den unterstützten WLAN-Standards (802.11a wäre ein echtes Schmankerl) und der Geschwindigkeit der beiden LAN-Ports gemacht werden – hier bieten teurere Modell anderer Hersteller mehr. Im Alltag ergeben sich daraus in den meisten Fällen aber keine Nachteile, vor allem dann wenn es darum geht, z.B. ein Smartphone in einer entlegenen Ecke des Hauses mit WLAN zu versorgen.

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Über Cihan Boz

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3 Kommentare auf "Zyxel PLA4231: Powerline Wireless N Extender ausprobiert"

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Scheint ein gutes Gerät zu sein, wäre noch interessant zu wissen, inwieweit der Adapter störanfällig ist. Häufig leiden ja günstigere Powerline-Module unter diesem Problem. Vielleicht gibt es da nochmals einen Nachtrag?

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Wir haben sehr dicke Wände in unserem Haus und einen großen Stahlträger, deshalb suchten wir nach einer Alternative. Ich kann den Powerline-WLAN-Adapter nur empfehlen, da er preiswert ist und gut funktioniert.

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Vielleicht sollte noch erwähnt sein, das der Zyxel als Repeater fungiert. Sprich er klont das Wlan was leider zur halbierung der Datenbandbreite führt. Sinnvoller wäre ein Adapter welcher ein eigenes vollständiges Wlan aufbaut.

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